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Der "Ich könnte kotzen" Thread (6 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Aber was können Kinder denn heute noch spielen, ohne dass irgendjemand irgendwas nicht passt? Beim Kaufladen ist es der Kapitalismus, Wer hat Angst vorm schwarzen Mann ist rassistisch, mit Puppen drängt Mädchen in ein nicht mehr gewünschtes Frauenbild, etc.

Du kannst heut doch keinen Meter mehr gehen, ohne dass jemand sich auf den Schlips getreten fühlt. Deshalb: Lass die Kinder einfach spielen. Selbst wenn ein Kind kognitiv so weit ist, sollte es sich nicht mit Themen wie Völkermord beschäftigen sondern einfach Kind sein dürfen.
In der Grundschule heißt schwarzer Mann „Wer hat Angst vorm Hai“. Ehrlich gesagt, finde ich dass dann auch nicht gut. Suggeriert Hai Feindbild plus noch Aussterbende Art.
 
„Wer hat Angst vorm Hai“. Ehrlich gesagt, finde ich dass dann auch nicht gut. Suggeriert Hai Feindbild plus noch Aussterbende Art.

Natürlich auch nicht gut... das war ja das Thema bei meiner Nichte. Dass der Hai eben keine blutrünstige Menschenfresser-Maschine ist. Das gleiche übrigens mit dem "bösen Wolf"... sie hatte am Anfang echt Angst vor dem "Was ist Was"-Buch über Wölfe. Eben weil der Wolf in ihren Kopf schon das absolute Böse verkörpert. Und genau da liegt das Problem... hier muss man tatsächlich pädagogisch arbeiten damit sich solche Sachen nicht festsetzen.

Sieht man ja bei den meisten Erwachsenen... da ist die völlig bescheuerte Angst vor Haien und Wölfen ja auch noch total normal. Das hat schlicht mit der Realität nichts zu tun.
Kühe sind für den Menschen z.B. viel gefährlicher als Wölfe und Haie zusammen. Es gibt jedes Jahr mehrere Tausend Verletzungen durch Kühe... und auch mehrere Todesfälle. Allein in Deutschland.
Meidet man jetzt Kühe? Nein... die sind toll. Aber wehe es könnte irgendwo ein Hai oder ein Wolf sein.

Das sind alles Bilder die in der Kindheit gesetzt werden und dort dann u.U. ein Leben lang bleiben.
 
Gab doch diesen Fall in Thüringen oder Bayern, wo man in nem Café für nen Mohrenkopf weniger bezahlen musste als für nen Schokokuss un das wurde auch werbewirksam plakatiert. Auf diese Haltung treffe ich im Privaten ständig. Menschen entscheiden sich ganz bewusst dafür, ihren Kindern oder Enkelkindern die veralteten Begriffe beizubringen. Peinlich!
 
Sind auch die selben Leute, die bei im Prinzip recht wichtigen Themen immer sagen "Hat Deutschland keine größeren Probleme?" aber um das N-Wort benutzen zu dürfen bis zum letzten Blutstropfen kämpfen würden.

Ich seh das ja so. Niemand verbietet einem diese Worte zu benutzen, aber es zwingt einen auch keiner. Man hat die Freiheit es aus Respekt nicht zu tun. Gut, Respekt muss man dementsprechend natürlich gegenüber den Betroffenen erstmal haben.
 
Ich bin mit den alten Begriffen groß geworden, kann aber durchaus zwischen solchen Spielen und Rassismus trennen. Natürlich möchte keine Gruppe als Feind verkörpert werden (Weiße ja auch nicht). Ich denke nur, dass es keine neutralen Begriffe gibt. Wie auch ich Hai nicht gut finde (warum ist Hai weniger schlimm als schwarz, warum nicht Weiß oder Schildkröten…ist alles nicht korrekt), ist bei anderen was anderes. Und beim Blick auf die Menscheitsgeschichte: Es gab nie Neutralität und der Mensch, auch wenn er es versucht „hinzubiegen“, entwickelt sich der Mensch dahingehend nicht groß weiter. So auch das Gendern: Da hatten einige Langweile während Corona und während tausende Leute daran starben, wurde die Gendersau durchs Dorf getrieben. Den Grundgedanken verstehe ich und niemand, wirklich niemand sollte sich für was besseres oder schlechteres als der andere halten, aber im Real Life gendern nicht mal Frauen, zumindest weder in meinem Bekanntenkreis noch auf der Arbeit. Und gerade auf der Arbeit könnt man ja das denken, wo ich mir dann extra die Mühe mach und dann alleine da stehe.
Daher: Was die Gesellschaft will oder man versucht durchzudrücken, muss noch lange nicht der Mensch selber wollen/können etc.
 
Gendern ist doch imo ein großer Erfolg. Es wurde überall in der Öffentlichkeit übernommen. Ob da nun die 55jährige Hannelore mitmacht, ist doch erstmal egal.
Meinst, weil das alle Leser:innen so gut lesen können?:D Man könnte auch Mensch stattdessen schreiben. Und wo wird’s gelebt und steht nicht nur auf Papier?
 
Zum Glück ist das Gendern nur teilweise übernommen worden und selbst da nervt es mich schon, z.B. beim DLF oder in manchen Onlineportalen. Ich verstehe durchaus die Intention, aber es hört sich und liest sich in meinen Augen/Ohren einfach furchtbar. Ich verzichte dann eher auf solche Beiträge.
 
In jeder Talkshow und in jeder Nachrichtensendung kann man hören, wie gut und unauffällig das klingen kann. In allgemeinen Anschreiben kann es aber auf Dauer den Lesefluss stören, wenn man es konsequent durchzieht
 
Bei Toggo Radio heißt es immer Lehrer (Pause) Innen.
Da denke ich mir immer:"Und was ist mit den Lehrern, die außen sind?"

