Edit: Das ist nicht als Antwort auf Alexicious gedacht, sondern an andere adressiert. Ich habe nur ihre Beispiele als Aufhönger gewählt, weil sie die richtigen Punkte anspricht.
Schade, dass das Thema des Threads völlig abgedriftet ist, aber nun gut, es folgen ein paar Worte zum Thema Arbeitslosengeld.
Alexicious schrieb:
Wie erklärst du dir dann, dass immer mehr Kinder so extrem schlecht ernährt werden (weil eben nur eine aufgewärmte Dosensuppe/Dosenravioli/anderer Dosenramsch am Tag drin sind und weil jeden Tag Nudeln mit Soße billiger sind als Obst, Gemüse und andere nahrhafte Speisen), bzw. den Suppenküchen immer mehr von Familien, die zwar nicht unter der Brücke, aber unter der Armutsgrenze, leben, die Türen eingerannt werden...? Da hat der Staat doch eindeutig total versagt und diese "große Errungenschaft der Gesellschaft" ist ein Scheißdreck wert, weil vor allem diese Kinder letztendlich nur von der menschlichen Güte und freiwilligen sozialen Arbeit anderer Bürger gerade eben so noch aufgefangen werden. Denn sonst würden sie verhungern.
Das Beispiel und deines von der Ausgrenzung davor zeigen aber doch, dass es bei dem Thema eben nicht (primär) um die Höhe des Arbeitslosengeldes geht.
Die Kinder verhungern doch nicht, weil die Familien zu wenig Geld haben. Für das Geld, das eine Dose Ravioli kostet könnte man auch frische Reibekuchen, ne Nudelpfanne oder ähnliches machen. Das Problem der Verwahrlosung ist kein Problem des Geldes und ja auch nicht einmal auf Familien mit niedrigen Einkommen beschränkt. Hier muss man Einzelfall genauer hinschauen und ich denke da spielen Aspekte wie die Perspektivlosigkeit etc. eine viel größere Rolle.
Arbeitslose werden in unserer Gesellschaft massiv ausgegrenzt und das ist das wahre Problem. Es geht immer nur um Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und da sind die meisten Prediger des umfangreichen Sozialstaats gar nicht einmal so weit von der Argumentation eines Gerri entfernt. Da wir geredet "von denen (da), denen es nicht so gut geht", von denen in der Unterschicht. Sowas ekelt mich an. Arbeitslose gehen morgens aus dem Haus und irren den ganzen Tag durch die Stadt. Damit es niemand mitbekommt. Weil sie sich vor den Nachbarn schämen. "Freunde" zeigen anfangs Verständnis, wenn der Kumpel arbeitslos wird. Ist er es immer noch nach 2 Jahren wird der Kontakt mit dem "Asi" abgebrochen. Und bei der Ausgrenzung, die du erlebt hast, hätten auch Zuschüsse nichts geholfen. Dann wärst du zwar mitgefahren, aber dafür gemobbt worden, dass du die Hilfe in Anspruch genommen hast. Bei uns gab es Zuschüsse zur Klassenfahrt, aber die Familie, die sie in Anspruch genommenhat, war ind er Klasse gebrandmarkt. Das alles ist doch die Realität. Nicht nur ob Hartz IV jetzt 20 Euro mehr oder weniger bedeutet.
Und dann liest man hier, es würden in Deutschland Millionen Menschen am Existenzminimum leben. Auch wenn es solche Menschen leider hier im Land gibt, Sozialhilfe-Empfänger gehören da in der Regel nicht dazu. Der ein oder andere sollte noch mal überlegen, was Existenzminimum bedeutet, ehe er so einen Hammer auspackt.
Dass 55jährige Arbeitslose bei 49 von 50 Bewerbungen direkt abgelehnt werden, ist ein Skandal. Aber da sollte sich jeder hier mal selbst an die eigene Nase fassen, denn irgendwie hat sich ja dieses Bild in der Gesellschaft etabliert. Und dann muss man da ansetzen, warum das so ist. Aber stattdessen gibt es ja ne tolle andere Lösung: Wir geben den Langzeitarbeitslosen mehr Geld. Mit denen will zwar keiner mehr was zu tun haben, aber dann können die wenigsten konsumieren und sich dabei fühlen wie der Rest. Super.
Wenn das alles ist, was der "Sozialstaat" und die Gesellschaft zu bieten haben...