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Amerika, we have a problem

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Es ist komplett müßig zu diskutieren, ob dieser konkrete Vorfall nun tatsächlich rassistisch motiviert war oder nicht, ob bei einem weißen Verdächtigen genau so oder ähnlich gehandelt worden wäre oder nicht usw.

Ich rede mir hier den Mund fusselig bzw. tippe mir die Finger wund, wenn ich immer und immer wieder darauf hinweise dass Rassismus nicht intentional vollzogen werden muss. Ein systemischer Rassismus zeichnet sich ja eben dadurch aus, dass Rassismus systemisch vollzogen wird und nicht (allein) individuellen Handlungen zuzuordnen ist, d.h. wir haben in den USA natürlich auch rassistische Polizist*innen, die Schwarze als minderwertige Menschen betrachten und dementsprechend handeln. Wir haben aber auch eine Polizeistruktur, bestimmte polizeiliche Praktiken, ein entsprechendes Strafvollzugssystem etc., die allesamt so ausgerichtet sind, dass in erster Linie Schwarze darunter leiden.

Wenn wir bspw. Polizeipraktiken haben, die generell feindlich gegenüber armen Menschen sind und gleichzeit Schwarze durch gesellschaftliche Strukturen häufiger von Armut betroffen sind: dann sind diese Praktiken letztlich rassistisch, auch wenn - oder gerade weil - Rassismus auch eng mit Klassismus (also der systemischen Benachteiligung von armen ggü. reichen Menschen) verwoben ist.

Um aber nochmal auf die konkrete Situation zurückzukommen und auf die schiere Unmöglichkeit Rassismus in seiner konkreten Ausführung zu benennen.
Es gibt einen alten Afrob-Song, in dem es heißt:
Ich bin jung, schwarz, gross, mach' den alten Omas Angst, scheiss' auf ihren Respekt, scheiss' auf ihre Akzeptanz.
Wechseln auf der Strasse die Strassenseite, in der Bahn den Platz, beobachten mich voll, auch wenn ich mich kurz kratz'.
Ich hab lange Zeit die Lyrics falsch verstanden und immer gehört:
Wechseln auf der Strasse die Strassenseite, denn da war mehr Platz
Und ich finde, das verdeutlicht es ganz gut.
Für eine von Rassismus betroffene Person ist es augenscheinlich, dass Menschen - in diesem Fall "Omas" - die Straßenseite wechseln, wenn sie ihr entgegenkommen. Ich glaube es ist auch nicht schwer anzuerkennen, dass dies aufgrund von internalisiertem Rassismus geschieht und dass "Schwarzen Menschen weitläufig ausweichen" generell eine rassistische Praktik ist.
Wenn wir jetzt aber einen beliebigen Einzelfall diskutieren würden und analysieren würden, ob die Omi eine konkrete Rassistin ist weil sie die Straßenseite wechselt oder vielleicht doch nur der Zufall es so ergeben hat, dass sie eben ohnehin auf die andere Seite musste oder dort ihre Freundin Erna gesehen hat und mit ihr plaudern wollte... Wir würden zu keinem Ergebnis kommen - eher im Gegenteil: man versperrt so den Blick vor dem großen Ganzen.
Also davor, dass a) eine individuelle Handlung immer im Kontext gesellschaftlicher Bedingungen zu sehen ist und b) es der betroffenen Person immer als rassistische Praktik erscheint, ganz gleich wie die individuelle Intention dahinter nun ist.

Der Tod George Floyds hat also in jedem Fall etwas mit Rassismus zu tun; ob die handelnden Personen nun rassistisch motiviert waren oder nicht.
Das in Frage zu stellen verfesstigt letztlich rassistische Strukturen, weil sie hinter dieser Frage unsichtbar werden.
 
com'on, was soll der Mist jetzt?
Es geht um nen verfickten Verdacht, dass jemand ein verfickten Schokoriegel oder ne verfickte Coke mit einem verfickten gefälschtem 10er bezahlt hat.
Das wissen wir JETZT! Vorher weiß der Beamte nicht, wen er vor sich hat und wozu er bereit ist. Und das Risiko, dass der austickt und mit Messer um sich haut, geht die Polizei nicht ein. Eigenschutz vor allem.
 
