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Der Politikthread

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Deswegen meine ich ja, betrachtend ab dem Zeitpunkt, wo der Westen eine etablierte Demokratie war.
Vielleicht wird auch Russland eines Tages auf unserem Level sein aber wenn, dann sicherlich nicht mit Putin. ;)
 
Es mag in der Historie westlicher Demokratien "Ausreißer" gegeben haben und sicherlich ist auch nicht alles perfekt (Stichwort Korruption) aber im Großen und Ganzen kann man glaub ich festhalten, dass wir die Guten sind. :)

... oder zumindest "besser". :p :D
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have fun, aber ja. wir sind ein anderes kaliber
 
Niemand würde sich selber als Böse darstellen (außer ich z.T.). Böse sind nur die Anderen. ;)

Ne, im Ernst. Mir ging es auch weniger darum, festzulegen, wer gut und böse ist oder wer besser. Ich versuche mehr den Fokus um diesen konfrontativen, destruktiven, undifferenzierten Blickwinkel zu erweitern. Ich versuche zu verstehen, wo über die letzten Jahrzehnte die Diplomatie versagt hat oder wie man den Konflikt zwischen Ost und West (von beiden Seiten her) zumindest hypothetisch hätte verhindern oder reduzieren können.
Ad hoc kann ich mir nur wenige Wege vorstellen, wie man mit solchen Konfilkten umgeht:
1.) Man vernichtet den Gegner vollständig (utopisch und in diesem Fall für uns nicht erreichbar)
2.) Man führt einen Krieg, bei man die Gräben zwischen den Kulturen nachhaltig noch mehr vertieft werden
3.) Man bemüht sich um Diplomatie (mit Verträgen, Verhandlungen, Gesten, Kompromissen, etc.)
4.) Vielleicht auch Mittelwege u.a. mit militärischem Wettrüsten, Abschreckungspolitik und Konkurrenz

Keiner der Wege ist einfach. Auch Diplomatie verlangt Kompromisse ab. Doch halte ich es für erforderlich, für eine bessere Völkerverständigung erstmal "vor der eigenen Haustür zu kehren", zuzuhören, den Gegenüber ernst zu nehmen, offen für das zu sein, was von eigener Seite her zum Konflikt beisteuerte. Sonst rennt man nur vor verschlossene Türen. Wenn man Konflikte vollständig versteht, kann man diese eher lösen, glaube ich. Immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen, fördert nur die Sturheit und Uneinsichtigkeit.
 
Ich frag mich gerade nur wie das enden wird.
Putin hat die Ukraine und dann?
Er wird sicher nicht eines Tages wieder gehen und sagen „So ich geh wieder, hier Eure Ukraine zurück.“ Man kann dann nicht so tun als ob nichts gewesen wäre.
Und wenn er Ukraine dauerhaft behalten will, wird das nicht funktionieren. Die Leute wollen das ja nicht. Das bringt ihm ja auch keinen Vorteil. Vor allem mit einem Kriegsverbrecher wird man nicht mehr verhandeln.

Also was ich sagen will, entweder man schlägt Putin zurück was in einem Weltkrieg endet, oder man akzeptiert das er ein anders Land eingenommen hat.
Putin kann sich nun nicht mehr zurück ziehen. Das wäre für ihn eine Niederlage und er hätte sein Gesicht verloren.
 
Putin kritisiert seit Jahren, z.B. in München 2007 die Vormachtstellung der USA und dass die im Prinzip machen was sie wollen. Er fühlt sich von den USA und den Verbündeten eingekesselt und bedroht. Seitdem wiederholt er das ständig und wird, gefühlt oder real, nicht gehört.
Das ist für Putin eben der Grund sich jetzt zu wehren...

Das ist keine Rechtfertigung für irgendwas... aber aus Sicht von Putin und von Russland ist das nachvollziehbar.

Wird hier recht schön verdeutlicht:
https://www.ardmediathek.de/video/a...JpZDovL2FydGUudHYvdmlkZW9zLzA5ODQwNi0wMDAtQQ/

Man denke an Putins Rede am 25.09.2001 im Bundestag. An der Misere ist der Westen ja nicht unschuldig. Um den Russen nicht zu provozieren, versprach die Nato nach der Wiedervereinigung ihren Einflussbereich nicht weiter auszudehnen. Dann kam die Ost-Erweiterung 2004. Ich weiß auch nicht, ob das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Ukraine so clever war, da es letztendlich zur Euromaidan-Revolution, weiteren Provokationen gegen Russland u 106 Toden führte. So einfach wie es uns der Westen vorgaukeln will ist es eben auch nicht. Ich verurteile die Invasion aufs schärfste. Hier führt der Osten gegen den Westen ein Krieg und ausbaden müssen es die Ukrainer.

Allem voran finde ich es aus humanitärer Sicht schlimm, was die Zivilisten in der Ukraine durchmachen müssen. Der Konflikt an sich ist komplex und aus rein militärischer Sicht (ich selbst bin Offizier) erscheinen mir die aktuellen Folgen - ohne Sie gutheißen zu wollen - konsequent. Russlands Interessen wurden zu lange nicht berücksichtigt, als dass man von Russland contenance „fordern“ dürfte. Mich beängstigt eher diese geradezu populistische, einseitige, anti-russische mediale Berichterstattung, die formal hetzerischer Natur ist, ohne lösungsorientiert zu sein.

