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Darf man den Namen eines Stalkers veröffentlichen?

Darf man den Namen eines Stalkers veröffentlichen?

  • Ja darf man!

    Stimmen: 37 52,1%
  • Nein darf man nicht!

    Stimmen: 23 32,4%
  • Ist eine Fallentscheidung!

    Stimmen: 9 12,7%
  • ich wurde schon veröffentlich.....

    Stimmen: 2 2,8%

  • Umfrageteilnehmer
    71

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Cale schrieb:
Blablabla, wenn man betroffen ist, sieht man das selbstredend anders. Nichtsdestotrotz hat der Rechtsstaat seine Berechtigung und ist selbst mit all seinen Fehlern immer noch das Beste, was uns begegnet ist. Bedauerlich, wenn Du das anders siehst ...

Ich sehe das nicht anders, ich sehe nur auch die andere Seite. Wir haben zwei Möglichkeiten:

Wessen Unschuld erwiesen ist, der kommt frei
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Grauzone

Ab und an erwischt es halt einen Unschuldigen
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Ab und an lässt man halt ein Dreckschwein entkommen

Grauzone
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Überführte Täter sind dran

Das Problem ist die Grauzone. Fehler passieren hüben wie drüben. Das ist normal, da kann man nix gegen machen. Aber man muss eben akzeptieren, dass es diese Grauzone gibt. Unschuldig Verurteilte haben die Arschkarte. Opfer, deren Täter laufen gelassen werden, haben die Arschkarte. Shit happens, kann jedem von uns passieren. Life sucks. Get a helmet.

ABER: Wenn es am Ende so umgesetzt wird, dass es heißt: Solange wir nur ja keinen Unschuldigen verknacken, ist es okay, wenn ab und an ein Schwein durch die Maschen schlüpft, dann stimmt irgendwas nicht. Rechtsstaat ist ja schön und gut, aber in Fällen wie diesen sind die Gesetze einfach ungenügend bzw. zu sehr für die Täter gewichtet. Und das finde ich schlecht. Und daran wird sich auch nichts ändern - in dubio pro reo hin oder her. Der Staat nimmt für sich in Anspruch, allein alles regeln zu dürfen. Dabei ist er aber unglaublich träge und teilweise auch vollkommen unfähig, irgendwas zu unternehmen, da ihm die Hände gebunden sind. Gleichzeitig lautet die Botschaft an die Opfer: Wenn wir nix tun können oder dürfen, dann hast du eben Pech gehabt.

@ Jiders

Ich habe keine persönlichen Erfahrungen mit Stalkern, aber ich stelle mich auch nicht hin und sage den Opfern, dass sie gefälligst die Füße stillhalten sollen, weil Paragraf X, Absatz Y keinerlei Handlungen ihrerseits, die über eine Anzeige hinausgehen, gestattet. So zynisch bin ich dann doch nicht.

Im Übrigen solltest du im korrekten Kontext zitieren Ich lehne "in dubio blabla" nicht generell ab. Ich lehne die Denke ab, dass eben zugunsten dieses Prinzips liebend gern ein paar Schweine laufen gelassen werden, während ihre Opfer dann nur in der Nase bohren können.
 
Glod schrieb:
... aber in Fällen wie diesen sind die Gesetze einfach ungenügend bzw. zu sehr für die Täter gewichtet. Und das finde ich schlecht.

Sehe ich auch so. Ändert aber nichts an den grundlegendem Prinzip des Rechtsstaates

Der Staat nimmt für sich in Anspruch, allein alles regeln zu dürfen. Dabei ist er aber unglaublich träge und teilweise auch vollkommen unfähig, irgendwas zu unternehmen, da ihm die Hände gebunden sind.

Die Alternative ist dann quasi Selbstjustiz oder wie? Weil das ja auch so gut klappt und der Mensch von sich aus ja gerecht und maßvoll ist und nur überaus rational handelt? Hat man ja in Emden zuletzt wunderbar gesehen. Dem Staat sind übrigens zu Recht zuweilen die Hände gebunden. Eine Lektion, die uns die Geschichte bitter gelehrt hat. Das sollte man nicht vergessen!

Sorry, ich kann den Unmut ja durchaus verstehen, aber Deine Alternative ist hundertfach schlimmer. Vielleicht nicht im Einzelfall, aber wenn man ihn konsequent weiterdenkt.
 
Das Umfrageergebnis ist echt hart und macht mich wütend. Wie kann man sich nur so blind und dumm den Werten gegenüber stellen, die hart für unsere modernen Gesellschaft erarbeitet wurden. Der Ethikunterricht bzw. moralische Erziehung kommt in unserem Bildungssystem viel zu kurz.

Glod nimmt zwar keine Argumente an, versteht offensichtlich die hälfte der Diskussion nicht und ist sich nicht darüber im Klaren welche Bedeutung in seinen Sätzen steckt, noch trauriger ist aber wie sich hier kaum einer an der Diskussion beteiligt der "Ja" gevotet hat. Was ist los? Wo ist euer Standpunkt?
Ist euch überhaupt klar das ihr nichts anderes als Auge um Auge, Zahn um Zahn gut heißt? Das ihr mit diesem Statement Gegengewalt die weit über Selbstverteidigung heraus geht rechtfertigt? Und das ihr Rache als Rechtskonzept anerkennt? Warum zur Hölle soll soetwas ok sein?
 
