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Fast ausschließlich ist sicher etwas übertrieben, aber 2008/2009 sind die Absätze der deutschen Premiumhersteller sogar eingebrochen und haben Marktanteile verloren, weil die Prämien in großem Maß für Klein(st)wagen eigesetzt wurden. Gewinner waren vorallem die Importeure.

VW, Opel und Ford (deutsche Hersteller bzw. Hersteller mit großer Produktion hier) konnten 2009 allerdings sehr deutlich zulegen (viel deutlicher, als das Minus bei Audi, BMW und Mercedes). Auch war das Konzept 2009 ein anderes, als das was momentan rumgeistert. 2009 gab es eine Abwrackprämie, die sich prinzipbedingt vor allem bei solchen Leuten gelohnt hat, die ein eher günstiges Auto gefahren sind. Und was kaufen Leute, die vorher ein eher günstiges Auto gefahren haben tendenziell wieder? Ein günstiges Auto.
 
Fast ausschließlich ist sicher etwas übertrieben, aber 2008/2009 sind die Absätze der deutschen Premiumhersteller sogar eingebrochen und haben Marktanteile verloren, weil die Prämien in großem Maß für Klein(st)wagen eigesetzt wurden. Gewinner waren vorallem die Importeure.

Zum einen das. Aber ich bezog es auch auf den Fall, dass ökofreundliche Fahrzeuge bevorzugt werden sollten. Wo stehen denn die deutschen Hersteller da? Vermutlich näher am Ende der Verkaufsrangliste als am Anfang. Während vorne dann Tesla, Hyundai, Renault etc. stehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Na ja, VW hat den ID3 und den eUp plus Hybride, Opel hat den Corsa E plus Hybride, Ford hat irgendwas (bestimmt... :ugly: ), BMW hat den i3 plus Hybride, Audi hat den eTron plus Hybride, Mercedes hat E und Hybride... es ist jetzt nicht so, dass nur das Ausland eine "Schwemme" von Autos hat, die auf dem deutschen Markt gefragt sind. Im Prinzip haben die meisten auch nur ein, zwei Modelle, vor allem im "günstigen" Segment.

Aber selbst wenn, dann wäre es mMn trotzdem in zweierlei Hinsicht ein Impuls, ökonomisch und ökologisch.
 
Aber trotzdem hast Du dann das Problem, daß die Leute nicht verstärkt deutsche Autos kaufen (und darum geht es ja bei einer solchen Prämie). Selbst die ganzen Premium-Hybride, die Du da so auflistet, werden doch dann eher statt eines nicht-Hybriden aus dem gleichen Haus geordert. Ökologisch sinnvoll, keine Frage, aber als Konjunkturpaket für das Land eher fraglich.
 
Sehe ich nicht so drastisch. Auch wenn deutsche Hersteller sicher auch am Kuchen beteiligt werden sollen, so sollte sie aber auch nicht ausschliesslich für sie gemacht sein. Und wie gesagt, Renault, Toyota und Co. betreiben auch riesige Händlernetze und Lieferketten in DE, die tausende Menschen in Lohn bringen.

Diese Prämie soll ja auch nur ein Impuls sein. Die Leute müssen ganz allgemein wieder kaufen wollen. Sowas sollte zeitlich stark begrenzt sein, damit es nicht wieder zu Verwerfungen kommt. Und letztlich nimmt der Staat auch bei einem 30.000€ E-Renault wieder knapp 6.000€ MwSt. ein.

Wenn es keine Prämie mit ökologischem Fokus geben wird, würde ich mich komplett dagegen aussprechen.
 
Wenn es keine Prämie mit ökologischem Fokus geben wird, würde ich mich komplett dagegen aussprechen.

Ja, ich mich auch. Ich halte aber generell eine Abwrackprämie für den falschen Weg - teuer, mit begrenzten Auswirkungen.

Bei deiner Rechnung vernachlässigst Du allerdings die Einkaufspreise der Händler und Lieferketten. Nur der Reingewinn ist diesbezüglich interessant. Und ich weiß nicht, ob ich ausländische Konzerne pampern muß, Frankreich unterstützt ja auch nur die Air France und nicht die Lufthansa. Ich denke, es gibt dafür sinnvollere Wege.

