Also ich bin ebenfalls für die Legalisierung. Kann damit selbst zwar auch nichts anfangen, aber die Konsumenten zu entkriminalisieren und den illegalen Drogenhandel einzudämmen ist der bessere Weg. Außerdem nimmt sich Deutschland doch immer gerne andere Länder als Vorbild (siehe z.B. "Pille danach"), weil das woanders auch gut läuft. Warum sperrt man sich denn dann gegen Cannabis?
Ich kenne jetzt nicht die Zahl der Drogenabhängingen aus Holland oder Amerika, aber ich vermute mal, dass sich der Konsum dort auch nach Freigabe der Droge nicht dramatisch erhöht hat, oder?
Die einzigen Gründe, die Experten dagegen anbringen ist der gesundheitliche Aspekt und dass Cannabis als weiche Droge nach wie vor als Einstiegsdroge gebrandmarkt ist. Dabei ist die aktuelle Hauptproblematik doch wohl eher der Amphetaminmarkt.
Aus medizinischer Sicht, kann ich das nur befürworten, da Cannabis eine sehr gute Alternative gerade in der Palliativmedizin geworden ist. Es gibt ja bereits verschiedene Medikamente auf Cannabis-Basis, die aber aufgrund des BTM-Gesetzes immer noch nicht verkehrsfähig sind, was den Patienten natürlich wieder benachteiligt. Denn dadurch übernimmt die Krankenkasse nicht die Kosten und solche Medikamente sind nicht gerade billig. Der Eigenanbau unter Auflagen und Kontrolle würde es doppelt vereinfachen. Und großartig ändern würde sich sowieso nicht viel (z.B. in Hinblick auf Autofahren, arbeiten etc.). Die Regulierung durch den Staat bringt im Gegenteil sogar noch mehr Transparenz zum Konsum.
Also aus gesundheitlicher Sicht ist Cannabis rauchen meiner Meinung nach harmloser als Alkoholkonsum im direkten Vergleich auf die Auswirkungen (insbesondere Organschäden).
Natürlich spielt auch der gesellschaftliche Aspekt eine Rolle: Rauchen an sich ist ja mittlerweile schon verpönt - was gut ist. Aber bei Cannabiskonsumenten denkt die Mehrheit doch auch nur an den durchschnittlichen Junkie, Charlie Sheen oder antriebslose Jugendliche... Das Bild müsste sich ändern. Auf der anderen Seite scheint es als ganz normal angesehen zu werden regelmäßig Schmerzmittel wie Ibuprofen oÄ zu nehmen. Aus aufklärungspolitischer Sicht ist diesbezüglich mehr Nachholbedarf gefragt, finde ich. Freiverkäufliche Medikamente sind wie illegale Drogen nunmal keine Smarties.
Es wäre also für Staat, Konsument und Patient eine win-win Situation und ich verstehe nicht, wieso sich der Bundestag dagegen dermaßen sperrt.
85!*