Empörung über Gefängnisarbeit bei „Dunkirk“
Weil Teile des Sets von Christopher Nolans Film „Dunkirk“ in Gefängnisarbeit produziert wurden, ist eine Kontroverse zu dem Weltkriegsdrama entbrannt. Aktivisten gegen Gefängnisarbeit forderten nun, dass der für acht Oscars nominierte Film von der Preisverleihung ausgeschlossen wird, wie „NME“ online berichtete.
„Interessante Zusammenarbeit“
Bekannt wurde der Einsatz von Häftlingsarbeit durch ein Buch über die Produktion des Films. Ausstatter Gary Fettis schrieb darin, dass der große Arbeitsaufwand bei der Produktion des Sets zu „interessanter Zusammenarbeit“ geführt habe.
Konkret sei es um Fender gegangen - das sind jene Stoßdämpfer, die an den Seiten von Schiffen hängen und deren Außenhaut bei Hafenmanövern schützen sollen. „Heute bestehen Fender aus gigantischen Gummibällen. Damals waren sie aus dicken Hanfseilen. Wir brauchen zehn von ihnen.“
Mit der Produktion sei ein sachkundiger Franzose beauftragt worden. „Er wusste, wie man diese Stoßfänger webt. Und er stellte Häftlinge an, um diese zu produzieren. Ersttäter, Junge, es waren keine Schwerkriminellen“, so Fettis in dem Buch. „Ich hoffe, die Produzenten wissen das, wir haben nämlich eine Menge Geld damit gespart.“
Aktivist: Auch keine Auszeichnung für Kinderarbeit
Die Enthüllung sorgte für Protest bei Aktivisten gegen Gefängnisarbeit. „Ich finde, dass niemand Gefängnissklavenarbeit nutzen sollte“, so Paul Wright, Direktor der US-NGO Human Rights Defense Center für Häftlingsrechte. Er forderte, dass der Film von der Oscar-Verleihung ausgeschlossen werden sollte. „Niemand würde Kostümdesigner auszeichnen, die Kinderarbeit für die Produktion von Kostümen einsetzen“, so Wright.