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Der "Ich könnte kotzen" Thread (1 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Was hat dass den mit der Idealwelt zutun? Gefühlt wird hier ständig auf den Staat und das System geschimpft, aber man selber ist immer unschuldig und ein Opfer eben dessen... @Nimble ist jetzt nicht mal gemeint, der sagt ja selber, dass er zu der Zeit etwas naiv unterwegs war :knuddel:Man hat halt unter umständen andere prioritäten wenn man jung ist...

Aber eben das ist für mich schwer zu verstehen? Wenn man sich nur ein ganz kleines wenig mit dem Thema beschäfitgt kommt man doch unweigerlich zu dem Schluss, dass man selber noch etwas für seine Zukunft tun muss. Und da gibt es eben sooo viele Möglichkeiten, dass für jeden was dabei sein sollte.

Bei dir klingt es halt immer so, als wenn wirklich jeder alles machen kann, nur wenn er es möchte. Ja, das mag funktionieren, aber es gibt doch genügend Leute, bei denen widrige Umstände zu einer vertrackten Situation geführt haben. Ich finde es einfach wahnsinnig vermessen, so zu tun, als wenn jeder an seiner Misere Schuld tragen würde. Und das bezieht sich jetzt gar nicht auf Nimble, sondern allgemein.
 
Wo Nimble das mit den 2 Jahren Übernahme sagt. Viele schießen sich ja oft auf die freie Wirtschaft ein, die befristete Verträge ausstellt. Aber: Prozentual ist der Anteil befristeter Verträge im öffentlichen Dienst deutlich höher. Und das finde ich echt ein Unding.

https://www.welt.de/wirtschaft/article152346317/Das-Maerchen-vom-sicheren-Job-im-Staatsdienst.html

Ja, das ist wirklich Mist. Bei uns liegt das vor allem daran, dass wir keine Personalplanung können. Aber was auch noch mit hinzu kommt: Überbedarfsausbildung. Viele werden nach der Ausbildung für ein halbes oder ein Jahr übernommen.
 
Wo Nimble das mit den 2 Jahren Übernahme sagt. Viele schießen sich ja oft auf die freie Wirtschaft ein, die befristete Verträge ausstellt. Aber: Prozentual ist der Anteil befristeter Verträge im öffentlichen Dienst deutlich höher. Und das finde ich echt ein Unding.

https://www.welt.de/wirtschaft/article152346317/Das-Maerchen-vom-sicheren-Job-im-Staatsdienst.html

Das ganze ist tatsächlich ein Interessantes Thema :) Ich versuch mal, das Thema bei meinem Arbeitgeber, einer Hochschule zu veranschaulichen :)

Als erstes hast du halt die klassischen Befristungen: Krankheitsvertretung, Elternzeitvertretungen und (Teil-)Urlaubsvertretungen.... Das sind schon mal bei 6000 Beschäftigten ne ganze Menge Stellen, die halt oft von ehemaligen Azubis genutzt werden, um ein "Bein" in der Firma zu halten. Weil tatsächlich gibt es halt mehr Anwärter (Azubis) auf offene, unbefr. Stellen als Leute (Rentner), die welche frei machen.

Dann kommt der ganze Wissenschaftsbereich noch dazu. Hier wird natürlich sehr viel geforscht und sehr viel läuft dann über Drittmittel. Das bedeutet, z. B. Audi fördert z. B. einen Professor, der an Batterien oder sonnst was forscht. Es wird eine Projektlaufzeit vereinbart und entsprechendes Personal oder Perosnalmittel, was dem Prof. zur Verfügung gestellt wird. Wenn dieses Projekt jetzt eine Laufzeit von 3 Jahren hat, dann kannst du das Personal dafür natürlich auch nur für 3 Jahre einstellen. Danach ist die zu verrichtende Arbeit einfach weg und der AG weiß nie, was an neuen Projekten reinkommt. Und das ist eben bei den Hochschulen ein riesiger Teil des Personals...

