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Amokläufe - Wieso, weshalb, warum?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

nicht mehr als vor 10 Jahren mag ja sein aber die Privaten gibt es schon wesentlich länger.

Das Ergebnis vor 20 Jahren würde mich eher Interessieren.
Und so unrecht hat Pil sicher nicht.

Bin mal gespannt wie Du das deinem kleinen vorleben wirst, behaupten kann man viel aber das umsetzen ist viel schwieriger.
 
Ich hatte mich ja schon damals über Hunter aufgeregt weil dieser Bulle jeden Verbrecher auf der Flucht in den Rücken erschossen hat. Bei Straßen von San Francisco wurden die Täter immer verhaftet, da gibg es auch um etwas ganz anderes als zu zeigen, wie man jemand gekonnt erschießt oder zu Tode prügelt bis ihm die Zähne rausfliegen. Letzteres ist dann heute in jedem Film die Pflicht das zu zeigen. Im ganzen TV ist es Roh geworden und die menschliche Würde wird stetig angetastet. Das fängt schon bei so Sendungen wie den Superstars an wie dort mit Menschen umgegangen wird. Hauptsache man quält jemanden und erfreut sich dabei, das ist heutige Medien Perversion. In der Schule wird das übrigens direkt umgesetzt. Wenn man gegen Mobbing an der Schule ist muss man auch ergründen, woher das kommen kann und da kann man nicht behaupten, die täglichen 4 Stunden TV könnten nichts damit zu tun haben wie man mit seinen Menschen umgeht. Es wird dort gedisst, beleidigt, beschimpft und jemand für hässlich erklärt und alle finden es geil und die Looser werden rausgeschmissen.
 
pil schrieb:
Ich denke, momentan wird das komplett übertrieben gezeigt, ja, und zwar vollkommen lächerlich sogar weil man selbst wohl noch nie einen Schlag in den Bauch bekommen hat um zu wissen, dass man dabei meist schon am Boden liegt. Es ist einfach nicht die Realität dass man sich sofort prügelt wenn es einen Konflikt gibt. Wenn wundert es wenn dieses nachgeahmt wird.

Dir ist schon klar, dass du wieder auf die selbe Schiene abdriftest wie alle, die Killerspiele verbieten wollen, weil es Jugendliche zu Gewalttaten animiert?
 
Samstrike 68 schrieb:
Bin mal gespannt wie Du das deinem kleinen vorleben wirst, behaupten kann man viel aber das umsetzen ist viel schwieriger.

Glaub ich nicht. Das ist eine Frage der Prinzipien. Wenn ich aber schon von mir aus nix dabei finde, meinem 8jährigen Kind nen Fernseher mit Videorecorder Marke Disney ins Zimmer zu stellen, dann ist ohnehin Hopfen und Malz verloren. Ansonsten sind meine Frau und ich Outdoor-Freaks und da liegt doch wohl in der Natur der Sache, dies auch an unser Kind weiterzugeben.
 
pil schrieb:
Im ganzen TV ist es Roh geworden und die menschliche Würde wird stetig angetastet.

Naja, streng genommen kann die Würde des Menschen nicht mal angetastet werden, weil sie laut Kant ein absoluter Wert ist, der jedem Menschen innewohnt. :p
Aber klar, das allgegenwärtige TV neigt dazu, daß der Mensch diese Würde nicht angemessen entfalten kann. Dagegen hilft auf jedenfall das gute alte Abschalten.
 
el_barto schrieb:
pil schrieb:
Ich denke, momentan wird das komplett übertrieben gezeigt, ja, und zwar vollkommen lächerlich sogar weil man selbst wohl noch nie einen Schlag in den Bauch bekommen hat um zu wissen, dass man dabei meist schon am Boden liegt. Es ist einfach nicht die Realität dass man sich sofort prügelt wenn es einen Konflikt gibt. Wenn wundert es wenn dieses nachgeahmt wird.

Dir ist schon klar, dass du wieder auf die selbe Schiene abdriftest wie alle, die Killerspiele verbieten wollen, weil es Jugendliche zu Gewalttaten animiert?
Ich schrei nicht nach Verboten.

Und du weißt schon, dass du zu denen gehörst die etwas ergründen wollen ohne sich die Mühe zu machen, die Ursache für ein Verhalten finden zu wollen. Oder willst du mir jetzt erzählen dass täglicher Konsum diverser Medien überhaupt keinen Einfluss auf einen hat?
 
el_barto schrieb:
pil schrieb:
Ich denke, momentan wird das komplett übertrieben gezeigt, ja, und zwar vollkommen lächerlich sogar weil man selbst wohl noch nie einen Schlag in den Bauch bekommen hat um zu wissen, dass man dabei meist schon am Boden liegt. Es ist einfach nicht die Realität dass man sich sofort prügelt wenn es einen Konflikt gibt. Wenn wundert es wenn dieses nachgeahmt wird.

