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REVIEW Beyond: Two Souls [Review] Spoiler!

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ein paar Dinge vorneweg.

1. Nein, mir gefällt Beyond: Two Souls nicht. Wer das persönlich nimmt und damit nicht umgehen kann, nutze jetzt das Kreuz.

2. Ich habe es nicht beendet. Im Navajo Camp wurde es mir endgültig zu blöd. Ist es professionell, ein story-basiertes Spiel nur auf Grund der Hälfte zu bewerten? Absolut! Könnte nach dem Navajo Kapitel das beste Spiel aller Zeiten warten? Ohne Zweifel! Wahrscheinlicher ist, dass wir morgen von Außerirdischen übernommen werden, aber ausschließen kann ich es nicht. Dann aber als Tip für Autoren und Entwickler: Versteckt das beste Spiel aller Zeiten nicht hinter fünf Stunden Nonsense, gähnender Langeweile und Peinlichkeiten!

3. Der beliebteste Konter gegen Kritiken dieses Spiels lautete, dass entweder der Tester etwas anderes erwartet hat oder schlicht nicht die Intelligenz hatte, dieses Spiel zu verstehen. Zunächst, ich bin bekennender Fan von Heavy Rain, trotz aller berechtigter Kritik, die Heavy Rain einstecken musste (press x to Jason). Insofern hatte ich schon eine Vorahnung, worauf ich mich einlasse. Zum Thema Intelligenz.

Nun, ich bin jetzt nicht der größte Fan meiner eigenen Person. Rein objektiv betrachtet mache ich reichlich wenig her. Ich bin weiß Gott keine Schönheit, mehr oder weniger vollkommen talentfrei und im Grunde nicht einmal wirklich sympathisch. An manchen Tagen gehe ich mir selbst auf die Nerven und nicht einmal meine Katzen können mich sonderlich gut leiden. Ich bin egoistisch, uneinsichtig und bade mit Vorliebe im Selbstmitleid. Aber bei allem Selbsthass kann ich, erneut, bei rein objektiver Betrachtung, eines nicht leugnen: Ich bin intelligent. Ich bin belesen, selbst Autor mehrerer Bücher und nicht zuletzt habe ich mehrere Examina einer der schwereren Ausbildung in Deutschland vorzuweisen, die diese Tatsache untermauern. Wenn ich auch sonst nichts bin (und das bin ich nicht), aber ich bin intelligent. Ich habe schon geistige Anstrengungen erbracht, die mit Sicherheit höhere Anforderungen an mich gestellt haben als Beyond.

Für all diejenigen, die meinen, mir gefiele Beyond nicht, weil ich nicht über die geistigen Kapazitäten verfüge, dieses Werk zu verstehen, lasst euch eines versichert sein: Das Videospiel, das meinen Horizont übersteigt, hat es noch nicht gegeben und wird es auf lange Sicht auch nicht geben. Wer eine andere Sichtweise hat, möge diese liebend gerne Preis geben, doch sollte die Gegenargumention nicht über den Vorwurf mangelnder Intelligenz hinaus gehen, könnt ihr euch die Anstrengung des Tippens sparen.

Ein Ga-Ga-Ga-Geist...

Beyond versucht, die Geschichte von Jodie Holmes zu erzählen (man beachte die Formulierung). Jodie ist eine junge Frau, die Zeit ihres Lebens mit einem für andere unsichtbaren Wesen namens Aiden verbunden ist. Ihr Vater ist sichtlich irritiert und gibt die Kleine daraufhin in die Hände der Wissenschaft in Form von Nathan Dawkins und Cole Freeman (and the „Most Generic Name of the Year goes to...), die der Meinung sind, die beste Behandlung eines jungen Mädchens mit den Kräften, Gegenstände zu zerstören, andere Menschen zu übernehmen oder schlicht vom anderen Ende des Raumes aus zu erwürgen wäre, es von nun in einem überwachten Labor einzusperren. Wie ihre Geschichte ausgeht, weiß ich nicht, was vielleicht gut ist, da meine Hasstirade ansonsten womöglich noch ungleich größer ausfiele, aber die erste Hälfte ist ein Sammelsurium wirrer, unzusammenhängender Szenen, die nicht nur keinen Bezug zueinander zu haben scheinen, sondern ohne Weiteres aus sechs oder sieben verschiedenen Filmen stammen könnten.

