Während der Unionskanzlerkandidat die AfD maximal scharf kritisiert, nähert er sich nicht nur inhaltlich an, er bricht auch mit anderen Routinen der Abgrenzung.
Was unverändert steht, ist die Absage an eine Koalition. Darunter aber schwankt Merz, schwankt die CDU, zwischen Konfrontation durch Abgrenzung und Konfrontation durch Annäherung. Dahinter dürften wahlkampftaktische Überlegungen stecken, aber auch Impulsentscheidungen.
Man könnte es, um im Gleichnis zu bleiben, so ausdrücken: Die Angst vor der Schlange ist groß, die Frage, wie man sie sich am besten vom Hals hält, umstritten. Und so wagt der womöglich nächste Kanzler allen Warnungen zum Trotz den lebensgefährlichen Tanz mit der Natter.
Donnerstagabend dieser Woche, die CDU hat im Laufe des Tages eine Präsidiumssitzung einberufen. Es geht um die Folgen des Messerangriffs von Aschaffenburg, um Merz’ Auftritt im Bundestag. Da hatte er angekündigt, noch am ersten Tag einer möglichen Kanzlerschaft Zurückweisungen anzuordnen, Zurückweisungen aller Menschen ohne gültige Einreisedokumente an allen deutschen Grenzen. Er hatte außerdem tägliche Abschiebungen gefordert und weitreichende Möglichkeiten, ausreisepflichtige Flüchtlinge in Abschiebehaft zu nehmen.
Im Präsidium legte er dar, dass er diese Forderungen in den Bundestag einbringen werde. Und zwar, so berichten es mehrere Teilnehmer, ohne Rücksicht darauf, ob die AfD womöglich zustimmt.