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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Der Pausenkasper lernt die Branche kennen. :lol:
http://www.businessinsider.de/tesla-grohmann-elon-musk-schreibt-metallarbeitern-einen-brief-2017-4

Es ist immer wieder erstaunlich das die US-Unternehmen immer noch nicht geschnallt haben wie europäisches Arbeitsrecht funktioniert. Ist natürlich blöd für Elon, ausgerechnet an die einzig wirklich starke Gewerkschaft geraten zu sein; und dann auch noch im Süden. Der Technologietransfer schlägt zurück.

Die Grohmann-Mitarbeiter waren auch vor der Übernahme durch Tesla nicht tarifgebunden. Das Lohnniveau liegt etwa 30 Prozent unter dem branchenüblichen Gehalt, so Betriebsrat Uwe Herzig gegenüber der „Welt am Sonntag“. In seinem Brief bietet Elon Musk zusätzlich 150 Euro pro Monat an.

Außerdem stellt er Tesla-Aktien im Wert von 10.000 Dollar in Aussicht, die über die nächsten vier Jahre ausgeschüttet würden, dazu käme noch ein sofortiger Bonus von 1.000 Euro in bar. Musk schreibt außerdem, dass es Gespräche mit dem Betriebsrat geben solle, „um sicherzustellen, dass die Vergütung jedes einzelnen Mitarbeiters wettbewerbsfähig ist“.

Ok, was übersehe ich? Vorher schon nicht an den Tarif gebunden, nun bietet Tesla eine Erhöhung gegenüber vorher an und es ist auch nicht richtig? Oder hab ich gerade einen groben Denkfehler?
 
Ok, was übersehe ich? Vorher schon nicht an den Tarif gebunden, nun bietet Tesla eine Erhöhung gegenüber vorher an und es ist auch nicht richtig? Oder hab ich gerade einen groben Denkfehler?

Es geht darum das sich US-Unternehmen immer wieder die Pfoten verbrennen, wenn Sie in Europa einsteigen und dann aus allen Wolken fallen wenn sie mit den Realitäten konfrontiert werden. Stichwort: Ethik-Richtlinien und Whistleblowing, was zig mal bis 2010 in Erfurt anhängig war. Die Aussage, dass vor der Tesla Übernahme kein Tarifvertrag galt, gibt ja keine Auskunft über das Lohnniveau im Hinblick auf Sonderzahlungen und andere Entgeltbestandteile und ist auch für die jetzige Situation nicht relevant. Branchenkenner wissen ganz genau wie Gewerkschaften in der Metallbranche organisiert sind. Das sich der Weltverbesserer nun mit 150€ brutto mehr und einer Beteiligungslösung, die für ihn steuerlich super ist während alle Arbeitnehmer (beim derzeitigen Stand in der wissenschaftlichen Diskussion) gegenüber dem Fiskus tierisch auf die Fresse fallen können, mutet schon sehr humoristisch an. Dieser Brief zeigt entweder völlige Ignoranz und Arroganz oder fehlendes Verständnis für den Markt, in den man sich freiwillig begeben hat.
 
Es geht darum das sich US-Unternehmen immer wieder die Pfoten verbrennen, wenn Sie in Europa einsteigen und dann aus allen Wolken fallen wenn sie mit den Realitäten konfrontiert werden. Stichwort: Ethik-Richtlinien und Whistleblowing, was zig mal bis 2010 in Erfurt anhängig war. Die Aussage, dass vor der Tesla Übernahme kein Tarifvertrag galt, gibt ja keine Auskunft über das Lohnniveau im Hinblick auf Sonderzahlungen und andere Entgeltbestandteile und ist auch für die jetzige Situation nicht relevant. Branchenkenner wissen ganz genau wie Gewerkschaften in der Metallbranche organisiert sind. Das sich der Weltverbesserer nun mit 150€ brutto mehr und einer Beteiligungslösung, die für ihn steuerlich super ist während alle Arbeitnehmer (beim derzeitigen Stand in der wissenschaftlichen Diskussion) gegenüber dem Fiskus tierisch auf die Fresse fallen können, mutet schon sehr humoristisch an. Dieser Brief zeigt entweder völlige Ignoranz und Arroganz oder fehlendes Verständnis für den Markt, in den man sich freiwillig begeben hat.

Im Text steht doch, dass das Lohnniveau 30 % unter dem Branchenschnitt lieg/lag... jetzt übernimmt Tesla und es gibt mehr. Zwar noch immer unter dem Tariflohn, aber es ist schon mal eine Verbesserung. Dazu gibt es Aktien und eine weitere Sonderzahlung. Alles in allem steht dann trz jeder Arbeitnehmer besser da als vorher.

Gab es vorher irgendwelche Sonderzahlungen, von denen wir nichts wissen und welche nicht im Text stehen, hast du recht. Dann ist das Angebot unverschämt. Das ist jedoch im Moment nur Theorie...
 
Darum geht es doch gar nicht. Musk denkt er könne sich so billig freikaufen, nachdem die Gewerkschaft signalisiert hat ihre Arbeit tatsächlich aufnehmen zu wollen. Mal ganz davon abgesehen, kann er gar keine Beschäftigungsgarantien geben.
 
