Hier gibt es für mich zwei wichtige Punkte:
1. Druffeile sprach explizit vom
Klima, insofern habe ich mich auch bewusst den "Argumenten", die sich auf das Klima beziehen, gewidmet. Ich bitte dahingehend auch um Verständnis, dass es unrealistisch ist zu erwarten, dass jemand auf einen Post, der recht wenig Substanz hat, mit einem halben Roman antworte, der das Thema E-Auto vs. Verbrenner von A bis Z beleuchtet.
Wie auch immer. Ob Lithium z.B. die
Umwelt verschmutzt, ist für das
Klima ziemlich egal. Hier muss man, wie ich finde, einfach klar differenzieren. Ein Braunkohlekraftwerk z.B. ist sowohl für das Klima, als auch für die Umwelt schlecht, aber aus unterschiedlichen Gründen. Ein Braunkohlekraftwerk stößt jede Menge CO² aus. Das ist ein Problem fürs Klima, aber keines für die Umwelt (CO² ist per se erstmal kein "Giftstoff" im direkten Umweltsinne). Ein Braunkohlekraftwerk stößt dagegen aber auch Quecksilber aus. Das ist kein Problem fürs Klima, denn Quecksilber ist kein Treibhausgas, aber sehr wohl eins für die Umwelt, denn Quecksilber ist ein ziemlich übler Giftstoff.
2. Die kurzen Argumente, die Du gebracht hast und die sich im wesentlichen auf die Umwelt (-auswirkungen) beziehen:
a) Schiff tagelang nicht gelöscht: Zunächst ist festzuhalten, dass es bislang vollkommen unklar ist, ob dieser Brand durch ein E-Auto, durch einen Verbrenner oder durch irgend eine ganz andere Ursache ausgelöst wurde (Beispiel: Mitarbeiter raucht unter Deck und irgendetwas entzündet sich an der schlecht ausgedrückten Kippe). Die Presse hat da teils sehr schlecht recherchiert bzw. reißerisch berichtet. Und das ist leider ein Thema, das sich seit Jahren so durchzieht. Wann immer irgendwo unter irgendwelchen Umständen ein E-Auto brennt, kommt die große Debatte.
Richtig ist, dass E-Autos
anders brennen, als Verbrenner. Der Brand ist dabei nicht grundsätzlich gefährlicher, sondern tatsächlich einfach anders. Die Menge an (Brand-) "Energie", die so ein E-Auto mit sich führt, ist dabei i.d.R. wesentlich geringer, auf der anderen Seite ist es schwerer zu löschen und fängt immer wieder an zu brennen. Das ist ein Thema für Feuerwehren und Co. - ich vertraue darauf, dass die sich was gutes überlegen. Jedenfalls ist es kein unlösbares Problem. Und nur zur Klarstellung: Es gibt keinerlei Indikationen, dass E-Autos häufiger als Verbrenner brennen. Das Gegenteil ist bisher der Fall, allerdings sind die Fallzahlen (bei den E-Autos) dazu ggf. noch zu gering und diese Fahrzeuge im Mittel zudem noch zu neu (sprich: der Vergleich ist den im Durchschnitt wesentlich älteren Verbrennern gegenüber ggf. unfair). Man wird hier also noch abwarten müssen. Vgl. dazu beispielsweise diesen Artikel:
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/e-autos-mythen-100.html
b) Gewinnung von Kobalt und anderen Materialien: Interessant finde ich, dass die ganze Debatte bezüglich dieser Stoffe merkwürdigerweise erst angefangen hat, als E-Autos so langsam in Mode kamen. Als "nur" Milliarden Smartphones, Saugroboter, Headsets, Gamepads und und und und und und all diese Stoffe enthalten haben, gab es diese Art der Berichterstattung nicht (zumindest nicht in diesem Ausmaß). Ich halte das für bemerkenswert, aber seis drum.
Was man sich denke ich fragen muss ist was man der Gewinnung von Kobalt und Co. besser machen kann, um die Umweltauswirkungen zu reduzieren und das dann auch umzusetzen - denn man muss nun Kobalt oder Lithium (usw.) nicht zwangsläufig so gewinnen, wie das Zeuch häufig gewonnen wird. Andererseits sollte man sich aber auch fragen, was denn so bei der Ölgewinnung passiert und ob das wirklich besser ist. Ich habe darauf keine Antwort - mir ist dahingehend tatsächlich aufgefallen, dass die Dokumentationen, die ich zu insbesondere Lithium und Kobalt gesehen habe, zu dieser Frage nichts sagen, um z.B. verstehen zu können: Schädige ich die Umwelt (Umwelt; nicht Klima) mehr durch den Kauf eines Fahrzeugs mit einem Akku oder durch das Verbrennen von Öl?
Und nein, das Thema ist finde nicht egal. Ich finde das sehr relevant.
Auf eines möchte ich allerdings noch am Schluss hinweisen: Dieses "Nein, zähle ich jetzt hier nicht auf, ich denke als informierter Mensch kennst du die." ist m.E. schlechter Stil. Wenn Du Argumente bringen willst, dann bring sie. Wenn nicht, dann nicht. Aber erwarte bitte nicht, dass der Diskussionspartner deinen Part übernimmt.