Da ich ja jetzt im Besitz von drei namhaften Verdampfern bin und vielleicht hier auch mal jemand vor der Wahl steht, möchte ich mal ein kleines Zwischenfazit ziehen.
StattQualm SQuape X[dream]:
Der SQuape war der letzte Verdampfer, den ich mir gegönnt habe. Ich bin auf ihn erst so wirklich aufmerksam geworden, nachdem ich ein Produktions-Video von StattQualm gesehen habe. Der SQuape geht bei einigen Dingen andere Wege wie der Rest der Verdampfer-Welt. Das Liquid wird nicht durch eine normale Öffnung an die Coil geleitet, wenn man zieht (und dadurch Unterdruck erzeugt), läuft das Liquid durch vier kleine Öffnungen vom Tank in eine in der Kammer liegenden Rinne, die die Watte benetzt.
Grundsätzlich kann man den SQuape Dual-Coil und Single-Coil wickeln. Auch die AFC ist extra dafür ausgelegt. Beim Wickeln ist der SQuape allerdings eine kleine Diva. Nicht nur muss man bei den Pfosten halbwegs aufpassen, dass man sich die Drähte nicht selbst beim Anziehen der kleinen Schrauben durchtrennt, gerade beim Verlegen der Watte muss man aufpassen, speziell bei der Single-Coil. Dann muss man nämlich die zwei nicht benötigten Liquid-Löcher mit Watte "zubauen", damit das Liquid nicht unkontrolliert in die Verdampferkammer fliesst. Zudem benötigt das Bajonette-System einiges an Platz, so dass man nur schwierig mit der Watte seitlich an der Wicklung vorbei in die Wanne kommt. Hat man das aber raus, ist auch der SQuape letztlich easy zu wickeln. Durch den Einsatz von Aluminium im Inneren der Verdampferkammer kann es übrigens beim SQuape nicht zu Kurzschlüssen kommen, wenn die Wicklung doch mal die Kammer berühren sollte. Das ist aber selbst mir als Neuling noch nie passiert.
Verarbeitung ist 1A. Alle Teile sind hochwertig und massiv, alle Feingewinde laufen sauber, alle Dichtungen liegen sauber, alle Teile sind sauber entgratet und poliert.
Erwähnenswert ist noch das Standard-Drip Tip des SQuape. Ich habe es schnell durch ein Drip Tip von Vapor Giant ausgetauscht, da es doch arg dünn am Mund ist. Die Lippen schmiegen sich nicht wirklich natürlich an das Drip Tip, sondern man muss die Lippen daran "pressen". Da es ein normales 510er ist, war der Tausch aber kein Problem. StattQualm möchte für ein schissnormales Delrin-Drip Tip übrigens 16€, was nochmals mehr als bei den kleinen Vapor Giant-Kunststücken ist...
SvoeMesto Kayfun 5:
Der Kayfun 5 von SvoeMesto war mein zweiter hochwertiger Verdampfer. Ich bin auf ihn bei meinem Shop aufmerksam geworden. Das sehr puristische und glatte Design fällt auf. Die Berichte über den Kayfun 5 waren allesamt positiv.
Bereits die erste Wicklung war kein Problem. Viel Platz auf dem Deck, grosse Schrauben für die Drahtaufnahme, sauber greifen tun diese auch. Da halten auch dickere Drähte problemlos. Beim Kayfun 5 fliesst das Liquid erstmal unterhalb der Coil. Auch die Watte wird tief nach unten gelegt, quasi in ein Depot, wo sie dann nach oben gesaugt wird. Die Liquid-Control ist dabei etwas eigen vom System her. Erst dreht man den Tank des Kayfun 5 ganz zu, dann muss man ihn ~1,5 Drehungen wieder aufdrehen (bei stark VG-lastigen Liquids 2 Umdrehungen). Der Tank hat aber genügend Windungen und bleibt auch 100%ig dicht. Man sieht halt nur nicht auf den ersten Blick, ob sie nun auf ist oder nicht. Wenn man den Glastank nutzt, kann man sich wenigestens am SV-Logo orientieren. Durch die nach unten geführte Watte ist ein Siffen oder gar Absaufen aber fast nicht möglich. Ein Vorteil.