Ich meine nicht dich, sondern die andere Seite. Irgendwie liest es sich jetzt wieder so, als wenn Rassismus kein Thema wäre. Die Reaktion der Polizei irgendwie doch gerechtfertigt wäre, usw. und das finde ich ernüchternd.
Ja, als schien alles vergessen und es wird nicht weiter mehr nachgedacht. Schon traurig. :(.
Danke an die anderen, besonders an Mingo für eure Zeit!
 
Irgendwie sind wir gefühlt wieder am Anfang der Diskussion. Ernüchternd. Jetzt wird hier wieder relativiert was das Zeug hält.
Ganz schlimm auch die Comments unter dem Video, hab nur kurz drüber geschaut damit mir nicht die Schlagader platzt aber bei der ganzen Relativierung dachte ich mir nur "na und, was ändert das an dem widerwärtigen und vermeidbaren Mord?". Man hätte die Comments echt deaktivieren sollen um dem rechten Pack nicht wieder eine Bühne zu geben.
 
Weil die Leute sofort sehen, dass die unter den Masken weiß sind? Glaube nicht, dass das jemandem sofort ins Auge springt.

In diesem Fall war der Prank längst zu Ende und nachdem die Polizei erst den Uber Fahrer angehalten haben, haben sie später die Jungs (nun mehr ohne Maske) vor jenem Gebäude erwischt. Soviel erstmal dazu.


Das wissen wir JETZT! Vorher weiß der Beamte nicht, wen er vor sich hat und wozu er bereit ist. Und das Risiko, dass der austickt und mit Messer um sich haut, geht die Polizei nicht ein. Eigenschutz vor allem.


Okay, und nachdem der Beamte die potenzielle Gefahr fürs eigene Leben (Typ sitzt im schlecht einsehbarem Auto und könnte ne Waffe haben) gelöst haben. Wieso wird er dann weiterhin wie ein schwer Krimineller behandelt und abgeführt? Wieso nehmen sich die Beamten nicht eine Minute Zeit dem Beschuldigten zu erklären wieso sie ihn anhalten? Wieso zeigen die Beamten ausgerechnet hier einen so kurzen Atem und machen einen super schnell kurzen Prozess? Wieso meinen die Beamten dass es Okay wäre bei jemanden wie ihm das Knie auf die Kehle zu legen?

Vielleicht weil sie denken, dass man sowas halt mit Menschen wie Floyd machen kann.
Ich hab schon ganz andere amerikanische Polizei Videos gesehen, da hatten Beamte mit ganz anderen widerwilligen und diskutier freudigeren Personen zutun. Da wird nicht so schnell körperlich eingegriffen, Handschellen angelegt, abgeführt, bestimmend und gewalttätig ins Polizei Auto geschleust. Da wird dem Tatverdächtigen erstmal erklärt wieso er angehalten wird, da wird mit dem Tatverdächtigen auch mal lange deeskalierend rum diskutiert. Da lässt man sich auch mal bei einem kleineren Vergehen vom Tatverdächtigen schubsen oder beleidigen.

Aber anscheinend gibt es ja doch Menschen mit denen man ganz anders umgeht.
Menschen denen man nicht mal eine Sekunde zuhört wenn sie offen vor deinen Augen - aufgrund der Art der Festnahme - ne Panik-Attacke schieben.
Da wird einfach auf den Boden geflankt und das Knie auf die Kehle gelegt und abgewartet was passiert.

Anscheinend ist die Lunte vieler Beamten in Amerika um so kürzer je ärmer und schwarzer die zu Untersuchende Person ist.
 
Das wissen wir JETZT! Vorher weiß der Beamte nicht, wen er vor sich hat und wozu er bereit ist. Und das Risiko, dass der austickt und mit Messer um sich haut, geht die Polizei nicht ein. Eigenschutz vor allem.
Bin ich soweit bei dir,aber das gibt dem Beamten noch lange nicht das Recht diesen Menschen so dermaßen die Luft zum Atmen zu nehmen.
Da gibt es andere Methoden jemanden zu fixieren.
 
