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KT Alarmierendes 2017: Lootbox und Paywall-Wahnsinn

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Gelöschte Mitglieder 617

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Eigentlich möchte man das Spielejahr 2017 feiern für all die tollen Spiele, die es uns geschenkt hat. Doch bei all dem Licht, dass die Highlights in diesem Jahr ausstrahlen, wächst im Dunklen ein Parasit heran, der immer gefährlichere und größere Züge annimmt. Er wird medial kaum beleuchtet, wird in den Reviews zu Spielen, in denen er seinen Wirt findet, teils gar nicht oder nur am Rande erwähnt.

Die Rede ist von sogenannten Microtransactions, Lootboxes und sonstigen Paywalls. Natürlich gibt es diese Systeme bereits schon seit ein paar Jahren. Entscheidend für mein Anliegen und den Aufschrei ist der Umstand, dass diese Systeme grundsätzlich Kosmetik anboten, die keinerlei direkten Einfluss auf das elementare Gameplay, die Spielhandlung oder (insbesondere im Multiplayer) das Balancing nahmen. In den Lootboxes oder mithilfe kaufbarer Währungen konnten in der Regel Kostüme, Skins, Farben, optisch veränderte Charaktere o.ä. erworben werden.

Das schmeckte vielen schon nicht, war aber im Zuge der digitalen Evolution der Gamingbranche und der damit aufkommenden DLC-Orgie kaum mehr aufzuhalten. Seitens der Geldmacher war seit jeher vor allem das entscheidende Argument, keine negative Resonanz und Spaltung durch sogenannte "Pay-2-Win/Earn" Inhalte zu erzeugen. Der Gedanke dahinter ist banal wie eindeutig: Jeder Spieler hat dieselben Chancen.

Videospiele sind nichts weiter als die Weiterführung des spieltheoretischen Gedankens der Ludologie: Regeln, Gameplay und Spielwelt müssen eine homogene und in sich geschlossene sowie schlüssige Einheit bilden. Im Game Design gibt es nach dem Spieltheoretiker Jesper Juul ("The Art of Failure: An Essay on the Pain of Playing Video Games"; 2013) u.a. die Regel der "three paths to fairness", um den Spieler zu motivieren und zu belohnen: Skill, Chance und Arbeit.

Im Jahr 2017 muss die Regel neu geschrieben werden. Sie heißt "three paths to money". Geld, Geld, Arbeit.

Die vergangenen Monate zeigen einen besorgniserregenden Wandel: Obgleich die großen Spielekonzerne mit den kosmetischen Microtransactions und Lootboxes bereits ordentlich ihre Geldbeutel füllen konnten (allein EA konnte im Fiskaljahr 2017 rund 1.68 Milliarden Dollar über diesen Weg umsetzen; Quelle), stehen die Zeichen auf einen Zug, der immer schneller und unaufhaltsam wird. Die Hemmschwelle ist gesunken.

Das Ergebnis: Das "Pay-2-Win/Earn"-Konzept erhält Einzug. Und das in große AAA-Titel.

Um es vorab noch einmal für Tante Bärbel zu erklären: Max und Moritz spielen Monopoly. Beide nutzen dieselben Würfel, jeder bekommt gleich viel Startgeld. Nun kauft Max von seinen fünf Euro Taschengeld aber einfach noch einen weiteren Würfel nur für sich dazu. Er kann jetzt deutlich höher würfeln als sein Gegenüber. Dazu kauft er sich noch mehr Startgeld, damit er mit mehr Währung schneller an seine gewünschten Straßen kommt.

Moritz verlässt den Raum.

