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Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wo ist hier die Lynchjustiz? Wir haben hier lediglich zwei Gruppen von Usern, die ein unterschiedliches Strafmaß fordern.

Die Diskussion war bis eben sachlich .
Sachlich?
Indem man von "Menschen" (in Anführungszeichen), "Subjekten" und lebenslang wegsperren - die Höchststrafe, die bei uns den allerschlimmsten Verbrechen vorbehalten ist - spricht?

Und "ihr" fordert halt kein Strafmaß, das wie in einem Rechtsstaat festgesetzt wird, sondern pauschal an überzogene Höchststrafen, die unser Rechtssystem für diese Tat nicht annähernd vorsieht.

Ne sorry. Und übrigens hab ich Lynchjustiz in Anführungszeichen gesetzt, weil ich damit die überzogene Bedeutung des Worts kenntlich machen wollte.
Ersetz es halt durch Wutbürgertum...
 
Aber nur weil es diese Leute gibt kann man ja nicht die ganzen anderen, geläuterten jugendlichen Straftäter unter Generalverdacht stellen und sie überzogen lange wegsperren.

Dein angeführter Fall hat seine Chance bekommen, die ihm zusteht, sie nicht genutzt und dann die Quittung in Form einer härteren Strafe bekommen.
Da geb ich dir vollkommen recht. Und Leute die hier "lebenslange Haft" fordern sind imo auch nicht weniger brutal.
 
Was wurde denn hier gefordert, was das Gesetz nicht vorsieht?

Das "Lebenslang schützen", was ich gefordert habe, soll eine Therapie etc. beinhalten. Keine Todesstrafe.
Wenn er nicht krank ist, sieht das Gesetz auch keine Therapie vor. Wenn er krank sein sollte, sind die Möglichkeiten des lebenslangen Wegsperrens noch am ehesten gegeben. Dann kann man dem Mann aber keinen Vorwurf machen.

Und bitte, ich will doch nicht den Typen verteidigen. Die Tat ist unfassbar, da gibt es doch keine zwei Meinungen. Aber eben dafür gibt es neutrale Profis (nicht mich in dem Fall), die das sachlich analysieren, werten und dann entscheiden. Und da kann man eben nicht nach Sicht eines Videos mit Wut im Bauch irgendwas fordern. Mehr sag ich ja gar nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sachlich?
Indem man von "Menschen" (in Anführungszeichen), "Subjekten" und lebenslang wegsperren - die Höchststrafe, die bei uns den allerschlimmsten Verbrechen vorbehalten ist - spricht?

Und "ihr" fordert halt kein Strafmaß, das wie in einem Rechtsstaat festgesetzt wird, sondern pauschal an überzogene Höchststrafen, die unser Rechtssystem für diese Tat nicht annähernd vorsieht.

Ne sorry. Und übrigens hab ich Lynchjustiz in Anführungszeichen gesetzt, weil ich damit die überzogene Bedeutung des Worts kenntlich machen wollte.
Ersetz es halt durch Wutbürgertum...

Eine Gesellschaft lebenslang schützen, vor den Taten dieser Person, ist doch nicht = wegsperren.

Gefängnis + Therapie.
 
Eine Gesellschaft lebenslang schützen, vor den Taten dieser Person, ist doch nicht = wegsperren.

Gefängnis + Therapie.
tim, ich will ja auch nichts gegen dich sagen oder andere hier angreifen, sorry, wenn es so rüber kam. Aber manchmal wirken Reaktionen auf solche Taten in der Öffentlichkeit auf mich immer etwas extrem, sodass ich das Gefühl kriege, der einzige Grund, warum wir nicht nach wie vor Dieben die Hände abhacken und Leute an Bäumen aufknüpfen ist, dass es verboten ist. Und der Gedanke ist gruselig, vor allem, wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen der Bevölkerung für derartige drakonische Strafen wären, aber dann Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn sie ein Bußgeld von 100,00 Euro zahlen sollen, weil sie mal wieder den Fuß nicht vom Gas lassen konnten. Damit meine ich nicht dich, wie gesagt, dieser Eindruck entsteht manchmal, wenn Reaktionen der Bevölkerung beobachtet und dieser Eindruck erschreckt mich.
 
Das Problem ist halt, dass es im Jahr immer 2-3 Fälle gibt bei denen man sich als "unbescholtener Bürger" beim Strafmaß und teilweise auch bei den Urteilen ansich an den Kopf greift. Leute können es einfach nicht verstehen, dass jemand "weil er 4 Monate keinen Sex hatte" im Schwimmbad einen kleinen Buben vergewaltigt und 7 Jahre bekommt. Oder dass eine Zeitschrift KZ Überlende als "Landplage" bezeichnen darf.