Bin ich soweit bei dir,aber das gibt dem Beamten noch lange nicht das Recht diesen Menschen so dermaßen die Luft zum Atmen zu nehmen.
Da gibt es andere Methoden jemanden zu fixieren.
Ja selbstverständlich nicht. Da war die Gefahr aber auch schon lange gebannt. Ich sage ja nur, dass niemand erwarten kann, dass die Polizei bei einem Straftäter -und das war Floyd-, der noch dazu relativ ausflippt, 10 mal höflich fragt, wann es ihm den passe, das Auto zu verlassen.
 
Der Beschuldigte macht weder den Eindruck flüchten zu wollen noch irgendwie sonst einen gefährlichen eindruck.
Der Beamte überrascht den Beschuldigten in dem er - aus dem Rückspiegel kommend - auf den Beschuldigten zugeht und ans Fenster des Wagen klopft.
Beschuldigter macht nach wenigen Sekunden, nach dieser Überraschung, die Fahrertür auf.
Der Beamte behandelt den Beschuldigten von der ersten Sekunde an wie einen Schwerverbrecher, richtet keine 10 Sek nach dem Aufeinander treffen seine Knarre auf den Beschuldigten.

Also das kann man durchaus weniger subjektiv gefärbt wahrnehmen. Du gehst hier halt mit der vollen Rückendeckung der Hindsight vor und stellst fehlende Gefährlichkeit fest, etc. Weißt du wie schnell so ein Typ in einer unbekannten Situation dir als Polizist das Leben nehmen oder ne Waffe ziehen oder zumindest die Entfernung zu dir überbrücken kann? Mit sowas müssen die jederzeit rechnen.

Der Polizist fordert direkt auf, die andere Hand zu zeigen und Floyd fummelt da rechts noch länger irgendwas rum. In nem Land, in dem es mehr Schusswaffen als Menschen gibt und jeder Bürger eine besitzen darf. Der Polizist sagt, er solle aussteigen, er steigt nicht aus.

Nichts zu diskutieren gibt es selbstverständlich (!) ab dem Zeitpunkt der Fixierung nach der Panikattacke/Klaustrophobie-Widersetzung.

Aber davor (!) hat der Typ leider nicht kooperiert wie es klüger gewesen wäre. Wer weiß, was das erspart hätte. Der war halt auch wohl einfach auf Droge ("wobei die Einnahme von Methamphetamin erst kurz vor dem Exitus erfolgt sei", Wiki) und daher nicht in der Lage umsichtig zu handeln oder zu kommunizieren.

Finde es etwas übertrieben wie du bei den anfänglichen Vorgängen schon wieder Schaum vor dem Mund hast. Bis er da an der Mauer sitzt, hat eher er für den Ärger gesorgt, aber vor allem ist bis dahin ja noch nix ernsthaft Schlimmes passiert. Es wäre kein Grund an die Decke zu gehen. Dort wird ihm gesagt, was ihm vorgeworfen wird und dass er nicht getan habe, was sie forderten. Relativ entspannte Situation noch.

Dann erst folgt das eigentliche Unheil. Keine Ahnung wie die Polizei nach Vorschrift vorzugehen hat, wenn jemand Klaustrophobie seinem Abtransport entgegenhält (würde mich interessieren, sonst nutzen das ja auch Nichtbetroffene als Verweigerung). Hätten sie ihn halt wieder an die Mauer setzen sollen, da saß er gut, konnte nicht flüchten, keine Gefahr darstellen.

Und was die gestört aggressive und ekelhaft lange Fixierung, die dann zum Tod geführt hat, angeht, finde ich es gut, dass dann jemand sachlich und juristisch besonnen wie @Bart Wux darüber urteilt, wie die Polizisten sich strafbar gemacht haben.

Aber bei den Vorgängen direkt zu sagen, dass sie nur so gehandelt haben, weil er schwarz ist, finde ich schwer vermittelbar. Und es werden in ein paar Monaten neue Videoaufnahmen kommen, in denen (auch) weiße Cops Fehler oder gar Straftaten begehen, die (auch) schwarze Menschen zum Opfer haben. Die haben da 10 Millionen Festnahmen pro Jahr, selbst bei geringerer Fehlerquote wird es Scheiße geben und die wird halt heutzutage auch überall mitgefilmt (was ja teilweise auch wirklich gut ist). Wie schon gesagt wurde, ist das nicht so einfach möglich an einem Einzelfall wie hier das größere, strukturelle Problem festzumachen.
 
