Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Boulevardpresse Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Natürlich hat man extrem ein Problem wenn man wegzieht und sich erneut eine Wohnung suchen muss, das geht mir ja genauso. Problem ist die Wirtschaftskrise da die Reichen in Geldwerte investieren und entsprechend sich einkaufen, und hier wird von seitens des Berliner Senats nichts getan dass hier nach einer Sanierung moderate Mieten angeboten werden müssen die sich an den Mietspiegel halten. Und in Berlin steigen Löhne nicht sondern fallen, wie sollen Einheimische bei Neuvermietung natürlich mit denen Konkurrieren die mit vollen Taschen ankommen? Klar geht nicht. Aber solange hier auch politisch nicht dagegen vorgangen wird passiert auch nichts. Man kann den Berlinern nur raten, nicht umzuziehen.

Und Berlin wird überschwemmt von Europäern wie Spanier die hier jeden Job annehmen für jeden Lohn, die drücken die Preise auch noch, dann noch die Generation Praktikum die für lau arbeiten, es ist unglaublich dass es keinen Mindestlohn in diesem Lande gibt.
 
Ich habe in Neukölln gelebt und meine Mutter wohnt immer noch im assigsten Teil Neuköllns. Und das Ding ist in den letzten Jahren sehr hip geworden. Dort wohnen immer noch sehr, sehr viele arme Menschen, aber es wohnen dort auch mehr und mehr Akademiker. Gerade um den Hermannplatz rum (Südstern über Hasenheide bis Anfänge Sonnenallee und bis zum Kottbusser Tor) und der riesige Biomarkt ist ein gutes Indiz für die Gentrifizierung, weil daran arme Menschen und Türken kein/wenig Interesse haben. Oder die ganzen neuen Bars rund um die Weserstraße. Und geh mal zu einer beliebigen Wohnungsbesichtung z.B. in der Urbanstraße. Unzählige Bewerber. Teilweise 30-50 Personen dort. Von den "schönen" Ecken will ich gar nicht erst sprechen, aber das ist auch ein ganz anderes Neukölln (Rixdorf, Baumschulenweg, etc.). Eigentlich reicht es sogar aus mal nachts mit dem M41er Bus zu fahren um zu sehen, wie sich der Bezirk verändert hat.
Das Abgefuckte zieht natürlich an. Die Möbelhaufen in den Hinterhöfen sind cool, ebenso der Balkanpop und der Deutschrap, der von den Nachbarn dröhnt. Das wollen die Zugezogenen doch genau und das lassen sie sich auch was kosten. Günstige Mieten gibt es immer noch, aber halt unzählige Bewerber für jede noch so bescheidene Wohnung. Und die günstigen Mieten gibt es auch nur, weil die Mietpreise geregelt werden. Die Steigung der Mietpreise in Neukölln ist enorm und wenn die Fluktuation so bleibt, werden die auch absolut an die Decke gehen.
 
pil schrieb:
Klar geht nicht. Aber solange hier auch politisch nicht dagegen vorgangen wird passiert auch nichts. Man kann den Berlinern nur raten, nicht umzuziehen.

Naja, man kann die Neuankömmlinge auch schon vor den Toren Berlins mit Eiern und Hundescheiße begrüßen! Dann kommen vielleicht weniger! :D
 
eape schrieb:
Ich habe in Neukölln gelebt und meine Mutter wohnt immer noch im assigsten Teil Neuköllns. Und das Ding ist in den letzten Jahren sehr hip geworden. Dort wohnen immer noch sehr, sehr viele arme Menschen, aber es wohnen dort auch mehr und mehr Akademiker. Gerade um den Hermannplatz rum (Südstern über Hasenheide bis Anfänge Sonnenallee und bis zum Kottbusser Tor) und der riesige Biomarkt ist ein gutes Indiz für die Gentrifizierung, weil daran arme Menschen und Türken kein/wenig Interesse haben. Oder die ganzen neuen Bars rund um die Weserstraße. Und geh mal zu einer beliebigen Wohnungsbesichtung z.B. in der Urbanstraße. Unzählige Bewerber. Teilweise 30-50 Personen dort. Von den "schönen" Ecken will ich gar nicht erst sprechen, aber das ist auch ein ganz anderes Neukölln (Rixdorf, Baumschulenweg, etc.). Eigentlich reicht es sogar aus mal nachts mit dem M41er Bus zu fahren um zu sehen, wie sich der Bezirk verändert hat.
Das Abgefuckte zieht natürlich an. Die Möbelhaufen in den Hinterhöfen sind cool, ebenso der Balkanpop und der Deutschrap, der von den Nachbarn dröhnt. Das wollen die Zugezogenen doch genau und das lassen sie sich auch was kosten. Günstige Mieten gibt es immer noch, aber halt unzählige Bewerber für jede noch so bescheidene Wohnung. Und die günstigen Mieten gibt es auch nur, weil die Mietpreise geregelt werden. Die Steigung der Mietpreise in Neukölln ist enorm und wenn die Fluktuation so bleibt, werden die auch absolut an die Decke gehen.

