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Der Nahostkonflikt

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

du hast das Ganze doch darauf bezogen dass Deutschland die selbe Haltung hätte?

Und ich hab eben aufgezeigt wo der Unterschied liegt.
In wie fern hast du das? Den Vergleich zur deutschen Position habe ich angeführt, weil @canuck die Staatsräson ins Spiel gebracht hat.
Und ich denke doch, dass Deutschland auch vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse nicht einfach seine Haltung zur Zwei-Staaten-Lösung über Bord wirft? Von daher bleibt doch die Aussage bestehen, dass aus Sicht einer Staatsräson der Slogan "Free Palestine" vollkommen unverfänglich sein sollte.

Es steht doch gleichermaßen außer Frage, dass sich auch Menschen versuchen diesen "Slogan" zu eigen zu machen, die auch ganz andere Dinge fordern, die wiederum nicht im Einklang stehen mit Werten wie Freiheit, Gleichheit, usw.
Aber dann ist der Konktext das Problem. Und dann kann man nicht den Kurzschluss ziehen, dass jede Stimme, die ein "Free Palastine" fordert, auch automatisch alles andere als genau das fordert.
 
In wie fern hast du das? Den Vergleich zur deutschen Position habe ich angeführt, weil @canuck die Staatsräson ins Spiel gebracht hat.
Und ich denke doch, dass Deutschland auch vor dem Hintergrund der aktuellen Geschehnisse nicht einfach seine Haltung zur Zwei-Staaten-Lösung über Bord wirft? Von daher bleibt doch die Aussage bestehen, dass aus Sicht einer Staatsräson der Slogan "Free Palestine" vollkommen unverfänglich sein sollte.

Es steht doch gleichermaßen außer Frage, dass sich auch Menschen versuchen diesen "Slogan" zu eigen zu machen, die auch ganz andere Dinge fordern, die wiederum nicht im Einklang stehen mit Werten wie Freiheit, Gleichheit, usw.
Aber dann ist der Konktext das Problem. Und dann kann man nicht den Kurzschluss ziehen, dass jede Stimme, die ein "Free Palastine" fordert, auch automatisch alles andere als genau das fordert.

Ja, und eben jenen Kontext sollte man aktuell ganz besonders berücksichtigen: Ich kann es jedenfalls nicht verstehen, wie man nach einem bestialischen Terroranschlag, der explizit jüdischen Zivilisten galt und geradezu psychopathische Züge trug (Verstümmelung von Kindern und Leichen etc.), sofort auf die Straße gehen kann, um "Free Palestine" zu jubeln. Es ist ja nicht so, dass dort offen für eine friedliche Koexistenz geworben würde! Wenn die Palästinenser und deren Fürsprecher, die sich aktuell mit solchen Parolen (und vielen anderen mehr deutlich schlimmerer Art) auf die Straße begeben, selbst nach so einem Anschlag ein Mindestmaß an Empathie für die Opfer eben jenes Anschlags vermissen lassen und ganz im Gegenteil diese Situation vielmehr ausnutzen, um für "ihre Sache" (wie diese genau aussieht, darüber kann man trefflich streiten) werben, so zeichnet sich für mich doch ein recht deutliches Bild. Klar, man kann natürlich - wie auch AfD & Co. das gern handhaben - sich immer exakt auf der roten Linie des gerade noch juristisch frei Sagbaren entlanghangeln. Aber der Kontext macht eben den Geschmack des Ganzen aus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann gehen wir nochmal zurück, weil um den fehlenden Kontext ging es mir von Anfang an:
Ein großer Teil glaubt wohl immer noch, dass das "Free Palestine"-Geschreie Ausdruck einer gerechten Freiheitsbewegung ist ... Was tatsächlich dahinter steckt, können und wollen viele wohll einfach nicht sehen, weil man sich dann tiefer damit auseinandersetzen müsste. Ich bin jedenfalls fassungslos, dass der Rechtsstaat diese Dinge trotz ständiger Bekundung von Staatsräson etc. zulässt.

Das "'Free Palestine'-Geschreie" ist eben sehr wohl auch Ausdruck einer gerechten Freiheitsbewegung.

Wenn Menschen wenige Stunden nach einem Hamas-Attentat an Hunderten bis Tausenden Israelis jubelnd auf die Straße gehen, dann ist das vollkommen grotesk und verachtenswert - da ist wohl das geringste Problem, dass hier vielleicht auch "Free Palestine" gerufen wird.