Anbei nun ausgewählte Spiel-Beispiele:

Mittelerde: Schatten des Krieges

Das Spiel verfügt über Lootboxes, in denen Ausrüstung, XP Booster und Orks enthalten sein können. Die ludologische Homogenität wendet sich bereits angewidert ab. Der Clou: Ausschließlich über Lootboxes können "legendäre" Orks geholt werden, im sonstigen Spiel gibt es sie höchstens in "epischer" Form. Außerdem versteckt sich ein "True Ending" hinter einer Paywall, die nur durch extrem aufwendiges und stundenlanges Grinding umgangen werden kann. Zitat aus dem Polygon-Review:
When you run out of in-game money, you have two choices: Make a huge time investment by hunting down orcs in your game world and earning chests via vendetta missions, or spend some real money to get the more powerful orcs you need now. Does the game ever force you to spend money? No. I’m sure you can get to the end of Shadow Wars without spending a dime, as long as you’re patient and persistent. But locking progress through this mode (and, again, toward the game’s true ending) behind either spending more money or doing tons of tedious busywork feels at least greedy if not predatory.

Nun könnte man argumentieren, dass Grinding = Arbeit und damit im Sinne Juuls der Aspekt der Fairness gegenüber dem Spieler bewahrt bleibt. Aber ist eine Forcierung des grundlegenden Game Designs, des Spielflows und damit des Gameplays in Richtung Arbeit um der Arbeit willen (und im Sinne der Geldmacher zur Anregung zum Kauf von Microtransactions) wirklich fair?

Star Wars: Battlefront 2

Im Spiel gibt es verschiedene Klassen, Helden und Fahrzeuge, die mithilfe sogenannter "Star Cards" verbessert werden können. Die Waffe feuert schneller, der Radius der Granate vergrößert sich, der Tie-Fighter fliegt schneller. Diese Boni lassen sich wiederum ebenfalls weiter verstärken, in dem man "Star Cards" derselben Art sammelt und sie zu einer verstärkten Version kummuliert.
Das Problem: "Star Cards" gibt es nur über Lootboxes. Und die kann man kaufen. Zitat von Gamerevolution:
But does this make Star Wars Battlefront 2 pay-to-win? Unfortunately, it seems likely that this could well be the case, as players who pay out for loot crates will therefore have easier access to Star Cards, equipping a variety of abilities that will make them both more powerful and more resilient. Though it remains to be seen just how much Star Cards can change the tide of a match, if you're confronted by an opponent who has decked themselves out in legendary gear, your chances of besting them in a firefight are significantly reduced. Given that such gear is more easily obtainable by spending real money, it's difficult to argue against Star Wars Battlefront 2 being pay-to-win, with Star Cards designed to give players a tactical advantage.

Die Fairness begibt sich gar nicht erst auf das Schlachtfeld. Man denke als "Normalo" an ein 1 gegen 1 mit einem Gegner, der zwar erst Level 5, aber trotzdem schon episch und voll ausgerüstet ist. Der doppelt so schnell schießt und doppelt so viel aushält.

Destiny 2

Activision möchte Geld machen und fügt mit den "Glanz-Engrammen" in Destiny 2 ebenfalls Lootboxes ein, die nicht nur Kosmetik, sondern auch verstärkende Ausrüstung in einem Multiplayer-Spiel bieten. In ihnen enthalten sein können epische Mods, welche das Powerlevel steigen lassen. Zitat von Metro:
Some of the items are mods that can enhance your characters stats, change the elemental power of a weapon, or decrease the cooldown time for subclass abilities.
[...]
it’s odd that Bungie should muddy the waters this way, when just keeping the engrams 100% cosmetic-only would have made little difference to them.

Ist in seiner Ausprägung sicherlich nicht ganz so entscheidend wie im vorherigen Beispiel BF2, nichtsdestotrotz zeigt sich der Parasit auch hier. Es ist nicht mehr nur kosmetisch.

