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Gast
Auch da muss ich einhaken, das ist kein bloßes Wunschdenken meinerseits oder eine besonders glückliche Situation hier in Erlangen.Ist schön, dass das bei euch klappt. Nein, wirklich. Würde ich mir bei allen Unterkünften so wünschen. Geht halt nicht überall und schon gar nicht, wenn eine gewisse Größe überschritten wird und da kann Heidelberg z. B. herzlich wenig dafür, wenn das Land die mit Abstand größte (?) Unterkunft vor den Toren hochgezogen hat, die dennoch aus allen Nähten platzt. Das überschattet halt alle lokalen Kooperativen, die es ja auch noch gibt hier und so ähnlich funktionieren wie bei dir. Skaliert halt nicht. Wenn die Gebäudekomplexe aus allen Nähten platzen kannst du dir nicht den "Luxus" leisten Einzel bzw. Doppelzimmer zu besetzen. Das würde es eher schlimmer machen in diesem Umfeld durch eine stark wahrgenommene Ungleichheit. Deutschland schafft es nicht mal annähernd humane Betreuungsschlüssel in Kitas, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen zu ermöglichen. Also ist eine wie von dir beschriebene Situation für mich flächendeckend unrealistisch und leider Wunschdenken.
Man könnte Geflüchtete (eigentlich muss man hier immer strikt trennen zwischen Asylsuchenden, Asylbewerbern und (anerkannten) Flüchtlingen bzw. auch noch den Personen mit Duldungsstatus) wesentlich effizienter in Ausbildungs- und Arbeitsstätten bringen, wenn es denn gewünscht wird.
Bayern ist da wieder ein gutes (bzw. schlechtes) Beispiel. Afghanistan wird zum sicheren Herkunftsland gemacht und das bedeutet, dass diese Asylbewerber nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt aktiv sein dürfen, Jugendliche keine Ausbildung mehr wahrnehmen dürfen etc.
Somit könnten sie eigenes Geld verdienen und sich somit auch ihre eigene Unterkunft leisten und müssen nicht monate- bzw. jahrelang in den Unterkünften vor sich hin dümpeln.
Oder aber man lockert dich Restriktionen, dass private Personen Asylbewerber bei sich aufnehmen dürfen. Wir haben wöchentlich Anfragen hier von Menschen, die gerne aktiver sein würden und gar Asylbewerber bei sich privat aufnehmen würden, es aber an verschiedensten bürokratischen Hürden scheitert oder sich ewig und drei Tage hinzieht.
Auch das würde die Unterkünfte entlasten.
Und ja, am Ende ist es in großen Teilen nur eine Frage des Wollens (bzw. welche rechtlichen Hürden ich den Personen auferlege, das bayerische Innenministerium ist immer stringenter geworden über die Jahre) und des Geldes.
Falls das Thema, auch gerade hier regional, weiter interessiert, lege ich jedem das Buch "Was Flüchtlinge brauchen - ein Win-Win-Projekt : Ergebnisse aus einer Befragung in Erlangen" von Professorin Bendel ans Herz, mit der ich selbst zusammenarbeite (ich bin natürlich völlig unbefangen

