Bin immer noch total begeistert von unserem Auftritt gestern.
Mittlerweile imponiert mir Schubert einfach nur noch. Seit Favre da war, haben wir IMMER 4-4-2 gespielt mit zwei defensiven Sechsern und zwei sehr tief spielenden Stürmern (praktisch eher ein 4-4-2-0). Auch Schubert hat daran nicht gerüttelt, sondern nur die AV etwas offensiver ausgerichtet. Gestern haben wir das erste Mal nach knapp 5 Jahren anders gespielt, und das gegen Bayern! Ich habe zuerst gedacht wir versuchen es mit einer Fünferkette, als ich gesehen habe, dass Elvedi mitspielt. In Wahrheit war es aber eher ein 3-5-2, wie Juve es spielt. Nie zuvor haben wir das getestet, und dann üben die das eine knappe Woche im Training und setzen es speziell in der zweiten Hälfte so überragend um. Da kann man nur den Hut ziehen.
Interessant ist auch wie Schubert betont, dass er bei solchen Überlegungen die Mannschaft aktiv mit einbezieht. Er gibt die Taktik nicht einfach vor, sondern lässt sie nur spielen, wenn er das Gefühl hat, dass die Mannschaft ebenfalls davon überzeugt ist. Auch in der Halbzeitpause haben Trainer und Team gemeinsam besprochen, ob es weiter im 3-5-2 versuchen soll oder wieder auf das bewährte System umstellt. Die Mannschaft hat dann gesagt, dass sie es so weiter versuchen wollen.
Momentan läuft es natürlich perfekt und es kann nicht ewig so weitergehen. Aber ich empfinde tiefen Respekt für Schubert und seine Art der Mannschaftsführung. Er versieht die Spieler mit vielen Freiheiten und fördert, dass er mündige Spieler hat. Gleichzeitig ist er, das merkt man an vielen Aussagen der Spieler, der unumstrittene Chef. Der Erfolg gibt ihm natürlich jetzt Recht, aber als relativ unerfahrener Coach muss man sich so ein Standing auch erstmal erarbeiten in einer Mannschaft, die in den letzten Jahren mehrfach europäisch gespielt hat und deren Selbstbewusstsein sich so auch deutlich entwickelt hat.