Ich weiß nicht wie lange du schon Neukölln kennst aber genau das war Neukölln früher schon, das war hip, geile Bars, coole Leute, dann wurde Neukölln deutlich ärmer, hat man recht schnell gemerkt wie es auch immer hässlcher wurde, die Mieten blieben auf einem guten Niveau. Dann wurde Berlin teurer und klar, alle suchten billigen Wohnsitz und es zogen viele auch nach Neukölln, jetzt gibts dort wieder Bars wie vor 20 Jahren, find ich sogar gut wenn es so ist, damals hat man Neukölln aber nicht mit Gentifizierung gleichgesetzt, so war Neukölln früher schon, wenn es sich jetzt wieder zurück entwickelt ist das zumindest aus der gemütlichen Sicht kein Beinbruch, ich konnte halt irgendwann die 99 Cent Geschäfte und unzähligen Telefonläden nicht mehr sehen.

Und Neukölln ist eh riesen groß, es gibt dort schon immer schlimme Ecken und schöne Ecken mit 300k Einwohnern, wahrscheinlich kommen noch mal 50k Illegale dazu. :D
 
Ja, Neukölln war immer hip, ebenso wie Kreuzberg, aber trotzdem wohnen da jetzt erheblich mehr Akademiker alsnoch vor 10 Jahren. Ich bin übrigens im Urbankrankenhaus geboren und am Südstern aufgewachsen (bis ich nach Wedding gezogen bin), als quasi Kreuzkölln, wie man es auch nennt. Ich kenne Neukölln also schon ein paar Jahre. Und das war nicht immer so, dass sogar im tieferen Neukölln (also rund um Karl-Marx-Str./~Sonnenallee 150) in jedem Haus mehrere WGs/Akademikerhaushalte waren. Und als ich von zu Hause ausgezogen bin (2004 oder 2005) gab es deutlich weniger Bewerber in Neukölln. Da war Neukölln noch etwas "unbekannter" als Kreuzberg. Jetzt sind die beiden Bezirke gefühlt gleich attrakriv. Wenn man auf wg-gesucht, wo Studenten hinziehen wollen, heißt es immer "XBerg, Neukölln oder Fhain". Von mir aus sind die Bezirke schon seit zig Jahren hip, aber die Anteile der Schichten, die dort wohnen verschieben sich ganz gewaltig. Und das ist Gentrifizierung. Wenn du das gut findest, wie sich Neukölln entwickelt, ist das ja voll okay, aber auf jeden Fall tut sich da was. und das kann man schwer ignorieren.
 
Ich bin nicht für Gentifizierung aber ich bin für eine gesunde Mischung und nicht für eine Slumbildung von der keiner etwas hat, wenn Neukölln hier aufgewertet wird ist das für Neukölln sehr gut weil eben auch Geschäfte wieder zurück kommen und nicht nur Spielhöllen.
 
Gentrifizierung an sich ist bzw. sollte eben genau dieser Prozess sein, einen heruntergekommenen Kiez positive Impulse geben. Gentrifizierung ist nicht pauschal schlecht. Nur sieht man halt, dass es nicht gesteuert wird, wie auch im Prenzlauer Berg und am Ende werden die alten Bewohner verdrängt und regelrecht rausgeschmissen.

Ja, gerade wenn es die eigene, alte Heimat betrifft, in der man aufgewachsen ist, dann ist das schon sehr befremdlich. Die meisten dieser hippen Menschen sind nach ein paar Jahren wieder weg, aber die Mieten bleiben natürlich so hoch und man fühlt sich, als hätte man ein Stück der eigenen Identität verloren.
 
Das geht doch jedem so, überall, es verändert sich jede Stadt außer vielleicht Bitterfeld. Natürlich stimmt es wenn es extremfälle gibt aber selbst im Prenzlauer Berg könnte man aus der Husemann Straße keine 100m weiter ziehen, bliebe im Kiez und hätte bezahlöbare Mieten gehabt, es ist nicht wahr dass ein ganzer Kiez plötzlich unbezahlbar geworden ist, siehe Eape der nahe Schwabylon eine billigere Mietswohnung gefunden hat als in Neukölln.

Ich bin ja vor 2 Tagen mal in eine andere Richtung heim gefahren, also ich musste auch schlucken was für schnieke Läden hier stehen wo man früher noch gesoffen hat und heute ein Promifriseur drin ist.

Aber wie gesagt, man kann nicht erwarten dass ein Kiez und die Gegend sich 40 Jahre lang nicht verändern, selbst 20 Jahre ist grenzwertig und dass die Mieten über solche Jahre auch nicht steigen, ja wer hätte das denn gedacht? Die Berliner sinds halt wegen der Mauer nicht gewohnt gewesen und mussten jetzt das lernen was alle anderen Städte längst hinter sich haben, Berlin bleibt ja trotzdem schön und die Heimat, für mich zumindest, selbst wenn ich mal in einen Randbezirk ziehen muss. :schreck: Wobei ich hab ne Staffelmiete, da kann nicht mehr viel kommen. :D
 
Du unterstellst einem ständig Extreme, die so gar nicht gefordert wurden. :kaffee:
In den 80iger Jahren gab es in Westberlin ne heftige Wohnungsnot, vermutlich schlimmer als heute. Logisch, dass in einer eingemauerten, halben Stadt Wohnungen Mangelware waren. In Ostberlin sah es ähnlich aus. Nur das dort die Mieten aus ideologischen Gründen niedrig gehalten wurden. Erst ab Mitte der 90er hat sich der Wohnungsmarkt entspannt.
 
what-the-fuck-meme-generator-what-the-fuck-am-i-reading-3255b3.jpg
 
Die Diskussion hat sich aus nem Beitrag entsponnen, der hier durchaus reinpasst. Wer sagt, dass hier nur über Botoxfressen diskutiert werden darf?
 
Zurück
Oben