Dass Kotick da mit einem Sack voll Geld raus geht, ist definitiv unfair.
Aber ist halt leider vertraglich so geregelt. Sein Machtmissbrauch hat erstmal nichts mit seiner Abfindung zu tun.
Das Geld steht im zu, wenn er die Firma verlässt. Und das tut er natürlich erst, wenn Microsoft den Laden auch endgültig gekauft hat.
Andererseits hat er immer noch eine Klage des Staates Kalifornien und der US Behörde SEC am Hals. Weiß nicht, ob er nun einige Anklagepunkte einfach auf Microsoft abwälzen könnte (nach dem Motto "Microsoft besitzt jetzt die Bude, da müssen die sich drum kümmern"), aber die SEC untersucht beispielsweise auch Koticks Rolle in der ganzen Angelegenheit.
Ich habe also immer noch die Hoffnung, dass er zwar 400+ Millionen Dollar reicher wird, die Gerechtigkeit ihn am Ende aber doch an den Eiern packt.
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Noch etwas allgemeiner zur Diskussion wie Microsoft/Xbox seine Studios handhabt und in der Hoffnung, dass sie es mit Activision/Blizzard nun genau so tun: es kommt natürlich aus dem Mund von Rare's Joe Neate, der wortwörtlich von Microsoft bezahlt wird und es im offiziellen Xbox Podcast erzählt

, aber dennoch:
er sagt, du fühlst dich unter Xbox
"wie der am besten finanzierte Indie-Entwickler der Welt, du bist unabhängig und fühlst dich so und du kannst deine eigenen Entscheidungen treffen, ohne alle drei Monate irgendwelche Meilensteine vorweisen zu müssen".
Genau so haben wir es ja auch von Double Fine, Obsidian oder Ninja Theory gehört.
Microsoft kauft zwar das Studio, ändert aber rein gar nichts daran. Sie fragen bloß, wie viel Geld sie brauchen und ob sie noch anderweitig helfen können. Ansonsten arbeitet das Studio genau so als wäre es unabhängig. Sie machen das, was sie machen wollen und zwar in ihrer bestmöglichen Form (weil sie nun nahezu unbegrenztes Budget und damit auch mehr Zeit haben).
Das auch noch zu Urgs, der ja vor einigen Seiten meinte, das die Spiele durch den Game Pass womöglich schlechter werden. Ob sie gut werden oder nicht liegt schlussendlich am Studio. Microsoft nimmt hier nahezu keinen Einfluss. Sagt jetzt also nicht "hey, mach mal schneller oder billiger", sondern lässt sie machen. Hast du ein perfektionistisches Studio wie Playgorund Games, kommt halt einfach mal der beste Arcade-Racer der letzten Dekade dabei heraus, aber das wird wahrscheinlich nicht der Standard sein. Compulsion hat z.B. einfach noch nicht so viel Erfahrung. Microsoft behandelt Playground jedoch genau so wie Compulsion.
Ein kleines Studio wie inXile, das vor der Übernahme eigentlich aus dem Geschäft aussteigen wollte, hat nun ein neues Studiogebäude, seine Belegschaft fast verdoppelt, sich einige große Entwicklernahmen von Red Dead, Uncharted, God of War & Co leisten können und ist wieder Feuer und Flamme für ihr neues Projekt.
Spiele wie Wasteland 3 konnten durch Microsoft vollvertont werden.
Psychonauts 2 durfte ein Jahr dranhängen und hat so, zuvor gestrichene, Endbosse wieder einbauen können.
Ohne Microsoft's First-Party Behandlung wäre das nicht möglich gewesen, weil ihnen vorher das Budget ausgegangen wäre.
Wasteland 3 wäre nicht vertont worden und Psychonauts hätten einige Bosse gefehlt.
Dazu eben auch der oben erwähnte, kreative Freiraum.
Jeff Grubb hat ja gestern erst das "Monster Hunter" von Creative Assembly angesprochen, das Microsoft anscheinend exklusiv publisht. Grubb sagte, dass Phil gerne was Monster Hunter-esques hätte, wollte seine vorhandenen Studios aber nicht dazu zwingen und hat deswegen gefragt, wer außerhalb so etwas in der Schublade liegen hat. Phil hätte auch einfach sagen können
"Hey, Obsidian, du machst uns jetzt ein Monster Hunter! Wir bezahlen dich schließlich dafür!". Hat er aber nicht.
Und diese Hoffnung habe ich nun auch für Activision/Blizzard. Raven Software muss nun vielleicht kein CoD mehr machen, sondern darf sich anderswo austoben.
Vielleicht wird das nächste The Last of Us, das Sony zehn mal durch den Marktforschungsapparat gezogen und zig Buzzwords und Themen ausgewertet hat, die unbedingt darin enthalten sein müssen, damit ein möglichst breites Publikum es kauft und es einen 95+ Wertungsschnitt bei Metacritic erhält, "besser" als der nächste Shooter von Raven. Kann sein. Aber dafür ist Letzterer vielleicht innovativer oder legt sogar den Grundstein für eine neue Franchise. Ein Luxus, den die Xbox Game Studios Dank unerschöpflicher Microsoft Geldbörse und Game Pass (sie sind nicht mehr auf bestimmte Trends oder Verkaufszahlen angewiesen, weil das potentielle Publikum im Game Pass eh schon da ist und zahlt) nun besitzen und der meiner Meinung nach in einer kreativen Branche wie dieser nicht zu verachten ist.
Vielleicht wird nicht jedes Spiel der typische, große, God of War ebenwürdige AAA Verkaufsschlager nach Blockbuster-Blaupause sein, aber deswegen werden sie jetzt nicht qualitativ schlechter werden. Einfach weil die Spiele nun keine Auftragsarbeiten mehr sind oder irgendwelche Kompromisse eingegangen werden müssen. Es sind Herzensangelegenheiten der Studios und Xbox hält ihnen obendrein finanziell den Rücken frei.
Josh Sawyer, einer der besten Autoren der Branche, bastelt gerade beispielsweise mit einem Dutzend Leuten an einem Spiel, das er schon ewig machen wollte. Ein kleines Spiel, sicher auch so speziell, dass es nicht jedem zusagen wird, aber ich bin mir sicher, dass es großartig wird, weil Sayer hier freischnauze arbeiten darf.
Das liebe ich an Phil's Führungsstil und deswegen finde ich sogar eine Branchen-erschütternde Übernahme wie die von Activision/Blizzard positiv. Wenn die 7 Activision Studios wieder 7 verschiedene Spiele machen dürfen, anstatt nur eines CoDs, dann haben wir schon gewonnen.
Mir ist da letztens noch eingefallen, dass High Moon Studios ja die super-guten Transformers Games gemacht hat. So viel verschwendetes Talent ...