Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

80 Mrd. Streichliste der Bundesregierung - ausgewogen oder nicht?

Ist die 80 Mrd. Streichliste ausgewogen?


  • Umfrageteilnehmer
    49

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich bin auch dafür das JEDER Mensch ein Dachüberm Kopf haben muß, es warm haben muß und nicht hungern muß aber irgendwo muss man halt die Grenze ziehen.

Das war Gerris Kernaussage zu dem Thema. Dass ihm da jetzt so ein Strick draus gedreht wird weil er nicht noch rein geschrieben hat dass jeder ein Anrecht auf eine PS3 und mindestens ein 100 PS Auto haben soll finde ich auch übertrieben. Wie an anderer Stelle angeführt muss in Dtl. keiner Hungern und unter der Brücke leben. Das allein halte ich für eine große Errungenschaft unserer Gesellschaft. Wenn es um die eigene Existenz geht sollte man doch zunächst mal damit glücklich sein. Zumal es ja auch nicht so ist, dass man direkt in Hartz4 landet.

Hier wird einfach zuviel über einen Kam gescherrt. Wie vor Monaten schonmal diskutiert sollte es eine Reform von Hartz4 geben. Es müssten Regelungen geschaffen werden bei denen Fälle wie von Zimti geschildert (Ü50 ohne Aussicht auf Arbeit) anders behandelt werden als Fälle von Dauerarbeitslosen die quasi direkt nach der Schule in Hartz4 gelandet sind und die nicht wirklich den Willen zum Arbeiten haben. Beide Gruppen gibt es und eben auch Fälle in der Mitte. Da müsste angesetzt werden.
 
Können wir nicht einfach die Mwst. hochsetzen ?

Huch...hab ich das geschrieben ?
War ich doch ein grosser Gegner dieser Aktion.

Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob das nicht der bessere Weg wäre.
21%
Der Hartzler kann sich nicht viel leisten.
Er trägt einen kleinen Beitrag dazu bei.

Der Mittelstand gibt durchschnittlich viel aus und trägt einen etwas grösseren Brocken dazu bei.

Der Wohlstand gibt im Schnitt sicherlich am Meisten aus,
auch wenn das nicht zwingend grösser als die Summe des MS sein muss.

Dann frieren wir die Diäten ein weil, entschuldigung, knapp 10.000 plus Spesen
grad so zum Leben reichen.
Wem das zuwenig ist, soll sich ein Land kaufen und das beackern oder auf den Bau
gehen.

Die notwenidgen SV-Beiträge von mir aus leicht anpassen.

Irgendwie sowas in der Art aber dann tragen wir wenigstens alle diesen Dreck.

Diese Elterngeldgeschichte kostet uns im Zuge einer möglichen Familienplanung 4.000,- Euro und das ist abgerundet.
Das ist viel Geld, für ein Paar, die Jahr für Jahr ein kleines Vermögen an Vater Staat bezahlen aber ok.
Als Raucher seh ich sogar die Tabaksteuererhöhung entspannt.
Ist ok, macht mal.
Hauskauf bzw. bau ist auf sehr lange Zeit auf Eis gelegt.
Ich möchte in diesen Zeiten keine Schulden machen müssen.

Wie oben geschrieben, wir hätten es glaub ich einfacher haben können.
Die Kaufkraft und der Investitionswille nimmt doch auch ohne Steuererhöhung ab.
Das ist doch nix anderes nur trifft es halt evtl. die Falschen.
 
Gerri schrieb:
Evin schrieb:
Wie willst du es denn anstellen dass die Kinder "gebildet und in einem normalen, sozialen Umfeld" aufwachsen, wenn du ihnen nur eine Grundsicherung, mit anderen Worten ein Existenzminimum zugestehst? Ich rede hier nicht nur davon, dass Schulsachen und der Bildung zugehöriger "Luxus" (Bücher, Klassenfahrten,... zB) nicht unbedingt günstig sind, sondern dass man eben ein gewisses Maß an Konsum und Luxus finanzieren muss. Sonst "züchtest" du noch mehr Arbeitslose heran.

und eben gerade das ist doch das Einfachste.
Klassenfahrten könnten bezahlt werden, Büchergutscheine könnten ausgegeben werden. Einfacher geht es nicht nur die Kinder und eben wirklich NUR die Kinder zu fördern.

