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Wobei man hier auch sagen muss, dass das längst nicht mehr für jede Bäckerei gilt. Afaik bekommt die Mehrheit mittlerweile ihre Teiglinge sogar jeden Tag gekühlt von Großbäckereien geliefert. Lediglich Kuchen backen sie vielleicht noch selbst. Und für so ein Semi "Handwerk" zahle ich dann sicher nichts extra.

Bei uns gibts seit geraumer Zeit Bäckereien die noch alles selbst machen, da zahlste aber auch für ein 500g Brot 6-7€ aber das ist dann sowohl bei den Zutaten wie auch im Geschmack top.
 
Die Bäckereien haben ja keine Wahl mehr, dem Kostendruck und vor allem auch dem Fachkräftemangel mit ordentlichen Preisen entgegenzutreten. Die kleinen, aber feinen Bäcker werden mit der Zeit aussterben, und das was die Menschen dann noch als "Bäckerei" wahrnehmen sind schon fast jetzt nur große Ketten, die mit vermeintlicher Qualität punkten wollen und deswegen den "Handarbeitspreis" nehmen, obwohl Ihnen die Teiglinge jeden Morgen durch das Franchise-Fahrzeug geliefert werden. Mehr als Aufbacken findet auch dort nicht mehr statt.

Einer meiner Mandanten ist noch so ein echter Qualitätsbäcker in dritter Generation im Nachbarort. Seit einem Jahr soll jetzt jetzt die komplette Zubringerstraße saniert werden, Planungssicherheit wird ihm nicht gegeben, eine Entschädigung oder eine Aussage zu einer notdürftigen Zufahrt erhält er auch nicht. Die Maßnahmen können 1-3 Jahre dauern (tatsächliche Aussage der Stadt!!) und eine komplette Standortverlagerung ist ausgeschlossen, da sich die mögliche Alternative nach Aussage der Stadt nicht in einer gewerblichen Fläche befindet - auch temporär ließe sich da leider nichts machen.

Wir haben jetzt die Anschaffung eines gebrauchten (möglichst geringer Wertverlust) mobilen Verkaufswagens durchgerechnet und einige Standorte besprochen um ggfs. ein Weiterbestehen des Familienunternehmens zu sichern - eine sehr schwierige Angelegenheit.

Aber die Stadt hat ihm zur Sicherheit schon einmal die Kostenschätzung seines Eigenanteils für die Straßensanierung geschickt: EUR 85.000.

Da hat man keine Fragen mehr, was in diesem Land so alles schief läuft.
 
Ist dann wohl nur Kopfsache, siehe @kingpin68
Wusstest du etwa nicht, dass die händisch gemachten Burger des besten Burger-Ladens der Stadt, die feinstes, frisches Rinderhack von regionalen Freilandrindern sowie tagesfrische Zutaten und selbst gebackene Buns verwenden, gar nicht besser schmecken als McDonalds, sondern schlicht nur besser aussehen und den besseren Geschmack damit vorgaukeln?
 
Die Bäckereien haben ja keine Wahl mehr, dem Kostendruck und vor allem auch dem Fachkräftemangel mit ordentlichen Preisen entgegenzutreten. Die kleinen, aber feinen Bäcker werden mit der Zeit aussterben, und das was die Menschen dann noch als "Bäckerei" wahrnehmen sind schon fast jetzt nur große Ketten, die mit vermeintlicher Qualität punkten wollen und deswegen den "Handarbeitspreis" nehmen, obwohl Ihnen die Teiglinge jeden Morgen durch das Franchise-Fahrzeug geliefert werden. Mehr als Aufbacken findet auch dort nicht mehr statt.

Einer meiner Mandanten ist noch so ein echter Qualitätsbäcker in dritter Generation im Nachbarort. Seit einem Jahr soll jetzt jetzt die komplette Zubringerstraße saniert werden, Planungssicherheit wird ihm nicht gegeben, eine Entschädigung oder eine Aussage zu einer notdürftigen Zufahrt erhält er auch nicht. Die Maßnahmen können 1-3 Jahre dauern (tatsächliche Aussage der Stadt!!) und eine komplette Standortverlagerung ist ausgeschlossen, da sich die mögliche Alternative nach Aussage der Stadt nicht in einer gewerblichen Fläche befindet - auch temporär ließe sich da leider nichts machen.

Wir haben jetzt die Anschaffung eines gebrauchten (möglichst geringer Wertverlust) mobilen Verkaufswagens durchgerechnet und einige Standorte besprochen um ggfs. ein Weiterbestehen des Familienunternehmens zu sichern - eine sehr schwierige Angelegenheit.