Wenn aber in der Folge in Gaza Hunderte und Tausende Zivilist*innen sterben, dann darf und soll man in Solidarität für diese Menschen auf die Straße gehen können. Und dann ist das der Kontext, in dem vermutlich auch "Free Palestine" gerufen wird.
Und dann hat das auch nix damit zu tun, was gerade noch sagbar ist. "Free Palestine" sollte in diesem Kontext immer sagbar sein, nicht nur in einem sozialen sondern erst recht in einem juristischem Sinne.
 
Auf Aktion folgt die Reaktion.

Und das Problem ist ja wie gesagt dass die Leute die mit "Free Palestine" auf die Straße gehen auch gleichzeitig den Tod Israels skandieren. Kenn wir in anderer Form wenn besorgte Büger die ja manchmal durchaus nachvollziehbare Ängste haben mit Nazis auf die Straße gehen und zu einem guten Teil selbst rechte Schwurbler/Radikale sind.
 
Und das Problem ist ja wie gesagt dass die Leute die mit "Free Palestine" auf die Straße gehen auch gleichzeitig den Tod Israels skandieren.
Also meiner Meinung nach ist dann das Problem relativ eindeutig, dass die Leute den Tod Israels skandieren und nicht, dass sie "Free Palestine" rufen. Verstehe ehrlich gesagt nicht wo es da zu Missverständnissen kommen kann.
 
Oder Achtung, sie rufen Beides.
Und wo ist jetzt deine Schwierigkeit die problematische Aussage auszumachen?
Ich habe keine Probleme zu erkennen welche der beiden folgenden Aussagen problematisch ist und welche - ohne weiteren Kontext - unproblematisch ist:
1. "Free Palestine"
2. "Free Palestine! Death to Israel!"
Wenn du Probleme hast auszumachen, welche der beiden Versionen problematisch ist, dann würde mir das zu Denken geben.
 
Und wo ist jetzt deine Schwierigkeit die problematische Aussage auszumachen?
Ich habe keine Probleme zu erkennen welche der beiden folgenden Aussagen problematisch ist und welche - ohne weiteren Kontext - unproblematisch ist:
1. "Free Palestine"
2. "Free Palestine! Death to Israel!"
Wenn du Probleme hast auszumachen, welche der beiden Versionen problematisch ist, dann würde mir das zu Denken geben.

Du bringst es einfach immer wieder allein auf die rein theoretische Ebene, was hier aber in der Praxis abläuft, sieht doch völlig anders aus.

Das ist im Übrigen auch dasselbe Problem wie bei der von vorgebrachten Argumentation, dass Hamas und Palästinenser zwei verschiedene Entitäten sind: Das wird so als Behauptung erstmal niemand abstreiten, weil sie natürlich nicht gleichgesetzt werden können. Dennoch ist es so, dass Hamas nicht nur über einen militärischen Arm verfügt, sondern im Gaza-Streifen auch als politischer und sozialer Akteur tief verankert ist und einen nicht unerheblichen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Ich habe zuletzt von Schätzungen von 20-30% VOR dem Massaker gelesen. In der Vergangenheit war es stets so, dass nach militärischen Auseinandersetzungen mit Israel die Zustimmung nochmal stark stieg. Das ist ja genau das, was die Hamas mit den Anschlägen provozieren will.

Und bevor jetzt wieder der Vorwurf kommt, dass das ja kein Blankoscheck für tote Zivilisten sei: Natürlich ist er das nicht. Aber diese Situation zeigt, dass das Ganze eben nicht einfach binär zu betrachten ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
wie oft hast du hier schon philosphiert dass Wörter von der rechten Seite in Beschlag genommen wurden und man sie deshalb nicht mehr verwenden soll. Aber "Free Palestine" ist frei davon?
Ganz offensichtlich ist auch der Slogan "Free Palestine" nicht frei davon vereinnahmt zu werden. Deswegen sage ich ja auch dass der Kontext durchaus eine Rolle spielt. Es ist aber halt schwierig so etwas basales wie "Free Palestine", das wie gesagt für sich genommen nichts anderes ist, was auch mit der Zwei-Staaten-Lösung gefordert wird, aufzugeben, wenn man nun mal für die Menschen in Palästina genau das erreichen will: Freiheit.
Und du siehst vermutlich auch in dem Hintergrund der namensgleichen Bewegung überhaupt kein Problem, oder?

