Ich glaube, ihr wisst nicht, wie die Wohnsituation in Berlin aussieht und aussah.
Es ist ein völliges Chaos mit einer Entwicklung, die innerhalb von relativ wenigen Jahren hier imo unzumutbare Zustände geschaffen hat. Würde
@Urgs jetzt ausziehen, weil er für seine Kinder einen zusätzlichen Raum oder so braucht, würde er für die gleiche Wohnung wahrscheinlich das Doppelte zahlen.
Mein Chef (also leitende Position für einen großen Konzern) hat eine kleine Tochter und kann nicht aus seiner Zwei-Raum-Wohnung ausziehen, weil die Preise explodieren. Auf der anderen Seite wird es halt nur schlimmer und dann wird man aus der Stadt gedrängt.
Meine Schwester hat hier, wo ich jetzt lebe, für zwei Zimmer 300€ gezahlt vor zehn Jahren. Vor vier Jahren bin ich hier eingezogen und habe 700€ gezahlt, sind aber jetzt über 800€, und Freunde, die in exakt die gleiche Wohnung einziehen wollten (ist so ein Siedlungsbau), müssten an die 1100€ zahlen. (Übrigens Deutsche Wohnen.)
Und wie gesagt. Berlin ist extrem dezentralisiert. Es geht hier nicht um begehrte Kieze, Wohnungen im historischen Zentrum oder so. Einfach nur um eine Wohnung in Berlin. Das ist z.B. in Hamburg gar kein Problem.
Wir haben halt auch eine extreme Fluktuation aktuell. Du hast viele Leute, die hier für paar Jahre studieren oder arbeiten oder ein Praktikum machen wollen, und Gelder aus anderen Bundesländern haben. Und dann bewirbst du dich für eine überteuerte Wohnung in einem Scheinghetto und hast neben dir 100 Interessenten.
Es gibt halt Dinge, die reguliert werden müssen und dazu gehört Wohnraum. Und wir sind immer noch ein Sozialstaat und dürfen nicht alles dem Markt überlassen, meiner Meinung nach.