Die Vielzahl, Geschwindigkeit u Doktrin äußerer Einflussfaktoren u vor gedachten Meinungen auf das Individuum haben deutlich zugenommen. Wir leben mit einer gefährlich auftretenden Medien- und Politiklandschaft, die uns Denkschablonen regelrecht aufdrückt. Und dagegen sollte man sich vehement wehren. Den kritischen, Selbstständigen Gedanken wahren und nach Wahrheit und Gerechtigkeit streben.
 
Ein sehr interessantes Interview mit dem ehemaligen Botschafter und Putin/-Russlandkenner Fritsch, das bezüglich Putin und seiner Entwicklung auch sehr tief blicken lässt:

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Ich würde nur an einer Stelle widersprechen: Dass die NATO ein reines Verteidigungsbündnis sei, dass zu einem Angriffskrieg gar nicht in der Lage wäre, wie oft behauptet wird, halte ich für unwahr. Afghanistan und das Kosovo haben bewiesen, dass die NATO sehr wohl auch angreifen kann, und auch völkerrechtlich umstrittene Operationen durchführt. Wie gesagt, die Welt ist nicht schwarz-weiß, dennoch ist bei allen westlichen Versäumnissen Putin hier der alleinige Aggressor und Kriegsverbrecher, der hoffentlich eines Tages für seine Taten zur Rechenschaft gezogen wird.
 
Hast du ein konkretes Beispiel, bei dem der Westen eine funktionierende, echte Demokratie angegriffen hat?

Edit: Natürlich erst ab der Zeit, wo der Westen selber eine etablierte Demokratie war. :D

Iran, Brasilien, Chile, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Nicaragua, Grenada, Kuba, die Suez-Krise passen auch ganz gut rein. Kann man natürlich immer mit „guten Gründen“ versuchen zu rechtfertigen, aber die sind idR vorgeschoben aus eigenen Interessen.
 
Also ob man nun den Iran als etablierte Demokratie bezeichnen kann? :ugly:

Das, was Du heute siehst, ist die direkte Folge des Eingriffs durch die USA. Der Iran war einmal ein aufstrebendes demokratisches Land mit einem gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh. Den hat die CIA gestürzt und den Schah installiert. Der wiederum wurde von der islamischen Revolution hinweggefegt. Nochmal: Die aktuelle Situation ist eine direkte Folge des Eingriffs durch die USA.
 
Gefühlt!!! Habe mich mit der Thematik nicht beschäftigt daher ist eher eine Frage - Irak und Libyen, trotz Diktatur hat das System besser funktioniert als jetzt oder?

Mir geht es nicht um die Moral, dass beide keine guten Menschen waren ist offensichtlich.
 
Gefühlt!!! Habe mich mit der Thematik nicht beschäftigt daher ist eher eine Frage - Irak und Libyen, trotz Diktatur hat das System besser funktioniert als jetzt oder?

Mir geht es nicht um die Moral, dass beide keine guten Menschen waren ist offensichtlich.

Ja das wird dir gefühlt auch jeder bestätigen. Mein Friseur kommt aus dem Irak. Der sagt auch, unter Saddam haben wir auch gelitten. Aber uns ging es besser bevor die Amis einmarschiert sind. Das kannst du zu jedem Land sagen. Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan etc.pp.
 
Das, was Du heute siehst, ist die direkte Folge des Eingriffs durch die USA. Der Iran war einmal ein aufstrebendes demokratisches Land mit einem gewählten Ministerpräsidenten Mossadegh. Den hat die CIA gestürzt und den Schah installiert. Der wiederum wurde von der islamischen Revolution hinweggefegt. Nochmal: Die aktuelle Situation ist eine direkte Folge des Eingriffs durch die USA.

Mal kurz via Wikipedia recherchiert: Ich würde nicht behaupten wollen, dass Mossadegh das Paradebeispiel eines lupenreinen Demokraten ist. :O_o:

Zitat:
"Ein am 3. August 1953 abgehaltenes Referendum zur Auflösung des Parlaments erhielt eine Mehrheit von 99,94 %. Bei dem Referendum waren getrennte Wahllokale für die Ja- und die Nein-Stimmen vorhanden. Es war also klar erkennbar, wer gegen den Vorschlag Mossadeghs, das Parlament aufzulösen, stimmte. Vor den Abstimmungslokalen standen Mossadegh-Anhänger und hatten eine entsprechende Drohkulisse aufgebaut. So ist es nicht verwunderlich, dass in Teheran nur 170 Nein-Stimmen abgegeben wurden."
 
Die USA sind die größten Kriegstreiber in der Geschichte . Da gibt es nichts gut zu reden . Hab auch einige Kollegen aus dem arabischen Raum und alle sagen das gleiche . Überall wo es für sie zum Vorteil ist wird Krieg geführt oder Krieg geschürt Revolutionen angezettelt oder Regierungen gestürzt .
 
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