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Der Boulevardpresse Thread (2 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Kontrolleure finden Mäusekot und Verbraucher erfahren nichts
  • Kontrolleure haben Bäcker und Metzger in Bayern überprüft, die mit Hygienemängeln aufgefallen waren. In jedem zweiten Betrieb wurden sie erneut fündig.
  • Statt die Öffentlichkeit zu informieren, verschwinden die Ergebnisse im Archiv des entsprechenden Landesamts.
  • Ein Transparenz-Paragraf sollte das eigentlich verhindern.
Schwarzschimmel an den Wänden, muffende Beläge unter Schneidebrettern, lose Glassplitter und lebende Käfer - all diese Hygienemängel hielten Lebensmittelkontrolleure bei einer Spezialkontrolle bayerischer Bäcker, Metzgereien und Getränkeproduzenten fest. In einer Bäckerei, so steht es in den Berichten, fanden die Prüfer "Mehlstaub und Mäusekot" in der Teigrollmaschine. Bei einem Schlachtbetrieb notierten sie "Altverschmutzungen in Form von bräunlichen, teils schwärzlichen Belägen" auf den Schneidebrettern, in einer Obstkelterei waren die Wände "schimmelartig" verschmutzt.
[...]
Die Berichte der Lebensmittelexperten aber gelangten nicht an die Öffentlichkeit, sie verschwanden in den Archiven des Landesamtes. Die Verbraucher erfuhren von den Schmuddel-Zuständen nichts. So ist es auch mit den meisten anderen ekelhaften Funden, die Prüfer in Deutschland machen. Bundesweit stellen Lebensmittelkontrolleure laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelhygiene in jedem vierten Betrieb Mängel fest. Etwa die Hälfte davon betrifft die Betriebshygiene.
[...]
Der Transparenz-Paragraf war eine gute Idee, er scheitert aber in der Praxis. Der Freistaat nahm eine Liste der Ekelbetriebe bereits nach wenigen Monaten wieder vom Netz, Hamburg richtete eine Seite ein, auf der nie ein Eintrag erschien. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft teilt auf Anfrage mit, es habe 250 gemeldete Verstöße nach dem Paragrafen gegeben, allerdings nur bis März 2013. Der Grund für diese geringe Zahl: Betroffene Betriebe klagten und mehrere Verfassungsgerichte gaben ihnen recht. Unter anderem kam der Bayerische Verwaltungsgerichtshof vor fünf Jahren zu dem Ergebnis, dass es unklar sei, ob die Veröffentlichung der Namen der Ekelbetriebe rechtmäßig sei. Angesichts der voraussichtlichen wirtschaftlichen Folgen für die betroffenen Firmen, so der Senat, sei ein zu erwartendes Bußgeld von nur 350 Euro als Schwellenwert "unverhältnismäßig gering". Seither schieben sich Länder und der Bund gegenseitig den schwarzen Peter zu. Die Länder verweisen auf die unsichere Rechtslage. Der Bund beruft sich auf das Gesetz - und schiebt die Verantwortung zurück zu den Ländern.
[...]
Auf Bundesebene passiert derweil nicht viel. Im Koalitionsvertrag steht, man wolle eine Regelung schaffen, die es den Betrieben auf "freiwilliger Basis" ermögliche, die Kontrollergebnisse darzustellen. Freiwillig aber, das bestätigt auch das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Anfrage, gibt es schon jetzt keinen Hinderungsgrund für Betriebe, ihre Kontrollen auszuhängen. Nur: Was hätten sie davon?
http://www.sueddeutsche.de/bayern/h...kot-und-verbraucher-erfahren-nichts-1.3864261

giphy.gif
 
Weil wir beim Thema Nahrungsmittel sind: Das hier fand ich ganz interessant. Zwar eh schon lange bekannt, dass mit solchen Praktiken gearbeitet wird aber hier auch mal mundgerecht im Mainstream Format, statt investigativen Recherchen, die irgendwo in einem Eck des Internets verschimmeln.

Der Mann für alle Fälle - Ein Subunternehmer aus der Fleischbranche packt aus
31.01.2018 | 42:45 Min. | UT | Verfügbar bis 31.01.2019 | WDR

Er ist seit mehr als 25 Jahren im Geschäft: Für die norddeutsche Fleischindustrie machte Herr D. als Subunternehmer jahrelang die Drecksarbeit, ging dafür sogar in Untersuchungshaft. Nun packt er erstmals aus, erzählt, wie das System der Werkverträge und osteuropäischen Subunternehmer in der Fleischbranche funktioniert - und wer wirklich daran verdient.

https://www1.wdr.de/mediathek/video...er-aus-der-fleischbranche-packt-aus--100.html
 

In den USA wären die sofort dicht gemacht und angeklagt worden oder mit heftigen Auflagen belegt worden. Genau wie bei den Banken. Oder Automobilherstellern. Man kann den USA ja viel vorwerfen, aber wenn sie ihren Verbraucherschutz durchsetzen, dann (oftmals) richtig. Nicht so eine Kungelei wie bei uns... Jedenfalls bevor Trump angefangen hat, dieses System zu zerstören.
 
@Mondknallschlumpf

Gebe Dir grundsätzlich recht, aber die USA dreht es sich halt immer so wie sie es brauchen. Bei GM beispielsweise sind mit defekten Zündschlössern fast 100 Menschen draufgegangen und da war der Aufstand bei Weitem nicht so groß wie bei dem vergleichsweise lächerlichen Abgasschwindel. Kann mich nicht erinnern, dass ein GM Manager daraufhin eingebuchtet wurde.
 
