Ich ziehe meinen Fedora! Weiß nicht wann ich zuletzt so ein tolles, klassisches Abenteuer gesehen habe. Selbst im Filmbereich gab es ewig nichts vergleichbares.
Hatte wirklich alles, was eine gute Abenteuergeschichte braucht und ich bin immer noch ein wenig perplex wie "filmisch" das Spiel geschrieben ist. Naughty Dog Games sind beispielsweise auch cineastisch, aber die Story wird da immer noch durch ein Videospiel erzählt. Sie hat irgendwie immer noch einen anderen Aufbau und ein anderes Pacing als ein Film. Bei Indy könntest du die erzählenden Gameplaymomente und Zwischensequenzen aneinander schneiden und du hättest einen einwandfreien Abenteuerfilm. Mit Witz, Herz, Action, Spannung, Überraschungen und Gefühlen.
Indy selbst haben sie schlichtweg perfekt getroffen. Aber auch Gina ist grandios gut und charmant. Die beiden Obernazis (Voss und sein Oberst) sind herrlich überzeichnete Antagonisten und stechen so manchen Filmbösewicht aus. Und auch der restliche Cast ist toll und ich finde super, dass sie für die Deutschen auch deutsche, für die Italiener auch italienische usw. Schauspieler genommen haben.
Ansonsten hab ich über die letzten Tage ja eigentlich schon alles zum Spiel gesagt. Mein positiver Eindruck hat sich nicht geändert, im Gegenteil wurde er zum Ende hin sogar noch bestärkt. Die Story wurde auch absolut überzeugend zu Ende erzählt und während des Abspanns war ich sogar ein wenig wehmütig.
Ich empfehle übrigens die Feldarbeiten Sidequests. Die sind unheimlich umfangreich, inszeniert wie die Hauptstory und tragen häufig sogar noch etwas zu dieser bei. Außerdem macht es einfach Spaß, Zeit mit den toll geschriebenen Figuren und Geschichten zu verbringen. Wie Indy beispielsweise alles mit seinem unerschöpflichen, historischen Wissen kommentiert. Gina hat als Begleiterin auch nie genervt, sondern war cool, clever und sogar im Gameplay hilfsbereit. Hab mich jedes mal gefreut, wenn sie mit dabei war. Sie hat mich diesbezüglich ein bisschen an Trip aus Enslaved erinnert. Manchmal ist es nur ein wenig albern, wenn du gerade unter einem Tisch rumkriechst, damit dich die Nazis im Sperrgebiet nicht entdecken und Gina währenddessen wortwörtlich über selbige Tische und Stühle springt, ohne dass sich jemand dafür interessiert.

Aber das ist eben die Krux an einem semi-offenen Videospiel, das spaßig und spielbar bleiben, dabei aber auch eine relativ glaubwürdige Welt erschaffen möchte.
Werde jetzt sicher noch einige Stunden zu den verschiedensten Orten zurückkehren, um wenigstens noch die Sidequests zu machen. Muss nämlich gestehen, dass ich im späteren Verlauf immer weniger davon erledigt habe, weil ich die Story einfach so geil fand und wissen wollte wie es weiter geht.
Ein tolles Spiel, das überraschend originelle Wege geht und ein außergewöhnlich gutes Indy-Abenteuer, das sich für mich ganz oben, irgendwo in der alten Trilogie einreiht. Eine Fortsetzung würde ich sofort nehmen. Aber andererseits sollte man es vielleicht auch bei diesem einen, besonderen Lizenzprodukt belassen. Regelmäßige Indys wie aus der CoD-Maschinerie und die Magie wäre sicher schnell weg.
Ihren Status als grandioses Ego-Action und -Abenteuer Studio haben MachineGames hiermit jedenfalls weiter zementiert und ich freue mich auf ihr nächstes Game.