Das Spiel beginnt... irgendwo, Jodie ist eine junge Frau und wird von einem Sheriff in dessen Büro vernommen. Rückblende in Jodies Kindheit, wo wir ihren Ziehvater/Wärter Nathan kennen lernen und Jodies Fähigkeit, mit Hilfe Aidens alten Hausfrauen Angst zu machen. Wieder vorwärts in der Zeit, Jodie ist in bester Alias-Manier unterwegs in Arabistan und spioniert im Namen der CIA bei den Scheichs rum. Es folgt eine Geburtstagsparty der schizophrenen Art. Innerhalb von wenigen Minuten schwankt die Stimmung von unangenehm zu spaßig zu romantisch zu tragisch zu kriminell. Binnen weniger Sekunden nachdem er zärtlich ihr getanzt und sie geküsst hat, beschimpft ein Jugendlicher Jodie auf bestialische Weise bevor unsere Heldin von den Partygästen mit Zigaretten verbrennt und unter der Treppe eingeschlossen wird. Bevor sich Jodie jedoch darüber Gedanken machen kann, durchlebt sie eine Trainingsmontage des CIA. Gratuliere, sie ist jetzt Spezialagentin und... auf der Flucht vor der Polizei. Ihr kommt noch mit? Jodie ist obdachlos und freundet sich mit einigen weiteren Obdachlosen an. In einer starken und ruhigen Szene findet Jodie Freundschaft und Geborgenheit am unwahrscheinlichsten aller Orte. Jodie nutzt ihre Fähigkeiten, um den neuen Freunden zu helfen, doch was die stärkste Szene des Spiels hätte werden können, ruiniert Autor David Cage durch die schnellste und einfachste Geburt seit Jesu Christi. „Atme, presse, blopp, Wahh, Wahh“ Cage übernimmt jede Szene jedes Films jedes Genres und presst ohne jedes Feingefühl alles mit Gewalt in die kurzen Episoden. Nach dieser Szene spielen wir Goth-Jodie, die einmal in ihren Leben ausgehen möchte und sich in eine Bar begibt, die scheinbar der örtliche Treffpunkt der Anonymus Vergewaltigus ist.

Männer in einer Bar? Natürlich wollen die den einzigen weiblichen Gast vergewaltigen. Ich mein, stell 'ne Schale Milch vor eine Katze und du weißt auch, was passiert. Aus Cages Feder war das quasi eine chemische Reaktion, ein Naturgesetz, vorhersehbar und spannend wie das Aufgehen der Sonne.

Konkurrenz für Ravensburger

Keine zwei Szenen gehören zusammen, ja sie gehören scheinbar kaum zu ein- und derselben Geschichte. Jedenfalls war ein Zusammenhang oder Sinn bis zur Halbzeit nicht im Ansatz erkennbar und wenn sich das später ergeben sollte, dann tut es mir leid, aber dann wäre es ein klarer Fall von too little too late. Wie es weiter geht, hat mich an diesem Punkt schon so wenig interessiert, dass ich nicht mal das Ende im Internet gesucht habe.

Erzählungen in Rückblenden können sehr gut funktionieren. Man nehme als Beispiel nur Pulp Fiction, das alles andere als chronologisch aufgebaut ist. Aber derartige Szenarien muss man schreiben können. Ein solcher Aufbau muss sorgfältig gewählt werden, er muss Sinn machen und so konstruiert sein, dass sich am Ende alles zusammen fügt. Pulp Fiction baut Spannung auf und zeigt verschiedene Ebenen einer übergeordneten Geschichte. Beyond zerstört jeden Anflug von Spannung durch sinnlose Zeitsprünge. Unmittelbar nach einer intensiven Flucht vor der Polizei und dem Aufgriff des Sheriffs vom Anfang spielt man wieder eine sechsjährige Göre. Zu keinem Zeitpunkt kommt ein Fluss in die Geschichte.

Aus dem gleichen Grund gibt es auch keine Charakterentwicklung. Wie aus dem Kleinkind ein verzogener Teenager, ein CIA Agent, eine Obdachlose und wieder ein Kleinkind wird, wir nicht erklärt. Jodie wirkt nicht wie ein Charakter, sondern wie sechs verschiedene, die keine Gemeinsamkeiten haben. Erneut, vielleicht käme das später, aber wenn ich nach fünf Stunden keine Bindung zum Charakter habe, interessiert mich das einfach nicht mehr.