Die AFC taugt auch für D2L, allerdings ist der Zugwiderstand auch bei grösstmöglicher Öffnung spürbar. Dafür hat er ein IMO sehr "nobles" Zugverhalten. Keine Ahnung, wie ich das beschreiben soll, aber das ist sehr smooth. Auch ist der Kayfun 5 der leiseste meiner Verdampfer.
Verarbeitung ist wie beim SQuape 1A. Da gibt es nichts zu meckern. Wenn man solche Verdampfer mal genutzt hat erkennt man erst den Unterschied zu Verdampfern wie z.B. dem Uwell Crown, der auch schon sehr gut war.
Vapor Giant V4 Mini:
Der Vapor Giant V4 Mini war mein erster Selbstwickler überhaupt. Ich habe ihn kurz nach dem GO 3 bekommen, den ich mittlerweile auch mit RBA selbst wickle. Ich habe derzeit keinen Fertig-Coil-Verdampfer mehr. Ging schnell bei der Zicke...

Man kann also sagen, dass der V4 Mini auch für Anfänger wirklich leicht zu wickeln ist.
Was soll ich sagen? Er ist wirklich leicht zu wickeln. Zwei grosse Schrauben, viel Platz auf dem Deck. Kein Heckmeck. Alles irgendwie total normal, könnte man sagen. Beim V4 Mini liegt die Liquid-Control auf Höhe der Wicklung, sie wird ganz einfach durch drehen des entsprechenden Ringes geöffnet und geschlossen. Optisches Feedback hat man hier auch. Für die Watte ist viel Platz vorhanden.
Viel mehr kann ich eigentlich fast nicht sagen. Der V4 Mini wagt keine Experimente, ist einfach nur ein unheimlich gut verarbeiteter und IMO wunderschöner Verdampfer, der sich keinerlei Schwächen leistet.
Nun zur Gretchenfrage... der Geschmack:
Bei allen drei Verdampfern habe ich die gleiche Watte genutzt, den gleichen Draht (0,4mm V2A) bei ~0,5 Ohm (
@zonko nein, ich bin kein 0,5 Ohm-Junkie, aber bei V2A ergibt sich dieser Widerstand bei ~7-8 Windungen halt

) und natürlich das gleiche Liquid. Das war Lemon Tart von Dinner Lady, ein halbwegs anspruchsvolles Liquid, da es zwei gänzlich unterschiedliche Geschmäcker vereint.
Auf dem dritten Platz landet bei mir der SQuape X[dream] von StattQualm. Er schmeckt gut, aber er filtert die Zitrone fast ganz raus, was mich doch gewundert hat. Ich habe den SQuape deswegen noch 3 Mal gewickelt um zu sehen, ob ich irgendwas beim Wickeln falsch gemacht habe, das Ergebnis war aber immer das Gleiche. Ich habe ihn dann nochmal gewickelt und mein Standard-Liquid Easy Rider genommen, auch hier war der Geschmack nicht so klar.
Der zweite Platz geht an den Kayfun 5. Geschmacklich
sehr gut, aber Zitrone und Baisser vermischen sich geschmacklich bereits leicht beim Einatmen.
Mein persönlicher Gewinner kommt aus dem Hause
Vapor Giant. Egal welches Liquid, der V4 Mini (und auch der GO 3 RBA) bringen den Geschmack glasklar durch. Beim Lemon Tart geht das soweit, dass man beim Einatmen fast nur die Zitrone schmeckt und erst beim Ausatmen das Baisser durchkommt. Es ist nochmals eine Steigerung zum Kayfun 5. Auch mein Easy Rider schmeckt mir im Ösi-Verdampfer am besten.
Um es bildlich zu formulieren: Der Vapor Giant ist eine frisch geputzte Scheibe. Klar, schlierenfrei, jede Frau würde sich freuen. Der Kayfun 5 ist die gleiche Scheibe nach dem ersten Regenguss. Und der SQuape ähnelt etwas Milchglas. Man sieht noch durch, aber die Sicht ist nicht mehr so gut.
Vielen Dank für die Zeit beim Lesen.
