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Der Politikthread (1 Betrachter)

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Ja, habe ich in meinem Text auch erwähnt (siehe zweiter Absatz), dass diese veröffentlichten Zahlen nicht repräsentativ für weite Teile der Bevölkerung sind.

Bei mir sind es jetzt übrigens ca. 70% und ich kann mir nicht leisten in eine noch kleinere Wohnung zu ziehen. Selbst ein 15m²-WG-Zimmer kostet aktuell über 500€ monatlich. Eine Einzimmerwohnung um die 600-700€.

Und man kann versuchen, das mit München zu vergleichen, aber Berlin ist dezentral aufgebaut. Es ist nicht so, dass hier irgendwer hinterm Brandenburger Tor wohnen will.
 
Etwas genauer ums besser einordnen zu können:

Hier im Viertel etwas ausserhalb, 15 Minuten mim Rad in die innere Stadt, relativ schnell im Grünen:
https://www.willhaben.at/iad/immobi...NG_AREA_FROM=75&areaId=117464&parent_areaid=6

Direkt in der Stadt, neues Hipster Viertel... bis vor einigen Jahren noch als Problemviertel gesehen:

https://www.willhaben.at/iad/immobi...NG_AREA_FROM=75&areaId=117456&parent_areaid=6

Vielleicht sollten wir bei uns auch mal über ne Deckelung reden. :D

Das Problem in Berlin ist eher nicht der absolute Preis, sondern eher die Entwicklung. Als Beispiel mal im Schnitt die letzten 3 Jahre bei einem der großen Immobilienportale

upload_2019-6-19_10-52-20.png


Und ein weiteres Bild:
upload_2019-6-19_11-5-26.png

Die absoluten Preise sind unterschiedlich, die Tendenz ist aber bei beiden gleich. In kurzer Zeit recht deutliche Erhöhungen der Mieten.

Wenn man dann die Entwicklung der Löhne daneben stellt, ist das eine Katastrophe für die in Berlin Wohnenden. Natürlich könnte man sagen, dass die Wohnungen vorher eben zu billig waren. Das will ich bei den hier bezahlten Löhnen aber nicht recht glauben.

Daher finde ich den Deckel auch nicht verkehrt, solange er nicht die einzige Maßnahme bleibt! Es geht eben darum, ein wenig Verschnaufspause im Bestand zu haben, man muss aber alles daran setzen, neu zu bauen.

Ich persönlich bin glücklicherweise durch den Erwerb von Eigentum nicht mehr betroffen, hab aber bis vor nem Jahr für ca. 100qm Wohnung über 1,3k € Miete bezahlt. Das war aber auch in einem Bezirk mit grundsätzlich überdurchschnittlichen Mieten in einer durchschnittlich ausgestatteten Wohnung.
 
Ich glaube das ganze wäre auch nicht ein ganz so brisantes Thema wenn die Gehälter einfach fairer verteilt wären. Aber während der Chef deines Unternehmens mit dem jaguar in seiner Garage unter seinem Neubau im schönsten Viertel der Stadt parkt, fährt man selbst mit dem Fahrrad nach Hause in seinen kleinen Kasten und zählt das Geld für den Rest des Monats. Läuft bei uns.
 
Wie gesagt, und das sind jetzt über 1000€. Und das ging die ganze Zeit in heftigen Schritten hoch. Und dann muss man es leider radikal stoppen, weil nachträglich die Mieten zu senken, über den staatlichen Weg, würde wahrscheinlich auf noch weniger Anklang bei Investoren finden.

@Zimtzicke

Ja, okay. Für eine Regulierung der Mieten (ohne Schlupflöcher) bin ich ja auch, keine Frage.

Der jetzt beschlossene Mietendeckel wird aber halt ziemlich sicher viele Probleme der Stadt nicht lösen und teils sogar verschärfen. Und deswegen finde ich den Mietendeckel maximal suboptimal.

Aber ganz ehrlich... ich mag meine Heimatstadt auch. Es ist mir damals nicht leicht gefallen, zu gehen. Und ich musste ja auch nicht weit weg gehen.