Und ich denke die wenigstens stellen unser Rechtssystem (für das wir dankbar sein müssen) ansich in Frage. Aber es ist IMO legitim über Strafmaß und berücksichtigte Faktoren zu diskutieren und sie auch scheisse zu finden. Das hat dann weniger mit Mistgabeln zu tun sondern mehr mit einer anderen Auffassung. Kein System ist perfekt, trotzdem muss man natürlich heilfroh sein in einem Rechtsstaat wie DE oder AUT leben zu dürfen. Ich finds zum Beispiel wirklich beschissen, dass der Alkoholgehalt im Blut beim Urteil, mildernd, eine Rolle spielt.
 
tim, ich will ja auch nichts gegen dich sagen oder andere hier angreifen, sorry, wenn es so rüber kam. Aber manchmal wirken Reaktionen auf solche Taten in der Öffentlichkeit auf mich immer etwas extrem, sodass ich das Gefühl kriege, der einzige Grund, warum wir nicht nach wie vor Dieben die Hände abhacken und Leute an Bäumen aufknüpfen ist, dass es verboten ist. Und der Gedanke ist gruselig, vor allem, wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen der Bevölkerung für derartige drakonische Strafen wären, aber dann Himmel und Hölle in Bewegung setzen, wenn sie ein Bußgeld von 100,00 Euro zahlen sollen, weil sie mal wieder den Fuß nicht vom Gas lassen konnten. Damit meine ich nicht dich, wie gesagt, dieser Eindruck entsteht manchmal, wenn Reaktionen der Bevölkerung beobachtet und dieser Eindruck erschreckt mich.

Geht mir ja genauso , trotzdem
sollte man sich die einzelnen Beiträge der User richtig durchlesen und ggfs. nachfragen, bevor man Fackeln und Mistgabel herausholt.
 
Und wer sagt das? Die BILD, die genau die Fälle rauskramt, die unverbesserlich sind? Und all diejenigen jugendlichen Täter, die aus ihrer angemessenen Strafe kommen und sich nie wieder was zu schulden kommen lassen, unter den Tisch fallen lässt?

War auch ein schöner Bericht im Spiegel vor 2-3 Monaten und glaub mir, die Quote war alles Andere als gut..... gerade was Therapien angeht.
 
Wenn er geistig gestört ist, kann man ihm doch überhaupt keinen Vorwurf machen.

Und das ist falsch. Es kommt drauf an ob jemand einschätzen kann was er da gerade tut. Und das können die meisten psychisch kranken Menschen (ich nehm jetzt mal an das ist mit "geistig gestört" gemeint.)

Ich arbeite nun schon seit 15 Jahren mit psychisch kranken Menschen und ich bin immer wieder entsetzt wie leichtfertig Gerichte die Erkrankung als Strafmilderung ansehen, obwohl der Täter zu 100% wusste was er tat. Und ich rede jetzt nicht von irgendwelchen Fällen die ich aus der Presse kenne sondern von Leuten die ich sowohl vor als auch nach der Tat beruflich begleitet habe.
Das Problem ist dass Richter schlicht keinen Plan von der Erkrankung haben und die Gutachten die dann angefertigt werden schlicht unzureichend sind. Solche Gutachten entstehen oft nur in einem einzigen Gesprächstermin und Erfahrungen von Fachleuten die evtl. die Leute schon seit Jahren kennen werden oft ignoriert.

Von daher halte ich härtere Strafen (bzw. die intensivere Auseinandersetzung mit der Frage inwieweit der Täter nun zurechnungsfähig war oder nicht) aus meiner fachlichen Sicht für angebracht und auch bitter nötig.

Als Abschluss noch ein Zitat eines Klienten von mir: "Die können mir gar nix... ich hab ne Diagnose."
 
Bin ich der Einzige, der nicht fassen kann, was der Fall für ein mediales Interesse hat?

Vorletzte Woche oder so bei einem Hertha-Spiel haben sich besoffene Typen geprügelt und ein Kollege flog dann - ohne dass er etwas von dem Streit mitbekommen hat - zwei Sitzreihen runter und brach sich eine Rippe.
Diese Woche um 18 Uhr in der vollen Bahn haben drei Jugendliche mit Butterflymessern gekämpft. Joa, man hofft dann, dass man so ein Ding nicht ins Auge bekommt, aber quatscht halt weiter.
Ebenfalls diese Woche fuhr meine Mutter zur Arbeit. Ein Betrunkener Typ laberte lauthals über Merkels Politik, ging dann zu einem Schwarzen und meinte, dass er ja bestimmt kein Füchtling sei und er nichts gegen Schwarze in Berlin hat, blabla. Der Schwarze sagt nur "Fuck off", drückt ihn gegen die Tür und tritt ihn an der nächsten Station raus und spuckt ihn an. Naja, hat er auch irgendwie verdient.

Also vielleicht bin ich irgendwie abgestumpft was sowas angeht, aber wenn ich alleine am Bahnhof bin und da eine Assi-Gruppe ist, ehrlich gesagt würde es mich mehr überraschen, wenn ich da unbeschadet vorbeilaufe, als wenn man mich eine Treppe runterstoßen würde.