Edit: generell ist eine Förderung ökologischer(er) Verkehrssysteme selbstverständlich sinnvoll und gewünscht.
 
Jup, ökologisch bessere Autos sollten im besten Falle nur ein Puzzlestück in einem ganzen Konzept sein, um die Mobilität für die Zukunft vorzubereiten.

Kurzfristig wäre eine "Öko-Prämie" sicher von Nutzen gewesen, um eine erhöhte Nachfrage zu generieren und zumindest einen Teil der alten Fahrzeuge von der Strasse zu bekommen (die müssten dann aber auch wirklich von der Strasse und nicht einfach gebraucht weiter verkauft werden). Wer jetzt einen Verbrenner subventioniert, der wird ihn 10 Jahre mit sich schleppen. Inakzeptabel.

Allerdings, und da bin ich bei Scholz, müssten sich die Konzerne auch an diesen Prämien beteiligen (und ja, ich weiss, dass sie das aktuell auch schon tun, aber wer mehr will, muss sich auch anteilig mehr beteiligen).

Und ich bin auch bei Scholz, dass man dann ganz klar über Dividenden und Bonis reden muss. Auch wenn über diese Zahlungen vor Corona verhandelt wurde, so kam Corona auch für Anleger und Manager unerwartet. Wie für uns alle. Das ist eine besondere Situation, die jetzt auch von allen Einschränkungen erfordert.
 
die müssten dann aber auch wirklich von der Strasse und nicht einfach gebraucht weiter verkauft werden

Hmmm, aus ökologischer Sicht fraglich, oder nicht? Je länger ein Fahrzeug gefahren wird, desto ökologischer ist es doch, weil bei der Produktion auch enorm viel CO² anfällt. Selbst wenn es noch ein "normaler" Verbrenner ist. Da ist es doch sinnvoller, wenn sich Einer ein E-Fahrzeug/modernen Hybriden kauft und seinen 4er Diesel an Jemanden weiterverkauft, der dann seinen urAlt-Monster endlich verschrottet. Oder habe ich da einen Denkfehler?
 
Grundsätzlich ist das schon richtig. Wobei natürlich jedes Auto irgendwann durch seinen laufenden Betrieb mehr CO2 verursacht, als seine Produktion verursacht hatte.

Das Problem ist, dass selbst diese "Uralt"-Dinger oft noch im Verkaufskreislauf bleiben, auch hier in Deutschland. Zwar nicht bei uns Markenhändlern, aber dann halt bei den Aufkäufern. Ersetze 14 Jahre alten Golf ohne TÜV gegen 12 Jahre alten Golf mit 18 Monaten TÜV, zahle 1.500€...

Absurd wurde diese Situation beim Diesel-Gate. Da wurden tausende Euro 5-Diesel, die nachweislich hochgradig schmutzig sind, durch Prämien durch Neuwagen ersetzt. Und der Händler hat die Euro 5-Diesel dann an Kunden drei Strassen weiter verkauft.

Insofern ist die Idee einer Abwrackprämie für EU3 und EU4 sicher nicht verkehrt, denn diese Autos fahren dann wirklich nicht mehr auf unseren Strassen.
 
Okay, dann besorge ich mir einen alten Diesel aus Rumänien, kassiere die Prämie und hole mir einen Hybriden und verkaufe dann meinen relativ modernen Diesel gebraucht weiter :D
(Ja, ich weiß, man kann mit Haltezeiten etc. arbeiten, aber auch sowas kann man umgehen)

Das Problem ist doch, daß diese uralt-kurz vor tot-Dinger mit 1 Jahr TüV für 1.500,- Tacken von solchen Leuten gefahren werden, die sich niemals einen Neuwagen holen würden. Auch nicht mit Prämie.

Btw. waren die Diesel-Gate-Autos eigentlich schmutziger, als Diesel, die 10 Jahre mehr auf dem Buckel hatten?
 
Okay, dann besorge ich mir einen alten Diesel aus Rumänien, kassiere die Prämie und hole mir einen Hybriden und verkaufe dann meinen relativ modernen Diesel gebraucht weiter :D
(Ja, ich weiß, man kann mit Haltezeiten etc. arbeiten, aber auch sowas kann man umgehen)
Ich kann jetzt nur für BMW sprechen, aber bei uns wird es schon schwierig, diese Anforderungen zu umgehen.

