Brimstone – Erlöse uns von dem Bösen [Prime]
Gleich zuerst, den Film muss man einfach schauen. Der wurde auch wieder in einer Kino Plus Folge mit dem Thema „Filme die richtig gut sind aber keine Aufmerksamkeit bekommen“ erwähnt. Es wurde gesagt das der Film einfach hart ist und meine Fresse. Hier wird die Geschichte der jungen Liz erzählt die keine Zunge mehr hat und mit ihrer Tochter und Mann auf einer Farm im wilden Westen des 19. Jahrhunderts lebt. Sie wird von einem Priester gejagt, wieso warum, wird hier in vier Acts erzählt und ich kann es nicht anders sagen als das ich schon sehr sehr lange, keinen Film mehr gesehen hab, der mich so von Anfang bis Ende gefesselt hat, der so ekelhaft, brutal, abstoßend aber auch mitfühlend ist wie das Ding. Schon sehr lange hab ich nicht mehr soviel Abscheu für einen Bösewicht empfunden wie hier. Der diabolische Priester, gespielt von Guy Pearce, ist wohl der beste und gleichzeitig schlimmste Antagonist den ich seit Ewigkeiten gesehen hab. Der Film zeigt dir nicht einfach ohne Hintergrund die Figuren und sagt dir „so nun komm klar“ sondern er baut in den 2,5 Stunden wirklich die Charaktere auf, er zeigt dir mit so brutalen und schlimmen Szenen wieso man den Priester einfach hassen muss und sich jede Sekunde wünscht das der endlich stirbt, er zeigt dir welchen Leidensweg Liz durch den Priester und andere Umstände erleiden muss, wieso alle Charaktere die sich mit Liz umgeben leiden müssen, jede einzelne Figut tut einem Leid und man merkt jeden Schmerz jeder Figur. Der Film ist von den Szenen allgemein sehr brutal und kalt, nichts wird geschönigt oder verherrlicht, der geht von Anfang bis Ende ins Mark. Ich hab den in einem Schwung durchgeschaut und er ist einfach nicht langweilig, jeder der einzelnen Acts ist spannender als der davor und erst im dritten von vier Acts versteht man die wirklich ganze sehr umfangreiche Geschichte. Genau wegen solchen Geschichten und Darstellungen liebe ich Filme, Filme die sich Zeit nehmen, wirklich eine Verbindung zu den Schauspielern aufbauen und bei dem man einfach immer das Gefühl hat mitgenommen zu werden. Der Film ist einfach sackstark, unbedingt mal schauen, bitte. Wer neugierig ist, Trailer schauen aber diese Perle darf sich keiner entgehen lassen.
Train Dreams [Netflix]
Ich hab ja schon immer den Leuten, die meinten das auf Netflix nur Schrott läuft gesagt, das es so viel mehr zu entdecken gibt wenn man sich nur mal die Zeit nimmt und genau hinschaut. Nun, wenn ich einer nach einer Empfehlung für meine These fragen würde, würde ich diesen Film nennen. Das Filmdrama, basierend auf dem gleichnamigen Roman zeigt die Geschichte des Tagelöhners Robert Grainier der in den Wäldern als Hölzfäller arbeitet und generell kein einfaches Leben hat. Irgendwann findet er eine Frau, sie bekommen ein Baby, bauen sich ein Haus und Robert ist glücklich. Doch durch die Veränderungen im Land, durch die Industrialisierung und so vielen anderen Sachen in der Welt, verändert sich auch Robert und seine Einstellung zum Leben. Was der Film für mich so schön macht ist einfach der Transport von Gefühlen, von den Veränderungen in der Welt, dem Leid und Freud von Robert und seiner Familie, kombiniert mit den wirklich tollen Bildern und Setting, ist der Film einfach wunderbar anzuschauen. Joel Edgerton als Robert ist wirklich eine Top Besetzung, generell sind alle hier sehr fein besetzt, ein wunderbarer Flow, eine schöne aber auch tragische Geschichte und eine intensive Tiefe in der Story machen das Ding für mich zu einem tollen Film und einer tollen Perle im Netflix Dschungel. Auch hier von mir eine klare Empfehlung, alleine schon um sich mal davon zu überzeugen das Netflix doch auch viel gutes zu beiten hat.