Jetzt kann jeder kommen und sagen: „Mir gefällt die Story und wie sie erzählt wird.“ Kann ich nichts gegen sagen, jeder persönliche Eindruck ist heilig und unantastbar. Aber wer immer auf die Idee kommt, zu sagen, Beyond sei gut geschrieben, der liegt falsch. Objektiv, nachweisbar falsch. Das Schreiben von Geschichten unterliegt Regeln wie auch Mathematik. Cage bricht sie alle, beginnend beim Festlegen auf ein Genre, übergehend zu Charakterisierungen, die Worte wie Motivation oder Konsequenz nicht einmal kennen bis zu einer Struktur, die nichts außer Verwirrung bringt.

Controller: optional

Zum eigentlichen Gameplay soviel: Es kann durch euer Smartphone ersetzt werden. Nichts disqualifiziert eine Steuerung mehr als die Möglichkeit der Ersetzung durch einen Touchscreen (eine Tatsache, die auch an Nintendo vorbei gegangen ist). Die Bewegungen des rechten Sticks aus Heavy Rain, die mit den Bewegungen der Charaktere korrespondierten, sind durch simple Bewegungen in Richtung eines weißen Punktes ersetzt worden. Kampfszenen werden dadurch gesteuert, dass ihr den Stick in die Richtung bewegt, in die sich Jodie bewegt. Oder auch nicht. Je nachdem wie ihr Lust habt. Legt den Controller auf den Boden und die Szenen spielen sich fast identisch ab. Selbst wenn eine Szene mal kurzzeitig eine Abweichung vom Plot bringt, so prügelt euch das Spiel schneller wieder auf den richtigen Weg zurück, als ihr den Controller wieder aufheben könnt. Beyond braucht euch nicht. Im Gegenteil, es scheint offensichtlich dass das höchste Interesse der Entwickler war, sicher zu stellen, dass der Spieler so wenig Eingriffsmöglichkeiten hat wie machbar ohne Beyond legal als Film bezeichnen zu müssen. Ihr könnt Aiden per Druck auf Dreieck rufen und steuern, außer wenn ihr es nicht könnt. Manchmal übergibt das Spiel direkt Kontrolle zu Aiden ohne dass ihr zurück wechseln könnt. Ihr könnt diesen Soldaten übernehmen, aber nicht die anderen vier. Ihr könnt diesen Piloten übernehmen, aber sonst niemanden. Als Pilot könnt ihr den rechten Stick rotieren und mehr nicht. Was folgt ist eine weitere Cutszene. Hier könnt ihr frei laufen, aber halt, doch nicht hier, Kehrt marsch. Natürlich war auch Heavy Rain keine Gameplayevolution, wobei die Kontrolle über den Stick schon deutlich näher am Geschehen war als hier. Aber Beyond nimmt Heavy Rain als Beispiel und hält die dortige Steuerung scheinbar für überladen. Eingaben des Spielers sind auf ein absolutes Minimum herunter geschraubt und der minimale Input, der verlangt wird, ist größtenteils absolut irrelevant für jegliches Geschehen auf dem Bildschirm. Obwohl sich Rätsel, die nur in Zusammenarbeit zwischen Jodie und Aiden zu lösen sind, geradezu anbieten, findet sich im Spiels nichts dergleichen. Bei diesem SetUp hätte es doch geradezu schwerer sein müssen, keine derartigen Rätsel zu implementieren. Aidens Szenen laufen genauso auf Schienen ab wie Jodies. Ihr tut, was euch das Game sagt, wann und wo und das ohne Konsequenz.

Tu! Oder tu nicht! Ist auch vollkommen egal.

Konsequenz ist ein Stichwort. Zugegebenermaßen war auch die Konsequenz in Heavy Rain mehr vorgetäuscht. Es stimmt, Charaktere konnte sterben und waren dann verloren, aber faktisch konnten von den vier Charakteren nur zwei im laufenden Spiel sterben und das nur in jeweils zwei spezifischen Szenen. Auch The Walking Dead konnte die Hauptstory nur färben, aber nicht beeinflussen. Es ist auch verständlich, denn kein Entwickler kann 20, 30 verschiedene Spiele auf eine Disc pressen, im Wissen, dass jeder Spieler nur eines davon sehen wird. So offensichtlich wie in Beyond hat aber noch kein Entwickler gezeigt, dass der Spieler nichts zu sagen oder beizutragen hat.

