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Der Politikthread

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Klar gibt es da viele Baustellen, das bestreitet ja niemand. Auch nicht die Mitte. Aber über den Weg und die Mittel diese zu beseitigen, besteht keineswegs Einigkeit. Dafür brauchen wir Kompromisse und Konsens, sonst funktioniert das nicht.

Und hier sehe ich in Deutschland eine seit Jahrzehnten eher pro neoliberale statt sozialdemokratisch geförderte Politik.
Natürlich macht es keinen Sinn auf kosten der Wirtschaftlichkeit die Wirtschaft zu ruinieren oder Millionäre und Milliadären alles Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber ebenso macht für mich Kinders- und Altersarmut in einem so reichen Land wie Deutschland keinen Sinn. Und ich finde das Recht auf Vermögen sollte nicht dazu führen, dass wir dafür die Armut tolerieren.

Ich finde nicht, dass unsere Politik da überall so mittig (und möglichst an alle gedacht) austariert ist und die aktuell geführte Politik so Alternativlos ist wie sie gerne - von der Mitte - hingestellt wird.


So mal Offtopic: Irgendwie auch schön, dass man wieder Zeit hat sich gegenseitig wegen Politik und nicht wegen Corona an die Gurgel zu gehen. :ugly:
 
Für was steht denn die Mitte oder was versteht ihr darunter? Hab ich mich mit der "Mitte" nie wirklich beschäftigt.

Weder links noch rechts, die Mitte halt. Bisschen Seeheimer Kreis, eine Prise liberale Einstellung (liberal, nicht libertär oder neo-liberal!), eine gute Portion Umweltschutz, trotzdem kein Tempolimit, solide Finanz- und Wirtschaftspolitik etc. etc.. Weder erzkonservativ, noch sozialistisch, noch neoliberal, noch Baumkuschler.

Ich finde nicht, dass unsere Politik da so überall so mittig (und möglichst an alle gedacht) austariert ist und die aktuell geführte Politik so Alternativlos ist wie sie gerne - von der Mitte - hingestellt wird.

Nein, ist sie auch nicht, und ich bin Reformen auch nicht abgeneigt. Ich sage ja nicht, daß Alles tutti ist. Aber ich brauche weder einen Systemwechsel noch eine Revolution. Evolution ist der richtige Weg. Aber die gemäßigten Töne gehen in der schrillen Diskussion immer schnell unter.

Edit: und bei sozialdemokratisch bin ich auch bei Dir, bei sozialistisch aber schon nicht mehr. Ich bin ja auch immer noch in der SPD, aber halt nicht im linken Spektrum der Partei. Die (Bundes-)Linken sind absolut gruselig...
 
Nein, ist sie auch nicht, und ich bin Reformen auch nicht abgeneigt. Ich sage ja nicht, daß Alles tutti ist. Aber ich brauche weder einen Systemwechsel noch eine Revolution. Evolution ist der richtige Weg. Aber die gemäßigten Töne gehen in der schrillen Diskussion immer schnell unter.

Edit: und bei sozialdemokratisch bin ich auch bei Dir, bei sozialistisch aber schon nicht mehr. Ich bin ja auch immer noch in der SPD, aber halt nicht im linken Spektrum der Partei. Die (Bundes-)Linken sind absolut gruselig...


Und ich finde, die SPD müsste sich eigentlich das ein oder andere von den Linken abschauen um wieder zur alten Stärke zurück zu gelangen.
Dann könnte ich mir auch wieder vorstellen die SPD statt die Linke/Grünen zu wählen.
 
Sie verkauft sich nur schlecht, aber sie macht schon die richtige Politik. Die Erfolge gehen leider viel zu oft unter, die brauchen mal ein paar ordentliche Marketing-Leute. Allzuweit nach links rutschen sollte sie imho nicht. Sie stand nie für den Sozialismus, der in der Linken immer noch herumspukt, sondern immer für die Sozialdemokratie und der Unterschied ist für mich mehr als relevant.
 
