Ich weiß nicht. Das unterhöhlt in meinen Augen ja gerade den Kern unseres solidarischen Versicherungssystems, das ja genau darauf begründet ist: dass alle (die es können) ihren Beitrag dazu leisten, dass aus einer Gemeinschaftskasse die medizinischen Behandlungskosten des*der Einzelnen finanziert werden. Ganz gleich, wie teuer diese nun sein mögen, sofern sie medizinisch notwendig sind.
Ich bin heilfroh, dass es (noch) so ist, dass man als Patient*in von den Sorgen, sich eine etwaige Behandlung,Therapie oder Gesundheitsleistung nicht leisten zu können, weitestgehend befreit ist¹.
Und es ist eben nicht so, dass Kosten "für sie übernommen" werden, sondern die Kosten werden gemeinschaftlich getragen und damit von denjenigen finanziert, die diese medizinischen Behandlungen letztlich in Anspruch nehmen müssen (wichtig: keine*r will medizinische Hilfe in Anspruch nehmen). Ihre Behandlung wird nicht fremdfinanziert, sondern von einer solidarischen Gemeinschaft getragen, dessen Teil sie selbst sind. Punkt.
Klar ist: ein solches Gesundheitssystem muss finanziert werden und eine Gesellschaft muss sich das leisten können - und vor allem leisten wollen.
Leider beginnt die Erosion dieses Willens dort, wo den Leistungsbezieher*innen eine Verantwortung für das Funktionieren des Systems zugeschrieben wird. Das Sichtbarmachen der Behandlungskosten ist in meinen Augen nur der erste Schritt zu einer Entsolidarisierung.
¹ In der Praxis ist das leider nicht immer so. Gerade im Bereich von chronischen Behinderungen müssen Betroffene mühsam dafür kämpfen, dass ihnen Gesundheitsleistungen zugestanden werden und oftmals werden sie ihnen auch verwehrt.