Dir ist schon klar, dass du wieder auf die selbe Schiene abdriftest wie alle, die Killerspiele verbieten wollen, weil es Jugendliche zu Gewalttaten animiert?
Völlig von der Hand zu weisen ist das aber auch nicht. Ist sicherlich zumindest diskussionswürdig. Das kann das Killerspiel-Thema ja auch gerne sein, nur ist ja dort keiner zur einer Diskussion bereit.
 
Und natürlich haben auch Gewaltspiele einen Einfluss auf einen selbst, macht aber einen nicht zu einen Amokläufer, das sind völlig verschiedene Schuhe. Aber man kann doch nicht ernsthaft behaupten wollen, Medien hätten keinen Einfluss auf einen selbst. Das ist mächtig naiv, genau so naiv wie die Opfer die jetzt nach Verboten rufen. Das ist einseitig genauso wie es einseitig ist wenn man sagt, Spiele und TV hätten keinen Einfluss auf einen Menschen und nein, ich meine wiederholt nicht damit, dass man deswegen andere verletzt oder tötet. Es gibt auch nur 1 Amoklauf und keine tausende aber es gibt auch in Schulen ein massives Problem wie Kinder miteinander umgehen und auch wie dann die späteren Erwachsenen mit anderen Menschen oder ihren Angestellten umgehen. Und ich kann davon ein Lied singen da ich berufstätig bin. Sind schon viele Schweine Chefs mit Hang zum Machtmissbrauch. Und man muss heute ein großes Schwein sein es hoch zu schaffen, das geht auch nur über Leichen.
 
pil schrieb:
el_barto schrieb:
pil schrieb:
Ich denke, momentan wird das komplett übertrieben gezeigt, ja, und zwar vollkommen lächerlich sogar weil man selbst wohl noch nie einen Schlag in den Bauch bekommen hat um zu wissen, dass man dabei meist schon am Boden liegt. Es ist einfach nicht die Realität dass man sich sofort prügelt wenn es einen Konflikt gibt. Wenn wundert es wenn dieses nachgeahmt wird.

Dir ist schon klar, dass du wieder auf die selbe Schiene abdriftest wie alle, die Killerspiele verbieten wollen, weil es Jugendliche zu Gewalttaten animiert?
Ich schreib nicht nach Verboten.

Und du weißt schon, dass du zu denen gehörst die etwas ergründen wollen ohne sich die Mühe zu machen, die Ursache für ein Verhalten finden zu wollen. Oder willst du mir jetzt erzählen dass täglicher Konsum diverser Medien überhaupt keinen Einfluß auf einen hat?

OK, das stimmt, Verbote fordesrt du nicht.

Hab ich schon mal geschrieben: Ein Kind mit einer guten Erziehung und einer guten Medienkompetenz wird zumindest nicht in der Hinsicht beeinflusst, dass es gesehenes Verhalten aus dem TV nachahmen will, weil es weiß, dass es Fiktion ist.

Ich will schon Gründe herausfinden, aber ich machs mir nicht so einfach, mit dem Finger auf irgendwelche Sachen zu zeigen und zu sagen "Du bist schuld". Verhalten ist eine Folge aus vielfätigsten Ursachen, elterliche Einflüsse, Einflüsse aus der Peer Group, Einflüsse aus Medien etcpp.
Vllt hat bei manchen dieser Täter die Medienlandschaft verrohende Auswirkungen, aber das ist dann nur die Folge aus falscher Erziehung, denn ein Kind ist in solchen Verhaltens- und Wesenseigenschaften zum Großteil das Produkt der Erziehung von Eltern, Schule,... Daraus folgt, dass man nicht bei den Medien anknüpfen muss, sondern bei den Eltern. Wenn eine Erziehung nicht liebevoll abläuft, dann hat das schwere Auswirkungen auf das Wesen des Kinds.


Mir ging es auch hauptsächlich um pils Satz "Wen wundert es wenn dieses nachgeahmt wird." denn so einfach ist es nicht, das ist die selbe Kausalitätskette, die Pfeiffer und Co immer wieder anführen. Ein Stimulus (Spiele, TV-sender) wird nachgeahmt und ist deswegen schlecht. Sinnvoller wäre es aber, herauszufinden, WIESO das Verhalten eventuell nachgeahmt wird, wieso Inhalte aus Medien für bare Münze genomme werden, ohne sich Gedanken drüber zu machen.
 