https://en.wikipedia.org/wiki/Free_Palestine_Movement
Ich habe mit der Bewegung ein Problem weil ich ganz offensichtlich ihre Ziele nicht teile. Das sollte aber aus meinen Beiträgen hoffentlich ersichtlich werden.
Ansonsten verstehe ich jetzt die Frage nicht besonders. Zur Problematik, dass man die Forderung nach Freiheit für Palästina schlecht zum Ausdruck bringen kann, wenn man exakt diese Forderung - also "Free Palestine" - aufgibt, habe ich oben bereits Gerri geantwortet.
 
Ganz offensichtlich ist auch der Slogan "Free Palestine" nicht frei davon vereinnahmt zu werden. Deswegen sage ich ja auch dass der Kontext durchaus eine Rolle spielt. Es ist aber halt schwierig so etwas basales wie "Free Palestine", das wie gesagt für sich genommen nichts anderes ist, was auch mit der Zwei-Staaten-Lösung gefordert wird, aufzugeben, wenn man nun mal für die Menschen in Palästina genau das erreichen will: Freiheit.

Das Problem ist eher dass wohl kaum Palästinenser auf der Straße die gerade für ne 2 Staaten-Lösung protestieren....
 
Das ist im Übrigen auch dasselbe Problem wie bei der von vorgebrachten Argumentation, dass Hamas und Palästinenser zwei verschiedene Entitäten sind: Das wird so als Behauptung erstmal niemand abstreiten, weil sie natürlich nicht gleichgesetzt werden können. Dennoch ist es so, dass Hamas nicht nur über einen militärischen Arm verfügt, sondern im Gaza-Streifen auch als politischer und sozialer Akteur tief verankert ist und einen nicht unerheblichen Rückhalt in der Bevölkerung hat. Ich habe zuletzt von Schätzungen von 20-30% VOR dem Massaker gelesen. In der Vergangenheit war es stets so, dass nach militärischen Auseinandersetzungen mit Israel die Zustimmung nochmal stark stieg. Das ist ja genau das, was die Hamas mit den Anschlägen provozieren will.
Was hat das denn mit irgendwas zu tun? Das bestreite ich doch an keiner Stelle?!

PS: Wenn das ein Argument für irgendwas sein soll, dann doch diese Spirale aus Gewalt zu durchbrechen um eben nicht das zu erreichen, was die Hamas provoziert?!
 
Du kannst die Spirale der Gewalt aber nicht durchbrechen wenn du auf der einen Seite eine Terrororganisation hast, deren Existenzgrundlage die Auslöschung der anderen Seite ist. Denn da gibts einfach keinen Verhandlungsspielraum und keinen Kompromiss.
Dass da unbeteiligte ihr Leben verlieren und leiden müssen ist tragisch und sehr traurig, das ist ja auch nicht das erklärte Ziel Israels, aber einen Gegenschlag kann man Israel da nicht verdenken und verwehren.
Eine Ideallösung wie man ausschließlich die Hamas bekämpft gibt es da halt leider nicht.
 
Was hat das denn mit irgendwas zu tun? Das bestreite ich doch an keiner Stelle?!

PS: Wenn das ein Argument für irgendwas sein soll, dann doch diese Spirale aus Gewalt zu durchbrechen um eben nicht das zu erreichen, was die Hamas provoziert?!

Das hat etwas damit zu tun, dass du - wie bereits zuvor geschrieben - immer auf die rein definitorische Ebene eingehst: Hamas =/= Palästinenser, Free Palestine =/= Antisemitismus etc. Und wie ich wiederholt versucht habe zu erläutern, _kann_ man das natürlich so betrachten, verfehlt damit aber meines Erachtens völlig die aktuelle Realität. Und da sind wir wieder bei Thema Kontext & Co. Ich kann die Hamas nicht völlig losgelöst von der Bevölkerung im Gaza-Streifen betrachten und ich kann aktuell auch den Großteil die Free-Palestine-Protestanten nicht ohne Weiteres von den Antisemiten trennen. Beides ist bedauerlich, aber nunmal die Realität, in der wir uns befinden.
 
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