Ich sehe wirklich nicht viel Raum zur Verteidigung der Haltung, dass Gras weiter mit Strafverfolgung geahndet werden sollte.
1. Die unfassbar hohe Belastung für Polizei und dann auch Justiz dem ganzen Kram nachzugehen
2. Für einen Kampf, der eh nicht gewonnen, vor allem nicht beendet werden kann
3. Das in Anbetracht der insgesamt geringen Konsequenzen fürs Individuum und die Gesellschaft
4. Andere Länder, in denen das schon so geregelt ist, sind kein Gomorrha geworden (man fahre dazu von einem US-Bundesstaat ohne Legalisierung in einen mit Legalisierung und beobachte die urplötzlichen Verfallzustände an der Grenze)
5. Gesundheitsschutz, da sauberes Zeug aus legalen Quellen. Nicht mit gefährlichem Müll gestreckt, oÄ.
6. Kriminalisierungseffekte: Sowohl das gefährliche Hintreiben zu den Dealern, die dann die Gefahr des harten Stoffs bieten, als auch die Belastungen durch Strafverfolgung an sich (Knast wegen Gras, Absturz aus sozialen Netzen, dort die genau falschen Kontakte, Stigmatisierung, etc.)
7. Für Jugendliche wird/soll sich gar nichts ändern
8. Man kann sogar die neuen Jobs und Steuereinnahmen als Pluspunkt bezeichnen
9. Vielleicht wird sogar etwas weniger gesoffen, wenn legal gekifft werden darf. Und Kiffer machen weniger Stress als Besoffene.
Im Jahr 2011 wurde in Bayern knapp die Hälfte aller Körperverletzungsdelikte (ca. 46 %) an einem Samstag oder Sonntag registriert. Rund 65 % aller Tatverdächtigen einer nächtlichen Gewalttat standen unter dem Einfluss von Alkohol. Besonders hoch bei der alkoholassoziierten Gewalt zur Nachtzeit ist der Anteil der heranwachsenden Tatverdächtigen (ca. 69 %).
Also ich kann sogar verstehen, wenn jemand einfach sagt, dass er das nicht auch noch will. Da könnte man noch so einiges aufzählen (Drogen, schlechte Ernährung, Bewegungsmangel, ...), ohne das die Gesellschaft besser dran wäre, aber abseits eines totalitären Regimes wäre so eine Vollkontrolle nicht durchsetzbar.
Aber in der Gesamtrechnung aus den Faktoren wie aufwändig die Verfolgung ist, wie erfolgreich sie dabei ist und was sie für negative Konsequenzen hat, in Anbetracht dessen wie "schlimm" eine Legalisierung um sich greifen würde, ist für mich klar in welche Richtung die Waage ausschlägt.
Der Deal, wie viel Negatives man los wird in Relation zu wie viel (neues) Negatives dazu käme, ist mMn ein guter.