könnten, täten, wären, hätten. Wird's aber nicht. Meine Schwester und ich haben als Schülerinnen die totale soziale Ausgrenzung erlebt, weil unsere arbeitende (!) Mutter sich die Klassenfahrt eben nicht mal eben leisten konnte. Und Unterstützung gibt's da nicht, ebenso wenig wie Geld für Schulbücher. Meine jüngste Schwester konnte dann letztendlich auch wegen eines frühen Hörschadens nicht richtig lesen/schreiben, aber Nachhilfeunterricht war finanziell nicht drin und in der Schule wurde das nicht gefördert und unsere Mum hat sich den Arsch aufgerissen, um als allein erziehende Mutter NICHT von Hartz4 leben zu müssen und hatte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Klasse wiederholt, Anschluss nie wieder richtig bekommen, weil zuviele Defizite, gerade eben Hauptschulabschluss gepackt, heute auf Drogen und erste kriminelle Ansätze. Die kommt nie wieder richtig hoch.

Meine andere Schwester und ich hatten beide noch diverse Förderungen und haben beide Abitur (ich über Umwege, aber immerhin). Und ich sehe da sehr, sehr deutlich - weil ich direkt vergleichen kann - den Bildungs-Unterschied zwischen "unterer Mittelschicht" und "plötzlich Unterschicht". :( Wer da einmal unten drin steckt, hat es verdammt schwer, da auch nur ansatzweise wieder aufzusteigen!
 
@snowman: Mwst. Erhöhung fänd ich auch gut.

Allerdings müssen davon Bücher und Nahrungsmittel ausgenommen sein (was ja eh schon der Fall ist), diese dürfen aber auch auf keinen Fall erhöht werde da es Grundgüter sind.

das wäre fast der einzige Weg etwas gerecht zu verteilen. Leute an der unteren Einkommensgrenze leben hätten so keine Mehrkosten da sie sich eh kaum Luxusgüter leisten können und Leute die sich eben "Luxusgüter" leisten dürften ruhig ein wenig mehr zahlen.

Voll dafür aber der Bevölkerung mal wieder nicht zu vermitteln.

Alexicious schrieb:
Gerri schrieb:
Evin schrieb:
Wie willst du es denn anstellen dass die Kinder "gebildet und in einem normalen, sozialen Umfeld" aufwachsen, wenn du ihnen nur eine Grundsicherung, mit anderen Worten ein Existenzminimum zugestehst? Ich rede hier nicht nur davon, dass Schulsachen und der Bildung zugehöriger "Luxus" (Bücher, Klassenfahrten,... zB) nicht unbedingt günstig sind, sondern dass man eben ein gewisses Maß an Konsum und Luxus finanzieren muss. Sonst "züchtest" du noch mehr Arbeitslose heran.

und eben gerade das ist doch das Einfachste.
Klassenfahrten könnten bezahlt werden, Büchergutscheine könnten ausgegeben werden. Einfacher geht es nicht nur die Kinder und eben wirklich NUR die Kinder zu fördern.

könnten, täten, wären, hätten. Wird's aber nicht.

das es hier nur um Hätte, wäre, wenn geht ist ja eh klar, ich sage nur das es imo die beste Lösung wäre weil sie den Kindern zugute kommt und man sicher sein kann das es nicht an der falschen Stelle landet.

Das deine Mutter hart an der Grenze war und ihr keine Nachilfe bekommen habt tut mir leid, ich finde das auch eine Frechheit. Hat allerdings imo nichts mit den aktuellen Kürzungen zu tun.
 
Mandos schrieb:
Ich bin auch dafür das JEDER Mensch ein Dachüberm Kopf haben muß, es warm haben muß und nicht hungern muß aber irgendwo muss man halt die Grenze ziehen.

Das war Gerris Kernaussage zu dem Thema. Dass ihm da jetzt so ein Strick draus gedreht wird weil er nicht noch rein geschrieben hat dass jeder ein Anrecht auf eine PS3 und mindestens ein 100 PS Auto haben soll finde ich auch übertrieben. Wie an anderer Stelle angeführt muss in Dtl. keiner Hungern und unter der Brücke leben. Das allein halte ich für eine große Errungenschaft unserer Gesellschaft. Wenn es um die eigene Existenz geht sollte man doch zunächst mal damit glücklich sein. Zumal es ja auch nicht so ist, dass man direkt in Hartz4 landet.