Dass Beyond nur einen Hauptcharakter hat statt derer vier tut zweifelsohne das Seine zu diesem Problem. Logischerweise kann dieser nicht vorzeitig versterben, umso auf Grund der Tatsache, dass das gesamte Spiel in Rückblende erzählt wird. Allerdings beendet nahezu jeder Tod des Protagonisten das Spiel, gleichwohl schaffen es andere Entwickler, Spannung zu erzeugen. The Last of Us war nicht wirklich spannungsarm.

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Wenn eine Sache an Beyond gelobt wurde, dann Ellen Page, die Darstellerin Jodies. Willem Dafoe ist auch irgendwo drin, spielt aber eine so dermaßen langweilige Rolle, dass die jeder Praktikant hätte übernehmen können. Über Pages Leistung sei zunächst mal gesagt, dass ich ab der Szene mit den Obdachlosen Untertitel zuschalten musste, weil das Genuschel beim allerbesten Wohlwollen nicht mehr zu verstehen war. Ansonsten ist die Leistung solide, allerdings nichts, was mich aus den Socken hauen würde. Lindsey Shaws Performance in Enslaved war da deutlich beeindruckender, insbesondere da sie dort scheinbar mühelos mit einem Andy Serkis mithalten konnte. Einzig technnisch beeinruckt Beyond, wobei die gestochen scharfen Bilder durchaus dadurch erkauft worden sein könnten, dass dank schwarzer Balken nur ca. 50 % des Bildschirms genutzt werden. Die Kritik vieler Reviewer, dass diese schicken Locations nur Kulisse sind, dürfte etwas zu weit gehen. Es ist unzweifelhaft richtig, gleichwohl dürfte sich dieser Kritikpunkt auf eine Vielzahl anderer Spiele ausdehnen lassen. Warum ausgerechnet Beyond hier mehr bieten muss als ein Uncharted ist schwerlich nachvollziehbar.

Dieses Spiel ist beyond me

Der Begriff “VideoSpiel” dürfte aktuell zu kurz greifen. Es gibt verschiedene Formen interaktiver Unterhaltung. Sei es das klassische Telespiel, das heute noch zu Teilen auf Mobiltelefonen oder Smartphones läuft, die heutigen Actionspiele, in denen die Geschichte nur als Erklärung dazu, warum ein Ninja Zombies in Ruanda abschlachtet oder die klassischen Adventures von damals, die mit Rätseln, Charme, Story und Cleverness überzeugten. Selbst ein The Walking Dead, das nur wenig Gameplay bot, konnte durch die Interaktivität und Entscheidungsmöglichkeiten durch den Spieler eine eigentlich lineare, wenig originelle Geschichte viel intensiver präsentieren und erzählen als es jedes andere Medium gekonnt hätte. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte für ein Spiel. Aber irgendwo muss ein Spiel einfach punkten.

Beyond bietet praktisch kein Gameplay. Die Geschichte ist wirr, konfus, schlecht geschrieben, schlechter erzählt, ohne jeden Faden, rot oder andersfarbig und nicht zuletzt schlichtweg langweilig. Es gibt weder Rätsel noch Cleverness. Es gibt keine Entscheidungsmöglichkeiten, nahezu keine Eingriffe des Spielers in das Geschehen, das Gameplay oder die Geschichte. Es gibt keine Charaktere mit denen man mitfiebern könnte, weil die springende Geschichte wie eine gerissene DVD eine Charakterentwicklung überhaupt nicht zulässt, sondern nur Fragmente darstellt, die keinen erkennbaren Zusammenhang haben.

Es gibt Raum für Spiele wie The Walking Dead und Heavy Rain.

Beyond ist aber kein Actionspiel, es ist kein Adventure, es ist auch kein Charakterdrama. Maximal ist es tatsächlich ein acht bis zehn Stunden langer, schlechter Film, der ohne gelegentliches Drücken auf die Fernbedienung nicht weiter geht. Weder ganz das eine noch das andere wird es letztlich keinem Medium gerecht. Anstatt die jeweiligen Stärken zu nutzen, verbindet es die Schwächen und fügt noch neue hinzu, die bisher so gar nicht bestanden.