Das sehe ich auf jedenfall auch ähnlich wie elbarto. Die Eltern sind nun mal der wichtigste erzieherische Part im Leben eines Kindes, ob die sich darüber nun bewusst sind oder das einfach verdrängen. Eltern sind die größten Vorbilder für Kinder, in allem was sie machen. Ein Kind schaltet erst dann zu oft den Fernseher an, wenn es sich nicht geliebt und umsorgt fühlt.
 
Urgs schrieb:
Ein Kind schaltet erst dann zu oft den Fernseher an, wenn es sich nicht geliebt und umsorgt fühlt.

So siehts aus. Und wenn dann die Eltern noch dazu nicht mit ihren Kindern über das Gesehene reden und somit auch nicht helfen, es zu verarbeiten und richtig einzuordnen, ist für mich das Grundproblem schon gefunden. Nur lässt sich das halt leider nicht schnell ändern.
 
Eltern haben gar nicht so viel Einfluss wie man es gerne hätte. Kinder nabeln sich recht schnell ab, Wegweiser kann man gehen aber formen tut sich das Kind letztendlich selbst. Aäuch die Winnender Eltern müssen überhaupt keine Schweine gewesen sein damit ihr Kind so austickt, auch da würde man sich es echt leicht machen.

Was man doch bei allem Amokläufern im Nachhinein erfährt ist, dass sie im Grunde kein Selbstwertgefühl besaßen. Das gilt für die meisten Menschen die Macht ausüben, auch bei Vergewaltigungen geht es meist um Macht und nicht mal um den Trieb an sich. Sagen zumindest die Experten. Sind auch immer ganz arme Würschten die so etwas tun. Und bei dem Tim K war es genauso. Der holte sich seine Bestätigung auch anders. Jedes Fass läuft mal über.
 
Und du meinst ernsthaft, daß es nicht Aufgabe der Eltern ist, ein Kind zu genügend Selbstwertgefühl zu verhelfen?
Das beginnt schon damit, daß du weinende Säuglinge im Arm halten sollst und Verständnis für ihre Sorgen vermitteln sollst. Das stärkt bereits das was später Selbstwertgefühl geannt wird.
 
Urgs schrieb:
Nur, die Eltern von heute bewegen sich ja selbst kaum und sitzen liebend gerne am Wochenende vor der Flimmerkiste. Jene Eltern also, aus der Früher-war-alles-besser-Generation-wir-hatten-ja-nur-3-Sender". Sie leben es ihren Kindern doch vor und sie wären die ersten, die nen Aufstand machen würden, wenn es im TV nur noch 3 Sender gäbe und Gewalt nur noch zwischen 23-01 Uhr.

Yo, das ist das Hauptproblem. Mit meinen besagten Verwandten hab ich die Tage auch nen heftigen Disput gehabt, weil die auf der Schiene fahren "Killerspiele sind schuld an Amokläufen", aber gleichzeitig haben fast alle ihre Kinder nen eigenen TV im Zimmer, teilweise schon mit 7 Jahren. Die älteren haben zusätzlich noch nen PC mit Internet-Anschluß, und kaum einer kontrolliert, was die da machen und wie lange. Die sind froh, wenn die Kinder 'versorgt' sind, damit man dann selbst Explosiv, Dschungelcamp und anderen Scheiss ansehen kann. Anstatt sich halt selbst mal in die Verantwortung zu nehmen, und was mit den Kindern zu unternehmen. Nee, das Fernsehen sagt, Killerspiele sind schuld, also muss das auch so sein. Da wird dann nen Monat drauf geachtet, was die Kinder spielen, aber danach ist wieder alles beim alten, und die Kids hocken wieder stundenlang vor der Glotze/dem Monitor. Und die Eltern zwei Zimmer weiter auch.
 
pil schrieb:
Eltern haben gar nicht so viel Einfluss wie man es gerne hätte.

Oh doch. Die ersten ca. 6 Lebensjahre sind die Kinder vollkommen auf die Eltern fixiert, was Verhalten, Moralvorstellungen etc angeht, also die Grundfesten, die die Persönlichkeit bilden.
Klar, in der Pubertät nimmt der Einfluß der Eltern stark ab, aber bis dahin muss man eben sein Kind schon so "geformt" haben, dass es auf moralisch und persönlich stabilen Beinen steht.

