Auf der anderen Seite möchte ich nochmal anmerken, als ich damals die Polizeistatistiken aus Heidelberg bzgl. der Drogenszene an der Neckarwiese ausgepackt habe, aus der eine ganz klare Korrelation hervor geht mit Geflüchteten aus einem bestimmten Staat und einem plötzlichen Anstieg 2015 von mehreren 100 Prozent, wurde das komplett ignoriert. Hier geben sich beide Seiten nicht viel im Forum. Gibt nur schwarz und weiß.
Und auf was soll man da denn jetzt auch eingehen?
Dass es in einer ganz bestimmten Region einen rasanten Anstieg einer bestimmten Kriminalität gibt durch bestimmte Personengruppen, ist doch hinlänglich bekannt.
Natürlich kann ich mich jetzt hinstellen und auf die bösen Ausländer schimpfen, die uns gute Biodeutsche mit Drogen vergiften.
Oder aber ich frage mich, warum genau diese Menschen Drogen verkaufen.
Kleines Beispiel aus einer Flüchtlingsunterkunft in Fürth. Hier in Erlangen hatten wir nie großartig Probleme mit Geflüchteten und Straftaten, in der Unterkunft in Fürth dagegen schon.
Gewalt, Drogen, Alkohol, alles normal dort und die neuen Ankömmlinge wurden gleich mal darauf getrimmt, genau dieses Spielchen mitzuspielen. Also hat man uns gefragt, was wir denn anders machen gegen die Probleme.
Punkt 1: Die Unterkünfte sind anders gestaltet. Psychisch auffällige Jugendliche bekommen oft ein Einzelzimmer oder ein Doppelzimmer mit einer vertrauten Person.
Punkt 2: Beschäftigung und Unterhaltung. Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht irgendwas für unsere Mädels und Jungs geplant ist und immer jemand für sie da ist.
Punkt 3: Struktur und Alltag. Oder auf Neudeutsch auch gerne Integration genannt. Ein Stück weit Normalität vermitteln. Unterricht. Einkaufen. Amtsgänge. Und alles mit Unterstützung.
Und das kostet Geld und die Stadt Erlangen hat seit Tag 1 viel davon in die Hand genommen.
Die Erfolge sind herausragend und gelten als Paradebeispiel in ganz Bayern, wie man trotz der Steine, die der Freistaat einem in den Weg legt (ansteigender bürokratischer Aufwand für Ehrenamtliche, ebenso für die Geflüchteten, negativer erster Asylbescheid als Abschreckung, erschwerte Bildungs- und Arbeitsmaßnahmen etc.).
Hätte die Stadt also wirklich Interesse daran, an dieser Situation etwas zu ändern, dass an der Neckarwiese Drogen verkauft werden, dann wäre das alles kein Hexenwerk. Man muss nur wollen. Leider konzentriert sich die Wut dabei eben nur, wie immer, auf die Falschen.
Und danke übrigens, dass man mit der "Gegenseite" ständig in einen Topf geworfen wird, die blind gegen Ausländer hetzen, obwohl ich beinahe täglich meinen kleinen Beitrag leiste, dass Geflüchtete ein anständiges Leben haben und damit auch der einheimischen Bevölkerung weniger zur Last fallen (was sie eh nicht tun, subjektiv aber eben schon).
Ich hoffe doch etwas, dass ich ein Stück weit besser bin.