Wenn ich mir die aktuellen Polizeieinsätze in Berlin ansehe, sehe ich zig schwerwiegendere Taten.
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/
Allein in den letzten 24 Stunden wurden Homosexuelle geschlagen, Kioske und Apotheken überfallen, mehrere Autos angezündet, ein Ehemann bringt seine Frau um, im Internetcafe zieht einer einem eine Bierflasche über den Kopf, ein Taxifahrer wurde von seinen Fahrgästen verprügelt, und und und.

Ich will keinen der Fälle runterspielen, aber wundere mich total wie das ganze Land über einen Fall diskutiert, der es sonst kaum in den regionalen Teil eines Boulevardblatts schaffen würde.
 
Bin ich der Einzige, der nicht fassen kann, was der Fall für ein mediales Interesse hat?

Vorletzte Woche oder so bei einem Hertha-Spiel haben sich besoffene Typen geprügelt und ein Kollege flog dann - ohne dass er etwas von dem Streit mitbekommen hat - zwei Sitzreihen runter und brach sich eine Rippe.
Diese Woche um 18 Uhr in der vollen Bahn haben drei Jugendliche mit Butterflymessern gekämpft. Joa, man hofft dann, dass man so ein Ding nicht ins Auge bekommt, aber quatscht halt weiter.
Ebenfalls diese Woche fuhr meine Mutter zur Arbeit. Ein Betrunkener Typ laberte lauthals über Merkels Politik, ging dann zu einem Schwarzen und meinte, dass er ja bestimmt kein Füchtling sei und er nichts gegen Schwarze in Berlin hat, blabla. Der Schwarze sagt nur "Fuck off", drückt ihn gegen die Tür und tritt ihn an der nächsten Station raus und spuckt ihn an. Naja, hat er auch irgendwie verdient.

Also vielleicht bin ich irgendwie abgestumpft was sowas angeht, aber wenn ich alleine am Bahnhof bin und da eine Assi-Gruppe ist, ehrlich gesagt würde es mich mehr überraschen, wenn ich da unbeschadet vorbeilaufe, als wenn man mich eine Treppe runterstoßen würde.

Wenn ich mir die aktuellen Polizeieinsätze in Berlin ansehe, sehe ich zig schwerwiegendere Taten.
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/
Allein in den letzten 24 Stunden wurden Homosexuelle geschlagen, Kioske und Apotheken überfallen, mehrere Autos angezündet, ein Ehemann bringt seine Frau um, im Internetcafe zieht einer einem eine Bierflasche über den Kopf, ein Taxifahrer wurde von seinen Fahrgästen verprügelt, und und und.

Ich will keinen der Fälle runterspielen, aber wundere mich total wie das ganze Land über einen Fall diskutiert, der es sonst kaum in den regionalen Teil eines Boulevardblatts schaffen würde.

Das klingt als wenn du in einem fränzösischen Ghetto leben würdest. :schreck: :ugly:
 
Bin ich der Einzige, der nicht fassen kann, was der Fall für ein mediales Interesse hat?

Vorletzte Woche oder so bei einem Hertha-Spiel haben sich besoffene Typen geprügelt und ein Kollege flog dann - ohne dass er etwas von dem Streit mitbekommen hat - zwei Sitzreihen runter und brach sich eine Rippe.
Diese Woche um 18 Uhr in der vollen Bahn haben drei Jugendliche mit Butterflymessern gekämpft. Joa, man hofft dann, dass man so ein Ding nicht ins Auge bekommt, aber quatscht halt weiter.
Ebenfalls diese Woche fuhr meine Mutter zur Arbeit. Ein Betrunkener Typ laberte lauthals über Merkels Politik, ging dann zu einem Schwarzen und meinte, dass er ja bestimmt kein Füchtling sei und er nichts gegen Schwarze in Berlin hat, blabla. Der Schwarze sagt nur "Fuck off", drückt ihn gegen die Tür und tritt ihn an der nächsten Station raus und spuckt ihn an. Naja, hat er auch irgendwie verdient.

Also vielleicht bin ich irgendwie abgestumpft was sowas angeht, aber wenn ich alleine am Bahnhof bin und da eine Assi-Gruppe ist, ehrlich gesagt würde es mich mehr überraschen, wenn ich da unbeschadet vorbeilaufe, als wenn man mich eine Treppe runterstoßen würde.

Wenn ich mir die aktuellen Polizeieinsätze in Berlin ansehe, sehe ich zig schwerwiegendere Taten.
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/
Allein in den letzten 24 Stunden wurden Homosexuelle geschlagen, Kioske und Apotheken überfallen, mehrere Autos angezündet, ein Ehemann bringt seine Frau um, im Internetcafe zieht einer einem eine Bierflasche über den Kopf, ein Taxifahrer wurde von seinen Fahrgästen verprügelt, und und und.

Ich will keinen der Fälle runterspielen, aber wundere mich total wie das ganze Land über einen Fall diskutiert, der es sonst kaum in den regionalen Teil eines Boulevardblatts schaffen würde.

Da ist man plötzlich ganz froh nicht in Berlin zu leben. Das Center in dem mein Laden liegt und das Wohngebiet unterhalb gleicht schon fast einem Ghetto und dennoch hab ich noch nie solche Sachen erlebt. :D
 
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