Welt am Sonntag: Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat gesagt, Dortmund habe sich im Sommer ausgerechnet, seinem Klub „richtig auf die Pelle“ zu rücken – nun seien es zwölf Punkte Rückstand.
Watzke: Darüber habe ich mich sehr gewundert. Wir haben immer gesagt, dass wir eine Saison des Umbruchs haben. Wir verlieren drei unserer Topleute, und wir wussten, wie schwierig diese Saison wird. Niemand bei Borussia Dortmund hat auch nur einen Satz gesagt, der auf diese höhnische Art hätte interpretiert werden können. Wie kommt er also dazu, so etwas zu sagen? Wenn Sie mich fragen: In diesem Fall gab es wohl eine Wahrnehmungsstörung.
Welt am Sonntag: Hoeneß hat auch geäußert, er wolle die Konkurrenz „zum Weinen“ bringen. Irritiert Sie das?
Watzke: Nein. Er hat sich ja schon wenige Stunden, nachdem er wieder zum Präsidenten des FC Bayern gewählt worden war, bei den Leipzigern und bei uns entschuldigen müssen.
Welt am Sonntag: Weil er die Dortmunder und die Leipziger als „Feinde“ bezeichnet hatte.
Watzke: So etwas kann ich nicht ernst nehmen. Ich werde mich zu diesen ganzen Geschichten auch nicht äußern – außer, wenn er Borussia Dortmund anspricht. Dann muss ich reagieren, weil es meine Aufgabe ist.
Welt am Sonntag: Es gibt mittlerweile dennoch gemeinsame wirtschaftliche Interessen des FCB und des BVB. Sprechen Sie sich mit den Münchner Bossen ab?
Watzke: Natürlich. Karl-Heinz Rummenigge ist ja mein Äquivalent bei den Bayern, mein Ansprechpartner. Wir haben in der Vergangenheit zwar auch schon manchen Strauß ausgefochten, aber speziell in Fragen der Fernsehrechte, der Verteilung der TV-Gelder oder der Auslandsvermarktung gibt es ähnliche Interessen. Darüber reden wir sehr oft. Karl-Heinz Rummenigge ist einer der einflussreichsten Menschen im europäischen Fußball. Wir haben sehr viele Dinge im Vorfeld von wichtigen Entscheidungen besprochen. Das war sehr vertrauensbildend. Ich habe mit Rummenigge mittlerweile eine vertrauliche Arbeitsbeziehung aufgebaut.