Wie erklärst du dir dann, dass immer mehr Kinder so extrem schlecht ernährt werden (weil eben nur eine aufgewärmte Dosensuppe/Dosenravioli/anderer Dosenramsch am Tag drin sind und weil jeden Tag Nudeln mit Soße billiger sind als Obst, Gemüse und andere nahrhafte Speisen), bzw. den Suppenküchen immer mehr von Familien, die zwar nicht unter der Brücke, aber unter der Armutsgrenze, leben, die Türen eingerannt werden...? Da hat der Staat doch eindeutig total versagt und diese "große Errungenschaft der Gesellschaft" ist ein Scheißdreck wert, weil vor allem diese Kinder letztendlich nur von der menschlichen Güte und freiwilligen sozialen Arbeit anderer Bürger gerade eben so noch aufgefangen werden. Denn sonst würden sie verhungern.
 
Aber es ist gerade dann wichtig den Kindern Werte mit zu geben und die Situation zu erklären.

Meine Mutter hat mich auch allein groß gezogen, hatte zwei Jobs weil mein Vater kein Unterhalt gezahlt hat. Sie hatte Mühe ein Dach über den Kopf für uns zu finden weil keiner einer Alleinerziehenden Mutter ohne Arbeit und mit kleinem Kind eine Wohnung geben wollte. Ohne Wohnung wollte ihr aber auch keiner Arbeit geben. Dazu ständig der Gerichtsvollzieher vor der Tür, weil sie so doof war sich für meinen Vater zu verbürgen. Der hatte Schulden ohne Ende gemacht und sich dann in die Schweiz abgesetzt. Es war nicht einfach, Levis Jeans und solche modernen Sachen konnten wir uns nicht leisten. Und trotzdem hab ich eine aus meiner Sicht schöne Kindheit erlebt weil ich zufrieden war und viel Liebe meiner Mutter erfahren hab. Die sich heute noch Vorwürfe macht weil sie mir nichts bieten konnte. In dem Zusammenhang ist es dann immer wieder schön vorgeworfen zu bekommen dass man ja Glück im Leben hatte weil man wohl ne reiche Familie hat. Nur weil ich mir heute ein schönes Auto und gewissen Lebensstil leisten kann den ich mir eben durch einigen Verzicht erarbeitet habe. Dadurch bekomme ich auch mal die Motten dass man direkt angekräzt wird wenn man mal was zum Thema Hartz4 sagt das nicht Jedem genehm ist.

Alexicious schrieb:
Wie erklärst du dir dann, dass immer mehr Kinder so extrem schlecht ernährt werden (weil eben nur eine aufgewärmte Dosensuppe/Dosenravioli/anderer Dosenramsch am Tag drin sind und weil jeden Tag Nudeln mit Soße billiger sind als Obst, Gemüse und andere nahrhafte Speisen), bzw. den Suppenküchen immer mehr von Familien, die zwar nicht unter der Brücke, aber unter der Armutsgrenze, leben, die Türen eingerannt werden...? Da hat der Staat doch eindeutig total versagt und diese "große Errungenschaft der Gesellschaft" ist ein Scheißdreck wert, weil vor allem diese Kinder letztendlich nur von der menschlichen Güte und freiwilligen sozialen Arbeit anderer Bürger gerade eben so noch aufgefangen werden. Denn sonst würden sie verhungern.

Hab das glaub ich schon mal erzählt. Wo ich vorher gewohnt hab gab es zwei Hartzfamilien. Unvergessen war ein gemeinsamer Hausgrillabend bei dem die beiden Arbeitslosen Eltern (beide noch keine 25 - 2. Kind während der AL bekommen) genüsslich ihre Mixery getrunken haben und Haribos und Kinderschokolade gefuttert haben. Konnten meine Freundin und ich nicht fassen weil uns da erst aufgefallen war dass die immer irgendwelche Markenprodukte hatten. Und rauchen sowie einen Hund konnten die Beiden sich auch immer leisten. Also gehen tut das schon - man muss nur wollen. Das war der typische Fall bei dem das Geld das sie bekommen haben eben nicht an die Kinder weiter gegeben haben. Tut mir heute noch unheimlich leid weil der Weg der Kinder schon irgendwie vorgezeichnet ist wenn nicht ein Wunder geschieht.
 