Wegweiser kann man gehen aber formen tut sich das Kind letztendlich selbst
Nope, dieser endogenistische Ansatz der Persönlichkeitsbildung stimmt nicht. Verhalten ist zum allergrösten Teil ein Produkt der Erziehung, und hier legen die Eltern den Beginn und die Startrichtung fest.

Was man doch bei allem Amokläufern im Nachhinein erfährt ist, dass sie im Grunde kein Selbstwertgefühl besaßen.
Jop, und jetzt rate mal, wer hierfür verantwortlich ist. Ein Kind kommt nicht mit der Veranlagung auf die Welt, kein Selbstwertgefühl zu haben. ;)

Urgs schrieb:
Das beginnt schon damit, daß du weinende Säuglinge im Arm halten sollst und Verständnis für ihre Sorgen vermitteln sollst. Das stärkt bereits das was später Selbstwertgefühl geannt wird.
So siehts aus, genau in dieser Phase legt man das Fundament für alle diese Sachen. Urvertrauen wird schon in frühester Kindheit aufgebaut, und wenns hier mangelt, kann keine gefestigte Persönlichkeit gebildet werden
 
Moral gibts bei 6 Jährigen nicht, sorry, die wissen zwar was man machen darf und was nicht aber für eine Moral gehört das Wissen und die Überzeugung, warum nicht. Allein das Verbot macht die Moral nicht aus.


Ich weiß auch ganz genau woher fehlendes Selbstwertgefühl kommt. Ich weiß aber auch, wie man sich sehr leicht in eine Welt flüchten kann, in der ich Macht ausübe. Es gehört auch verdammt viel Fingerspitzengefühl an solch verschlossene Menschen heran zu kommen, man darf davon ausgehen, dass manch so ein Mensch sich nicht helfen lassen will. Die fressen den Druck in sich hinein. Misstrauen spielt da eine ganz große Rolle. Tim K hat am Ende überhaupt keinem mehr vertraut, wenn er nur einen Menschen geliebt hätte, er wäre nicht Amok gelaufen.
 
pil schrieb:
Moral gibts bei 6 Jährigen nicht, sorry, die wissen zwar was man machen darf und was nicht aber für eine Moral gehört das Wissen und die Überzeugung, warum nicht. Allein das Verbot macht die Moral nicht aus.
Klar, Moral ist ein Konstrukt, dass erst später begriffen wird. Trotzdem wird in der Kindheit die Voraussetzung dafür geschaffen, dass dieses Verständnis später intakt ist.
 
Urgs schrieb:
Und du meinst ernsthaft, daß es nicht Aufgabe der Eltern ist, ein Kind zu genügend Selbstwertgefühl zu verhelfen?
Das beginnt schon damit, daß du weinende Säuglinge im Arm halten sollst und Verständnis für ihre Sorgen vermitteln sollst. Das stärkt bereits das was später Selbstwertgefühl geannt wird.

Wie immer alles in Maßen, nicht jedes wimmern und weinen eines Säuglings muss gleich von den Eltern geregelt werden. Sonst hast Du ganz schnell ein Kind das ständig jammert. ("Schreikinder")
Die merken sich alles ganz genau und versuchen ziemlich früh auf dich Einfluss auszuüben.
 
el_barto schrieb:
pil schrieb:
Moral gibts bei 6 Jährigen nicht, sorry, die wissen zwar was man machen darf und was nicht aber für eine Moral gehört das Wissen und die Überzeugung, warum nicht. Allein das Verbot macht die Moral nicht aus.
Klar, Moral ist ein Konstrukt, dass erst später begriffen wird. Trotzdem wird in der Kindheit die Voraussetzung dafür geschaffen, dass dieses Verständnis später intakt ist.
Natürlich sind die Anfangsjahre verflucht wichtig aber selbst aus einem misshandelten 6 Jährigen kannst du noch ein Engel formen genauso wie aus einem lieben 6 Jährigen ein Hitler erwachen kann. Der größte Bruch kommt spätestens in der Pubertät, mein Kollege kann zur Zeit ein Lied darüber singen, er meinte kürzlich, ich kann mir ja gar nicht vorstellen wie schwer es ist noch Einfluss auf seine Tochter zu haben weil ich gemeint hätte, er hätte doch noch Einfluss auf sie. :ugly:
 
Neja ehrlich gesagt sollte man in der Pubertät auch den Einfluss niedrig halten, schließlich fängt hier der Jugendliche an sich selbst einen Weg zu denken und zu folgen. Man sollte eher als Stütze fungieren, also auf den richtigen Weg bringen, falls der Jugendliche etwas was tut/handelt, was man nicht gutheißt.
 
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