Ich habe das schon oft gesagt:
Keine Ahnung! Ich habe keinen Plan wie man das besser machen kann.
Oder wie man das Problem löst. Das ist auch nicht so einfach, man kann nicht einen Schalter drücken und dann ist alles in Ordnung. Ich kann auch Wut und Verzweifelung und Ohnmacht verstehen. Mich kotzt Rassismus und Ungleichbehandlung und Brutalität auch an. Aber ich weiß auch ganz genau, dass das in Brand stecken und Plündern von Geschäften halt auch nicht die Lösung für das Problem bringt. Und da solidarisiere ich mich eben auch mit den Unschuldigen, die jetzt leiden müssen.
Ich kann auch die Wut verstehen, wenn jemand einen Angehörigen durch einen Raser verloren hat oder weil jemand betrunken gefahren ist. Oder die der Eltern, wenn Kinder in den Händen von Pädophilen landen. Es gibt sehr viel Leid und Schmerz auf der Welt, das gibt einem aber nicht das Recht und die Legitimation für andere Straftaten.
Das kannst du halt so eindeutig und so distanziert sagen, weil du Rassismus und Ungleichbehandlung nur aus dem TV kennst und nicht schon immer (und das seit Generationen) am eigenen Leib erleben musst. Jeden fucking Tag.
Wie es schon oft geschrieben wurde: niemand heißt Gewalt gut. Niemand. Und natürlich sind Krawalltouristen Abschaum. Das ist denk ich mal Konsensmeinung.
Aber: Wenn am Ende des Tages DURCH die gewaltsamen Ausschreitungen Änderung erfolgt - dann hat sich die Gewalt gelohnt. Sie bleibt scheiße, aber sie hat sich gelohnt. Genauso wie es sich damals für die US-Sklaven (und die Nation an sich) gelohnt hat, dass sie ihre Unterdrückung auch blutig bekämpft haben. Genauso wie es sich gelohnt hat, dass die Alliierten Nazi-Deutschland in Schutt und Asche gebombt haben. Denn diese Gewalt hat die Welt besser gemacht.
Die Sklavenhalter hätten sich durch Schilder und lauten Protest genausowenig abhalten können wie Hitler. Und nach Jahrzehnten von Protest, Reden, Charity, Organisationen, Promis etc. - quasi die gesamte Palette an gewaltlosem Protest - kann man solangsam zur Haltung kommen, dass sich der "old white man" auch nicht durch diese Mittel überzeugen lässt, dass die Ungerechtigkeit in den USA himmelschreiend und nicht akzeptabel ist.
Ein weiterer Punkt: ein Großteil des Protestes ist nach wie vor friedlich. Viel Gewalt geht unmittelbar von der Polizei aus. Da gibt es inzwischen mehr als genug absolut widerwärtiges VIdeomaterial aus den gesamten USA. Und das bezieht sich nicht nur auf das urplöttzliche Losknüppeln der Cops oder dem grundlosen Verhaften von PoC, die gewaltlos der Polozei gegenüber ihren Standpunkt erklären. Das geht weiter mit VIdeo von Bullen, die abseits der "Action" Schaufenster zerstören, die dabei gefilmt werden, wie sie Ziegelsteine aus einem abseits geparkten Pickup holen und so weiter. Agent Provocateurs werden wohl ebenfalls eingesetzt.
Und allein voran der Orange Ape ganz oben, der seine Rassisten-Basis weiter anstachelt.
Und dein Vergleich mit den Pädophilen ist auch.... seltsam. Auf der einen Seite geht es um Lynchjustiz, bei der man dem funktionierenden Staat sein in dem Fall gerechtfertigtes Gewaltprivileg nicht gewährt (indem man einen Pädo killt). auf der anderen Seite geht es um Widerstand über große und tiefe Ungerechtigkeiten eines Systems, das Minderheiten nach wie vor systematisch unterdrückt.
Das ist ein absolut hanebüchener Äpfe-Birnen-Vergleich.