Mingo
wohnt mietfrei in deinem Kopf
So wie du es schreibst klingt es wie eine Entschuldigung oder eben doch wie ein "in Schutz nehmen", dabei ist das doch genau das das Problem?!Ich will den Clip jetzt nicht in Schutz nehmen, soviel vorweg , aber wem hier wäre das alles aufgefallen ohne das Internet? Frage nur, weil hier gesagt wird "wie kann man sowas durchwinken". Ich glaube, dass man da einen PoC rum Schnipst, das hätte ich als PR Mensch noch mitbekommen. Aber von diesen White Power Symbol hab ich nie gehört und die Schrift erscheint so fix, da muss man schon sehr oft, sehr genau hingucken.
Als ob das ein Hexenwerk wäre: nach der Veröffentlichung gibt es sofort tausende Menschen, die auf Anhieb erkennen wie problematisch der Clip ist, aber für die Personen, die ihn zu verantworten haben war das im Vorfeld unmöglich? Makes absolutely no sense at allAbgesehen davon das der Spot an sich völlig Banane ist, frage ich mich wie man sowas verhindern will.
Da gibt es zwei recht simple Lösungen, eine intervenierende, kurzfristige Lösung und eine nachhaltige, langfristige Lösung.
Die intervenierende Lösung wäre so etwas wie eine kultur-/sozialwissenschaftliche Supervision. Also eine Person oder ein Team, dass Projekte genau auf solche Problematiken hin überprüft, aber auch die Mitarbeiter*innen diskriminierungssensibel schult, so dass sich bereits in den Prozessen selbst solche Fehler vermeiden lassen und nicht erst beim Endprodukt.
Die nachhaltige Lösung wäre: Inklusion. In Management-Sprache nennt man das "Diversity Management", viele Unternehmen scheinen das aber hauptsächlich zum Selbstzweck zu implementieren und nicht zu verstehen, was damit erreicht werden kann und soll. Wenn du nämlich mit den Mitarbeiter*innen deines Unternehmens wirklich eine breite Diversität erreichst, dann werden solche Sachen ganz automatisch verunmöglicht: weil du dann im Idealfall keine weiße privilegierte Männergruppe hast, die vom Tuten und Blasen keine Ahnung hat und am Ende sagt "Ach upsi, hab ich gar nicht gemerkt dass ich damit offensichtlich Rassismus reproduziere lol ich Dummerchen" - überspitzt gesprochen.
Marginalisierte, diskriminierte, unterrepräsentierte Gruppen müssen inkludiert werden in alle Bereiche des Unternehmens, sonst reproduziert dieses Unternehmen immer und immer wieder verschiedenste -ismen, das ist doch nur logisch.
Und gerade bei PR und Öffentlichkeitsarbeit habe ich dafür einfach null Verständnis. Wenn man für VW die fetten Werbekampagnen designt aber kein Bock hat auf ein diverses Team oder sich aktiv mit Antidiskriminierungsarbeit auseinanderzusetzen, dann musst du auch mit dem entsprechenden Gegenwind leben.