Aber die Stadt hat ihm zur Sicherheit schon einmal die Kostenschätzung seines Eigenanteils für die Straßensanierung geschickt: EUR 85.000.

Da hat man keine Fragen mehr, was in diesem Land so alles schief läuft.

Das ist die eine Seite. Die andere liegt eben auch in der Gier, oder auch Faulheit mancher Bäckermeister.

Wie schon gesagt, war mein Bruder ja auch Bäcker. In einer schönen kleinen Bäckerei. Da wurde alles vor Ort selbst gemacht. Wenn er da war, waren alle Brötchen restlos ausverkauft, wenn er Urlaub hatte und der Meister selbst ran musste, sind die meisten liegen geblieben. Er hatte (und hat immernoch) sein Handwerk echt drauf. Aber der Meister ist lieber 4x im Jahr lange in Urlaub geflogen, anstatt den altmodischen, kaum noch zu gebrauchenden Ofen mal auszutauschen, oder andere wichtige Investitionen zu machen. Das und noch andere Gründe, haben dann dazu geführt, dass mein Bruder als Bäcker aufgehört hat. In so einer Großbäckerei wollte er nie arbeiten und die kleineren Läden werden eben immer weniger. Das aber nur auf staatliche Misswirtschaft zu beziehen, ist auch nicht korrekt. In deinem Beispiel trifft das zu, in anderen Beispielen sind die Bäckereien selbst schuld.

Fehlender Nachwuchs, wie in vielen Branchen kommt ja auch noch dazu. Wer steht schon gern mitten in der Nacht gern am Ofen? Das ist ein Beruf, der Leidenschaft erfordert...
 
Stimme ich zu. Gerade Berufe wie Bäcker will doch keiner mehr lernen. Frühes Aufstehen, harte körperliche Arbeit und kaum Verdienst. Eins der Handwerk was einfach ausstirbt und darunter dann auch die Qualität leidet. Mache das geilste Brötchen auf der Welt aber wenn du es auf Grund von Arbeitsaufwand und Kosten generell für 2 Euro verkaufen musst bist du einfach pleite
 
Aber sind die Kosten für Brötchen denn so sehr gestiegen? Wir wohnen hier seit 6 Jahren und kaufen nahezu immer beim gleichen Bäcker, jeden Samstag und Sonntag. Der Bäcker gilt schon als einer der teuersten der Stadt, aber man zahlt für ein wirklich großes und hochwertiges Körnerbrötchen 75 Cent. Ich kann mich nicht mehr an den Preis vor 1, 2 und 5 Jahren erinnern, daher frage ich.
Aber davon brauche ich morgens 1,5 Brötchen und bin pappsatt. Das kostet mich also 1 Euro und das finde ich wirklich nicht teuer.

Die normalen Brötchen kosten 35 Cent, wir holen aber immer nur Körnerbrötchen (Weltmeister, Kürbis, Mehrkorn, Dinkel usw. - kosten alle das gleiche).

Alles wohlgemerkt auch in der Aktion, die gibt es so aber schon viele Jahre.

Ohne Aktion wären es glaub ich 1,40 Euro wenn ich 1,5 Brötchen esse. Aber auch das finde ich eigentlich nicht viel.
 
Es gibt aber auch hier Bäcker, die beweisen das so ein Geschäft laufen kann. Mit umfassender Erweiterung auf Frühstücksbrunch zum Beispiel. Hier gibt's auch einen, wo die am Wochenende 50 Meter Schlange stehen. Aber die Selektion in solchen Branchen, die unter Druck stehen ist natürlich noch härter und man braucht für sowas auch die richtige Location.
 
Aber sind die Kosten für Brötchen denn so sehr gestiegen? Wir wohnen hier seit 6 Jahren und kaufen nahezu immer beim gleichen Bäcker, jeden Samstag und Sonntag. Der Bäcker gilt schon als einer der teuersten der Stadt, aber man zahlt für ein wirklich großes und hochwertiges Körnerbrötchen 75 Cent. Ich kann mich nicht mehr an den Preis vor 1, 2 und 5 Jahren erinnern, daher frage ich.
Aber davon brauche ich morgens 1,5 Brötchen und bin pappsatt. Das kostet mich also 1 Euro und das finde ich wirklich nicht teuer.

Die normalen Brötchen kosten 35 Cent, wir holen aber immer nur Körnerbrötchen (Weltmeister, Kürbis, Mehrkorn, Dinkel usw. - kosten alle das gleiche).

