So, der Ox jetzt hier nach etwa 3 oder 4 Stunden und mit erledigtem ersten Missionshub in Saudi Arabien.
Zuerst das schon öfter angesprochene schlechte. Gott, Obsidian, was ist euch denn da passiert mit der Technik? Ähnliches Problem wie bei Nier: Storyschreiber und Konzeptionisten behalten aber ausführende Programmierer und Grafiker Kielholen und durch Erwachsene ersetzen. Mit SO einer miesen Technik hatte ich echt nicht gerechnet. Und die Animationen sind noch schlechter als bei Nier. Oh ja.
Mein Personlicher Tiefpunkt: Die Laufanimation der Gegner passt nicht zu ihrer Vorwärtsgeschwindigkeit, das hab ich glaub ich seit 1995 nicht mehr so auffällig gesehen...oh und jedesmal wenn Mike geduckt geht, hör ich den Ententanz im Kopf. Ebenso dachte sich ein Baum, er lässt seine Blätter mal durch eine Gebäudewand clippen...heieieiei.
Negativ an der Steuerung fällt vor allem auf, daß sie ziemlich schwammig ist und wenn Gegner nahe dran sind man sie kaum noch treffen kann mit Feuerwaffen. Ebenso auffällig ist, wie Bart oben schon erwähnt hat, daß man wirklich Probleme hat, Gegner zu treffen mit einigen Waffen, wenn man sie nicht beherrscht, das geht weit über das realisitsche hinaus.
So, jetzt aber zum positiven, auch, wenn man sehr stark sein muss, um dort hinzukommen, was echt traurig ist: Viele Entscheidungsaspekte und das Levelingsystem machen, zumindest mir, sehr viel Spass, ebenso ist die englische Vertonung prima und zwar nicht nur von den Sprechern her, sondern vor allem von der Verständlichkeit. Alle sprechen schön sauber und gut betont, das hat man auch eher selten.
Was die Entscheidungen angeht: Die meisten Entscheidungen haben direkt spürbare Auswirkungen auf die Mission. Beispiel: In meiner ersten Mission muss ich einen Waffenhändler finden und verhören. Zuerst quatsche ich mich an seinen Wachen vorbei, die erst 5min später, als ich schon im Gebäude bin, bemerken, daß ich ihnen Blödsinn erzählt habe und geben Alarm. Da ich meine Emails gelesen und etwas Geld angelegt habe auf dem Schwarzmarkt, habe ich ein weiteres Missionsziel, nämlich eine Kiste mit Waffen umlabelen und meinem Kontakt zukommen lassen. Nach einigen Feuergefechten stehe ich dann auch vor dem besagten Schmuggler und habe mehrere Möglichkeiten: Ich kann ihn gehen lassen, er verspricht mir, mich mit Informationen zu versorgen; oder aber ich kann mich auf meine Pflicht als US-Agent berufen und ihn verhaften, was ihn ziemlich in Panik zu versetzen scheint; oder ich kann ihn einfach erschießen und so die Bedrohung, die von ihm ausgeht auf jeden Fall eliminieren. Ich entscheide mich dafür, ihn zu verhaften, so bekomme ich zwar keine weitergehenden Infos von ihm, erhalte aber den Perk "Due Process", der meine Ausdauer (was im Grunde der Rüstung entspricht) um 20% schneller wieder auflädt, ausserdem ist mein Chef angetan von meiner korrekten Vorgehensweise und überweist mir 15.000$ Fördermittel.
Diese Geschichte mit den Perks und Skills und der Beziehung zu den einzelnen Charakteren ist wirklich eine schöne Sache im Spiel. Für alles mögliche kann man solche Dinger erhalten, ich habe mich beispielsweise mit meinem ersten Kontakte, Mina gut gestellt (sie bevorzugt ein professionelles Verhalten und mag keine übertriebenen Schmeicheleien), also bekomme ich, wenn sie mein Handler (Operator quasi) in einer Mission ist, nochmal 15 Ausdauer oben drauf, mein Chef mag mich ebenfalls und durch ihn haben meine Skills 20% schnelleren Cooldown, sollte er mein Handler sein. Durch lesen von Dossiers einzelner Charaktere kann ich vorher schon feststellen, was für ein Gemüt diese Charaktere haben und wie ich sie am besten so manipuliere, daß sich die Situation zu meinen Gunsten entwickelt.
Und hier betont der Chef am Anfang zurecht: Es gibt keine falschen Entscheidungen, nur Ergebnisse. Man bekommt für alles irgendwas, selbst, wenn meine Handler mich hassen, dann krieg ich eben einen anderen Perk von ihnen
Kurzes Wort zur Charaktererschaffung: Neben den drei vorgegebenen Hintergründen (Soldat, Techniker, Feldagent, Freelancer), bei denen man allerdings auch seine Startskills so verteilen kann, wie man will, gibt es auch noch die Klasse Rekrut und Veteran. Der Rekrut beginnt ohne einen einzigen Skillpunkt und hat wohl extra Dialogoptionen, der Veteran wird nach einmaligen Durchspielen freigeschaltet und hat ebenso neue Gesprächsdinger und massig Skills. Interessant. Nach meinem ersten Missionshub durfte ich mir jetzt noch eine Spezialisierung aussuchen. Mein Tech-Typ ist jetzt Engineer und hat somit 3 seiner Skills auf maximal 15 gebracht, wobei der Rest bei 10 von 20 zuende ist. Engineer hat übrigends als Skills Schrotgewehr, Sabotage und Technisches Verständnis.
Jeder Punkt bringt hier übrigends was Interessantes, Beispiel Sabotage: 1: Interference (Möglichkeit, Technische Geräte sofort mit einer EMP-Granate auszuschalten), 2: Breaking & Entering (leichteres Umgehen von allem), 3 Overclock 1 (temporäre Verbesserung von Granaten, etc.), 4: Shaped Charge (kein Schaden mehr von eigenen Explosivstoffen), 5: Improved Data Theft (mehr Geld aus gehackten Konten) und so weiter und so weiter.
Also bisher gefällt es mir von den Ideen her echt gut, nur wie oben schon mehrfach gesagt: Man muss ein wirklich dickes Fell haben stellenweise, um durch diesen zähen Brei an Technik und mieser KI durchzukommen.
Alles etwas ungeordnet, aber es ist ja auch kein Review, es ist recht früh und ich bin böse hungrig.