Sie verkauft sich nur schlecht, aber sie macht schon die richtige Politik. Die Erfolge gehen leider viel zu oft unter, die brauchen mal ein paar ordentliche Marketing-Leute. Allzuweit nach links rutschen sollte sie imho nicht. Sie stand nie für den Sozialismus, der in der Linken immer noch herumspukt, sondern immer für die Sozialdemokratie und der Unterschied ist für mich mehr als relevant.


Um ehrlich zu sein hat sie sich leider auch einfach viel zu lange im Schatten der CDU aufgehalten bzw. ist ihr einfach in vielen Punkten eingeknickt und hat dadurch an Profil verloren, statt eigene Wege zu gehen. Und so Sozialistisch finde ich die Linke gar nicht mal (ja diese Strömungen gibt es tatsächlich), ich würde sie einfach eher als konsequent und radikal Sozialdemokratisch begreifen (ohne Kompromisse). Was sie halt dadurch zu einer wichtigen politischen Opposition macht.

Aber HarzIV und andere Dinge nehme ich der SPD immer noch übel. Daran war mal so gar nichts Sozial oder Gerecht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Und hier sehe ich in Deutschland eine seit Jahrzehnten eher pro neoliberale statt sozialdemokratisch geförderte Politik.
Natürlich macht es keinen Sinn auf kosten der Wirtschaftlichkeit die Wirtschaft zu ruinieren oder Millionäre und Milliadären alles Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber ebenso macht für mich Kinders- und Altersarmut in einem so reichen Land wie Deutschland keinen Sinn. Und ich finde das Recht auf Vermögen sollte nicht dazu führen, dass wir dafür die Armut tolerieren.

Ich finde nicht, dass unsere Politik da überall so mittig (und möglichst an alle gedacht) austariert ist und die aktuell geführte Politik so Alternativlos ist wie sie gerne - von der Mitte - hingestellt wird.


So mal Offtopic: Irgendwie auch schön, dass man wieder Zeit hat sich gegenseitig wegen Politik und nicht wegen Corona an die Gurgel zu gehen. :ugly:

Die Lösungsvorschläge von links haben ja auch die Angewohnheit, an den Symptomen statt an den Ursachen herumzudoktern. Das Ganze gemischt mit ein wenig Umverteilung an die eigene Klientel und alles unter Oberaufsicht des Staates. Dass da viele aus der Mitte allergisch drauf reagieren dürfte niemanden überraschen. Die aktuelle Situation fällt nur so auf weil wir schon so lange eine in weiten Teilen unfähige und untätige Regierung haben, die ihrerseits nie Impulse gesetzt sondern immer nur mehr schlecht als recht auf sich verschärfende Situationen reagiert hat und dabei auch immer nur Symptome und nie den langfristigen Blick für Reformen hatte.
 
Die Lösungsvorschläge von links haben ja auch die Angewohnheit, an den Symptomen statt an den Ursachen herumzudoktern. Das Ganze gemischt mit ein wenig Umverteilung an die eigene Klientel und alles unter Oberaufsicht des Staates. Dass da viele aus der Mitte allergisch drauf reagieren dürfte niemanden überraschen. Die aktuelle Situation fällt nur so auf weil wir schon so lange eine in weiten Teilen unfähige und untätige Regierung haben, die ihrerseits nie Impulse gesetzt sondern immer nur mehr schlecht als recht auf sich verschärfende Situationen reagiert hat und dabei auch immer nur Symptome und nie den langfristigen Blick für Reformen hatte.


Was ist so schlecht an ein bischen Umverteilung von Oben nach Unten?
Andersherum ist es doch schon seit Dekanden normal (siehe Zunahme von Millionären/Milliadären und das schleichende wegbrechen vom Mittelstand. Und ganz Unten verändert sich im vergleich wenig bis nichts).
 
