... denn sie wissen nicht, was sie tun
(Rebel Without a Cause)
Lief gestern auf arte.
Der Film war irgendwie sehr verstörend. Die Figur des Plato war für mich z.B. gar nicht zu fassen, ich bilde mir ein, dass er möglicherweise homosexuell war und deshalb durch das gesellschaftliche Tabu dieser Zeit (noch mehr als heute) ins Außenseitertum gedrängt wurde und anfing in seiner eigenen Welt zu leben. Insgesamt wirkte alles irgendwie reichlich unwirklich und, schwer zu sagen... realitätsfern? Die Handlung des Filmes spielt sich innerhalb eines Tages ab, und dafür nehmen die Beziehungen zwischen den Charakteren schon rasante Entwicklungen, z.B. dass Jim und Judy sich von jetzt auf gleich unsterblich ineinander verlieben (zumindest denken sie das). Unterstützt wurde dieser Eindruck durch eine imo unfilmische Erzählweise. Mich hat das ganze vielmehr an ein verfilmtes Theaterstück erinnert.
Wie gesagt, am Ende lässt der Film den Zuschauer seltsam im Regen stehen. Aber ich glaube, so etwas wollte er auch erreichen, um die Orientierungslosigkeit der Jugend zu veranschaulichen.
Letztens habe ich mal endlich
Ein Prophet angeschaut. Gruß an Urgs, wirklich sehr eindringlicher Streifen.
Ich fand es - gerade in der Rückschau - sehr beeindruckend, wie es der Film geschafft hat, den Zuschauer die Entwicklung der Hauptfigur nachempfinden zu lassen. Zu Beginn fühlt und leidet man noch mit, so wie er im inneren Konflikt mit sich ist, ob er morden soll oder nicht. Gegen Ende distanziert man sich als Zuschauer immer mehr vom Handeln Maliks, so wie er für sich auch immer mehr Distanz zu Moral und Schuldgefühlen aufbaut.
Und trotzdem muss man irgendwie anerkennen, dass es für ihn der richtige Weg sein muss.