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Amokläufe - Wieso, weshalb, warum?

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nasreddin schrieb:
Gungrave schrieb:
Mir fällt nur auf, das die Stimmung im Allgemeinen immer gereizter wird und auch die Hemmschwelle passiver und aktiver Übergriffe gegen seinen Nächsten in den letzten Jahren deutlich gesunken ist - sei es auf unseren Straßen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fällt dir das auf oder weißt du das? Für diese These habe ich noch nie plausible empirische Beweise gesehen.

mann könnte sich die Polizei Statistiken der letzten 50 Jahre durchlesen nur das heute deutlich mehr zur Anzeige gebracht wird als z.b 1959. Also imo gibt es keinen Beweis das es so ist. Aber gerne wird halt nach dem Motto "Früher war alles Besser" argumentiert und das ist IMO Bullshit.
 
Die Umgebung ist doch gar nicht viel herber, es geht nur um die mediale Präsenz und das, was man dann daraus projeziert.
Früher hatte man die bösen kinderklauenden Zigeuner, dann die RAF, jetzt die Messerstecher aus dem Morgenland...
Gibts bestimmt alles und es gibt Gegenden, da würd ich nichtmal tagsüber durchlaufen, aber 98% der Gegenden sind einfach sicher.
Manchmal hat man halt Pech, aber man kann ja auch in Fußgängerzonen überfahren werden :deal:
 
Es ist schon beängsigend - es vergeht mittlerweile keine Woche mehr, wo nicht irgendjemand in Deutschland seine Familie umbringt, was ist nur los mit den Leuten???

Man darf die mediale Berichterstattung nicht überbewerten. Amokläufe, Bluttaten und Gewalt hat es immer schon gegeben und ich behaupte mal, die Quote ist nicht einmal deutlich angestiegen, sondern bewegt sich seit langer Zeit auf einem einigermaßen konstanten Niveau. Was eben ansteigt, ist die mediale Berichterstattung. Auch in 50ern gab es Morde an Kindern, Bluttaten innerhalb der Familie etc, aber es ist nur sehr selten darüber berichtet worden.

Man darf auch nicht vergessen, dass selbst eine grausame Bluttat pro Tag auf 81 Mio Menschen sehr wenig ist...
 
frisell schrieb:
@ nasreddin: okay, wenn du es meinst... ich merke einfach, dass die ganze umgebung viel herber drauf ist als früher :)

Ja, das ist alles subjektive Wahrnehmung. Und gerade dein Beispiel von den Nachrichten um 20 Uhr leistet da einen wichtigen Beitrag zur Wahrnehmung. Es ist gerade mal 10 Jahre her, da gabs ein Familiendrama in meiner Heimat. Der Mann ist nach der Tat sogar mit dem abgetrennten Kopf der Frau tagsüber mitten durch die Einkaufsstraße gerannt. Das war ein Thema für die Lokalpresse und die Bild.

Heute hast du wegen sowas gleich einen Brennpunkt in der ARD und eine Sondersendung bei Anne Will.
 
Nasreddin schrieb:
Gungrave schrieb:
Mir fällt nur auf, das die Stimmung im Allgemeinen immer gereizter wird und auch die Hemmschwelle passiver und aktiver Übergriffe gegen seinen Nächsten in den letzten Jahren deutlich gesunken ist - sei es auf unseren Straßen oder in den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Fällt dir das auf oder weißt du das? Für diese These habe ich noch nie plausible empirische Beweise gesehen.

Nein, beweisen kann ich das nicht - ich spreche ja jetzt auch nicht von Gewalt an sich sondern eher von ruppigen und unflätigen Verhalten.

Zu meiner Zeit (Vor ca 20 Jahren) hat man in der Regel noch "Verzeihung" gesagt wenn man wo vorbei wollte - heute kriegt man stattdessen immer öfter mal den Ellbogen in Kreuz oder wird ganz einfach zur Seite geschoben.
Aber das kann auch schlicht und einfach daran liegen, das immer mehr Menschen in die Städte strömen und alles immer beengter wird.
 