Die Lösungsvorschläge von links haben ja auch die Angewohnheit, an den Symptomen statt an den Ursachen herumzudoktern. Das Ganze gemischt mit ein wenig Umverteilung an die eigene Klientel und alles unter Oberaufsicht des Staates. Dass da viele aus der Mitte allergisch drauf reagieren dürfte niemanden überraschen. Die aktuelle Situation fällt nur so auf weil wir schon so lange eine in weiten Teilen unfähige und untätige Regierung haben, die ihrerseits nie Impulse gesetzt sondern immer nur mehr schlecht als recht auf sich verschärfende Situationen reagiert hat und dabei auch immer nur Symptome und nie den langfristigen Blick für Reformen hatte.

Etwas salopp formuliert ist die Ursache vieler unserer Probleme der Kapitalismus an sich (Gewinnmaximierung, Konkurrenzdenken, exponenzielles Wachstum, Ungleichheit, Umweltverschmutzung etc.). Da man den nun aber nicht einfach abschaffen kann - andere Systeme, die es besser hinkriegen, fehlen -, muss man zwangsläufig an den Symptomen herumdoktern.
 
Die Lösungsvorschläge von links haben ja auch die Angewohnheit, an den Symptomen statt an den Ursachen herumzudoktern. Das Ganze gemischt mit ein wenig Umverteilung an die eigene Klientel und alles unter Oberaufsicht des Staates. Dass da viele aus der Mitte allergisch drauf reagieren dürfte niemanden überraschen. Die aktuelle Situation fällt nur so auf weil wir schon so lange eine in weiten Teilen unfähige und untätige Regierung haben, die ihrerseits nie Impulse gesetzt sondern immer nur mehr schlecht als recht auf sich verschärfende Situationen reagiert hat und dabei auch immer nur Symptome und nie den langfristigen Blick für Reformen hatte.
Naja zum eigenen Klientel.. Es soll wenn überhaupt von Leuten die zu viel haben, gleichmäßiger auf die Gesellschaft aufgeteilt werden. Damit es den schlechten nicht mehr schlecht geht sondern halb Wegs in Ordnung :ugly:.
So lange es Menschen in Armut oder hungern müssen, seh ich das als einzig vernünftige an. Überall auf der Welt. Den Leute mit viel Vermögen haben natürlich auch ein größere Verantwortung für die Gesellschaft,was natürlich nicht heißt, dass die Anderen von der Verantwortung ausgenommen sind.
 
Weder links noch rechts, die Mitte halt. Bisschen Seeheimer Kreis, eine Prise liberale Einstellung (liberal, nicht libertär oder neo-liberal!), eine gute Portion Umweltschutz, trotzdem kein Tempolimit, solide Finanz- und Wirtschaftspolitik etc. etc.. Weder erzkonservativ, noch sozialistisch, noch neoliberal, noch Baumkuschler.



Nein, ist sie auch nicht, und ich bin Reformen auch nicht abgeneigt. Ich sage ja nicht, daß Alles tutti ist. Aber ich brauche weder einen Systemwechsel noch eine Revolution. Evolution ist der richtige Weg. Aber die gemäßigten Töne gehen in der schrillen Diskussion immer schnell unter.

Edit: und bei sozialdemokratisch bin ich auch bei Dir, bei sozialistisch aber schon nicht mehr. Ich bin ja auch immer noch in der SPD, aber halt nicht im linken Spektrum der Partei. Die (Bundes-)Linken sind absolut gruselig...
Klingt für mich nach weder Fisch noch Fleisch. Oder mehr nach den Rosinen rauspicken? Hmm.
Werde mich mal genauer damit beschäftigen.
 
Als studierter Politikwissenschaftler kriege echt regelmäßig Schreikrämpfe, wenn ich von "der Mitte" lese.

Ich halte es da ganz mit dem Politologen Kurt Lenk: "Wegen seiner Inhaltslosigkeit dient er leicht als Projektionsfläche für wirklichkeitsferne Harmoniebedürfnisse."

Wer also tatsächlich propagiert, "die Mitte" wäre das Allheilmittel und die Ränder der Grund allen Übels, sollte sich unbedingt seinen Beitrag "Vom Mythos der politischen Mitte" durchlesen.

https://www.bpb.de/apuz/31749/vom-mythos-der-politischen-mitte?p=all
 
Klingt für mich nach weder Fisch noch Fleisch. Oder mehr nach den Rosinen rauspicken? Hmm.
Werde mich mal genauer damit beschäftigen.


