Ah, weil ich also aus Sachsen komme, kann ich also nur pro Asyslsuchende sein...interessante Ansicht bei gleichzeitiger Erwähnung des hohen Anteils an Rechten dort...
Ich komme zwar aus Sachsen, lebe aber schon seit 10 Jahren in Erfurt. Ja der Anteil an Ausländern ist hier immernoch geringer als in Städten wie Köln, oder Berlin. Ich hoffe aber, dass du mir deswegen dennoch nicht mein Mitspracherecht streitig machen möchtest, oder meine Meinung herabsetzt, weil ich ja keine Ahnung hätte, wie es wäre mit einem höheren Ausländeranteil zu leben.
Wenn man dieser Schlussfolgerung folgt, müsste es dann nicht so sein, dass die AfD im Westen mehr Stimmen holt als im Osten? Immerhin scheinen die Probleme mit Migranten ja mit steigendem Anteil in der Beölkerung zu korrelieren, oder hab ich dich da falsch verstanden?
Bezüglich der Erfassung der Daten: ja da geb ich dir recht, das müsste alles viel unkomplizierter und schneller vonstatten gehen. Hier hast du aber wieder die strukturellen Probleme in Deutschland. Die digitale Infrastruktur ist ein Witz. Ukrainische Flüchtlinge kommen hier an und wundern sich, was für mittelalterliche Systeme wir hier noch haben. Wir sind eine reiche Nation, können mit unserem Wohlstand aber nichts anfangen. Das ist so erbärmlich. Ja dann brauchen wir halt mehr Leute, muss der Staat eben mehr einstellen, mehr Wohnungen bauen (damit sich der Michel auch wieder aufregen kann, dass für Flüchtlinge Wohnungen gebaut werden) und di Leute schneller aus den Lagern raus holen. Mag sein, dass das mal für eine Weile gut geht, alle eingepfercht zu beherben, aber doch nicht über Monate. Mich überfordert es ja schon, wenn ich mit wildfremden Leuten mal eine Nacht in einem Zimmer schlafen soll. Das ganze noch über Monate hinweg, ohne zu wissen wie lang dieser Zustand anhalten soll, stell ich mir unerträglich vor.
Der Täter von Solingen sollte abgeschoben werden, das ist richtig. Nach Bulgarien, nicht zurück in sein Heimatland. Jetzt könnte man darüber spekulieren, ob er dort auch einen solchen Anschlag getätigt hätte. Es wären dennoch Menschen gestorben, nur eben nicht hier. Weis nicht obs das besser gemacht hätte. Für die Hinterbliebenen und Verletzten hierzulande sicherlich, klar. Man könnte auch darüber spekulieren, wie du schon schreibst, dass es ein anderer IS-Kämpfer hier übernommen hätte...Genauso könnte man darüber spekulieren, ob eine bessere Integration eventuell seine Radikalisierung verhindert hätte. Also ob es was gebracht hätte ihn zu unterstützen, anstatt ein halbes Jahr quasi nix zu machen, außer einmal in seiner Bleibe aufzutauchen, um ihn abzuschieben, wo man ihn nicht angetroffen hat. 6 Monate ist nichts passiert, was hat er 6 Monate gemacht? Arbeiten durfte er ja bestimmt nicht, hat in einer Flüchtlingsunterkunft gewohnt. Stell dir mal vor du sitzt 6 Monate däumchendrehend rum. Die Rekrutierer des IS reiben sich doch bei solchen Zuständen die Hände.
Damit möchte ich ihm aber ausdrücklich nicht die Schuld nehmen, er hat sich dazu entschlossen diese Tat auszuführen und sollte mit aller Härte des Gesetzes bestraft werden. Dennoch findet eine Radikalisierung nicht im luftleeren Raum statt. Das gilt übrigens auch für Rechtsextreme, die ähnliche Methoden verwenden.
Dafür müsste man sie aber auch lassen, oder irre ich mich da?