Martyrs [Prime / Bloody Movies]
Ich hatte den Film vor Ewigkeiten gesehen, sicherlich zehn Jahre her. Ich hatte den gar nicht so hart in Erinnerung wie ich es immer wieder höre und hatte nun einfach die Muße ihn nochmal zu schauen. Und jepp, ich bleibe dabei, so hart wie ich es immer wieder höre, ist er für mich zumindest nicht, Liegt aber denke ich daran das ich sehr viel Horror in allerlei Richtungen geschaut hab und da schon was kommen muss um mich richtig zu „greifen“. Soll aber nicht heißen das der Film nicht hart ist und ein hartes Thema anspricht. Das macht er, aber für mich braucht er zu lange bis er wirklich in Fahrt kommt. Erst nach der Hälfte ungefähr kommt für mich dieses „jetzt bin ich hooked“ Feeling auf und das ich ihn wirklich bis zu Ende schauen wollte. Aber auch in der zweiten Hälfte schöpft er für mich nicht sein volles Potential erst, nur das Ende hat für mich diesen wirklichen IT Moment. Das dürften alle casual Horrorfans anders sehen, was auch völlig ok ist, aber für mich hat es sich bestätigt das der Film nicht das große Ding ist zu dem er gemacht wurde, er braucht zu lange und fährt dann etwas mit angezogener Handbremse, Handwerklich und inszenatorisch ist das Ding aber schon geil.
Memory – Sein letzter Auftrag [Prime]
Noch eine positive Überraschung. Ich denke ja seit Jahren das ich jeden Liam Neeson Film gesehen hab aber nein, der ging auch völlig an mir vorbei. Neeson spielt in diesem Action Film einen Auftragskiller der an Alzheimer erkrankt und dessen Zeit langsam endet. Trotzdem nimmt er einen Job an bei dem er dann erst merkt das er ein Kind töten soll was er natürlich nicht kann und will. Doch hinter seinen Auftraggebern steckt ein großes Kartell, verbunden mit einigen mächtigen Männern die ihn nun zum Ziel machen. Klingt alles 0815 aber glaubt mir, der Film hat echt was zu bieten. Polizisten die den Killer suchen, doch auch dahinter kommen das irgendwas in ihrer Abteilung nicht stimmt, einige Personen die mit involviert sind und der Story so doch so viel mehr Tiefe und Spannung verleihen als man es hätte erwarten können. Der Film ist echt spannend gemacht, Neeson gibt sich Mühe und hat auch echt Bock, die Handlung wird immer verstrickter und spanennder, Brutalität gibt es auch genug, hab da nichts auszusetzen und war wie schon erwähnt sehr positiv überrascht. Wer also ein unbekannteren aber doch sehr guten Neeson Actionfilm sehen will, kann hier ohne Probleme zuschlagen.
Die City Cobra [Prime]
Ach Gott, manchmal muss es auch mal eine Gurke sein die aber irgendwie Spaß macht. Ich hatte den Film und die Anfangssequenz im Einkaufszentrum mal im TV gesehen aber dann aus welchen Gründen nie weiter bzw zu Ende geschaut und irgendwie hatte ich jetzt Bock darauf. Kein Plan was man da sagen soll, der Film ist Panne, hat dumme Dialoge, einen Stallone der nur einen Gesichtsausdruck hat aber trotzdem hatte er für mich diesen gewissen Cannon Film Charme. Wer sowas wie Ultimate Chase, Cyborg oder sonstige „Schätze“ toll fand bzw den irgendwas abgewinnen konnte, kann den hier schon mal schauen und wird auch bis zu einem gewissen Grad Spaß haben, Voraussetzung man stellt sein Gehirn und Ansprüche etwas herab und lässt sich einfach darauf ein. Man verpasst da nichts aber irgendwie ist der doch ganz nett anzuschauen. Kein Plan, vielleicht gerade wegen der Minimalistik und der Dummheit des Ganzen hatte ich doch Spaß damit. Ich versteh aber auch jeden der nach der ersten halben Stunde einfach abschaltet.
