Es sind halt einfache, eingängige Botschaften, die man gerne hört und gerne glauben möchte. Kann ich durchaus verstehen. Ich verstehe nur nicht, wie man so standhaft den Blick auf die Konsequenzen verweigern kann, die ja unweigerlich kommen werden. Die Leute sind doch nicht doof, trotzdem stecken sie lieber den Kopf in den Sand, als das ganze Bild zu betrachten.
Mit Unter, weil der massive Wohnbau in Berlin seit Jahren nicht ansatzweise groß für einen enspannteren Wohnmarkt gesorgt hat.
Aber genau dass soll ja, laut den Experten hier, das vermeintlich einzige Heilmittel zur Lösung des Problems sein. Vor dem eigentlichem Problem, dass man hier in Berlin die hohe Nachfrage auch mit massiven Wohnungsbau nicht entspannen können wird (und sie eben auch langfristig nicht für einen enspannteren Markt sorgen wird), verschließt man sich auf der Gegenseitig genau so stur und engstirnig. Zieht immer wieder die selbe Leier hervor: "Aber das schreckt doch Investoren ab und dann baut man in Berlin zuwenig". Ja und jetzt? Als hätte oder würde sich auch nur irgendetwas am Mietpreise-Problem durch die Investition in Neubau etwas daran ändern, dass man die Nachfrage einfach nicht bedienen können wird.
Berlin hat 2018 ein ambitioniertes
Stadtentwicklungsplan entworfen, da will man durch ausgeklügeltem Nachverdichtung von Wohnsiedlungen, durch Bebauung der noch freien Flächen und mitunter durch Anbau von neuen Wohnungen auf Dächern bis 2030 platz für knapp 199.000 neue Wohnungen schaffen. Na Gut, ein wenig potenzial hat Berlin tatsächlich noch, denn Kleingartenanlagen bleiben vorerst noch bis 2030 verschont. Aber faktisch fehlen Berlin heute schon an die 100.000 Wohnungen um das Problem der Angebot/Nachfrage zu regeln. Ein weiteres Problem:
"Die Stadt wachse jedes Jahr um 40.000 bis 45.000 Menschen. Erst ab Mitte des nächsten Jahrzehnts werde diese Dynamik etwas abnehmen."
Also Berlin fehlen heute schon knapp 100.000 Wohnungen und die Stadt soll auch noch bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnt um 40.000 - 45.000 Menschen jährlich anwachsen und wirklich entspannen soll es sich danach auch nur leicht. Im Stadtentwicklungsplan geht man allerdings davon aus, nur Platz/Raum für knapp 200.000 neue Wohnungen schaffen zu können?
Ja ich glaube der Wohnungsbau ist die einzige Lösung für Berlin um die Mietpreise zu entspannen. Erstens, weil es im letzten Jahrzehnt zu heute schon so prima funktioniert hat. Zweites, weil Berlin ja einfach nur mal bauen muss. Es ist ja die Lösung für jegliche Probleme. Einfach mal bauen Berlin. Und jetzt hört auf durch irgendwelche Maßnahmen Investoren zu verschrecken und eure einzige Lösung selbst zu verbauen.
Aber ja, nur die anderen sind engstirnig, dumm, stur und/oder bekloppt.