Die "Ja"-Sager können nicht viel sinnvoll argumentieren. Es bleibt IMO nur das persönliche Gerechtigkeitsempfinden übrig als "Argument".

Und selbst Glods Argument, dass evtl. ein Täter nicht gefasst wird und ein Opfer Opfer bleibt... ist kein wirkliches Argument contra geltendes Recht und pro Selbstjustiz.
 
Ich habe für ja gestimmt.

Zu dem Zeitpunkt ging es hier noch nicht um Rache sondern darum, dass jemand (von dem ich nichtmal wusste, dass sie Polizistin ist) ein Pimmelbild per email erhalten hat und selbiges mit dem Namen gepostet hat.

Fand ich lustig und daher für "ja" gestimmt.


Jetzt hat sich die Diskussion aber in eine ganz andere Richtung bewegt und wurde zur Selbstjustiz-debatte. Klar bin ich gegen Selbstjustiz, das habe ich auch schon mehrfach bei anderen Diskussionen zum Ausdruck gebracht. Aber als ich hier abgestimmt habe ging es noch um das "outing" eines Lüstlings und da sage ich mir: Wenn ich so doof bin meinen Pimmel aufm Bild per email zu verschicken, brauche ich mich nicht wundern wenn den nicht nur der Empfänger sieht.
 
Versteh gar nicht, warum man das so zwanghaft aus der Sicht des Gesetzgebers oder der Polizei betrachten muss. Sie hat für sich privat entschieden, das zu veröffentlichen. Finde ich gut, würde ich möglicherweise genauso machen. Kriegt sie deswegen nun Ärger mit der Justiz? Scheinbar nicht. Hat sie der Typ deswegen angezeigt? Kann er ja mal probieren! :D

Sie hätte vielleicht noch die Postleitzahl veröffentlichen sollen, damit es noch konkreter ist. Naja, beim nächsten Mal ist sie vielleicht schlauer.
 
Hab das ganze nun nicht wirklich verfolgt, aber es wurde ja "nur" der Name veröffentlicht und kein Aufruf zum "Wer Zeit und Lust hat: bitte bei nächster Gelegenheit steinigen" als Event auf Facebook gepostet.

Finde das nun wirklich nicht als "Selbst"justiz. Ich würde ja auch keinen Namen "verheimlichen" wenn mich jemand berauben würde, oder ähnliches. Klar, gesellschaftlich geächtet ist er nun, aber was ist da nun schlimm dran? Er ist halt ein ekliges Schwein, der vielleicht einen auf gutbürgerlich macht und abends nichts besseres zu tun hat als Frauen mit unvorteilhaften Bildern seines schwächsten Stückes zu belästigen. Und ja, ich finde schon dass das ruhig öffentlich gemacht werden soll. Eventuell hilft man ihm ja damit. (Wie viele solcher kranker Seelen (und ja viele können "nichts" für ihre "Abart") wünschten sich dass dieser Schrecken ihrer selbst endlich publik gemacht wird und sie frei und offen damit umgehen können...)

Und wer so freimütig sein Name und Adresse angibt, der darf auch ruhig damit rechnen dass die Frau nicht klein "beigibt" und diese scheiße mit sich machen lässt, sondern Polizei, Freund oder Öffentlichkeit einschaltet...
 
FiscHwäcg schrieb:
Ist euch überhaupt klar das ihr nichts anderes als Auge um Auge, Zahn um Zahn gut heißt? Das ihr mit diesem Statement Gegengewalt die weit über Selbstverteidigung heraus geht rechtfertigt? Und das ihr Rache als Rechtskonzept anerkennt? Warum zur Hölle soll soetwas ok sein?

Sexuelle Belästigung/Stalking/etc. vs Veröffentlichen des Namens des Betreffenden auf Facebook. Das ist Auge um Auge, Zahn um Zahn? Halte ich für ein Gerücht.
Ansonsten tolle Argumentation. Ich vermisse irgendwie noch die Begriffe Anarchie und Untergang der Zivilisation. Aber wir wollen's ja auch nicht übertreiben...

@ Zimtzicke

Die Nein-Sager argumentieren natürlich erheblich sinnvoller, indem sie immer gleich den Untergang unserer Gesellschaft beschwören, wenn sich tatsächlich mal jemand wehrt. Wer glaubt denn hier ernsthaft, dass die Behörden in so einem Fall was unternehmen würden? Bei der Friedrich vielleicht - die ist prominent und Polizistin. Da kann man als Kollege schon mal bevorzugt werden. Aber wenn meine Nachbarin wegen so einer Mail zur Polizei gehen würde - denkt hier wirklich wer, da würde irgendwas passieren? Mein Gott, die haben nicht mal was gemacht, als bei meiner alten Wohnung, einer über Wochen die komplette Straße mit Nazimusik beschallt hat. Man hat uns im Gegenteil noch indirekt von weiteren Schritten wie Anzeigen abgeraten. Da sollen die wegen einem Pimmelbild aktiv werden? Wer's glaubt, wird selig.
Wenn das Gesetz von mir erwartet, dass ich mich an den Staat wenden soll, dann darf ich wohl im Gegenzug erwarten, dass der mir auch hilft, wenn ich irgendwann komme. Aber wenn er mir nicht helfen kann, oder will, soll ich halt einfach alles schlucken, was kommt?
 
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