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Der Politikthread

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https://www.spiegel.de/wirtschaft/s...-auf-fleisch-die-soziale-frage-a-1280944.html

Ich sehe das wirklich nur in Grenzfällen als soziale Frage. Wenn man über eine reine MwSt.-Erhöhung spräche, dann reden wir nicht wirklich über eklatante Beträge, gerade, wenn man sein Fleisch beim Discounter kauft. Wer zukünftig 20€ monatlich mehr für Fleisch und Wurst ausgeben müsste, hätte aber auch für über 160€ eingekauft.

Wenn "arme" Menschen finanziell damit überfordert wären, dann könnte man immernoch einen Ausgleich schaffen.

Wobei sich natürlich dann auch irgendwann die Frage stellt: was wollen wir denn wirklich? Der Autor begrüsst eine Reduktion des Fleischkonsums, will dies aber nicht an den Preis koppeln, da sich dann die soziale Frage stellen würde. Also Verzicht nur auf freiwilliger Basis? Ja, das funktioniert gut...

Ich gebe zu, dass ich es auch nicht an die MwSt. koppeln würde. Gerade die Geringfügigkeit der anfallenden Mehrkosten würde doch kaum jemand zum Umdenken bewegen. Was würden uns 20€ im Monat ausmachen? Erfreuen würde das niemanden, aber wer würde denn wirklich deswegen verzichten?

Auf politischer Ebene gäbe es da ganz andere Hebel, die man ansetzen könnte. Aber unsere Agrarministerin kann gerade leider nicht, da sie in den Ärschen der Lobbyisten steckt.

Ich war letzte Woche im Aldi. 500g Hackfleisch = 2,49€. 500g BIO Hackfleisch mit Tierwohl-Einstufung 4 von 4 (Bio-Haltung) = 3,59€.

Ich habe nicht viel Erfahrung mit Aldi und Fleisch, aber als Normalverdiener müsste ich da keine Sekunde überlegen, zu welcher Packung ich greifen würde.
 
Ich war letzte Woche im Aldi. 500g Hackfleisch = 2,49€. 500g BIO Hackfleisch mit Tierwohl-Einstufung 4 von 4 (Bio-Haltung) = 3,59€.

Ich habe nicht viel Erfahrung mit Aldi und Fleisch, aber als Normalverdiener müsste ich da keine Sekunde überlegen, zu welcher Packung ich greifen würde.

Wenn es den überhaupt besser ist. Hab einmal beim Netto Bio Rinderhack probiert, das hat deutlich schlechter geschmeckt als die normale Variante. Unter solchen Voraussetzungen ist man dann natürlich nicht bereit mehr zu zahlen. :ulgy:
 
Das Problem was ich mit der Anhebung der Mehrwertsteuer habe ist, dass dadurch der Preisliche unterschied zwischen billigem Fleich und teurem Fleisch sich nur weiter vergrößern würde. Und Haushalte mit weniger Geld sich dann erst recht zwei mal überlegen werden ob zu zum Bio-Fleisch greifen. Und nebenbei bleibt halt die Frage, ob sich dadurch überhaupt etwas am Wohl des Tieres verändert. Ob vom höherem Preis überhaupt irgendetwas beim Erzeuger und nicht nur beim Staat hängen bleibt.

Da bin ich ganz bei Habeck, dass sollte man lieber mit direkten Verordnungen (bezogen auf die Tierzucht) vorantreiben, oder halt mit einer Zweckgebundenen Steuer (wovon am Ende ein Teil dann auch beim Erzeuger landet um die Betriebe zu modernisieren).

Ka. so ne richtige Meinung habe ich da bisher jetzt auch noch nicht.
 
Ich stell mir halt die Frage, wenn es das Ziel ist den Fleischkonsum ein wenig zu verringern (weil Fleischkonsum maßgeblich ihren Anteil am Klimawandel hat), würde so eine Anhebung von 7% auf 19% vielleicht ein wenig helfen.

Aber dann könnte man sich generell die Frage stellten.
Hat die Avocado 7% MwSt verdient, wenn wegen ihr Regenwälder zerstört werden oder sie erst über den halben Globus zu uns geschifft wird?

So oder so. Auch 3,60 sind noch viel zu günstig.

Definitiv.
Denke da müssen wir tatsächlich tiefer ans Problem herangehen.
Unsere Zucht/Schlachtung/Haltung Methoden überdenken aber auch beim Anbau einiges schärfer Regulieren und uns overall höhere Standards setzen.

Ka, ob da so eine Anhebung der MwSt. daran irgendetwas ändern würde.
Daher bin ich eher bei Habeck
 
Steuern sind per Definition nie zweckgebunden, sie dürfen es noch nicht mal sein. Der Versuch zweckgebundener Steuern endet spätestend in Karlsruhe. Sowas muß man anders regeln.