Forza Motorsport 7

Auch Forza braucht Lootboxes. Erklärung von ArsTechnica:
Much like other in-game loot boxes, those in Forza 7 unlock random in-game cars and cosmetic items. But Forza 7 adds a peculiar and arguably non-essential twist to the loot boxes' random contents through a new item called a "mod." That might sound like an item that will modify a car to enhance its performance, but it actually modifies the circumstances of the next race—and, consequently, the amount of CR you can earn in that race.
You can still adjust the assists as you see fit, but you won't be rewarded for doing so... unless you have the right mod in your inventory.
Turn 10 has taken away a solid "play how you want for more CR" system in order to have a new, more marketable loot-box gimmick.

Gimmick wohl deshalb, weil wir es in diesem Fall mit dem "Pay-to-Earn"-Prinzip zu tun haben. Das Geldsystem, darüber hinaus das Game Design, wird dahingehend verändert und gestreckt, um die Arbeit nach Juul derartig langwierig zu gestalten, dass der Anreiz für Lootboxes geschaffen wird. Wer zahlt, bekommt eben auch schneller und mehr Währung. Geld, Geld, Geld.

NBA 2K18

Ein ähnliches Konzept fährt 2K Games mit seinem neuesten Basketball-Ableger. Dort gibt es die Währung "Virtual Currency", die zwar einerseits nur für kosmetisches Zeug benötigt wird, andererseits aber auch den Charakter-Fortschritt bestimmt. Nun ist der Erhalt dieser Währung über das "normale" Spielen allerdings derartig extrem zurückgefahren worden, dass ein motivierender Fortschritt ohne das Zuzahlen echten Geldes kaum mehr möglich ist und bewusst erschwert wird. Zitat von Kotaku:
It's something you'll use across game modes in 2K18, but it's especially prevalent in the single-player myCareer mode, where you use it both for upgrading characters and customising them.
You have to play hours of games to earn VC… or buy 75,000 of VC for $US20 ($25). In general, playing myCareer mode is a constant reminder of how much VC you don't have, as the game will frequently present you with the option to purchase more.

Anstatt auf ein progressives Aufleveln des Charakters zu setzen, wird dem Spieler ab einem bestimmten Level eine Blockade vorgesetzt, welche den Fortschritt unnötig in die Länge zieht. Das Ziel: den Spieler demotivieren, damit er die Augen zu den Echtgeld-Währungen wandern lässt.

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Trotzdem werden viele immer noch sagen: halb so wild. Ich habe auch so Spaß. Ignoriere es doch einfach.
First it was "it's just cosmetic, so it doesn't matter".

Now it's "they're in all games, so they don't matter".

In a few years it's going to be "Hey, kids! Isn't gambling great!"
Quelle

Genau hier liegt das Problem: Die Spielekonzerne nutzen 2017, um die Hemmschwelle der Spieler erneut zu testen. Sie weiter zu senken. Die Balance zwischen purer Marktwirtschaft und ludologischem Spielgedanken weiter auszuloten, sie auszureizen.

Und die Spieler? Die nehmen es hin. Oben genannte Spiele werden von der Presse gefeiert, beworben und gut bewertet. Die Spieler regen sich in Foren zwar auf, am Ende kaufen und spielen sie es aber trotzdem. Ich will weiß Gott nicht die Moralapostel spielen, war selbst sicher auch das ein oder andere Mal zu schwach.

Aber meine Sorge wächst. Die Sorge, dass insbesondere "Pay-to-Win" doch noch zur Normalität wird. Dass eigentlich tolle Spiele durch die Marktwirtschaft zensiert, geändert und beschmutzt werden. Dass Spielwelt, Immersion und Spielfreude leiden. Dass Entwickler in ihrem Game Design und ihrer Spielidee nachhaltig beeinflusst werden.

Für mich ist das Spielejahr 2017 deshalb trotz all seiner positiven Seiten vor allem eines: alarmierend.
 
Naja..aber irgendwie muss man Leuten die nicht gut in Spielen sind ja trotzdem die Möglichkeit geben zu gewinnen finde ich.. Geld ist da ein gutes Mittel.

Wem das nicht passt, der spielt halt einfach weiter vor sich hin.. wen juckts.