Darum geht es doch gar nicht. Musk denkt er könne sich so billig freikaufen, nachdem die Gewerkschaft signalisiert hat ihre Arbeit tatsächlich aufnehmen zu wollen. Mal ganz davon abgesehen, kann er gar keine Beschäftigungsgarantien geben.
Warum hat sich die Gewerkschaft dann nicht schon vorher, bevor der böse Amerikanische Unternehmer kam, für die MA eingesetzt? Das ist doch mal wieder nur blankes profilieren der IG Metall.
 
Warum hat sich die Gewerkschaft dann nicht schon vorher, bevor der böse Amerikanische Unternehmer kam, für die MA eingesetzt? Das ist doch mal wieder nur blankes profilieren der IG Metall.

Ich könnte dich jetzt natürlich bitten wenigstens ein paar Beispiele ("mal wieder nur blankes Profilieren") zu benennen, wann sich die IGM Süd so verhalten hat. Aber dann wirfst du mir sicher wieder vor ich hätte etwas gegen dich. Also verzichten wir einfach darauf. Nur so viel. Wenn es eine Gewerkschaft in der BRD gibt, die es tatsächlich nicht nötig hat sich zu profilieren, dann ist es die süddeutsche IGM. Wer da mal eine Tarifrunde mitgemacht hat, der weiß was Arbeitskampf, soziale Mächtigkeit und die ganzen anderen Begrifflichkeiten aus dem Tarifrecht wirklich bedeuten. Das ist etwas ganz anderes als das was Verdi oder die Flugbegleiter oder Lokführer so zu Stande bringen.

Es geht aber immer noch nicht um das Verhalten der Gewerkschaft. Es geht um das allgemeine Werteverständnis, von dem Musk völlig selbstverständlich auszugehen scheint und lässt Rückschlüsse darauf zu, weshalb es gut ist nicht in den USA "einfacher" Mitarbeiter zu sein.
 
Ich finde es abartig wie selbst auf das bereits abgedreht Schiff noch mehrmals geschossen wird. Die ganze Situation scheint mir mehr als unausgeglichen und unverhältnismäßig zu sein. Der 'Sicherheitsdienst' scheint aus ein paar schießwürdigen Outlaws zu bestehen, die genau das genießen: die Absenz jeglicher Rechtsnormen und Moralvorstellungen.
Kurz gesagt: absolut abartig.
 
Ich finde es abartig wie selbst auf das bereits abgedreht Schiff noch mehrmals geschossen wird. Die ganze Situation scheint mir mehr als unausgeglichen und unverhältnismäßig zu sein. Der 'Sicherheitsdienst' scheint aus ein paar schießwürdigen Outlaws zu bestehen, die genau das genießen: die Absenz jeglicher Rechtsnormen und Moralvorstellungen.
Kurz gesagt: absolut abartig.

Verlangst du da nun echt Fairnis? Klar, über die Notwendigkeit des Feuerns auf das abgedrehte Schiff muss man nicht diskutieren. Aber was findest du denn Unverhältnismäßig daran? Ich frag mich nur ob zuvor Warnschüsse abgegeben wurden oder per Funk auf eine Verteidigung hingewiesen wurde. Was IMO ein absolutes Muss ist.

eventuell gibt es ja zwischen abknallen und tee trinken weitere möglichkeiten.. verrückter gedanke, ich weiss.

Nämlich?
 
Ich finde es abartig wie selbst auf das bereits abgedreht Schiff noch mehrmals geschossen wird. Die ganze Situation scheint mir mehr als unausgeglichen und unverhältnismäßig zu sein. Der 'Sicherheitsdienst' scheint aus ein paar schießwürdigen Outlaws zu bestehen, die genau das genießen: die Absenz jeglicher Rechtsnormen und Moralvorstellungen.
Kurz gesagt: absolut abartig.
also wenn man mal davon absieht, dass das alles in allem ein akt der selbstverteidigung ist, man ferner bedenkt, dass sie in der situation kaum gezielt und schon gar nicht effizient auf die piraten(!) schießen (können), kann man das durchaus auch als zeichen sehen, dass die sich das gefälligst nicht anders überlegen oder an einer anderen stelle das schiff kapern, sondern sich verziehen.
noch dazu ist der begleitschutz eine reaktion auf die vorkomnisse in diesem gebiet der letzten 20 jahre.

hier die moralkeule rauszuholen ist schon hart. das abartig zu nennen und mit rechtsnormen (in vermutlich internationalen gewässern) und moralvorstellungen zu winken imo auch etwas naiv. letztlich wird ein bewaffneter angriff mit konventionellen mitteln abgewehrt. ich vermute mal, dass es nicht weiter schwierig wäre, rpg's oder ähnliches zu besorgen und einfach das schiff der angreifer zu versenken.
 
Vor allem handelt es sich hier nicht um Apfeldiebe die aus purer Verzweiflung handeln. Das ist eiskaltes Kalkül mit der Absicht auf Millionenbeträge... ohne Rücksicht auf Menschenleben. Noch dazu auf hoher See, wo ein effektives Eingreifen der Exekutive nicht möglich ist. Dass da dann halt private Sicherheitsorganisationen zum Einsatz kommen und die eher weniger auf Fairnis setzen, ist doch echt nicht verwunderlich und IMO auch nicht verwerflich. Die Rechnung ist ziemlich sicher: versuchst du nicht das Schiff zu kapern, schießt auch keiner auf dich.

Edit: was da jetzt großartig abartig dran ist versteh ich nciht ganz. Und eine Alternative scheint ja nicht in Sicht zu sein, zumindest wird sie hier nicht genannt.
 
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