So, ich muss mal meinen Unmut Luft machen und kopiere hier mal das rein, was ich heute früh ins Schalke Forum gepostet habe, weil mich das Thema nun mal sehr beschäftigt und ich das Geblubbere von vielen Schalke Fans nicht mehr hören kann.
Seht es als eine Art "Kommentar" von mir an:
Durchhalteparolen - oder wie verschließt man die Augen vor der Wahrheit
Man muss derzeit kein großer Experte sein um zu erkennen, dass Schalke sich in einer enormen Krise befinden. Trotzdem ist es dafür verdächtig ruhig auf Schalke. Es werden immer wieder irgendwelche Durchhalteparolen genannt, die den Fans und das Umfeld motivieren sollen.
Auch hier liest man oft "die müssen sich noch finden", "der Knoten platzt bald", "wir brauchen nur ein Erfolgserlebnis", "uns fehlt nur das Glück", etc.
Das Problem Magath wird dabei leider außen vor gelassen. Hier hört man oft, dass der Mann Schalke letzte Saison zur Vizemeisterschaft geführt hat und man Vertrauen in sein Konzept braucht, dass noch greifen wird.
Ehrlich gesagt kann ich die ganzen Sprüche nicht mehr hören und wer die Augen öffnet wird sehen, dass das leider nur hohle Phrasen sind.
Schalke hat inzwischen 17 Pflichtspiele hinter uns und mal ehrlich: Wie lange soll denn eine Mannschaft noch brauchen um sich zu finden? Vor allem: Was hat sich seit dem ersten Pflichtspiel getan? Spielt die Mannschaft besser oder mit mehr Leidenschaft? Man sieht keinen großen Unterschied, seit dem Spiel gegen Ahlen. Auch die oft kritisierte Verteidigung steht nicht wirklich viel viel besser. Wer das Spiel gegen Tel Aviv gestern gesehen hat, der weiß, was ich meine. Da waren eklatante Böcke drin, die nur Neuer noch ausgebügelt hat.
Auch das Argument, dass der Verein ein Erfolgserlebnis brauchen ist Schwachsinn. Schalke hat bis dato 1(!) gutes Spiel in der Saison gemacht und zwar das CL Spiel gegen Benfica - in Abstrichen vielleicht noch das Hinspiel gegen Tel Aviv. Und was war nach Benfica? Man bekommt eine (verdiente) Klatsche gegen Nürnberg. Nach Tel Aviv ein leidenschaftsloses Spiel gegen Frankfurt. Das hat nichts mehr mit "benötigtem Erfolgserlebnis", "kein Glück" oder "muss sich finden" zu tun, das sind eklatante Schwächen einer komplett falschen Strategie.
Aber viele betonen immer wieder, dass Magath Schalke in der letzten Saison auf Platz 2 geführt hat. Dem gibt es erst einmal nichts zu widersprechen. Aber war das alleine Magath sein Erfolg? Magath konnte auf eine Abwehr zurückgreifen, die seit Jahren(!) zu der besten der Liga gehörte. Kuranyi war einer der besten Torjäger der letzten Jahre und klammert man das Rutten Jahr aus, dann spielte Schalke die letzten Jahre IMMER um Platz 1-3 mit. Also ist es, in Berücksichtigung der letzten Jahre, doch keine Raktentechnik gewesen, dass Schalke zweiter geworden ist.
Lobenswert waren die junge Leute, die Magath integriert hat und die sich den Arsch für den Verein aufgerissen haben. Und da ist aber auch eine Schwächung zum letzten Jahr zu erkennen. Denn was macht Magath: Er redet diese jungen Leute, die sich letztes Jahr für den Verein den Arsch aufgerissen haben, schlecht und sieht sie nicht als ausreichend an. Natürlich mussten Verstärkungen her, aber als junger Spieler würde ich mir schon etwas verar.... vorkommen. Stattdessen werden zum großen Teil irgendwelche unbekannten, ausländischen Spieler geholt, die den Fans als neue Talente verkauft werden. Dabei hat die Mannschaft inzwischen kaum noch deutsche Spieler, die zum Stamm gehören und allein das finde ich bedenklich. Ein Moritz und ein Matip hocken meist auf der Bank, Baumjohann wurde mit großen Vorschusslorbeeren geholt und ist häufig nicht mal mehr im Kader. Ich will nicht sagen, dass die jungen Spieler alles besser machen würden, aber sie werden auch nicht wirklich gefördert und motiviert. Man schaue sich an, wie ein Holtby nun in Mainz abgeht und das er Talent hat, das wussten wir schon, als Schalke ihn aus Aachen verpflichtet hat.
Fakt ist, dass sich der FC Schalke 04 in einer vollkommen desaströsen Situation befindet. Ich habe Zweifel, dass ein Felix Magath den Verein da raus holen wird, da er zum einen vollkommen stur ist und zum anderen nicht über die nötige Feinfühligkeit verfügt - und die ist in der jetzigen Situation sehr sehr wichtig - um die Spieler aufzubauen, zu motivieren und zu stärken. Wie auch, der Kader besteht fast nur noch aus Söldner, die mit der Identifikation des Vereines nichts zu tun haben. Marcello Bordon war Schalker durch und durch und selbst Rafinha hat sich, trotz seiner Eskapaden mit dem Verein identifiziert - ich erinnere mich nur an die Fotoserie, wie er in Zechenklamotten abgelichtet wurde. Ich bin überzeugt, dass er u.U. unter einem anderen Trainer hier verlängert hätte und nicht so schnell weg gewesen wäre.
Ich kann diese ewigen Phrasen und Durchhalteparolen nicht mehr hören. So weh es allen tun mag, aber betrachtet man die Situation ohne blau-weiße Brille, dann muss man einsehen, dass das Kind längst im Brunnen gefallen ist und es berechtigte Zweifel geben sollte, ob Magath der richtige Rettungsschwimmer ist, um das Kind zu retten.