Gehen wir mal ein anderes extrem... nehmen wir PUBG oder Fortnite.. zwei populäre Games ohne Zweifel. Dominiert von Bots.. PUBG top 10 alles bots auf allen Server-Ranglisten
https://pubg.me/players/rating/?match=solo

Aber auch hier... wen juckts...ich habe keine Bots laufen und spiele einfach wie ich bock hab.
 
Damals in Splinter Cell ingame Werbung von axe, später dlc Wahnsinn mit oblivion, unverschämtes stückeln bei Episodenspielen wie the Walking dead und jetzt frisch serviert lootboxen.

Irgendwas ist doch immer und wie immer wird sich am Ende nur das durchsetzen was auch wirklich gekauft und genutzt wird.

Lass die Leute doch Geld in Pay2win investieren, dann kommt ein Jahr später Teil 2 und man überlegt sich gut ob es das einem noch Mal wert ist.

Wie gesagt, am Ende reguliert sich der Markt von selbst.
 
kann natürlich jeder mit seinem Geld anstellen was er will.

Wenn es aber grundsätzlich nur einen Modus für alle gibt, sollte da auch Chancengleichheit herrschen. Das mit Battlefront2 les ich jetzt gerade zum ersten Mal. Weiß ich auf jeden Fall schon mal, dass ich mir das Geld sparen kann. Bei Spielen wie FIFA gibts wenigstens einen in sich geschlossenen Modus, in den die Leute anscheinend Geld rein pumpen ohne Ende. Und da kommt jedes Jahr ein neuer Teil. Werd ich nie verstehen, aber immerhin gibt es da die Möglichkeit, einfach auf nen anderen kompetitiven Online-Modus auszuweichen.

Da ist es zwar auch nicht immer so leicht zu analysieren, warum man verloren hat, aber die Voraussetzungen sind wenigstens die gleichen. Wenn ich in einem PvP Match nicht weiß, ob der andere Typ nur gewinnen konnte, weil er das nötige Kleingeld investiert hat um schneller schießen zu können, geht mir sehr schnell die Lust flöten. Ich akzeptiere gerne wenn ich weiß, dass jemand gerade besser gespielt hat als ich. Die Annahme kann ich bei solchen erkauften Vorteilen wie bei Battlefront dann ja getrost das Klo runterspülen.

Mit "Skins" hab ich gar kein Problem. Verstehe jetzt auch nicht, was Bots in dem Beispiel damit zu tun haben. Zumal vor allem bei PUBG die Menge an Spielern so riesig ist, dass es eher die Ausnahme ist, da auf große Ansammlungen innerhalb einer Runde zu treffen. Und wer gerne 300$ für nen Minirock ausgibt, der keinerlei Auswirkungen auf das Gameplay hat: Bitte. Da nehme ich lieber von 100 Spielern 20 Bots, die AFK n paar Credits farmen und nicht ins Spielgeschehen eingreifen, als 5 Spieler, die sich bessere Ausrüstung als die 95 anderen erkauft haben.
 
Kann dem Kommentar von @Fox eigentlich in jedem Punkt nur zustimmen.

2 Punkte, die ich noch ergänzen, bzw. in die Runde werfen möchte:

1. Ein Spiel, welches nicht ganz 2017 erschien, aber wo die Thematik immer noch zutrifft, da es immer noch mit Content aktiv versorgt wird und massivst unter den Lootboxen finanziell profitiert, ist Blops 3. Da hat Activision tatsächlich einfach die Gelegenheit ergriffen, dass Blops 3 unglaublich gut ankam bei der Community und immer noch aktiver als IW und MWR gespielt wird und daraus eine Goldmine gemacht.