Hatte ich woanders schon gepostet - der Mann spricht mir aus der Seele:

Wer lebt denn hier über seine Verhältnisse?
Von Stephan Ueberbach, SWR, ARD-Hauptstadtstudio

Liebe Bundesregierung, sehr geehrte Frau Merkel,

wen meinen Sie eigentlich, wenn Sie sagen, wir hätten jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt?

Ich jedenfalls habe das nämlich ganz sicher nicht getan. Ich gebe nur das Geld aus, das ich habe. Ich zahle Steuern, bin gesetzlich krankenversichert und sorge privat für das Alter vor. Ich habe mich durch Ihre Abwrackprämie nicht dazu verlocken lassen, einen überflüssigen Neuwagen zu kaufen, ich bin kein Hotelier und kein Milchbauer. Und "Freibier für alle" habe ich auch noch nie verlangt.

Wer war wirklich maßlos?

Meinen Sie vielleicht die Arbeitslosen und Hartz IV-Bezieher, bei denen jetzt gekürzt werden soll? Meinen Sie die Zeit- und Leiharbeiter, die nicht wissen, wie lange sie ihren Job noch haben? Oder meinen Sie die Normalverdiener, denen immer weniger netto vom brutto übrigbleibt? Haben die etwa alle "über ihre Verhältnisse" gelebt?

Nein, maßlos waren und sind ganz andere: Zum Beispiel die Banken, die erst mit hochriskanten Geschäften Kasse machen, dann Milliarden in den Sand setzen, sich vom Steuerzahler retten lassen und nun einfach weiterzocken als ob nichts gewesen wäre.

Mehr Beispiele gefällig?

Zum Beispiel ein beleidigter Bundespräsident, der es sich leisten kann Knall auf Fall seinen Posten einfach hinzuwerfen - sein Gehalt läuft ja bis zum Lebensende weiter, Dienstwagen, Büro und Sekretärin inklusive.

Zum Beispiel die Politik, die unfassbare Schuldenberge aufhäuft und dann in Sonntagsreden über "Generationengerechtigkeit" schwadroniert. Die von millionenteuren Stadtschlössern träumt und zulässt, dass es in Schulen und Kindergärten reinregnet. Die in guten Zeiten Geld verpulvert und in der Krise dann den Gürtel plötzlich enger schnallen will, aber immer nur bei den anderen und nie bei sich selbst.

Liebe Frau Bundeskanzlerin, nicht die Menschen, sondern der Staat hat dank Ihrer tätigen Mithilfe möglicherweise über seine Verhältnisse gelebt. Ganz sicher aber wird er unter seinen Möglichkeiten regiert.

Mit - verhältnismäßig - freundlichen Grüßen,

Ihr Stephan Ueberbach

http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar460.html
 
Der Staat ließe sich doch reformieren zum Wohle ALLER, aber das scheitert doch daran, dass Politiker parteiübergreifend keine "Volksvertreter" sind.

Was ließe sich im Gesundheitswesen einsparen, wenn man den Verwaltungsapparat der Krankenkassen eindämmt? Und wozu braucht es überhaupt knapp 200 Kassen? Und wie einfach könnte man die überzogenen Preise für so manche Medikamente eindämmen, wenn der Staat mal - salopp gesprochen - mit der Faust auf den Tisch hauen würde?

Ich würde gerne sehen, wie die Autoindustrie Amok laufen würde, wenn man eine Staffelung einführen würde, die für Autos über 50.000 Euro Neupreis eine Luxussteuer von 10% des Kaufpreises und für Autos über 100.000 Euro von 20% vorsehen würde? Derjenige, der sich ein Auto in solchen Preisregionen leisten kann, dem tut der Aufschlag nicht weh. Die deutsche Autoindustrie würde rumheulen, wie damit der Absatz ihrer Fahrzeuge in Deutschland "zerstört" würde, dabei spielt doch der deutsche Markt für diese Hersteller in der globalisierten Welt doch schon lange nicht mehr die allein entscheidende Rolle.