Ja, das ist natürlich für uns von Nachteil dass sie es gleichzeitig mit einer Form von "Wirtschaftsimperialismus" verknüpfen. Sie nutzen halt ihr Gewicht in der Welt aus. Gleiche Sache wie bei der Verschuldung. Aktuell sind sie noch in der Situation, dass sie es eh nie zurückzahlen müssen geschweige denn können. Also kann man sich natürlich einfach weiter verschulden. Es sei denn China sieht das irgendwann mal anders.
 
@Mondknallschlumpf

Gebe Dir grundsätzlich recht, aber die USA dreht es sich halt immer so wie sie es brauchen. Bei GM beispielsweise sind mit defekten Zündschlössern fast 100 Menschen draufgegangen und da war der Aufstand bei Weitem nicht so groß wie bei dem vergleichsweise lächerlichen Abgasschwindel. Kann mich nicht erinnern, dass ein GM Manager daraufhin eingebuchtet wurde.

Bezüglich den USA und wie sie es sich drehen gebe ich dir Recht aber von lächerlichem Abgasschwindel zu sprechen ist schon arg untertrieben. In der EU sterben jährlich um die 400.000 Menschen vorzeitig durch Feinstaubbelastung (66.000 allein in DE)* und die mobilen Stationen schlagen in Deutschland sogar schon in ländlichen Orten Alarm. Jetzt geht das Problem nicht NUR auf die Automobilindustrie zurück oder gar nur VW, aber so dreist wie hier wissentlich mit unserer Luft gespielt wurde, seh ich da kaum ein, warum nicht aufs Äußerste gegangen werden sollte.

Und weil besonders bei der Automobilindustrie unsere lieben Bundesländer und damit die Regierung große Anteilseigner sind, passt mir das auch ganz gut, dass andere Länder hier Druck machen (geht gar nicht, dass ein Land wie DE das so, des eigenen Profits wegen, missachtet).

*andere Studien sprechen von allein 5.000 Toten pro Jahr die sich auf Dieselabgase zurückführen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
@enix

Das stimmt natürlich und ich wollte den Abgasschwindel auch nicht verharmlosen. Allerdings muss man die entsprechenden Statistiken schon in das rechte Licht rücken. Denn die 100+ Todesfälle bei GM sind direkt und unmissverständlich auf GM zurückzuführen und die - vielleicht 5 Abgastoten - wenn man die erhöhte Feinstaubbelastung auf VW eingrenzt, muss man auch erst mal beweisen.
 
Sehr komischer Artikel muss ich sagen. Warum?

1. Eine Zahl von 38.000 weltweit (die sehr dürftig 2015 errechnet wurde und längst überholt ist).
2. Man rüttelt zunächst an dieser Zahl (Mittelwert)
3. Am Ende widerspricht man ihr aber nicht und sagt, dass Feinstaub für gesunde weniger schädlich ist, als für vorbelastete (vorerkrankte Menschen (ja sach bloß)...

@enix

Das stimmt natürlich und ich wollte den Abgasschwindel auch nicht verharmlosen. Allerdings muss man die entsprechenden Statistiken schon in das rechte Licht rücken. Denn die 100+ Todesfälle bei GM sind direkt und unmissverständlich auf GM zurückzuführen und die - vielleicht 5 Abgastoten - wenn man die erhöhte Feinstaubbelastung auf VW eingrenzt, muss man auch erst mal beweisen.

Das sind schon weitaus mehr als 5 und man kann wohl zumindest sogar einige irgendwie auf Diesel zurückführen, wenn man mal googelt.

Der größte Unterschied ist aber, dass es sich hier um einen Defekt mit Todesfolge auf der einen und auf absichtliche Manipulation, Täuschung und bewusste Körperverletzung bis hin dem in Kauf nehmen von Todesfällen auf der anderen Seite handelt.
 
Letztendlich sagt der Artikel nur aus, das nicht im schnitt 38.000 Kerngesunde Menschen morgen Tot Umfallen, aufgrund der Feinstaubbelastung.
Das suggeriert aber der Text den du geschrieben hast, das 400.000 Menschen vorzeitig sterben, aufgrund der hohen Feinstaubbelastung.
Die Menschen sterben an Krankheiten, die eben auch durch zu hohe Feinstaubbelastung hervorgerufen oder verstärkt werden können.

Ich bin aber auch dafür, das man den ganzen Abgas Skandal von VW nicht einfach so unter den Tisch fallen lässt. Jetzt gab es eine Razzia in NSU bei Audi. Da wird man sicher ein paar Bauernopfer hinstellen, die sich dafür verantworten können - das Problem wird damit aber auch nicht gelöst.
 
Das mit dem Bauernopfer ist auch so lächerlich. Hat hier schonmal jemand B2B mit VW betrieben? Was das für ein Akt ist aufs Gelände zu kommen, was man alles abgeben und überkleben muss... Dann wollte uns mal ein MA Stifte mitgeben... dafür musste er sich 3 Genehmigungen einholen...

Sowas was da gelaufen ist macht kein Ingenieur oder kein Team von solchen unter sich. Das wusste die Spitze zu 100000% und das weiß auch unsere Regierung. Aber Geld stinkt eben nicht.
 
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