Als Zocker seit knapp 35 Jahren bin ich froh über jede neue IP, jeden mutigen Schritt, jede Abweichung vom sicheren Verkaufshit, insbesondere angesichts kommender Innovationsgranaten wie Battlefield, Call of Duty, Killzone und Assassin's Creed. Allerdings ziehe ich jedes dieser Fließbandprojekte einem missglückten Experiment wie Beyond vor genau wie ich jeden gelungenen BigMac einer verbrannten Quiche lorraine vorziehe.

Ich hege die Hoffnung, dass Sony weiterhin Projekte wie Beyond ermöglichen wird, dabei allerdings sich mehr auf die Stärken des interaktiven Mediums besinnt und all dessen Stärken nutzt, um ein intensives, mitreißendes Erlebnis zu bieten, wie es Heavy Rain und The Walking Dead auch schon geschafft haben. Vielleicht reicht es ja auch, einfach einen Co-Autor einzustellen, der David Cage bei jeder peinlichen Szene eins um die Ohren gibt. Freilich müsste dieser Co-Autor Immunität genießen, sonst wäre er nach dem Prolog wegen Totschlags angeklagt.
 
Ich kann so gut wie jeden Kritikpunkt nachvollziehen... mich stört es nur irgendwie nicht. Im Nachhinein betrachtet sind diese Party Szene und der Abschnitt in der Bar echt lächerlich. Bei mir war ersteres aber noch ein Stück weit nachvollziehbarer, da ich mich eben nicht mit diesem Kerl angefreundet habe.
 
Reaver schrieb:
Bei mir war ersteres aber noch ein Stück weit nachvollziehbarer, da ich mich eben nicht mit diesem Kerl angefreundet habe.
Mag sein, dass es auf Grund meiner Spielweise noch wirrer rüber kam, aber wenn eine Geschichte schon formbar ist, dann muss sie immer noch schlüssig bleiben, egal, was der Spieler wählt und nicht auf eine bestimmte Abfolge der Ereignisse beschränkt sein. Klar ist so etwas extrem schwierig zu schreiben, aber bitte, wer das nicht kann, soll es lassen.
 
Hab jetzt das Spiel ein bisschen angespielt.
Das Verhalten der Jugendlichen auf der Party war komplett Banane.
Sehr gestört hat es mich, dass ich sie nicht alle killen konnte. :twisted:

Und weshalb wird die Geschichte nicht chronologisch erzählt?

Ich werde gejagt und weiß nicht warum?

Also Heavy Rain konnte ich nicht aufhören zu spielen, da man wissen wollte, wie es weitergeht und man mit den Charakteren mitfieberte.

Hier spielt man jedoch einzelne Abschnitte, ohne genau zu wissen wieso weshalb warum.

Ich kille SWAT Einheiten und hab keine Ahnung, was mich dazu motivieren sollte.

Ich weiß nicht, ob einer von euch Second Sight auf der ersten XBox kennt. Das war das genialste Stück Software auf der ersten XBox, war auch in einzelne nicht chronologische abschnitte unterteilt, man fieberte jedoch mit dem Charakter mit und hatte tolles Gameplay. Dies ist hier leider nicht zu finden.

@Bart: gibt es Leseproben Deiner Bücher?
 
Habe ja erst ein paar Kapitel gespielt, vielleicht wird es im Verlauf des Spiels etwas klarer, aber das Hauptproblem bisher ist, dass man bei Handlungen/Entscheidungen einfach irgendwas wählt, weil man keinen blassen Schimmer hat, ob man nun lügen, die Wahrheit oder gar nix sagen soll.
Da man die Personen, die Umstände, die Absichten, die möglichen Folgen, die Motive einfach nix weiß und somit abschätzen und damit an seine Spielweise anpassen kann, ist einem einfach alles egal und man macht halt irgendwas.
Bei Heavy Rain konnte man sich gut in Personen / Umstände hineinversetzen und nach eigenen Vorlieben handeln, mit den Konsequenzen.
Hier tut man einfach und zuckt innerlich mit den Schultern.
 
Danke fürs Review; jetzt habe ich kein schlechtes Gewissen diesen Titel nicht zu kaufen. Hab mir sowas schon gedacht und da meine Zeit begrenzt ist für Experimente danke ich Bart mal wieder für ein tolles Review.
 