Was wäre, wenn man den Aktiengesellschaften die eine oder andere Abschreibungsmöglichkeit kastrieren würde? Hätten diese dann im schlimmsten Falle nicht mehr die niedrigste Steuerlast im EU-weiten Vergleich? Dieselbe Kürzung von Abschreibungen für sehr vermögende Privatleute, zum Beispiel eine Streichung der Möglichkeit, sich aus dem Einzahlungstopf für gesetzliche Renten ausklinken zu können.

Wenn Privatleute schon 2 oder 3 Immobilien besitzen, muss der Erwerb einer vierten nicht noch unbedingt staatlich gefördert werden. Streichung der Pendlerpauschale bei Leuten, die für eine Familie von maximal 3 Personen ein Nettoeinkommen von 3.000 Euro oder mehr zur Verfügung haben.

Staatliche Kontrolle bei sämtlichen Energieversorgern wie auch Mineralölkonzernen könnte die Kaufkraft des kleinen Mannes steigern. Eine Rücknahme des unter Rot-Grün beschlossenen - naja, eigentlich von den Energie-Konzernen diktierten - Energiegesetzes, was würden die Konzerne plärren, und ein Herr Clement würde auch wieder seine Fresse aufreißen, garantiert.

Kerosin kräftig besteuern, auch aus ökologischen Aspekten.

Finanztransaktionssteuern, Gesetze zum Verbot von Hedgefonds, Auflagen zum nachhaltigen Wirtschaften, wozu auch eine Beschneidung der Bezüge von Managern gehören könnte. Mit dem eingesparten Geld könnte man Firmenrenten wieder stärker fördern. Wenn ich sehe, dass es bei meinen Eltern durchaus gang und gebe war, mit einer Firmenrente bedacht zu werden, und heute wird das wie Teufelszeug dargestellt.

(Banken haben vom Staat 500 Milliarden Euro bekommen, und sollen jetzt 2 Milliarden in einen Fonds einzahlen, nicht ZURÜCKZAHLEN, wohlgemerkt? Ja, geht doch mal als Individuum in Privatinsolvenz und sagt den Gläubigern, ihr wollt nur 0,4% eurer Schulden zurückbezahlen; die lachen euch aus oder lassen euch bis ans Lebensende Steine klopfen.)

Das sind nur ein paar Dinge, wo man problemlos ansetzen könnte, und tatsächlich für mehr Gerechtigkeit sorgen könnte. Das würde ich als Politiker durchboxen wollen, bevor ich daran denken würde, Familien und Arbeitslosen noch mehr wegzunehmen.

Aber bevor sich dies alles verwirklichen ließe, hätte der Aktivist, der dahinter steht, von Lobbyisten eine Kugel im Kopf; natürlich subtiler heutzutage, aber dieser WIRKLICHE Volksvertreter, den ich hier beschreibe, wäre "unschädlich" gemacht, bevor er tiefgreifende Reformen durchsetzen kann.

Mich widert an, dass diese Einschüchterungstaktik der "wichtigen Entscheidungsträger" so einfach akzeptiert und insbesondere von politischer Seite hingenommen wird. Ja, wenn die Manager rumflennen, Know-How würde aus Deutschland abwandern, wenn es eine Gehaltsobergrenze gäbe, so kenne ich genügend Leute, die Bank, Energiekonzern oder Automobilkonglomerat auch für ein paar Hunderttausend oder einen niedrigen jährlichen Millionenbetrag in Euro führen würden, und dazu auch kompetent in der Lage wären. Immer dieses hohle Abwanderungsgedrohe bestimmter Arbeitgeberlobbies ist zum Kotzen.
 
Edit: Das ist nicht als Antwort auf Alexicious gedacht, sondern an andere adressiert. Ich habe nur ihre Beispiele als Aufhönger gewählt, weil sie die richtigen Punkte anspricht.

Schade, dass das Thema des Threads völlig abgedriftet ist, aber nun gut, es folgen ein paar Worte zum Thema Arbeitslosengeld.