Aber bevor ich 70% meines Lohnes, oder 800€ (oder aktuell) 1.000€, oder wie bei @daddlefield sogar 1.300€ für einen 55m² Wohnklo bezahle, da suche ich mir Alternativen.
 
Ja, okay. Für eine Regulierung der Mieten (ohne Schlupflöcher) bin ich ja auch, keine Frage.

Der jetzt beschlossene Mietendeckel wird aber halt ziemlich sicher viele Probleme der Stadt nicht lösen und teils sogar verschärfen. Und deswegen finde ich den Mietendeckel maximal suboptimal.

Aber ganz ehrlich... ich mag meine Heimatstadt auch. Es ist mir damals nicht leicht gefallen, zu gehen. Und ich musste ja auch nicht weit weg gehen.

Aber bevor ich 70% meines Lohnes, oder 800€ (oder aktuell) 1.000€, oder wie bei @daddlefield sogar 1.300€ für einen 55m² Wohnklo bezahle, da suche ich mir Alternativen.
Aber das kanns ja nicht sein. Klar kann man sich Alternativen suchen. Aber muss man sich örtlich von Familie und Freunden distanzieren nur weil der Staat es vergeigt hat?
 
Ich entschuldige mich hier tatsächlich für kein einzigen vergriffenen Ton. So weit kommts noch.

Ich lese hier auch erstmal nur noch mit. Denke habe genug dazu gesagt.
 
Aber das kanns ja nicht sein. Klar kann man sich Alternativen suchen. Aber muss man sich örtlich von Familie und Freunden distanzieren nur weil der Staat es vergeigt hat?

Man kann nichtmals dem Staat die Schuld alleine geben. Du hast in den grossen Städten (Berlin ist ja keine Ausnahme) einfach mehr Nachfrage als Angebot. In der freien Marktwirtschaft reguliert das die Preise. Sind sie zu hoch, entsteht Leerraum. Werden die Preise bezahlt (auch bei steigender Tendenz), ist das Maximum noch nicht erreicht.

Wo also ansetzen? Der Staat kann in Berlin keine 300.000 Wohnungen bauen. Und ich wollte als Steuerzahler auch letztlich nicht dafür aufkommen müssen, bin ich ganz ehrlich.

Bei uns gibt es bei den Grundstückspreisen eine Unterscheidung zwischen Einheimischen und Zuzüglern. Vielleicht könnte man sowas auch im Mietrecht einführen und somit den ungebremst hohen Zuzug von potentiell "reichen" Menschen vermindern?
 
Berlin hat eben nicht so eine industrie wie an anderen standorten, das sind hauptsächlich billiglöhner und das ist das hauptproblem der sache, solche mieten können sich die berliner arbeiter nur leisten in dem man dann auf jeglichen urlaub und altersversorgung verzichtet und sich 1x alle 10 jahre einen tv finanziert. Und man ist permanent im dispo natürlich. Gibt schon einen grund wieso ich keine ps4 pro gekauft habe. :ugly:

Klar gibts hier auch genügend besserverdienende. Das kann aber alles nicht gut gehen, und der mindestlohn passt überhaupt nicht mehr in diese Struktur.
 
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Das ist aber eine freiwillige Maßnahme der jeweiligen Gemeinde, da könnte man sowas sicher auch bei kommunalen Vermietern etablieren. Ich wüßte aber nicht, wie man sowas privaten Vermietern aufdrücken könnte (außer die Stadt übernimmt die Differenz).
 
Das ist aber eine freiwillige Maßnahme der jeweiligen Gemeinde, da könnte man sowas sicher auch bei kommunalen Vermietern etablieren. Ich wüßte aber nicht, wie man sowas privaten Vermietern aufdrücken könnte (außer die Stadt übernimmt die Differenz).

Was sie nicht tun wird.

Machen wir uns nichts vor, das Problem ist so nicht zu lösen (Mietendeckel). Der Staat kann es nicht leisten, die private Hand will es unter diesen Bedingungen nicht. Der Mietendeckel wird einige Menschen nun "schützen", dafür entstehen an anderer Stelle neue Probleme, die dann spätestens in 5 Jahren gravierend auffallen werden. Neuer Wohnraum wird teuer, hebt den Mietspiegel trotzdem weiter an.