Wozu sind Reviews denn sonst da, wenn nicht zur Kaufentscheidung? Und gerade Bart hat HR geliebt (obwohl er es im Vorfeld verteufelt hat). Wenn er Beyond nicht mal durchgespielt, dann lege ich dafür keine 60 Kröten auf den Tisch. Nebenbei bemerkt schreibt Bart im deutschsprachigen Raum mit die besten Reviews überhaupt. Seine Aussage hat da bei mir schon einige an Gewicht.
Trotzdem werde ich Beyond natürlich spielen. Nur eben nicht zum vollen Preis.
 
Glod schrieb:
Wozu sind Reviews denn sonst da, wenn nicht zur Kaufentscheidung? Und gerade Bart hat HR geliebt (obwohl er es im Vorfeld verteufelt hat). Wenn er Beyond nicht mal durchgespielt, dann lege ich dafür keine 60 Kröten auf den Tisch. Nebenbei bemerkt schreibt Bart im deutschsprachigen Raum mit die besten Reviews überhaupt. Seine Aussage hat da bei mir schon einige an Gewicht.
Trotzdem werde ich Beyond natürlich spielen. Nur eben nicht zum vollen Preis.

Sorry, ich bin ein Mensch der Allgemein gar nichts auf Review gibt egal wer sie schreibt. Habe viele Spiele wegen Review früher nicht gekauft und irgendwann festgestellt das es Schwachsinn ist.

Es ist aber Allgemein schwer so ein Review zu lesen wenn man das Spiel Mega super toll findet, da kann man vieles im Text nicht nachvollziehen.. Blind for Hype :oops:

Aber ist ja auch ein unterschied zwischen Vollpreis oder gar nicht kaufen :knuddel:
 
Reviews sind halt immer persönliche Meinungen. Egal wie sehr ein Tester es beteuert, es ist schlicht nicht möglich ein Spiel neutral zu bewerten. In einem gewissen Mass fliesst immer der eigene Geschmack mit in die Wertung und in die Gewichtung der Schwachpunkte und Stärken mit ein. Deshalb helfen mir Reviews nur sehr selten eine Kaufentscheidung zu fällen, ausser man kennt den Tester schon gut und weiss in etwa wie er/sie tickt.

Bei Beyond: Two Souls ist es dann nochmals was anderes, ein Sonderfall, ein Spiel bei dem ich den Eindruck habe, man hasst es oder man liebt es. In meinem Fall ist es sowas wie eine Hassliebe. Ich möchte wissen was als nächstes geschieht, gleichzeitig frage ich mich, was sich Quantic Dreams dabei gedacht hat, als sie sich entschieden haben diese Erzählart zu wählen. Ich frage mich, wieso man nicht einfach alles der Reihe nach machen konnte, und werde dabei einfach das Gefühl nicht los, dass Herr Cage hier einfach einen auf pseudo-intellektuell machen wollte, was ich für ziemlich unnötig und nicht gelungen halte.

Aber genug gelästert jetzt, schlussendlich schafft es das Spiel meine Neugier aufrecht zu erhalten. Und das ist der springende Punkt, solange ich zum Weiterspielen animiert werde, solange kann das Spiel gar nicht so viel falsch machen. So sehr mich die Erzählart nervt, die Geschichte an sich interessiert mich trotzdem. Da können auch vereinzelte unlogische Ausrutscher wie die Partyszene nichts dran ändern. Ich bin jedenfalls froh das Spiel gekauft zu haben, und ich empfehle jedem das Spiel selber zu testen. IMO kann man bei dem Spiel nicht viel auf Reviews geben.
 
Mit der Partyszene kann ich auch leben. Die war zwar schon richtig schlecht, aber passt zu Cage. War für mich kein Bruch in der Geschichte.
Aber die Erzählweise nervt mich zunehmend. Es stellt sich null Spannung bis jetzt ein, weil man nach 5min das Szenario komplett wechselt und gar keinen roten Faden hat. Es gibt Filme, die solche Zeitsprünge sehr gut hinbekommen, Memento, LA Crash z.B., aber hier ist das völig unnötig und reißt mich einfach jedes Mal völlig aus der Story. Ich hoffe, das bleibt nicht so. Bin ja noch recht am Anfang.
 