Und als ich noch Student war, da war ich die wenigste Zeit des Tages "studierend", meist hab ich was anderes getan.
 
Wenn einem so ein Begriff noch mal rausrutscht weil er früher üblich war, ok. Aber die die das bewusst machen sind in der Tat wie Urgs sagte peinlich. Im besten Fall.

Aber sowas wie Cowboys und Indianer etc. kann man imo auch heute noch problemlos Kinder spielen lassen, sofern es später richtig mit den Kindern eingeordnet wird. Wenn man da dann später über die Schattenseiten spricht können die Kinder das imo viel besser einordnen als wenn das Thema von vornherein immer ein Tabu war.
 
Sie hießen die bei mir auch immer... und leider auch oft jetzt noch. Sowas setzt sich einfach fest. Und genau das ist das Problem.

Wobei das jetzt mit den Kindern und dem Spiel eher weniger zu tun hat... allgemein rassistische Begriffe in der Sprache sind wieder ein anderes Thema als das Spiel der Kinder und der Umgang mit historischen oder schweren Themen.

Natürlich. Allerdings weiß ich aus persönlicher Erfahrung in Deutschland das PoC,Sinti/Roma,Serben/Kroaten sich am wenigsten bzw. überhaupt nicht über "Negerkuss/Mohrenkopf,Zigeunerschnitzel und Serbischen Bohneneintopf aufregen bzw. aufgeregt haben.

Die haben (hatten) da ganz andere "Probleme" und lachen eher darüber das "weiße Gutmenschen" das für sie entscheiden...


Wir leben ja hier in Mauritius im Oktober dann schon 2 Jahre als einzige (weiße)Ausländer (bewusst!) in einem "alten" 99,9% Mauritianer Wohnviertel und fühlen uns nicht nur 100% integriert sondern sind es auch!

Hier sind alles Mauritianer - die meisten sind von der Abstammung her:
Hindu-Indien
Tamil-Indien
Creole-Afrika (Sklaven Nachfahren und praktisch die "Ureinwohner" hier und meist Christlichen Glaubens)
Moslem-Mauritianer
Französisch-Mauritianer
China-Mauritianer

Dann noch die Expats, (weiße)Südafrikaner,Engländer,Deutsche,Holländer etc.
Und etliche Gastarbeiter aus Bangladesch.

"Alle" machen "rassistische" Witze über die jeweilige andere "Gruppe" und sich selbst!
"Alle" lachen miteinander darüber.

Wir haben hier noch NIE einen verbalen oder physikalischen Streit unter Einheimischen mit rassistischem Hintergrund erlebt.
Und auch unsere Freunde , Nachbarn und unser Vermieter der ja seit 30 Jahren Polizist ist sagt das es praktisch keine
rassistischen Auseindersetzungen unter den Einheimischen gibt!

Wenn mal ein Streit ausbricht hat das meist religiöse Hintergründe.

Zum Beispiel:

Moslem - Mann/Frau will Hindu-Mann/Frau heiraten.

Oder das Thema "Ehescheidung" was bei den Hindu immer noch ein Tabu ist.
 
Aber sowas wie Cowboys und Indianer etc. kann man imo auch heute noch problemlos Kinder spielen lassen...
Also man muss nur kurz googeln um einen ganz guten Überblick darüber zu bekommen, dass native americans und ihre Nachfahren, indigene Interessensvertretungen etc. das deutlich anders sehen. Wir sind zwar nicht in Amerika und man kann sich darüber natürlich hinwegsetzen, weil was wissen die schon.
 
Natürlich. Allerdings weiß ich aus persönlicher Erfahrung in Deutschland das PoC,Sinti/Roma,Serben/Kroaten sich am wenigsten bzw. überhaupt nicht über "Negerkuss/Mohrenkopf,Zigeunerschnitzel und Serbischen Bohneneintopf aufregen bzw. aufgeregt haben.

Die haben (hatten) da ganz andere "Probleme" und lachen eher darüber das "weiße Gutmenschen" das für sie entscheiden...


[...]

"Alle" machen "rassistische" Witze über die jeweilige andere "Gruppe" und sich selbst!
"Alle" lachen miteinander darüber.


Das ist aber dieses trügerische "Ich kenn soooooooviele, die das nicht stört, das muss repräsentativ sein." - ist es in der Regel aber eher nicht. Zu nahezu jedem kontroversen Thema könnte man eine optisch eindrucksvolle Menge von Leuten zusammentrommeln, von "Ich bin PoC, aber die Nutzung des N-Worts ist doch völlig okay" bis "Ich bin Muslim, aber warum sollte man Mohammed nicht abbilden dürfen? Es geht in dem Verbot lediglich darum keine Götzenbilder von ihm anzubeten!" würdste immer welche finden.

Beim Thema Humor kommt noch eine ganz andere Komponente hinzu. Der Kontext. Wenn Eric Cartman bei South Park von der Gangaufsicht angesprochen wird, er solle ins Büro der Schuldirektorin kommen und mit "Verpiss dich, du rotschöpfige Gangaufsichts-Judenratte. Genau deswegen hast du keine Freunde, du solltest dich umbringen, du solltest dich umbringen!" antwortet, dann muss er das dürfen, weil er eine fiktive Figur ist, die genau als solch ein Arschloch dargestellt werden soll. Wenn man aber meint, das gehört in den alltäglichen Sprachgebrauch, dann will man eben auch freiwillig "jemand wie Cartman" sein :)
 
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