Wieso? Bis auf Seeheimers Kreis (würde mich wohl eher zu den Parlamentarische Linke verorten) und in meinem Fall das Ja zu Tempoverbot. Hätte ich mich jetzt genau so wie Cale beschreiben. Auch wenn ich so Begriffe wie Baumkuschler nicht verwende.
 
Wieso? Bis auf Seeheimers Kreis (würde mich wohl eher zu den Parlamentarische Linke verorten) und in meinem Fall das Ja zu Tempoverbot. Hätte ich mich jetzt genau so wie Cale beschreiben. Auch wenn ich so Begriffe wie Baumkuschler nicht verwende.
War nicht böse oder so gemeint.
Mal am Beispiel Umweltschutz.
Kann gemacht werden, aber Dann bitte ohne Tempolimit. Dann lieber das eine so und dann halt das andere so.
 
Als studierter Politikwissenschaftler kriege echt regelmäßig Schreikrämpfe, wenn ich von "der Mitte" lese.

Ich halte es da ganz mit dem Politologen Kurt Lenk: "Wegen seiner Inhaltslosigkeit dient er leicht als Projektionsfläche für wirklichkeitsferne Harmoniebedürfnisse."

Wer also tatsächlich propagiert, "die Mitte" wäre das Allheilmittel und die Ränder der Grund allen Übels, sollte sich unbedingt seinen Beitrag "Vom Mythos der politischen Mitte" durchlesen.

https://www.bpb.de/apuz/31749/vom-mythos-der-politischen-mitte?p=all
Danke dir! Werde ich mir geben.

Der Satz beschreibt das, was ich in etwa so meinte.
 
War nicht böse oder so gemeint.
Mal am Beispiel Umweltschutz.
Kann gemacht werden, aber Dann bitte ohne Tempolimit. Dann lieber das eine so und dann halt das andere so.

Ist vielleicht bissel Inkonsequent, vor allem dann wenn Tempoverbote bei unseren Nachbarn längst Standard sind.
 
statt eigene Wege zu gehen.

Ist als Juniorpartner in einer Koalition nicht so wirklich einfach. Und dafür hat sie enorm viel erreicht, übersehen halt nur Viele.
ich würde sie einfach eher als konsequent und radikal Sozialdemokratisch begreifen (ohne Kompromisse).

Nein, sorry, die Sozialdemokratie ist noch etwas Anderes.
Aber HarzIV und andere Dinge nehme ich der SPD immer noch übel. Daran war mal so gar nichts Sozial oder Gerecht.
Und nochmal nein, das war zu dem Zeitpunkt absolut nötig und wir Alle (auch die kleinen Leute) profitiren noch heute davon

. Daß man die Fehler (die bei einer so großen Änderung zwangsläufig auftreten) nicht korrigiert hat, lag nicht an der SPD, die war schlicht nicht mehr in der Regierung. Dank den Wählern. Und als Juniorpartner ... siehe oben.

Klingt für mich nach weder Fisch noch Fleisch. Oder mehr nach den Rosinen rauspicken? Hmm.

Nein, das nennt man eine differentierte Meinung. Stumpf und kompromisslos hinter einer Ideologie oder Parteilinie hinterher zu laufen, ist natürlich einfacher. Zu unterscheiden und sich das Beste aus allen Welten anzueignen und zu vertreten, ist die Schwierigkeit. Aber Ja, wenn man nur Rechts und Links kennt (oder Fisch und Fleisch), ist die Mitte weder das eine noch das Andere.
 
Wie gesagt, es klingt so als suche ich mir das aus, was mir aus den beiden Seiten gefühlt am besten passt.

Und was ist daran falsch? Ob man es unter einen Hut bekommt, ist eine andere Frage, aber meistens ist es der Mitte recht gut gelungen. Halt keine Extreme von einer Seite, sondern überall Kompromisse. Zu Letzterem muß man natürlich bereit sein.
 
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