Trap House [Prime]
Ich sage es mmer wieder, Dave Bautista ist kein schlechter Schauspieler. Er wird nie ein Oscar gewinnen, das ist auch klar, aber so schlecht wie er gemacht wird ist er nicht. Er braucht halt nur ne gute Grundlage und die bekommt man hier. Bautista spielt hier einen Cop in einer Spezialeinheit die einem Drogenkartell auf den Fersen sind. Dummerweise hat der Sohn die selbe Idee, er und seine Freunde begehen kleinere Überfälle auf die Drogenbande was dann natürlich dafür sorgt das der Sohn und seine Freunde auch ins Visier der Drogenmafia geraten. Der Vater hat natürlich keine Ahnung und somit kommen dann die zwei Handlungsstränge am Ende zusammen und sorgen für ein nettes, aber doch zu einfaches und zu schnellem Finale. Der Film macht ja im Kern für das was er sein will nichts falsch, nur halt das Ende kommt zu schnell und etwas zu lieblos her. Aber der Rest, geht völlig klar. Coole Idee, coole Bilder, gutes Schauspiel, zwei erwähnte Handlungsstränge die bis zum Ende Raum für Spekulationen lassen, alles gut. Das ist einer der besseren Bautista Filme in denen er doch mal etwas zeigen kann.
The Housemaid – Wenn sie wüsste [Kino]
Nichts erwartet und doch was cooles bekommen. Hatte bisschen Bammel das der Film das Kinogeld nicht wert sein wird aber ich hab hier doch einen schönen Thriller. Millie, eine verurteilte Mörderin, kommt auf Bewährung frei und nun sucht sie schnellstmöglich einen Job. Sie bekommt dann einen als Hausmädchen bei einem Paar bei dem schnell offensichtlich wird das die Frau sie nicht leiden kann, der Mann aber irgendwie angetan ist von ihr. Er ist charmant, steht ihr bei Streitereien mit seiner Frau bei, hilft ihr, was irgendwann dazu führt, das sie sich etwas in ihn verliebt. Irgendwann eskaliert ein Streit, der Mann schmeißt seine Partnerin aus dem Haus und beginnt mit Millie eine Beziehung. Alles scheint perfekt, bis….
Dann fängt der Film an aufzudrehen und mir hat das sehr gut gefallen. Bis zu einem gewissen Punkt bin ich nicht darauf gekommen was der Film hier eigentlich erreichen will aber wenn es dann passiert, ist es sehr cool gemacht. Einige Szenen sind das Salz in der Suppe und schon hart inszeniert was dem Film besagte Würze verleiht. Das ist mal wieder einer dieser Thriller der nichts großartig neu macht aber der das was er machen will, sehr gut macht. Hätte ich nicht erwartet das er mir doch so gefällt und wenn er on Demand verfügbar ist, sollte man den sich unbedingt mal geben.
Das zweite Gesicht [Prime / Apple TV]
Wer an Macaulay Culkin denkt, denkt immer an Kevin allein zu Haus. Aber auch hier gibt es eine Perle die zeigt das der Junge auch was völlig anderes, was sehr gutes spielen kann. Nach dem Tod der Mutter von Mark, gespielt von einem übrigens sehr jungen Elijah Wood, lebt dieser alleine bei seinem Vater, der aber immer mehr überfordert scheint und sich entschließt den Sohn bei seiner Tante Susan aufwachsen zu lassen. Dort hat er ein großes Haus und den Sohn von Susan, Henry, als Spielkameraden. Alles wirkt erstmal sehr passend, die Jungs verstehen sich, spielen viel zusammen, bis aber irgendwann Henry einige, sagen wir mal, Eigenheiten an den Tag legt, er es z.b. lustig findet Steine auf fahrende Autos zu werfen usw. Es gibt noch andere Punkte die ich aber hier nicht schreiben will, da sie doch sonst einige größere Plots und Wendungen vorweg nehmen würde. Culkin ist in diesem Film wirklich fantastisch, der Film kam ein Jahr nach Kevin allein in New York raus und ich glaube er wollte hier selbst zeigen was er noch auf der Kante hat und das schafft hier hier richtig gut. Diese Geschichte vom lieben Kind, hin zum psychischen Freak der seine Spielchen spielt ist sehr stark gemacht. Wood macht seine Sache auch gut, die anderen Charaktere passen auch aber der Star in diesem Film ist klar Culkin. Wer mal sehen will was der Junge wirklich kann, unbedingt diese kleine Perle schauen.