Also das kann man durchaus weniger subjektiv gefärbt wahrnehmen. Du gehst hier halt mit der vollen Rückendeckung der Hindsight vor und stellst fehlende Gefährlichkeit fest, etc. Weißt du wie schnell so ein Typ in einer unbekannten Situation dir als Polizist das Leben nehmen oder ne Waffe ziehen oder zumindest die Entfernung zu dir überbrücken kann? Mit sowas müssen die jederzeit rechnen.

Der Polizist fordert direkt auf, die andere Hand zu zeigen und Floyd fummelt da rechts noch länger irgendwas rum. In nem Land, in dem es mehr Schusswaffen als Menschen gibt und jeder Bürger eine besitzen darf. Der Polizist sagt, er solle aussteigen, er steigt nicht aus.

Nichts zu diskutieren gibt es selbstverständlich (!) ab dem Zeitpunkt der Fixierung nach der Panikattacke/Klaustrophobie-Widersetzung.

Aber davor (!) hat der Typ leider nicht kooperiert wie es klüger gewesen wäre. Wer weiß, was das erspart hätte. Der war halt auch wohl einfach auf Droge ("wobei die Einnahme von Methamphetamin erst kurz vor dem Exitus erfolgt sei", Wiki) und daher nicht in der Lage umsichtig zu handeln oder zu kommunizieren.

Finde es etwas übertrieben wie du bei den anfänglichen Vorgängen schon wieder Schaum vor dem Mund hast. Bis er da an der Mauer sitzt, hat eher er für den Ärger gesorgt, aber vor allem ist bis dahin ja noch nix ernsthaft Schlimmes passiert. Es wäre kein Grund an die Decke zu gehen. Dort wird ihm gesagt, was ihm vorgeworfen wird und dass er nicht getan habe, was sie forderten. Relativ entspannte Situation noch.

Dann erst folgt das eigentliche Unheil. Keine Ahnung wie die Polizei nach Vorschrift vorzugehen hat, wenn jemand Klaustrophobie seinem Abtransport entgegenhält (würde mich interessieren, sonst nutzen das ja auch Nichtbetroffene als Verweigerung). Hätten sie ihn halt wieder an die Mauer setzen sollen, da saß er gut, konnte nicht flüchten, keine Gefahr darstellen.

Und was die gestört aggressive und ekelhaft lange Fixierung, die dann zum Tod geführt hat, angeht, finde ich es gut, dass dann jemand sachlich und juristisch besonnen wie @Bart Wux darüber urteilt, wie die Polizisten sich strafbar gemacht haben.

Aber bei den Vorgängen direkt zu sagen, dass sie nur so gehandelt haben, weil er schwarz ist, finde ich schwer vermittelbar. Und es werden in ein paar Monaten neue Videoaufnahmen kommen, in denen (auch) weiße Cops Fehler oder gar Straftaten begehen, die (auch) schwarze Menschen zum Opfer haben. Die haben da 10 Millionen Festnahmen pro Jahr, selbst bei geringerer Fehlerquote wird es Scheiße geben und die wird halt heutzutage auch überall mitgefilmt (was ja teilweise auch wirklich gut ist). Wie schon gesagt wurde, ist das nicht so einfach möglich an einem Einzelfall wie hier das größere, strukturelle Problem festzumachen.
Wenn der Personaliencheck währenddessen erfolgt ist, hat das die Situation sicherlich noch zusätzlich angeheizt. Er hatte doch m. W. ca. 6 Jahre Knast inkl. bewaffnetem Raubüberfall in seiner Vita.
 
https://www.huffpost.com/entry/st-l...n=hp_fb_pages&utm_source=main_fb&guccounter=1

St. Louis Couple Who Pointed Guns At Black Lives Matter Protesters To Speak At RNC
Lawyers Mark and Patricia McCloskey, who face felony gun charges, will reportedly endorse Donald Trump in their convention address.

:nein:

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