Und vom System her ist Blops 3 von den Supply Drops schlimmer als alle oben genannten Titel zusammen, mit lächerlich geringen Chancen, keinerlei Absicherungen auf garantierte Drops und ziemlich hohen Preisen. Gleichzeitig kann ich das System nicht 100%ig schlecht finden.
CoD hatte in der Vergangenheit auch schon mal versucht, Post-Launch Waffen in den Multiplayer hinzuzufügen. Das funktionierte noch direkt über den Kauf eines Map-Packs, bei dem dann jeder DLC Besitzer die neue Waffe automatisch dazu bekam, was vom System eigentlich recht fair ist, da es RNG komplett entfernt und die meisten aktiven MP-Spieler eh Map-Packs kaufen um am aktiven Meta weiterhin teilhaben zu können.
Problem ist, die Waffen waren nie wirklich beliebt, noch ist da viel Mühe oder Kreaitivität reingeflossen. Der Peacekeeper aus Blops 2 kam noch gut an, da er von den Stats ganz okay und ausgewogen war, aber wirkliche Highlights waren da nicht dabei.

Mit Blops 3 haben sie jetzt, eben weil sie wissen, wie immens viel Geld sie dadurch machen können, schon etliche Waffen in sämtlichen Kategorien hinzufügen können. Dabei sind sie zwar immer etwas übervorsichtig, dass diese Waffen nicht zu overpowered sind, damit man nicht zu sehr "pay-to-win" schreien kann, aber von den Mechaniken und Design haben sie sich echt etwas gedacht und sind ziemlich kreativ, gleichzeitig aber unfassbar selten, sodass man buchstäblich 100€ an Lootboxen ausgeben kann ohne eine einzige neue Waffe zu erhalten.
Dadurch sind natürlich etliche Leute hinter den ganzen Waffen her und diese ganze "Supply Drop Opening-Video"-Kultur hat sich auch bei CoD-Youtubern durch Blops 3 etabliert.

Das System selbst ist halt unfassbar unfair und Abzocke, die Waffen, die ich selbst z.B. am meisten verfolge, gibt es schon seit dem ersten Blackmarket-Update und habe sie immer noch nicht, trotz Black Matter und dem Fakt dass ich kurz vorm Master Prestige stehe, ABER... ich habe trotzdem auch das Gefühl, dass wenn Activision nicht so viel Geld scheffeln könnte mit dem System, sie Treyarch nicht so sehr dazu antreiben würden coole, neue Waffen ins Spiel zu bringen. Da würden wir dann entweder gar nichts oder wieder nur Standard-Ballstikwaffen wie in der Vergangenheit kriegen.
Wenn ich also die Wahl habe zwischen keine Lootbox-Abzocke, aber auch keine coolen neuen Waffen im Spiel, oder coole neue Waffen im Spiel, aber mit Lootbox-Abzocke, würde ich trotzdem letzteres wählen, damit ich immerhin die geringe Chance auf interessanten neuen Content habe...

2. Gleichzeitig glaube ich, dass nicht nur die Lootbox-Freunde nicht gänzlich über das Thema gebildet sind und einfach jegliche Kritik abschmettern, sondern das gleiche auf viele ihrer Kritiker zutrifft und sich nicht richtig, bzw. näher mit dem System auseinander setzen. Der Post von Fox ist da schon weiter als sogar die meisten "professionelleren" Medien.

Es ist schon mehrfach vorgekommen, dass, bei der bloßen Anwesenheit von "Paketen, die man im Menü öffnen kann, in denen dann Loot ist", direkt von Lootbox, der Möglichkeit sie mit Echtgeld zu kaufen, und Pay-to-Win und was weiß ich nicht alles gesprochen wird, obwohl nur ein geringer Teil davon auf ein Spiel zutrifft.
Injustice 2 und Senran Kagura Peach Beach Splash z.B. managen beide den Ingame-progress und Belohnungen über ingame Pakete, die man öffnet und dabei dann random Loot erhält in verschiedenen Qualitäten.*
Aber in keinem der beiden Spiele kann ich Echtgeld ausgeben um Pakete zu kaufen. In Injustice gibt es noch die Möglichkeit "Source Crystals" als Premium-Währung gegen Echtgeld zu kaufen, die aber ausschließlich fürs transmogrifizieren von Items genutzt wird. In Senran Kagura gibt es gar keine Premium-Währung, noch die Möglichkeit die verschiedenen Karten-Pakete, also Lootboxen gegen Echtgeld zu kaufen.