Alexicious schrieb:
Wie erklärst du dir dann, dass immer mehr Kinder so extrem schlecht ernährt werden (weil eben nur eine aufgewärmte Dosensuppe/Dosenravioli/anderer Dosenramsch am Tag drin sind und weil jeden Tag Nudeln mit Soße billiger sind als Obst, Gemüse und andere nahrhafte Speisen), bzw. den Suppenküchen immer mehr von Familien, die zwar nicht unter der Brücke, aber unter der Armutsgrenze, leben, die Türen eingerannt werden...? Da hat der Staat doch eindeutig total versagt und diese "große Errungenschaft der Gesellschaft" ist ein Scheißdreck wert, weil vor allem diese Kinder letztendlich nur von der menschlichen Güte und freiwilligen sozialen Arbeit anderer Bürger gerade eben so noch aufgefangen werden. Denn sonst würden sie verhungern.

Das Beispiel und deines von der Ausgrenzung davor zeigen aber doch, dass es bei dem Thema eben nicht (primär) um die Höhe des Arbeitslosengeldes geht.

Die Kinder verhungern doch nicht, weil die Familien zu wenig Geld haben. Für das Geld, das eine Dose Ravioli kostet könnte man auch frische Reibekuchen, ne Nudelpfanne oder ähnliches machen. Das Problem der Verwahrlosung ist kein Problem des Geldes und ja auch nicht einmal auf Familien mit niedrigen Einkommen beschränkt. Hier muss man Einzelfall genauer hinschauen und ich denke da spielen Aspekte wie die Perspektivlosigkeit etc. eine viel größere Rolle.

Arbeitslose werden in unserer Gesellschaft massiv ausgegrenzt und das ist das wahre Problem. Es geht immer nur um Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und da sind die meisten Prediger des umfangreichen Sozialstaats gar nicht einmal so weit von der Argumentation eines Gerri entfernt. Da wir geredet "von denen (da), denen es nicht so gut geht", von denen in der Unterschicht. Sowas ekelt mich an. Arbeitslose gehen morgens aus dem Haus und irren den ganzen Tag durch die Stadt. Damit es niemand mitbekommt. Weil sie sich vor den Nachbarn schämen. "Freunde" zeigen anfangs Verständnis, wenn der Kumpel arbeitslos wird. Ist er es immer noch nach 2 Jahren wird der Kontakt mit dem "Asi" abgebrochen. Und bei der Ausgrenzung, die du erlebt hast, hätten auch Zuschüsse nichts geholfen. Dann wärst du zwar mitgefahren, aber dafür gemobbt worden, dass du die Hilfe in Anspruch genommen hast. Bei uns gab es Zuschüsse zur Klassenfahrt, aber die Familie, die sie in Anspruch genommenhat, war ind er Klasse gebrandmarkt. Das alles ist doch die Realität. Nicht nur ob Hartz IV jetzt 20 Euro mehr oder weniger bedeutet.

Und dann liest man hier, es würden in Deutschland Millionen Menschen am Existenzminimum leben. Auch wenn es solche Menschen leider hier im Land gibt, Sozialhilfe-Empfänger gehören da in der Regel nicht dazu. Der ein oder andere sollte noch mal überlegen, was Existenzminimum bedeutet, ehe er so einen Hammer auspackt.

Dass 55jährige Arbeitslose bei 49 von 50 Bewerbungen direkt abgelehnt werden, ist ein Skandal. Aber da sollte sich jeder hier mal selbst an die eigene Nase fassen, denn irgendwie hat sich ja dieses Bild in der Gesellschaft etabliert. Und dann muss man da ansetzen, warum das so ist. Aber stattdessen gibt es ja ne tolle andere Lösung: Wir geben den Langzeitarbeitslosen mehr Geld. Mit denen will zwar keiner mehr was zu tun haben, aber dann können die wenigsten konsumieren und sich dabei fühlen wie der Rest. Super.

Wenn das alles ist, was der "Sozialstaat" und die Gesellschaft zu bieten haben...
 
Der Sozialstaat gibt diesen Leuten nicht nur Geld, sondern auch gemeinnützige Beschäftigung. Das ist zwar oft auch nur ein Arbeiten zweiter Klasse, aber das ist immerhin etwas und daran halten sich viele fest, auch wenn diese Verträge meist nicht länger als ein halbes Jahr oder ein Jahr laufen. Da ist ein regelrechter Sumpf entstanden, kaum überschaubar, Maßnahmen über Maßnahmen, Träger über Träger und diese Arbeiten werden auch gebraucht, obwohl niemand mehr dafür bezahlen will.

