Ein Abkommen scheiterte bisher an der Hamas, aber auch an Israel. Premier
Benjamin Netanyahu hintertrieb laut vielen Berichten die Verhandlungen. Die liberale israelische Zeitung »Haaretz«
listete Anfang Juli auf , wie der Regierungschef in den vergangenen Monaten immer wieder in hoffnungsvollen Momenten neue rote Linien zog, die Vermittler attackierte, die Verhandlungsführer zurückbeorderte – und damit eine Einigung ein ums andere Mal verhinderte. Zugleich beschuldigte er die Hamas, unannehmbare Forderungen zu stellen.
Der israelische Regierungschef befindet sich in einem innenpolitischen Überlebenskampf. Netanyahus ultrarechte Koalitionspartner haben wiederholt gedroht, bei einem Deal mit der Hamas ihr Bündnis mit Netanyahu platzen zu lassen. Sein Interesse, den Krieg bald zu beenden, schätzen viele politische Beobachter als gering ein, weil es in diesem Fall zu Neuwahlen käme, die Netanyahu nach heutigem Stand verlieren würde. Und damit könnte er unter Umständen in einem laufenden Strafverfahren wegen Korruption, Veruntreuung und Betrugs verurteilt werden.