Trotzdem habe ich bei beiden Spielen in vermeintlich "professionellen" Reviews genau diese Behauptungen gelesen. Im Falle von Injustice 2 hatte Angry Joe immerhin sein Review nochmal runtergenommen und eine neue Version hochgeladen, in der dieser Punkt berichtigt war, trotzdem verdeutlicht das imo auch nochmal, wie wichtig es wäre, wenn Spiele-Medien generell sich mit diesem System in Spielen näher auseinandersetzen und nicht zu voreiligen Schlüssen kommen.

*größtenteils einfach, weil sie zwar RPG light-artigen Progress vermitteln wollen, das Gameplay aber nicht den traditionellen Boss, den man killt und der dann 5 oder 6 Items dropped, zulässt. Mit Lootboxen schafft man damit den selben Effekt, den man beim Bezwingen eines Bosses oder dem Abgeben einer Quest in einem traditionellen RPG erzeugt, sofern es richtig umgesetzt wird
 
dazu kann man dann hintenrum auch noch Bethesda mit ihrem Creation Club dazu zählen, die einem für Mods Mondpreise abverlangen wollen.
Da hält auf dem PC aber schon die Modder Szene mit passenden gegen Mods dagegen, bin aber mal gespannt was die sich dazu einfallen lassen.
 
Ich halte Destiny 2 für ein ungeschicktes Beispiel. Von den Mods kriegt man an allen Ecken und Enden welche an die Birne geschmissen, kann sie für relativ wenig Glimmer bei Banshee kaufen und die, die man aus den Engrammen kriegt sind nie stärker als der Rest.

Und die Engramme selbst kann man bei normalem Spiel auch zügig verdienen.

Edit:

Wenn die Spiele ja dann wenigstens entsprechend bepreist wären, wäre das übrigens alles halb so wild. Hab übers letzte Jahr auch gute 30 euro in Warframe investiert, aber das Spiel ist auch kostenlos und bietet massig Content.
 
Ich habe den text nur kurz überflogen, aber ist es nicht total realistsich, wenn die mit mehr Geld, bessere Voraussetzungen fürs Gewinnen haben? Quasi wie ein immer eingeschalteter "ultra realistic mode".

Natürlich ist das nicht für jeden wünschenswert, besonders für die, die genug Zeit und Skill haben und generell besser als die große Masse der restlichen Spieler ist.

Ich bin ja überhaupt kein competitiver Spieler und kann es sowieso nicht verstehen, wie man mit einem Online MP Game spass haben kann, in dem man level und looten kann. Das ganze System ist ja geradezu darauf ausgelegt, die Skillbalance zu verändern. Bei solchen Spielen ist es imo sogar zwingen erforderlich, dass man mit anderen Mitteln an diese Dinge kommt.

Aber selbst bei SP Spielen finde ich das leveln und looten panne, man levelt auf, nur damit man dann auf stärkere Gegner trifft für die man genauso lange zum besiegen braucht wie mit einem niedrigeren Level und schwächeren Gegnern. Das Level und Looten haben doch nur Spiele nötig, deren Coregameplay zu langweilig ist um die Spieler über die Dauer eines Spiels an der Stange zu halten.
 