Die klassischen 2 Jahre sachgrundlosen Befristungen sind halt echt die Ausnahme. (zumindest bei uns)
 
Überbedarfsausbildung. Viele werden nach der Ausbildung für ein halbes oder ein Jahr übernommen.
Exakt das ist bei mir der Fall. Und wenn man dann jemandem von seiner Angst erzählt, dann arbeitslos zu werden wird das ganz locker abgetan mit "ach, machen sich mal keinen Kopf, mit so einer guten Ausbildung wird man schon was finden, gehen ja auch viele in Rente"
Sorry, aber aufgrund meiner Erfahrungen bin ich nicht der optimistische Typ. Und in meiner Branche gehen zwar viele in Rente, aber das sind überwiegend die studierten mit entsprechenden Stellen, viele sind verbeamtet. Klar, hänge ich mit 40 noch ein Studium ran oder was. Bleiben wir mal realistisch...
 
Exakt das ist bei mir der Fall. Und wenn man dann jemandem von seiner Angst erzählt, dann arbeitslos zu werden wird das ganz locker abgetan mit "ach, machen sich mal keinen Kopf, mit so einer guten Ausbildung wird man schon was finden, gehen ja auch viele in Rente"
Sorry, aber aufgrund meiner Erfahrungen bin ich nicht der optimistische Typ. Und in meiner Branche gehen zwar viele in Rente, aber das sind überwiegend die studierten mit entsprechenden Stellen, viele sind verbeamtet. Klar, hänge ich mit 40 noch ein Studium ran oder was. Bleiben wir mal realistisch...

Ja, in dem Alter und mit Kids ist das natürlich nochmal ´ne ganz andere Hausnummer. Bei unserer Abendschule waren es auch vermehrt die Älteren die abgebrochen hatten.
Meine Azubis müssen aber wirklich nicht ganz so viel Angst haben, denn Techniker sind derzeit gefragt ohne Ende. Wir haben aber auch viele Kaufleute u.Ä. auf die das dann eher zutrifft.
 
das problem der rente ist doch eigentlich recht simpel: der generationenvertrag funktioniert dank der demografischen entwicklung nicht mehr. dementsprechend kann es (wenn man ehrlich ist) vom staat nur noch eine gewisse "grundsicherung" geben. da kann man jetzt entweder wild drauf schimpfen oder akzeptieren, dass alles andere kuam bezahlbar ist.
das bedeutet, dass jeder auch privat vorsorgen muss. aber bitte wer denkt denn mit anfang 20 an sowas? ich hab es jedenfalls nicht und dementsprechend auch viel zu spät angefangen, meine rente zu planen. und mit dem aktuellen stand bin ich noch nichtmal zufrieden.
 
Ich finde solche Geschichten wahrlich beeindruckend! Ich hab in meinem Leben im Alter von 15 Jahren acht Bewerbungen geschrieben, fünf Zusagen bekommen und die letzten noch selbst abgesagt und auch wenn ich viele Stationen abgeklappert habe sitz ich halt seit 17 Jahren beim selben Arbeitgeber (nicht die BA! Um Gottes Willen :ugly:). Heute auf höherwertigeren Posten als früher aber immer im sozialen Bereich. Und gerade weil ich mich halt darüber so gar nicht beschweren kann und will, ist meine Hilfsbereitschaft und Aufopferung auch besonders groß. Ich habe mit Rentnern, Flüchtlingen, Arbeitslosen (egal ob kurzfristig oder Langzeit), Kranken, Behinderten, Alleinerziehenden, Waisen, Ex-Häftlingen aller couleur zu tun und oft bekomme ich das Feedback, dass man mich persönlich und meine Arbeit sehr schätzt. Das freut mich natürlich, denn das ist auch mein eigener Anspruch und ich begegne jedem Menschen hier mit dem mir größtmöglichen Respekt.

Natürlich kommt man nicht mit jedem klar, rollt bei bestimmten Telefonnummern auf dem Display bereits mit den Augen und ich bin auch weit davon entfernt mich gutmütig ausnutzen zu lassen, aber der Prozentsatz allein der Versuche ist so verschwindend gering, dass er meine Motivation in keinster Weise beeinflusst.
 
