Nach meiner Ausbildung (Bauzeichnerin) jobbte ich 1 Jahr lang. Dann besuchte ich eine Fachoberschule und machte meine Fachhochschulreife, um danach dann Architektur zu studieren. Klingt ja alles so weit ganz gut, doch jetzt kommt der Hinkefuß:
Ich musste mich dafür quasi "prostituieren".
Da meine Eltern schon recht viel Geld haben, bekam ich fürs Studium kein Bafög. Meine Eltern mussten alles finanzieren. Das taten sie auch. Sie zahlten Studiengebühren, meine Wohnung, Geld für Nahrung und finanzierten mir sogar meinen Wagen. Im Gegenzug musste ich am Wochenende auf meinen Neffen aufpassen, ihr Haus putzen usw. Das Problem dabei war, dass meine verwöhnte, drecksfaule Schwester sich gut selber um ihren Sohn hätte kümmern können. Die hat aber schlicht keinen Bock darauf (auch heute noch nicht). So kam es, dass ich meinen Neffen quasi im Alleingang groß zog. Vor dem Studium halt 7 Tage die Woche (abzügl. Arbeitszeit), während des Studiums halt am Wochenende. Den Rest der Zeit hat meine Mutter dann die Rolle der Mama für den Kleinen übernommen.
Ich konnte so nicht mehr weitermachen. Ich durfte nicht mehr weggehen (weil ja jemand bei dem Kleinen bleiben muss) und schwänzte einmal sogar eine Matheklausur, weil der Kurze einen Fieberkrampf hatte und im Krankenhaus lag. Da konnte er natürlich nicht alleine sein und meine Mutter hatte zu arbeiten. Meiner Schwester konnte es natürlich nicht zugemutet werden, selber auf der Pritsche neben dem Krakenbett zu schlafen.
Dann lernte ich meinen Freund kennen (übers Internet). Nach gut einem Jahr Fernbeziehung wollte ich zu ihm ziehen (allerdings in eine eigene Wohnung).
Reaktion meiner Familie könnt ihr euch vorstellen.
Geilster Spruch ever (von meiner Schwester zu mir):
"Das ist ganz schön egoistisch, dass du die Mama mit dem Kleinen alleine lässt!"
Und ja, dass hat die Frau ernst gemeint.
Tja. Und dann hatte ich die Wahl, zu meinem Freund zu ziehen, aber sie würden mir jegliche (finanzielle) Unterstützung streichen. Ohne dem konnte ich das Studium nicht finanzieren. Das neue Semester stand an und innerhalb von 5 Tagen hätte ich niemals die Studiengebühren zusammengekriegt usw.
Also dachte ich mir, dass die mich mal ordentlich lecken können.
Ich brach das Studium ab, ging zu meinem Freund (immerhin 500km entfernt von der Heimat) und meldete mich arbeitslos. Ich bekam dann Hartz IV.
(Was wiederum von der ARGE von meinen Eltern eingeklagt wurde, weil ich ja noch unter 25 war

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Ca 6 Monate später fand ich dann eine Anstellung in meinem alten Beruf. Hier arbeite ich nun immer noch.