Ich weiß wieder wieso ich von AAA Titeln nach Möglichkeit Abstand halte. :deal:

Edit: Und jeder Käufer von AAA Titeln bestätigt/unterstützt die Publisher in dieser Entwicklung.
Das ganze hat sich ja nunmal schon seit langem abgezeichnet.
 
gegen das system als solches hab ich nix: overwatch ist da durchaus ein positives beispiel. ich finde es auch in sofern gut, dass man weitergehende belohnungen beim spielen erhält, die über eine gewonnene runde hinaus gehen. nur bezahlen will ich dafür nichts.

ich hab auch nichts gegen dieses system bei f2p-spielen. da gibt es immerhin vernünftige gründe. aber ich habe eh nichts gegen f2p und schon einiges in marvel heroes versenkt, bevor es zu omega wurde.

grundsätzlich verstehen kann ich es auch bei spielen, die einmal kosten, evtl nichtmal vollpreis, aber den hersteller weiter geld kosten. ist doch eine gute und faire einnahmequelle...

der spaß hört aber immer dann auf, wenn es spielerische vorteile gibt. die akzeptiere ich bei keinem dieser beispiele.
 
Wenn ich also die Wahl habe zwischen keine Lootbox-Abzocke, aber auch keine coolen neuen Waffen im Spiel, oder coole neue Waffen im Spiel, aber mit Lootbox-Abzocke, würde ich trotzdem letzteres wählen, damit ich immerhin die geringe Chance auf interessanten neuen Content habe...

Du hast noch eine 3. Option, nämlich gänzlich darauf zu verzichten. :P
 
In wiefern verzichten? Lootboxen nicht kaufen? So mache ich es ja, nutze nur die Boxen, die ich mir über Kryptokeys erspielen kann.
Die Aufzählung bezog sich rein auf die Implementierung eines solchen Systems im Spiel. Und da würde ein Fehlen von Lootboxen bei Activision leider dazu führen, dass wir gar keinen interessanten neuen Content kriegen würden. Im Idealfall wäre das natürlich anders, ist aber leider so...

Dann nehme ich lieber die extrem geringe Chance mir umsonst interessanten Content freispielen zu können, als wenn der Content gar nicht erst im Spiel wäre, aber es dafür auch kein System, dass einem das Geld aus der Tasche ziehen will, gibt.
 
Aber warum, wenn das Spiel gut ist und man viel Spaß damit hat? Sorry, aber das ist für mich immer so eine selten dämliche Haltung.
Ich, bzw. mein Kaufverhalten ist nicht dafür da um eine Message zu senden und den Markt oder die Spielelandschaft zu verändern. Das sage ich als jemand, der so wenig Geld für Spiele hat, dass ich mir nicht mal 10% der Spiele kaufen konnte, auf die ich dieses Jahr Bock gehabt hätte.
Lebenszeit ist zu kostbar um aus solchen Gründen ein Spiel, mit dem man viele, viele Stunden Spaß haben könnte, nie zu erleben, nur um ein System nicht zu unterstützen. Wenn man weiß, dass die Anwesenheit eines solchen Systems jeglichen Spielspaß einem nimmt, okay, dann sollte man es auch nicht kaufen, aber wie häufig man immer mal liest, dass man eigentlich ja so viel Bock auf Spiel X hätte, aber man will Lootboxen, oder Microtransactions, oder was weiß ich ja nicht unterstützen, und die Leute sich dann selbst innerlich zerreißen, weil sie sich nicht entscheiden können.

Ich finde diese Systeme auch alles andere als optimal, aber wenn das Spiel selbst dahinter zur Zeit interessant ist, werd ich es trotzdem kaufen und spielen. Ich werde dann nicht irgendeinen anderes Spiel kaufen und spielen, das eigentlich für die Tonne vom Gameplay für mich ist, aber das ja voll toll und fair für den Konsumenten ist. Ich hab Blops 3 trotz des entsetzlich schlechten Lootbox-Systems wohl mehr als 99% aller anderen MP-Titel diese Gen gespielt und mehrere hundert Stunden Spielzeit Spaß gehabt damit. Die wären mir komplett entgangen, wäre ich deinem Rat gefolgt...
 