Diesen Bereich einfach zusammenzustreichen, halte ich für sehr unsozial. Darin befinden sich überwiegend Menschen, die keine Chance mehr auf dem 1.Arbeitsmarkt haben und auch in Zukunft nicht mehr haben werden. Hier müsste man genau das Gegenteil machen und für mehr Sicherheit sorgen. Solche ABM-Gelegenheiten und wie sie alle heißen, müssten für 2,3 oder 5 Jahre vergeben werden, damit die Menschen überhaupt mal wieder zur Ruhe kommen. Das ist ein ewiger Stresskreislauf, wenn man sich ständig wieder mit der Willkür des Jobcenters auseinandersetzen muß, wo einem dann der größte Mist erzählt wird und man jedesmal sämtliche Unterlagen erneut und natürlich durchkopiert vorlegen muß. Da gibts die dollsten Geschichten und ich hab genug davon aus erster Hand gehört. Kafka lässt grüßen! Da hätte der Sozialstaat Handlungsbedarf.
 
da geb ich Urgs recht, gerade ältere und schwer vermittelbare Menschen müsste man in sinnvolle längere Arbeiten eingliedern....
 
Mandos schrieb:
Aber es ist gerade dann wichtig den Kindern Werte mit zu geben und die Situation zu erklären.

Meine Mutter hat mich auch allein groß gezogen, hatte zwei Jobs weil mein Vater kein Unterhalt gezahlt hat. Sie hatte Mühe ein Dach über den Kopf für uns zu finden weil keiner einer Alleinerziehenden Mutter ohne Arbeit und mit kleinem Kind eine Wohnung geben wollte. Ohne Wohnung wollte ihr aber auch keiner Arbeit geben. Dazu ständig der Gerichtsvollzieher vor der Tür, weil sie so doof war sich für meinen Vater zu verbürgen. Der hatte Schulden ohne Ende gemacht und sich dann in die Schweiz abgesetzt. Es war nicht einfach, Levis Jeans und solche modernen Sachen konnten wir uns nicht leisten. Und trotzdem hab ich eine aus meiner Sicht schöne Kindheit erlebt weil ich zufrieden war und viel Liebe meiner Mutter erfahren hab. Die sich heute noch Vorwürfe macht weil sie mir nichts bieten konnte. In dem Zusammenhang ist es dann immer wieder schön vorgeworfen zu bekommen dass man ja Glück im Leben hatte weil man wohl ne reiche Familie hat. Nur weil ich mir heute ein schönes Auto und gewissen Lebensstil leisten kann den ich mir eben durch einigen Verzicht erarbeitet habe. Dadurch bekomme ich auch mal die Motten dass man direkt angekräzt wird wenn man mal was zum Thema Hartz4 sagt das nicht Jedem genehm ist.

Alexicious schrieb:
Wie erklärst du dir dann, dass immer mehr Kinder so extrem schlecht ernährt werden (weil eben nur eine aufgewärmte Dosensuppe/Dosenravioli/anderer Dosenramsch am Tag drin sind und weil jeden Tag Nudeln mit Soße billiger sind als Obst, Gemüse und andere nahrhafte Speisen), bzw. den Suppenküchen immer mehr von Familien, die zwar nicht unter der Brücke, aber unter der Armutsgrenze, leben, die Türen eingerannt werden...? Da hat der Staat doch eindeutig total versagt und diese "große Errungenschaft der Gesellschaft" ist ein Scheißdreck wert, weil vor allem diese Kinder letztendlich nur von der menschlichen Güte und freiwilligen sozialen Arbeit anderer Bürger gerade eben so noch aufgefangen werden. Denn sonst würden sie verhungern.