Die Urbanisierung birgt Probleme, die über Jahrzente gewachsen sind. Das kriegt man jetzt nicht in 5 Minuten gelöst.
 
Sehe ich genauso, es zementiert nur den Status Quo für die bestehenden Mieter. Zumindest im besten Fall. Im schlechtesten Fall werden die Vermieter andere Wege finden, ihren Schnitt zu machen. Es ist ja nicht so, daß ein Mietdeckel so etwas furchtbar Neues wäre (und er hat nie so funktioniert, wie sich das die Erfinder gedacht haben), die Mieterhöhungen werden sich die Eigentümer auf anderen Wegen besorgen. Die Neumieter sind ohnehin gefickt, die dürfen dann doppelt und dreifach dafür löhnen. Aber Hauptsache man sitzt warm und billig in seiner mietpreisgedeckelten Wohnung, was schert es einen da, wo die Anderen unterkommen :D
 
Man kann nichtmals dem Staat die Schuld alleine geben. Du hast in den grossen Städten (Berlin ist ja keine Ausnahme) einfach mehr Nachfrage als Angebot. In der freien Marktwirtschaft reguliert das die Preise. Sind sie zu hoch, entsteht Leerraum. Werden die Preise bezahlt (auch bei steigender Tendenz), ist das Maximum noch nicht erreicht.

Wo also ansetzen? Der Staat kann in Berlin keine 300.000 Wohnungen bauen. Und ich wollte als Steuerzahler auch letztlich nicht dafür aufkommen müssen, bin ich ganz ehrlich.

Bei uns gibt es bei den Grundstückspreisen eine Unterscheidung zwischen Einheimischen und Zuzüglern. Vielleicht könnte man sowas auch im Mietrecht einführen und somit den ungebremst hohen Zuzug von potentiell "reichen" Menschen vermindern?
Da siehst du in meinen Augen aber das große Ganze nicht. Vielleicht bin ich da auch einfach zu naiv, wer weiß das schon? Würden reiche anders besteuert werden und hätten wir ein bedingungsloses grundeinkommen, könnte man die Entscheidung in Berlin zu leben vielleicht einfacher tragen. Vielleicht auch nicht? Aber ein Grundbedürfnis wie Wohnraum der freien Marktwirtschaft zu überlassen spielt den von dir angeblich gehassten Kapitalismus leider vollkommen in die karten. Da ist es dann auch kein all zu großer Schritt mehr in Nestlé Dimensionen zu denken und in gewissen gebieten das Grundwasser über Konzerne zu verkaufen. Wer das nicht will, kann ja woanders wohnen. :)
 
Wobei - ich bin jetzt nochmal alles durchgegangen, sind Genossenschaften auch wieder nicht. Man muss halt alles bedenken:

Wir leben in einer Genossenschaft. 86m2 groß ist die Wohnung. Bevor man über die Miete überhaupt redet, muss man einen Finanzierungsbeitrag leisten. Der betrug bei unser Wohnung 48 000. (der muss gezahlt werden) Die Miete beträgt 720 Euro kalt. Da die Genossenschaft vorgibt von wem man das Warmwasser usw. bezieht kommen da nochmal 140 (!) Euro dazu. Also wären wir auch schon bei 860 Miete warm für 86 m2. Muss man zwar nicht haben aber weil wir ein Auto haben: für einen Garagenplatz kommen dann nochmal 75 Euro dazu.


ps: den Finanzierungsbeitrag bekommst du aber zurück wenn du ausziehst. Hier wird aber 1 Prozent pro Jahr vom Finanzierungsbeitrag abgezogen. Würden wir also jetzt ausziehen (tun wir eh nicht lol) dann würden wir noch um die 45200 zurückbekommen.

ps: und da ist Strom usw. noch gar nicht dabei. Da kommst dann eigentlich alleine was die Wohnung betrifft locker auf 900 bis 950 (wenn man das Internet auch noch dazunimmt). Also alleine so eine Wohnung zu haben, da würde nicht viel übrig bleiben vom gehalt.
 
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