Allerdings finde ich, dass Du mit deinen Ansichten gut bei der FDP vor 2009 aufgehoben wärst, aber nicht mehr bei der Lindner-FDP. Unter CL ist die FDP meiner Wahrnehmung nach zu einer reinen Schuldenbremsenpartei und machtgeilen Clique geworden, die für mich unwählbar geworden ist. Ich bin selbst Unternehmer und eigentlich müsste ich die Kernzielgruppe dieser Partei sein, aber ich sehe nicht, was diese Partei in den letzten Jahren für mich oder meine Branche gemacht oder auch nur gefordert hätte. Im Gegenteil, die Obsession Schuldenbremse führt dazu, dass die FDP der Privatwirtschaft staatliche Gelder entzieht.
Aber was ist daran verwerflich, Geld zu sparen, das der Staat de facto nicht hat? Am Ende muss der Bürger für die Fehlfinanzierung des Staates aufkommen, muss mehr Steuern zahlen, um die Bilanzen auszugleichen. Ich kenne mich in der Finanzpolitik leider nicht so gut aus, aber für mich ist es logisch, dass man Geld, das man nicht hat, auch nicht ausgibt. Korrigiere mich gerne, wenn ich etwas falsch verstehe, ich lerne gerne dazu.
Aber im Grunde ist es doch so, dass der Staat auf dem Rücken seiner Bürger wirtschaftet. Und ich bekomme einfach schlechte Laune, wenn ich sehe, dass das Geld von Leuten aus dem Fenster geworfen wird, die ihr Leben lang nicht gearbeitet haben. Da schiele ich jetzt besonders auf die Grünen und die SPD. Dass es hier immer noch Leute gibt, die sich dann wundern, dass eine AFD auf über 20% kommt, ist Realitätsverweigerung. Bald sind es wahrscheinlich 25%…Scheiße, dann ist bald jeder vierte Wähler in Deutschland ein Nazi
Ja gut, da kannst du jetzt alles und nichts drunter fassen.
Du kannst sagen, dass eine Zuckersteuer halt in den Bereich Gesundheit gehört und der Staat aufgrund der epidemischen Ausmaße von Adipositas und Diabetes sowas machen sollte oder du siehst dort genau die angesprochene Bevormundung. Die Pflicht zum Anbringen von Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln und die hohen Steuern auf Tabak kannst du als fällige Gesundheitsmaßnahme sehen oder als Bevormundung, usw.
Die abstrakten Oberbegriffe sagen da im Prinzip nichts aus. (Außer dass manche Leute, die hardcore drauf sind, den Staat sogar komplett aus Bildung/Infrastruktur/... raus haben wollen)
Ja, wer viel hat, kann ziemlich leicht noch mehr daraus machen. Geld zu Geld.
Und es gibt einfach ein massives Problem in D, dass die Vermögensschere nur immer und immer noch weiter auseinanderklafft. Also wirklich Einbahnstraße, nur diese eine Richtung, immer weiter. Schau dir die Entwicklung an....wie haben sich die Vermögen der Top 5% die letzten zehn Jahre entwickelt, etc.
Deutschland steht diesbezüglich auch im internationalen Vergleich richtig schlecht da (Gini-Koeffizient, z.B.) und es gibt halt nullkommanull Grund anzunehmen, dass diese Entwicklung sich ändern würde. Unsere Rahmenbedingungen ergeben das nun mal. Aber die kann man natürlich nicht ändern, weil "Leistung sich ja lohnen muss" und es sich keiner traut da was zu anzufassen (bzw. es nicht will...die meisten Menschen in den entscheidenden machtvollen Positionen sind ja Teil der Gruppe)
Da du dich als sozial-liberal bezeichnest, habe ich ganz explizit danach gefragt, was du glaubst, was die FDP denn Soziales bewerkstelligen würde, so dass sie deine Stimme verdient haben. (+ was auch immer das sein soll müsste gleichzeitig auch noch mit den vielen Senkungs-Versprechungen für diejenigen, die bereits Wohlstand haben, vereinbar sein)
Das Interessanteste an deiner Antwort, was irgendwie Bände spricht für mein Bild eines typischen FDP-Wählers (kein persönlicher Angriff), ist für mich Folgendes:
Darauf gehst du überhaupt nicht ein. Stattdessen ist bei dir klar Prio1, dass du von deinen Dividenden- und Krypto-Geschäften möglichst wenig abgeben musst.
Ich meine, fair, wenn jeder an sich selbst denkt, ist an jeden gedacht. Dafür würde ich aber nicht den Begriff sozial zücken.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen, die von dir genannten Beispiele sind für mich keine Bevormundung, sondern Aufklärung, und die hilft am Ende des Tages den Menschen, ihr Leben selbstbestimmt und möglichst gesund führen zu können. Alles, was dem Menschen gut tut, sollte vom Staat gefördert werden und hier sollte der Staat den Menschen auch unter die Arme greifen. Und das hat für mich nichts mit Gängelung oder Bevormundung zu tun.
Und ich habe auch nicht viel Geld, ich bin ein „einfacher“ Mann, der nach der Hauptschule in die Lehre und dann zwangsweise zum Militär gegangen ist, weil mich kein Schwanz haben wollte. Dort habe ich mich durchgebissen, Abendschulen besucht und Abschlüsse nachgeholt, mich hochgearbeitet und diene jetzt in einer spezialisierten Gebirgskompanie auf einem gut dotierten Posten.
Ich will jetzt nicht ins Philosophische abdriften, aber wenn man einmal ganz unten war und jetzt auf dem „Gipfel“ seiner Ziele steht, dann weiß man einfach, was man aus eigener Kraft erreicht hat. Und das lasse ich mir von niemandem nehmen, schon gar nicht von einer Regierung, die mir mein hart erarbeitetes und erspartes Geld wegnehmen will. Zeig gerne mit den Finger auf mich: der typische FDP-Wähler, damit kann ich leben. Denn der typische FDP-Wähler hätte kein Problem damit, wenn man die wirklich reichen stärker besteuert, der typische FDP-Wähler fährt auch nur Zug und Fahrrad, ernährt sich vegetarisch (v.a. Regionales Saisongemüse), achtet auf Müllvermeidung und konsumiert vermutlich ein Bruchteil von dem was manch anderer User hier konsumiert. Der typische FDP-Wähler sitzt gerade in einem KFZ mit 4 seiner Kameraden, verlegt nach einem siebentägigen Aufenthalt in den Bergen zum nächsten Übungsplatz und hat leider nicht die Zeit über Nichtigkeiten zu philosophieren (auch wenn ich das in meiner freien Zeit gerne tue). Der typische FDP-Wähler will eigentlich überhaupt nicht wählen, sieht aber - just im Moment - in der FDP seine einzige Alternative. Einfach weil mir die Philosophie der Partei taugt. CDU? AFD? Forget it. SPD, Grüne und BSW sind für mich leider nicht wählbar, waren sie noch nie. Meine Meinung.