Super Spiel.
Nach dem tollen Review vom
Bart habe ich mir ein paar Punkte gegönnt und mir das Spiel geholt.
Man spielt den alten Revolverhelden (oder Schlächter?) Silas Greaves. Dieser reitet im Jahr 1912 oder 11, jedenfalls kurz bevor die Titanic sank (Edit: es war
1911!) in eine Spunte in Abilene. Dort angekommen wird er vom jungen Dwight erkannt und auf seine bekannten Geschichten angesprochen. Silas lässt sich ein Bier zahlen und fängt an zu erzählen. Natürlich war es nicht so, wie es in all den Groschenromanen und Geschichtsbücher stand. Silas dichtet eine Menge an, was seine Zuhörer je länger desto weniger goutieren. Auch seine Geschichten haben oft Lücken. So ändert er diese manchmal ein wenig ab und korrigiert sich ab und zu wieder, um seine Zuhörer nicht ganz zu verlieren. Auch kommen manchmal Brücken, Leitern und Durchgänge zum Vorschein, die vorher nicht da waren.
Jedenfalls gibt es so eine Menge Abwechslung. Man weiss nie was als nächstes kommt.
Das Spiel ist ein Ego Shooter der alten Schule. Wenig Waffen, lineare Levels und viele zielsichere, aber auch dümmliche Gegner. Die Grafik ist äusserst gelungen und sieht besser aus, als so mancher Vollpreistitel. Einziges Manko ist, dass man wegen dem Grafikstil, die Gegner oft nicht sehr gut wahr nehmen kann. Man fängt sich oft schon Kugeln ein, bevor man die Gegner überhaupt sieht.
Während man sich durch die Gegnerhorden metzelt, trifft man immer wieder auf Persönlichkeiten des Wilden Westens. Man trifft eigentlich auf alles, was Rang und Namen hatte. Zum Ende eines Abschnittes gibt es dann einen Bosskampf. Meistens gegen einen Revolverhelden aus dieser Zeit. Da es überliefert ist, von wem diese Herren erschossen wurden, muss sich Silas immer wieder was einfallen lassen. Mal hat er Jesse James nur angeschossen und es sah nur so aus als ob er Tod sei. Andererseits muss wohl auch einiges neu geschrieben werden, da gefühlte 90% der alten Revolverhelden, durch die Kugeln von Silas Greaves starben... Andere schmückten sich dann einfach mit seinen Lorbeeren.

Die Bosskämpfe laufen immer gleich ab: Duell Mann gegen Mann oder der Bösewicht hat ein paar Schergen dabei und sitzt hinter einer Gatling Gun.
Beim Duell stirbt man oft ohne einen richtigen Grund zu kennen. Allerdings kann man auch zu früh ziehen und den Widersacher unehrenhaft erschiessen. So klappt es immer ohne grosse Anstrengung (nach ein paar Versuchen habe ich meistens diese Variante gewählt).
Die Gatling Gun Kämpfe laufen auch immer gleich ab. Irgendjemand schiesst aus vollen Rohren auf euch und ihr müsst von Deckung zu Deckung huschen, bis ihr nah genug seid, um Dynamit auf seine Stellung zu werfen. Die Bosskämpfe sind manchmal ein wenig frustig, aber all zu viel Anläufe braucht man nicht.
Nebenbei bekommt man für Abschüsse EP, die man in Fähigkeiten setzen kann. Man kriegt bessere Waffen, kann länger in SlowMo zielen, mehr Munition aufnehmen etc. Ein kleines Highlight sind auch die "Nuggets der Wahrheit". In diesen stehen dann jeweils die historisch korrekten Lebensläufe der Protagonisten und Legenden des Wilden Westens.
Mir hat das Spiel super gefallen. Für jeden Shooter oder Western-Fan ein klare Empfehlung! Schöne Grafik, abwechslungsreiche und gut erzählte Story mit historischem Hintergrund. Minuspunkte waren ein paar Trial & Error Passagen sowie das zu hohe Gegneraufkommen an ein, zwei Stellen. Auch Schade fand ich, dass man das Spiel nur als Arcadetitel rausgebracht hat.
8/10