Also gleich mit dämlich um die Ecke zu kommen... :roll: Es nicht zu kaufen ist nicht weniger dämlich als ein Produkt zu erwerben, mit dem man eigentlich nicht zufrieden ist.
Vor allem hat man heute so viele Games als Alternative, mit denen man genauso Spaß haben kann. Ich spreche natürlich nur vom SP, der ganze MP Scheiß interessiert mich null. Daher wäre es mir auch egal wenn der MP mit P2Win voll geschissen wird, solange der SP davon verschont bleibt. Aber das die raffgierigen Konzerne nicht vorm SP halt machen, sieht man ja wunderbar an Mordor2.
 
Zum Glück tritt diese Seuche so gut wie ausschließlich nur bei jenen Spielen auf, von denen ich mich mittlerweile sowieso fern halte und mich daher nicht großartig interessieren. Von den Spielen, die ich (regelmäßig) spiele, hat eigentlich nur Heroes of the Storm ein Lootbox System und in seinem Fall empfinde ich dieses System als klare Bereicherung, im Vergleich zu dem Zustand vorher.

Solange nicht auch plötzlich Projekte abseits der großen Mainstream Money Huren auf diesen Zug aufspringen, ist mir das erstmal wayne, da es mich nicht betrifft.
 
Es nicht zu kaufen ist nicht weniger dämlich als ein Produkt zu erwerben, mit dem man eigentlich nicht zufrieden ist.
Ja, aber das ist doch genau der Punkt. Wenn ich mit einem Spiel zufrieden bin, bis auf den einen Punkt, ist es doch nicht weniger dämlich, als ein Spiel zu kaufen, bei dem ich mit mehreren anderen Punkten unzufrieden bin, aber der Punkt "Lootboxen" zufrieden stellend ist, enweder weil das System komplett fehlt oder fair designed ist.
Vor allem hat man heute so viele Games als Alternative, mit denen man genauso Spaß haben kann.
Naja, das ist aber auch wieder so ein relatives Argument. Ja, es gibt dutzende, sogar hunderte Spiele, auch ältere, die man sogar schon besitzt, mit denen man immer noch Spaß haben kann, sodass man nicht zwingend ein neues Spiel kaufen muss. Ich hatte letztes Jahr sogar Red Dead Revolver wieder gespielt und hatte damit trotz des Alters genau so viel Spaß immer noch, wie mit vielen aktuellen Spielen. Aber nach der Logik braucht man sich nie eine neue Konsole kaufen, nie seinen PC upgraden, und generell nie ein neues Spiel kaufen, weil man in der Regel immer irgendwie die Zeit rumkriegen könnte und Spaß haben kann, auch mit seinen alten Spielen.

Selbst wenn man das Argument darauf ausweitet, dass man nicht zwingend DIESES eine Spiel kaufen muss, sondern ein anderes kaufen kann, zerfällt es aber, da nicht jeder ein Spiel aus dem selbem Grund kauft. In dem Beispielfall, den du zitiert hast, gibt es z.B. keine, bzw. nur eine richtige Alternative.
Blops 3 ist für mich z.B. größtenteils so interessant, weil es so gut wie kein anderes Spiel in dieser Gen mit so ausführlicher und detaillierter Waffen-Customization gibt. Das einzige andere Spiel, dass da noch rankommt, ist imo BF4, was ich auch schon hab und sehr gerne gespielt hab. In dem Fall gibt es keine richtige Alternative auf die ich ausweichen kann.
Das ist dann so eine "Friss oder stirb"-Situation, wo man dann für sich selbst entscheiden muss, ob man das Spiel trotzdem holt oder an seinen Prinzipien festhält und dafür dann vielleicht das eine Spiel, dass die eigenen Interessen abdeckt, verpasst...

Ist exakt der Grund, warum DW9 grade bei jeder News von der Community so sehr zerrissen wird, aber sich trotzdem 99% der Leute das Spiel kaufen werden nächstes Jahr, eben weil es keine Alternative gibt...

Trotzdem entschuldige ich mich für die etwas zu radikale Ausdrucksweise, da hätte ich mich anders ausdrücken müssen...
 
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