Alles wohlgemerkt auch in der Aktion, die gibt es so aber schon viele Jahre.
Naja zwei Euro sind übertrieben aber es ging mir und Prinzip. Qualität kostet und das ist auch völlig okay aber wenn einige Brötchen 90 Cent kosten ist das für mich zb schon Schmerzgrenze. Ich hab da natürlich keine Ahnung aber wenn du als Bäcker da vllt noch spezielle Zutaten brauchst oder ein anderen Ofen zum Backen oder was weiß ich müssen die Kosten natürlich weiter gegeben werden. Ich kann mir schon vorstellen dass Bäcker da auf extra Sachen verzichten und die für sie nicht beste Qualität abliefern weil es einfach zu teuer wird
 
Naja zwei Euro sind übertrieben aber es ging mir und Prinzip. Qualität kostet und das ist auch völlig okay aber wenn einige Brötchen 90 Cent kosten ist das für mich zb schon Schmerzgrenze. Ich hab da natürlich keine Ahnung aber wenn du als Bäcker da vllt noch spezielle Zutaten brauchst oder ein anderen Ofen zum Backen oder was weiß ich müssen die Kosten natürlich weiter gegeben werden. Ich kann mir schon vorstellen dass Bäcker da auf extra Sachen verzichten und die für sie nicht beste Qualität abliefern weil es einfach zu teuer wird
Na klar, verstehe was du meinst, aber mir ging es um den generellen Tenor, dass Brötchen zu teuer und ein Bäckerbesuch ein Luxus sei. Das sehe ich nicht so. Wie gesagt, wenn mir die reine Basis (plus natürlich Aufschnitt etc, aber das ist ja individuell) erlaubt, für einen Euro ein sattmachendes Frühstück am Wochenende zu bekommen, finde ich das nicht teuer.
Und wem 1 Euro noch zu teuer ist, der kann auch toogoodtogo nutzen. Da sollte jeder mindestens eine Bäcker-Filiale im Umkreis haben. So gibt es hier zb mehrere und man bekommt für 3-4 Euro eine große Tüte mit meist 5-7 Brötchen, einem großen Brot, 1-2 süßen Teilen, 1-2 deftigen Sachen. Das schmeckt, wenn es sich um einen guten Bäcker handelt, immer noch super da es ja "nur" vom gleichen Tag ist und würde auch eine 3 Personen Familie für 2-3 Tage komplett versorgen. Für maximal 4 Euro.
Wege gibt es genug.
 
Ist dann wohl nur Kopfsache, siehe @kingpin68
Es ging nicht um Bäckereien mit eigener Backstube, die ihren Teig noch selbst machen, und das weißt du auch, sondern um diejenigen, die das nicht tun und ihre Teiglinge tiefgekühlt von einem Großlieferanten bekommen. Und wie gesagt, ich bezweifle, dass man bei den Brötchen einen großen Unterschied zu denen aus den Discountern merkt. In beiden Fällen stammen die Teiglinge aus industriellen Großbäckereien und werden rein maschinell produziert.
 
Ich habe auch gestiegende Kosten, kann diese aber nicht durch anheben von Preisen oder durch Verlangen von mehr Gehalt kompensieren. Wenn ich also zum Bäcker geh und dort die Preise derart angestiegen sind, dann erhöhen sich die angestiegenen Kosten für mich noch mehr.

So funktioniert leider Inflation...

Die Kosten sind nahezu für alles gestiegen, entsprechend aber auch die Löhne. Ob das beides aber gleich gestiegen ist, steht auf einem anderen Blatt. In der Realität sind die Löhne halt meist nicht so stark gestiegen, wie die Kosten.

Was glaubst du warum Gewerkschaften für mehr Lohn kämpfen? Auch du kannst für mehr Gehalt mit deinem Chef sprechen. Entweder er machts, oder eben nicht und je nach Branche kannst hast du da einen längeren, oder kürzeren Hebel. In der Pflege hat man als Angestellter schon einen sehr langen Hebel, weil Fachkräftemangel herscht und ich überall mit Kusshand genommen werde. Da ist Spielraum für Gehaltsverhandlungen.

Ander Branchen erhöhen die Preise ja auch. Ich hab zB noch nie so viel für Friseur bezahlt wie derzeit.
 
Also brote und Brötchen beim Bäcker können noch so teuer werden, werde ich immer konsumieren oder halt teils selbst backen.

Tut zwar manchmal weh was das kostet, aber hat seine Gründe und dafür zahle ich gerne.