Hab da nicht so den Plan, muss ich zugeben.
Aber wäre eine CO² Steuer nicht Zweckgebunden?
Oder sind die Abgaben für die Lohnsteuer (Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Plfegeversicherung, Soli, Kirchensteuer) nicht zweckgebunden?

Bei der MwSt. landet soweit ich weiß einfach alles nur in einen Topf, welcher Anteil jetzt von was und woher kommt ist da nicht mehr nachzuvollziehen. Daher ist es schwer im nachhinein zu sagen, dass dieser oder jener Anteil vom zuwachs von 7% auf 19% fürs Fleisch kommt.
 
Du mußt zwischen Steuern, Beiträge und Gebühren unterscheiden. Letztere können zweckgebunden sein, Steuern nicht. Die CO²-Steuer wäre auch nicht zweckgebunden, hätte aber durch die Verteuerung durchaus eine Lenkungswirkung. Als CO²-Abgabe (z.B. als Umweltbeitrag) könnte man auch einen konkreten Verwendungszweck einbauen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann den Bürgern halt relativ schwer eine Preiserhöhung auf Fleisch verkaufen, wenn man gleichzeitig als EU einen Deal mit den USA und Südamerika für mehr importiertes Rindfleisch macht. IMO sollte der Weg in Richtung Regionales oder zumindest halbwegs nahes Importgebiet gehen. Das wird dann, zurecht, automatisch teurer da heimische Bauern anders nicht überleben können und der Fleischverbrauch kann sinken. Zusätzlich würde das Transport CO2 wegfallen. Die NEOS wollen das bei uns mit einer Reduktion der Einkommens- und Lohnsteuer ausgleichen was in meinen Augen ein guter Ansatz ist.

Denn selbst wenn ich mehr verdiene: wenn ich für 400 Gramm Hüftsteak nicht mehr 12€ sondern 20€ zahle überleg ichs mir deutlich genauer, auch wenn ich ein höheres Netto Einkommen habe.

Wie die Gastronomie damit umgehen kann ist wieder eine andere Frage.
 
Wobei der Rindfleich-Deal nur eine Möglichkeit zum Mehr-Import beinhaltet, keine Verpflichtung. Ob dann tatsächlich mehr importiert wird, liegt nicht in den Händen der EU, sondern bei den Importeuren. Auch wenn Trump das gerne als großen Sieg verkauft.

Das Gleiche hat er afaik bei US-PKWs in Südkorea gemacht - Steigerung der Importe von 30.000 auf 40.000. Möglich! Tatsächlich werden nicht mal die bisherigen 30K ausgeschöpft.
 
was haben deine beispiele mit der lohnsteuer zu tun?

Ka... hier wurde behauptet, dass es keine zweckgebundenen Steuern gäbe.
Und wie gesagt kenne mich mit Steuerrecht jetzt nicht so aus.

Ich wollte nur darauf hinaus, dass man durch die Angleichung der MwSt. für Fleisch (von 7% auf 19%) nur schwer nachvollziehen kann welchen Anteil dieser am Ende in der Haushaltskasse machen würde. Da wäre eine zweckgebundene Steuer (die am Ende dem Erzeuger durch Subventionen mit Auflagen zugute kommt), irgendwie sinnvoller. M.m.n.

Wenn man nicht nur das Ziel hat Fleisch teurer zu machen, sondern auch am Tierwohl interessiert ist.
 
Ob dann tatsächlich mehr importiert wird, liegt nicht in den Händen der EU, sondern bei den Importeuren.

Das machts ja im Grunde noch schlimmer. oO

Es ist einfach auch ein falsches Zeichen. Und so viel ich weiß gings der EU ja darum im Gegenzug bei den Autoexporten beim Zoll zu sparen. Aber das ist nur Halbwissen meinerseits...
 
Wobei der Rindfleich-Deal nur eine Möglichkeit zum Mehr-Import beinhaltet, keine Verpflichtung. Ob dann tatsächlich mehr importiert wird, liegt nicht in den Händen der EU, sondern bei den Importeuren. Auch wenn Trump das gerne als großen Sieg verkauft.

Das Gleiche hat er afaik bei US-PKWs in Südkorea gemacht - Steigerung der Importe von 30.000 auf 40.000. Möglich! Tatsächlich werden nicht mal die bisherigen 30K ausgeschöpft.


Hab letztens erst irgendwo gehört, dass wir Europäer schon mehr Fleisch produzieren als wir überhaupt konsumieren.
 
Oh mann, was'n verdrehter Typ.

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