Das größte Problem heutzutage mit Tieren/Hunden ist, daß man diese zu sehr vermenschlicht und auch nicht mehr wie ein Tier behandelt (zu sehr verhätschelt und nicht artgerecht behandelt).
Meist nur noch zur Ware verkommen die man einfach kauft, weil es cool ist - und Hauptsache billig!
Und ein Hund braucht viel Zeit, Zuwendung und vor allem auch Erziehung!

Wer nie Kinder haben will, sollte sich auch keinen Hund zulegen.
Ich kann ja mal so zwei Beispiele aus meinem Freundeskreis nennen:
Der Alte von meinem Kumpel ist Jäger und irgendwann brauchte er ja unbedingt einen Jagdhund.
Einen Hund hatte er nie zuvor besessen.
Es wurde dann ein Kleiner Münsterländer, der aber ausgewachsen fast so groß wie ein Großer Münsterländer wurde.
Obwohl er später sogar die Jagdhundausbildung geschafft hatte, wurde es ein total verhätscheltes fettes Viech der auf die Couch und ins Bett durfte.
Er hörte auf`s Wort - und wenn es das zwanzigste war.
Sonderlich folgsam war er also nicht.
Obwohl das Grundstück fast ausbruchsicher ist, ist der Hund öfter ausgebüchst oder hat den Garten verwüstet.
Aber den mal vorübergehend an eine sechs Meter lange Kette mit einem Korkenzieher zu legen geht ja nicht.
Lustig war es auch daß man den Hund nicht allein lassen konnte, denn das hatte man nie geübt.
Also war der Hund meist mit ins Büro oder bei meinem Kumpel zuhause - der ist Selbstständig.
Oft mußte mein Kumpel Geburtstage und sonstiges sausen lassen, da er den Hundesitter machen mußte, auch wenn der Alte auf Urlaub war.
Hundepension geht ja nicht! Das kann man dem Hund ja nicht zumuten!
Ich fand`s immer lustig, aber irgendwann hat der Hund auch mal das zeitliche gesegnet.
Ein paar Jahre später fing es an daß mein Kumpel rumjammerte wie schön es doch mit dem Falco gewesen ist und daß er doch gerne wieder einen Hund im Hause hätte, am liebsten wieder so einen Jagdhund.
Da hatte ich mir schon so meine Gedanken gemacht:
- hat als Selbstständiger sowieso kaum Zeit
- warum einen relativ großen Jagdhund und nicht etwas kleines wie z.B. einen Rauhhaardackel
Und wie es so kam, ergab sich die Gelegenheit daß er über einen anderen Freund an einen neuen Hund kam.
Es war auch wieder ein Jagdhund, allerdings diesmal ein Deutsch Langhaar.
Der Alte wollte/sollte wohl sich wohl auch um die Erziehung des Hundes kümmern und ihn auch zur Jagd mitnehmen.
Ein Hund und zwei Herrchen?
Vergiß es!
Als der Hund noch ganz klein war machte sie sich liebend gerne über Schnürsenkel her, weshalb ich sie sofort auf Schnappi taufte, auch wenn sie Ayla heißt.
Der Hund wurde schnell größer und wilder und war kaum kaputt zu kriegen und obwohl ich Hunde liebe und mit ihnen groß geworden bin (hatten selber immer einen und haben auch Hundesport gemacht) das Viech nervte!

Das will schon etwas bei mir heißen.
Dort konnte ich nur in tarnfleck Hose auftauchen, weil alles andere sofort eingesaut war, weil das Viech überhaupt nicht gehorchte und nicht zu bändigen war.
Irgendwann hat mein Kumpel endlich eingesehen, daß es so nicht weitergehen kann und ist mit ihr zur Hundeschule.

Inzwischen hat sich das alles deutlich gebessert und der Hund ist echt erträglich geworden.
Und wie schon abzusehen war ist auch das Viech wieder genauso verwöhnt wie der Vorgänger - es gibt viel vom Tisch nebenbei, sie darf mit auf die Couch und ins Bett und hören tut sie immer noch nicht.
Und da es ein großer Jagdhund ist, will sie beschäftigt werden und es dauert lange bis sie mal müde wird.
Alleine lassen kann man auch sie nicht und als der Alte letztens für ein paar Wochen im Urlaub war, hatte mein Kumpel sie die ganze Zeit alleine auf dem Hals.