Das letzte was ich machen würde wäre mir wie damals in der Studentenzeit vom Discounter den Schrott zu holen. Schlecht für den Magen, rohlinge kommen oft aus China. Ne, so einen scheiss darfst eig gar nicht anbieten :ugly:
 
Na klar, verstehe was du meinst, aber mir ging es um den generellen Tenor, dass Brötchen zu teuer und ein Bäckerbesuch ein Luxus sei. Das sehe ich nicht so. Wie gesagt, wenn mir die reine Basis (plus natürlich Aufschnitt etc, aber das ist ja individuell) erlaubt, für einen Euro ein sattmachendes Frühstück am Wochenende zu bekommen, finde ich das nicht teuer.
Und wem 1 Euro noch zu teuer ist, der kann auch toogoodtogo nutzen. Da sollte jeder mindestens eine Bäcker-Filiale im Umkreis haben. So gibt es hier zb mehrere und man bekommt für 3-4 Euro eine große Tüte mit meist 5-7 Brötchen, einem großen Brot, 1-2 süßen Teilen, 1-2 deftigen Sachen. Das schmeckt, wenn es sich um einen guten Bäcker handelt, immer noch super da es ja "nur" vom gleichen Tag ist und würde auch eine 3 Personen Familie für 2-3 Tage komplett versorgen. Für maximal 4 Euro.
Wege gibt es genug.
Ja alles richtig aber das ein Besuch beim Bäcker kein Luxus ist sehe ich etwas anders. Wenn meine Frau für die Woche Brot und Brötchen holt, vllt noch ein zwei Stück Kuchen für je fast 3 Euro und am Ende 15 Euro ca da stehen finde ich das schon viel. Es bleiben am Ende nur Brötchen und Brot. Wie gesagt ich zahle das schon weil es gute Qualität ist aber trotzdem finde ich das nicht ohne. Als ich klein war zb musste ich bei meinen Eltern jeden Tag eine Sache im Haushalt erledigen um an Freitag Taschengeld zu bekommen, Müll runter bringen, Bett machen oder Brot und Brötchen holen. Klar ist das nicht so eins zu eins zu vergleichen aber ich weiß noch das ich für zehn Brötchen und ein halbes zwei Pfund Brot keine drei Mark bezahlt hab. Das ist einfach heute exorbitant gestiegen, wie gefühlt alles. Butter, Sprit usw usw
 
Die Kosten sind nahezu für alles gestiegen, entsprechend aber auch die Löhne. Ob das beides aber gleich gestiegen ist, steht auf einem anderen Blatt. In der Realität sind die Löhne halt meist nicht so stark gestiegen, wie die Kosten.

oder eben nicht und je nach Branche kannst hast du da einen längeren, oder kürzeren Hebel.

Ander Branchen erhöhen die Preise ja auch. Ich hab zB noch nie so viel für Friseur bezahlt wie derzeit.


Dass die Gehälter nicht gleich angestiegen sind, ist aber DER springende Punkt. Wenn ich zu meinem Chef geh und sag, alle sist teurer geworden, ich brauch mehr Geld, dann sagt er, alles ist teurer geworden, er kann mir nicht mehr Geld geben. Ist ja schön, wenn das in manchen Branchen besser funktioniert. In den meisten sicherlich nicht.
Du sagst es ja selbst: "Ander Branchen erhöhen die Preise ja auch". Ganz genau. Und genau deshalb ist man als Arbeitnehmer idR deutlich schelchter gestellt, weil man eben KEIN Mittel zum Inflationsausgleich hat und nicht einfach die Preise für die Brötchen oder den Haarschitt erhöhen kann.

Als normaler Arbeitnehmer/ Endkunde hat man also fast nur die Möglichkeit, eben NICHT mehr die teuren Brötchen zu kaufen, sondern zB die günstigeren vom Discounter und eben nicht mehr zu Udo Walz zu gehen sondern zu Mohammed.


Da zu sagen "Sber Geiz ist eben geil." finde ich ledier absolut unangebracht.
 
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Es ging nicht um Bäckereien mit eigener Backstube, die ihren Teig noch selbst machen, und das weißt du auch, sondern um diejenigen, die das nicht tun und ihre Teiglinge tiefgekühlt von einem Großlieferanten bekommen. Und wie gesagt, ich bezweifle, dass man bei den Brötchen einen großen Unterschied zu denen aus den Discountern merkt. In beiden Fällen stammen die Teiglinge aus industriellen Großbäckereien und werden rein maschinell produziert.

Es ging um Großbäckereien und Ketten. Und da gibt es immernoch auch Unterschiede. Nur weil eine Bäckerei mehrere Filialien hat und die Teiglinge in größerem Maßstab hergestellt und dann an die Filialien verteilt werden, sind die dennoch qualitativ besser, als die Discounterbrötchen, die wirklich rein maschinell hergestellt werden.
 
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