Ich finde solche Geschichten wahrlich beeindruckend! Ich hab in meinem Leben im Alter von 15 Jahren acht Bewerbungen geschrieben, fünf Zusagen bekommen und die letzten noch selbst abgesagt und auch wenn ich viele Stationen abgeklappert habe sitz ich halt seit 17 Jahren beim selben Arbeitgeber .
Jo, so ähnlich war es auch bei mir, nur dass ich erst seit 7 Jahren hier bin :) Und jetzt schon das Gefühl habe, wahnsinnig zu werden :lol:
 
Jo, so ähnlich war es auch bei mir, nur dass ich erst seit 7 Jahren hier bin :) Und jetzt schon das Gefühl habe, wahnsinnig zu werden :lol:

Na klasse noch so ein irrer.
Dieses Forum ist nicht gross genug für uns beide.









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Pension ist schon ein heikles Thema. Meine Mum hat vor 2 Kindern, teilweise während und danach gearbeitet. Halt immer ihm Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten. Heutige Pension: 500€. Da kommt man sich schon ziemlich verarscht vor.
 
Seit um 05:00 am arbeiten. Jetzt fertig und in 30 Minuten wollte ich zu einer Runde mit dem Rad raus. Jetzt haben wir plötzlich fette Böen und einen dunklen Himmel. Bis 14:00 schien hier die Sonne und der Himmel war blau.

Fick Dich Wetter, besonders hier im Norden.

Heute Abend Laufen wird dann wohl auch feucht fröhlich...
 
40 jahre arbeiten und dann 300€ im Monat? Wie soll das gehen?
ich rede von 300 Euro die du über hast nach allen Abzügen. Die alten Leute die da gezeigt wurden haben 900 Euro und müssen natürlich alles zahlen und haben dann ca 250 bis 300 Euro zum Essen kaufen und "Leben".

Jemand, der 40 Jahre Vollzeit in einem vernünftigen Job gearbeitet hat, der hat heute wesentlich mehr Rente als 300 Euro im Monat... :ugly: Und bevor jetzt "aber aber aber" kommt, ich seh so ziemlich jeden Rentenbescheid von unseren Mitarbeitern da bei uns im Büro noch eine Betriebsrente beantragt wird.
auch für dich. 300 Euro nach allen Abzügen.
Da bin ich komplett bei dir. Als mein Vater starb habe ich mit meiner Partnerin zusammen dafür gesorgt, dass meine Mutter eine Wohnung bei uns bekommt, damit man sich kümmern kann wenn was ist. Es ist sehr bitter das bei seinen eigenen Eltern zu sehen. Dann will mir meine Mutter ab und zu n Zehner in die Hand drücken, obwohl ihr Geld auch kaum zum Leben reicht. Neulich ist ihr Kühlschrank kaputt gegangen, da wusste sie kaum was sie tun soll.
Sie hat früher als Krankenschwester gearbeitet, mein Vater auf dem Bau. Sie hat aufgehört zu arbeiten als die Kinder kamen, weil es früher gereicht hat wenn einer arbeiten war, so reichte das Geld von meinem Vater. Und nun hat sie den Salat und geht als Rentnerin nebenbei arbeiten, um überhaupt leben zu können.
Seit dem geht es mir auch so, dass ich darüber nachdenken muss. Eigtl bleibt einem im Alter nur die Kugel.
Ja, jetzt werden die ganzen Akademiker andere Zahlen und Statistiken haben, mag sein, aber für den Durchschnitt oder Mindestlohn Arbeiter wird das im Lebensabend düster aussehen :(
stimmt. Da kannst du dich nur umbringen. So hart das klingt. Das doch kein Leben wenn du nach all der harten Arbeit nix hast. Das einzig gute bei meiner Oma mütterlicherseits ist das sie ihr Haus von ihrer Mutter geerbt hatte als sie gestorben ist. Damals ist sie dann mit meinem Opa da rein. Als er gestorben ist bekommt sie noch bissl Witwenrente aber trotzdem ist das nicht feierlich wenn ich Freitag bei ihr bin und sie sagt: Mensch diesen Monat haben wieder 4 Söhne, 5 Enkel und 3 Urenkel Geburtstag.... Ich bin da mittlerweile so das ich gar nix mehr von Omi will, sie soll sich die Piepen aufheben aber die andere versiffte Verwandtschaft nimmt die Kohle trotzdem noch. Alles schon schwer zu sehen. Besonders sowas wie alte Frauen Flaschen sammeln müssen kommt mir das Kotzen was da im Rentensystem falsch gelaufen ist.
 
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