Habe jetzt ein bisschen weiter gespielt und bin mittlerweile bei den Indianern.
Mittlerweile gab es auch ein paar richtig gute Kapitel, jedoch bin ich immer noch der Meinung, dass die Geschichte chronologisch erzählt besser passen würde.

Für nen Zehner und 2 Spielen damals bei Gamestop isses ok.
Vollpreis hat man zuwenig Spiel und zuviel Film.

Heavy Rain hatte mir aber trotzdem besser gefallen.
 
@Bart: Kann es sein, dass du intellektuell vielleicht überfordert warst mit dem Spiel? Mich fesselt das Spiel. Sonderlich geil ist es dabei zwar nicht (weder spielerisch noch vom storytelling) aber die Episoden sind kurz genug, dass es mich bei der Stange hält... "Was kommt jetzt" und so... Außerdem bin ich emotional fragil genug, um ab und zu sogar n kleines Tränchen der Rührung zu verdrücken. Die kleine Jodie ist ZU gut gemacht, um nicht mitgerissen zu werden, wenn sie mit ihren kleinen Händen ihren rosa Stoffhasen anpackt und versucht tapfer zu sein. Sie ist das Licht von Beyond. Der Rest ist erschreckend lahm und Cage scheint wirklich gar nix peinlich zu sein:
Die Geburt. Please, ey... :kaffee:
Außerdem: Die Grafik ist stellenweise übermenschlich. Ich bin zwar kein Experte, aber ich hab selten so ne gute Optik genossen. Ich zock heute mal weiter, mal sehn, was ich heute so alles zu sehn bekomm. Es ist schon wirklich interessant, was Cage einem da vorsetzt. Von geil bis panne is alles dabei.
 
Joa, ich vergebe 6/10.

Cage hat wieder viel zu viel gewollt. Ich glaube, er ist auf der immerwährenden Suche nach Stories, die den Konsumenten komplett aus den Socken hauen sollen. Dass er dabei viel (VIEL) zu dick aufträgt, war schon seit Fahrenheit das große Problem. Jetzt hat er wohl viele Ressourcen an die Hand bekommen und durfte sich mal so richtig austoben. Dabei sind viele wirklich schöne Momente rausgekommen aber auch wirklich knallharter Blödsinn. Ich schätze sein Engagement und seine Leidenschaft. Er ist irgendwie sowas wie der Uwe Boll der Gamesindustrie... nur mit Kohle. Der lässt sich nicht beirren und zieht leidenschaftlich durch, was er für geil und erlebenswert hält. Klar kommt dabei auch mal was schönes bei rum, aber der Junge kann einfach keine Stories schreiben. Die Reihenfolge seiner Games (die ich gespielt habe) sieht dann wie folgt aus:
Heavy Rain > Fahrenheit > Beyond.
Ich rate Fans von Heavy Rain eher ab. Wenn sie einigermaßen hartgesotten sind und wie ich eine hohe Bullshit-Toleranz haben, dann dürfte die ein oder andere spaßige Stunde drin sein. Ich kann es als Fan des Genres (was auch immer) nicht wirklich haten, ne 6/10 ist eher gut als schlecht. Kann man machen... muss man aber echt nicht.
 
Ich bin wohl immer noch im ersten Drittel des Spiels, verspüre aber seit über einer Woche nicht den Drang, weiterzuspielen. Irgendwas vermasselt Cage immer, in diesem Fall ist es die nicht vorhandene Spannungskurve, da ich mich null mit der Person von Jodie identifizieren kann.
Ich kann über den Mann mittlerweile definitiv sagen, dass er teils zwar wirklich gute Einzelszenen schreiben kann, aber beim Spannen eines grösseren, umfassenden Handlungsbogen kläglich scheitert. Und das ist schade, wenn man bedenkt, welch eine Mühe man sich sonst in puncto Inszenierung gibt.

Mal sehen, ob ich es noch beenden werde, aber bisher finde ich Heavy Rain (den ich übrigens nicht mochte) deutlich besser.
 
Spannende Kritik. Ich kann das wohl verstehen. Aber ich liebe dieses Spiel. Vielleicht, weil ich blöd bin, aber vor allem weil mich der Kitsch in David Cages Storys wirklich mitnimmt. Klar, die Storys sind nicht immer originell und es gibt immer eine Menge Plottholes. Mich fängt das trotzdem ein. Vielleicht wirklich blöd, aber egal. Ich stehe zu meinem schlechten Geschmack.
 
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