Hab das glaub ich schon mal erzählt. Wo ich vorher gewohnt hab gab es zwei Hartzfamilien. Unvergessen war ein gemeinsamer Hausgrillabend bei dem die beiden Arbeitslosen Eltern (beide noch keine 25 - 2. Kind während der AL bekommen) genüsslich ihre Mixery getrunken haben und Haribos und Kinderschokolade gefuttert haben. Konnten meine Freundin und ich nicht fassen weil uns da erst aufgefallen war dass die immer irgendwelche Markenprodukte hatten. Und rauchen sowie einen Hund konnten die Beiden sich auch immer leisten. Also gehen tut das schon - man muss nur wollen. Das war der typische Fall bei dem das Geld das sie bekommen haben eben nicht an die Kinder weiter gegeben haben. Tut mir heute noch unheimlich leid weil der Weg der Kinder schon irgendwie vorgezeichnet ist wenn nicht ein Wunder geschieht.



:dhoch: deshalb noch mal ein Fullqoute!

snowman schrieb:
Können wir nicht einfach die Mwst. hochsetzen ?

Huch...hab ich das geschrieben ?
War ich doch ein grosser Gegner dieser Aktion.

Mittlerweile bin ich mir aber nicht mehr sicher, ob das nicht der bessere Weg wäre.

OK... und was machst du in 5 Jahren... Mwst auf 28% wenn wir weiterhin zuviel Geld ausgeben und nicht sparen ?
 
Gerri schrieb:
Ne das ist völliger Käse, wir bezahlen in dem Moment mit unserem Beitrag zur Arbeitslosenversicherung und unseren Steuern deren Konsumverhalten.

Du bezahlst damit vor allem den Anspruch auf Arbeitslosengeld, das du selber benötigen wirst, solltest du mal vor die Tür gesetzt werden.

Gerri schrieb:
Wie schon gesagt eine Grundsicherung muss vorhanden sein aber man muß ihnen nicht auch noch anderen Konsum finanzieren......

Müssen muss man gar nichts. Dann soll man auch offen sagen, dass man den Sozialstaat sukzessive abbauen will und Kinder von Hartzlern und Normalverdienern vom Staat ungleich behandelt werden (sollen).

Die Energiewirtschaft lacht sich ins Fäustchen, da sie eine Brennelemente-Abgabe zahlen soll auf monströse Gewinne, die ihnen diese Regierung durch die AKW-Laufzeitverlängerung erst ermöglichen will. Hartz-IV-Empfängern streicht man das Elterngeld und macht Hoteliers gleichzeitig Steuergeschenke in Mrd.-Höhe. Es erübrigt sich jedwede Diskussion über den Begriff "sozial ausgewogen".

Aber lieber mal die schwächsten Glieder der Gesellschaft am stärksten belasten, die gehören eh nicht zu potentiellen Wählern.
 
brighT schrieb:
Müssen muss man gar nichts. Dann soll man auch offen sagen, dass man den Sozialstaat sukzessive abbauen will und Kinder von Hartzlern und Normalverdienern vom Staat ungleich behandelt werden (sollen).

Davon hat (mal wieder) niemand geredet wenn du die letzten 2 Seiten verfolgt hast..... und nur weil ich einem Hartz4 Empfänger anderweitigen, über ein gewisses Grundmaß gehenden, Konsum nicht finanzieren will heißt das weder das ich ich die Kinder benachteiligen will noch das ich den Sozialstaat abbauen will.

Ich frag mich echt wo ihr sowas immer rauslest. Anscheinend interpretiert ihr bis zum geht nicht mehr irgendwas in meine Texte hinein.....


Ich bin für den Sozialstaat und es ist gut das er Menschen denen es schlecht geht auffängt, allerdings mach ich mir eben auch Gedanken über die andere Seite wie Finanzierung und eben Ausnutzung des Staates.
Das Kinder gefördert werden müssen ist garkein Thema, das ist ein MUSS, allerdings erreicht man das nicht über mehr Geld, wenn so etwas geschieht MUSS man sicher sein das das Geld ankommt und das geht z.b. über Gutscheine.

Und was soll der Satz mit den potentiellen Wählern? Absoluter Schwachsinn oder? Wessen potentielle Wähler? Bin ich die FDP?

Klar baut diese Regierung viel Scheiße, da kann denk ich keienr dran vorbei reden, die Rentengarantie zu belassen, die Steuernetlastung für Hotels, etc. etc. aber das alles ändert ja nichts an der Diskussion hier. Das sind einfach andere Punkte an denen AUCH aber eben NICHT STATTDESSEN gespart werden könnte.
 
Zurück
Oben