Da bin ich anderer Meinung
@Cale . Das Allgemeinwohl steht über dem Wohl der Aktionäre, da gibt es auch keinen Diskussionsspielraum für mich.
Der Staat hat ja solche Steuern (und nicht nur in Deutschland) in den letzten Jahrhunderten nicht aus Gängelung eingeführt, sondern um damit selbst Einnahmen zu generieren, die es ermöglichen sollen, in dem Land die passenden Rahmenbedingungen zu schaffen für sozialen Schutz, staatliche Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr, Gesundheit, Straßen und Bildung. Und nicht zuletzt die Fürsorge für seine Bürger, egal ob arm oder reich.
In den letzten Jahrzehnten hat hier eine eindeutige Verschiebung stattgefunden, in der der normale Arbeitnehmer eine verhältnismäßig hohe Steuerlast trägt, während Investoren und Konzerne sich ihre Steuerlast herunterrechnen können. Das Ergebnis sind marode Schulen und Straßen, ein menschenunwürdiges Gesundheitssystem und ein Rentensystem, das nicht auf dem Niveau früherer Generationen zu halten ist (dieses alte Niveau wäre aber nach wie vor finanzierbar bei höheren Steuereinnahmen).
Aber gut, sollen halt alle Bürger einfach mal mehr in Aktien und ETFs investieren, dann geht es ihnen gut. Sollen die Leute doch Kuchen essen, wenn sie sich kein Brot leisten können.
Und nein, das ist kein linkes, sozialistisches, kommunistisches Geschwurbel von mir, sondern die Zustände, die ich als vermeintliches Utopia "predige", hatten wir nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut aufgrund der frischen Erfahrungen, welche Entwicklungen vor allem zum 2. Weltkrieg geführt haben. Da kann ich diese neoliberale egoistische Scheiße, in der die armen Großkonzerne ja zur Steuervermeidung "gezwungen sind", nicht mehr hören oder lesen.
Mein Leben, unsere Leben sollen nicht psychisch von einem permanenten "Survival of the fittest" und "Ich zuerst" dominiert sein, damit man sich ein wenig Wohlstand "verdient".