Ich als Verkäufer rechne die Prämie direkt beim Kunden ein, ich muss sie aber gesondert bei BMW nach Zulassung des NW beantragen. Dafür muss ich die entsprechen ZLBs plus gültigen TÜV einreichen. Mindesthaltedauer auf den Kunden sind 6 Monate. Erst nach der Prüfung wird uns das Geld gutgeschrieben vom Werk.

Es gab bei uns vereinzelt Fälle, wo wirklich betrogen wurde, meistens wurden die aber in der Nachprüfung entdeckt und der Händler darf dann bluten. :D

Euro 4 hat übrigens noch einen Anteil von ~25% in Deutschland. Euro 5 ~27%, Euro 6 liegt schon bei ~36%. Was natürlich auch dem Flottengeschäft geschuldet ist.

Da ist schon Potential, einige alte Kisten von den Strassen zu bekommen.

Ob die Euro 5 Diesel schmutziger als 10 Jahre ältere Kisten waren, weiss ich nicht. Aber sie übetrafen teils die Euro 4-Autos deutlich.
 
Na ja, VW hat den ID3 und den eUp plus Hybride, Opel hat den Corsa E plus Hybride, Ford hat irgendwas (bestimmt... :ugly: ), BMW hat den i3 plus Hybride, Audi hat den eTron plus Hybride, Mercedes hat E und Hybride... es ist jetzt nicht so, dass nur das Ausland eine "Schwemme" von Autos hat, die auf dem deutschen Markt gefragt sind. Im Prinzip haben die meisten auch nur ein, zwei Modelle, vor allem im "günstigen" Segment.

Aber selbst wenn, dann wäre es mMn trotzdem in zweierlei Hinsicht ein Impuls, ökonomisch und ökologisch.

Hat denn VW auch nur einen id3 bisher ausgeliefert? Meines Wissens stehen die alle irgendwo auf Halde weil die Software nicht läuft :D.
 
Hat denn VW auch nur einen id3 bisher ausgeliefert? Meines Wissens stehen die alle irgendwo auf Halde weil die Software nicht läuft.

Das ist doch für eine Prämie völlig egal. Datum Kaufvertrag ist für die fristgerechte Einreichung der Prämie relevant, ausgezahlt wird sie dann nach Auslieferung.

Okay, soweit der ökologische Gedanke. Diess himself hat zwar für VW dem Verbrenner bereits abgeschworen, kurzfristig möchte er aber natürlich auch Verbrenner in der Förderung sehen... :grins:

Das Thema ist sicher komplex und lässt sich nicht auf ein paar Formeln runterbrechen. Ich denke schon, dass man mit Autos ganz generell wieder Impulse starten kann. Wer sich ein neues Auto kauft, der kauft sich vielleicht auch wieder eine neue Jacke, geht dann wieder ins Restaurant essen, konsumiert generell wieder. Das alles ist ins Stocken geraten. Mit einer grossen Lederjacken-Prämie bewegt man aber halt so gut wie nichts.
 
Hast du dazu eine Quelle? In der Presse wird gerne der Abgasskandal von VW auf die gesamte EU5 Diesel Landschaft ausgeweitet.

https://www.focus.de/auto/news/abga...stoff-ausstoss-von-diesel-pkw_id_7204052.html

Schwerpunkt ist zwar NOx, aber logischerweise waren auch die CO2-Werte massiv überhöht, wenn die Abschaltautomatismen gegriffen haben. Bzw. war das Prüfverfahren ja auch einfach kacke.

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Btw., eben im Radio gehört, dass vor Anfang Juni keine Prämie beschlossen wird. Und wann sie dann evtl. eingeführt wird...

Für Hersteller und auch uns Händler bedeutet das, dass wir jetzt einen Monat lang, zumindest im Privatgeschäft, kaum ein Auto verkaufen werden. Jeder wartet jetzt, ob und was an Prämie kommt.

Das kann für manch Händler katastrophale Folgen haben.
 
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