Ehrlich gesagt kann ich seine Meinung grundsätzlich, wenn auch nicht in der Konsequenz, verstehen. Der christliche Glaube wird, vielmehr als der muslimische, bei dem sich aber alle immer beschweren, oft ins Lächerliche gezogen. Oder es werden Witzeleien darüber als "Kavaliersdelikte" abgetan, bei denen man sich mal nicht so anstellen soll. Das sehe ich auch nicht ein. Bioshock Infinite übertreibt es m.E. da an manchen Stellen wie ich finde schon sehr bewusst und geht weg von dem Fake-Glauben des Spiels hin zur bewussten Nachstellung der echten religiösen Rituale. Ich als gläubiger Christ habe mich auch beim Spielen das eine oder andere Mal gefragt, ob das wirklich sein muss. Einiges kann man sich aus Respekt vor dem Glauben anderer auch einfach verkneifen. Ken Levine hat ja Gerüchten zufolge noch einiges mehr in der Richtung drin gehabt, was nach einigen Testgruppenläufen dann bei vielen der Spieler nicht gut ankam, so dass es entfernt wurde. Aber auch das, was übrig ist, ist durchaus dazu geeignet, religiöse Gefühle zu verletzen. Das Totschlagargument: "Ich töte in einem Ego Shooter ja immerhin auch tausende von Menschen" ist dabei einfach Quatsch. Es ist ein Unterschied, ob ich von einem Medium eine gewisse Art von Inhalt gewohnt bin, die ich dort auch erwarte, oder ob ich den Eindruck habe, es wurde gezielt etwas geschaffen, das mich und meine Glaubensüberzeugungen ins Lächerliche ziehen soll. Auf diese Idee kann man bei einigen Szenen des Spiels durchaus kommen. Wobei ich da die genannte Szene noch nicht mal am prägnantesten fand. Gut, dass er nicht weiter gespielt hat.
Die Rückgabe des Spiels und die Berichterstattung bzw. die Welle, die er damit macht, halte ich auch für völlig übertrieben. Aber wenn ich sehe, bei was sich andere Religionen schon auf den Schlips getreten fühlen, dann ist eine Reaktion hier, gerade in Anbetracht der Vorberichte im Hinblick auf das Thema, jetzt nicht so verwunderlich.