Tommse schrieb:
Weil ihr alt seid :deal:
Meine Oma hat auch immer Angst, dass jemand Steine von der Autobahnbrücke schmeißt, die Russen von gegenüber meine Schwester vergewaltigen und überhaupt jeder kriminell ist :grins:

Nein, weil man sich heute nicht mehr sicher sein kann ob man nicht im nächsten Moment von jemand wildfremden ein Messer zwischen die Rippen bekommt. Die Gewaltbereitschaft ist heutzutage eine ganz andere. Jeder Drömel rennt doch heute wenigstens mit nem Butterfly in der Tasche rum. Rempelst Du heutzutage son Spinner aus Versehen an zeigt er Dir gleich den Gruß aus Solingen. Früher haben die sich noch dafür entschuldigt wenn Du sie angerempelt hast....
 
Bei mir hat sich bisher noch fast jeder entschuldigt und der Rest sah so aus, als hätte er das vor 20 Jahren auch nicht gemacht :?
Btw, wieviele Leute kennt ihr denn, die schon abgestochen wurden? Ich hab in meinem Leben privat einmal einen "Messerkampf" erlebt und da war da nicht beteiligt.
Von meinen Freunden wurde noch keiner mit einem Messer bedroht und selbst das hats früher doch auch gegeben... Als wären die Verbrecher damals "ehrenhafter" gewesen...

Kauft euch ein Pfefferspray, damit seid ihr gleich weniger ungeschützt und das trägt man auch nach außen und wird nicht überfallen. Ist ja nicht so, als wollte ein Gangster sich seinen Beruf nicht auch leicht machen... Der sucht ja nicht die Herausforderung, sondern die schnelle Kohle.
 
Oxblood schrieb:
Mir kommt es so vor, als würde der gegenseitige Respekt voreinander immer weiter abgebaut im Laufe der Zeit...

Das ist definitiv so und da brauchts auch keine Beweise - das ist der neoliberale Zeitgeist und das pushen der "Leistungsgesellschaft" wo sich sowieso jeder der Nächste ist!
 
Stimmt vermutlich. Ich kenne meine Nachbarn bspw. auch nicht. Ich grüße sie und tratsche etwas mit ihnen hin und wieder aber das war´s dann auch. Allerdings mistraue ich ihnen nicht, sind fast alles ältere, gesetzte Semester...

Tja, Leistungsgesellschaft ist...anstrengend, ich sag´s mal so, besonders für diejenigen, die sich ihr eigentlich ganz gerne verweigern würden.
 
Ist doch genauso wie mit dem Straßenverkehr... Jeder zweite meint das die Straßen von Jahr zu Jahr gefährlicher werden. Aber denoch sinken die Verkehrstoten und Schwerverletzten jedes Jahr auf ein Rekordminus. Vor 30 Jahren gab es 4x soviele Tote als heute was natürlich auch an den Fahrzeugen liegt. Dennoch wird fast jeder tödliche Unfall als Sondersendung in den Nachrichten gebracht. Das es 10x gefährlicher ist im Krankenhaus an einer Infektion zu sterben wird da ausser acht gelassen. Mein Vater wurde in den 60er Jahren im Streit die Kehle durchgeschnitten von Italienern. Und Messerstechereien und Schlägerein gab es da auch zu genüge.
 
Oxblood schrieb:
Tja, Leistungsgesellschaft ist...anstrengend, ich sag´s mal so, besonders für diejenigen, die sich ihr eigentlich ganz gerne verweigern würden.


Kommt darauf an, wie man Leistung definiert - ich hatte 5 Jahre in einer Firma wo ich mir vorkam wie ein Hamster im Laufrad weil jeder beweisen mußte, das er schneller besser und effektiver arbeitet als sein Kollege - das wurde auf die Dauer zur Hölle.

Heute geht es darum, das ich meinen Job gut mache ohne künstlichen Konkurrenzdruck - dann macht die Arbeit (Leistung) auch wieder Spaß.
 
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